Willkommen

Wir freuen uns über Ihren Besuch auf unserer Internetseite und möchten Sie darüber informieren, wie lebendig und vielfältig sich katholisch-kirchliches Leben in Münster darstellt.

Kultur der Beziehung

„Wandel heißt nicht immer nur Niedergang. Wandel heißt Neues wagen, Wandel heißt experimentierfreudig sein, Wandel heißt, nach vorne zu schauen und nicht nur zu sagen: ‚Früher war alles besser.‘ Das war es nicht.“ Das hat Bischof Felix bei der Abschlusspressekonferenz des Katholikentags gesagt.

An diese Aussage knüpft die Veranstaltung im September an, zu der wir alle die Menschen einladen, die sich haupt- und ehrenamtlich in der katholischen Kirche in unserem Stadtdekanat engagieren. Wir haben uns im Bistum Münster auf den Weg eines „Kulturwandels“ gemacht. Dabei möchten wir stärker eine Kirche sein, die Beziehung stiftet. Die Kultur der Beziehung bezieht sich sowohl auf das Verhältnis der Pfarreien zu „Münster“, aber auch auf die Beziehungen, die wir in unseren jeweiligen Kontexten zu Nahestehenden, zu Fernstehenden und Suchenden pflegen. Eine neue Kultur der Beziehung soll in den Pfarreien und Gemeinden auch eine differenzierte Leitungsstruktur ermöglichen. Und auch der Prioritäten/Posterioritäten-Prozess, den wir in letzter Zeit im Diözesanrat gegangen sind, hat deutlich gemacht, dass es auch bei der Schwerpunktsetzung in der Seelsorge vor allem um die Suche nach einer neuen Beziehungskultur geht. Das alles – also die neue Kultur der Beziehung – soll als Kern der katholischen Kirche im Bistum Münster innerkirchlich und nach außen deutlicher erkennbar und erfahrbar werden: Daher die Plakatkampagne im September, daher das neue Logo und ein neuer Claim.

Diesen Weg des Kulturwandels können und wollen wir nur gemeinsam mit Ihnen gehen. Daher würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich den Termin am Freitag, 7. September, 17:30 Uhr schon einmal vormerken könnten. Weitere Details teilen wir Ihnen rechtzeitig vor der Veranstaltung mit. Wir freuen uns auf Sie!

„Ökumene als gegenseitige Bereicherung“

Es war eine Begegnung, die vor 400 Jahren nicht denkbar gewesen wäre: Am 23. Mai 1618 löste der „Prager Fenstersturz" den dreißigjährigen Krieg aus, bei dem Katholiken und Protestanten um die Vorherrschaft in Europa kämpften. Auf den Tag genau 400 Jahre später hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster (ACK) eingeladen. Es war das erste Treffen der Vorstandsmitglieder Jo Riemann, Margret Dick, Annethres Schweder und Karl-Heinz Gehrt sowie dem katholischen Stadtdechanten Jörg Hagemann und Ulf Schlien nach dessen Wahl zum Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Münster. 

Die Begegnung stand unter dem Leitwort „so sollen wir alle zur Einheit im Glauben und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen … und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen". Diesen Anspruch aus dem Epheserbrief diskutierten die Teilnehmer zwei Stunden lang praktisch. 

Auf dem Programm standen ein gemeinsamer Gruß an die münsterische Moscheegemeinde im Monat Ramadan, außerdem die Planungen zum Internationalen Friedenstag am Freitag, 21. September, und zum ökumenischen Fest am Pfingstmontag 2019 auf dem Domplatz. Thematisiert wurde auch die ökumenische Begleitung von Ehrenamtlichen, die im Krankenhausbesuchsdienst tätig sind. Darüber hinaus stand die Kontaktpflege zur ACK Osnabrück sowie zu Christen anderer Konfessionen in Münster, die nicht Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind, im Fokus. „All diese Themen zeigen beispielhaft, wie vielfältig die Aufgaben sind, die Christen gemeinsam angehen können", erklärte die ACK-Vorsitzende Schweder. Weitere Vernetzungen seien angedacht, „damit Ökumene nicht als Mehrarbeit, sondern als gegenseitige Entlastung und Bereicherung erfahren wird".

1.000 Ausleihtaschen für Lesestoff

Beate Frankrone (links) und Monika Reidegeld-Knospe präsentieren die neuen Ausleihtaschen der 27 Katholischen Öffentlichen Büchereien in Münster. Foto: privat

Katholische Öffentliche Büchereien in Münster starten Werbekampagne.

Sie sind Orte der Begegnung, der Leseförderung und der Literatur: Die 27 Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im Stadtdekanat Münster präsentieren sich ab sofort mit einem einheitlichen Logo sowie schwarzen Ausleihtaschen, die viel Platz für Lesestoff bieten.

„Wir möchten damit unsere Außenwirkung in der Stadt verstärken“, erklärt Beate Frankrone, Leiterin der KÖB St. Anna. Vielen Münsteranern sei nicht bekannt, dass kirchliche Büchereien öffentlich zugänglich und in jedem Stadtteil sowie in der Innenstadt vertreten seien, ergänzt Monika Reidegeld-Knospe, Leiterin der KÖB Liebfrauen-Überwasser. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten für ein aktuelles Medienangebot und verstünden sich als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zur Stadtbücherei. 

Bereits 2015 erstellte eine Projektgruppe einen gemeinsamen Flyer aller katholischen Büchereien in Münster. Das neue Logo mit hellgrünem Punkt und dem Schriftzug „27x in Münster“ enthält zusätzlich einen QR-Code, der zu den auf der Internetseite der Stadt Münster aufgeführten Bibliotheken führt. 

Die Leseförderung zählt zu den wichtigsten Elementen der Büchereiarbeit. Alle Einrichtungen arbeiten mit den Kindertagesstätten und Grundschulen vor Ort zusammen.

„Citypastoral, wie wir uns sie immer wünschen“

Künstler Ernst Franz aus Unterammergau schnitzte während des Katholikentags eine Christusfigur vor dem Kirchenfoyer. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)
Auch Hilfsmittel wie eine Leiter benutzten die Katholikentagsbesucher, um ihre Sehnsucht nach Frieden auf die Wand des Kirchenfoyers zu schreiben. (Foto: Rupert König)

Kunstaktionen des Kirchenfoyers begeistern Katholikentagsbesucher.

„…Freiheit, die mich beflügelt, ohne dich einzugrenzen“, „…Gemeinschaft von Katholiken und Protestanten“, „…ein Auftrag, der rockt und für den es sich lohnt, einzustehen“. Diese und weitere Schriftzüge schmücken derzeit die Wände im Kirchenfoyer in Münster. Die Besucherinnen und Besucher des Katholikentages waren eingeladen, die Aussage „Meine Sehnsucht nach Frieden ist…“ mit einem blauen Stift zu vervollständigen. Auch in den kommenden Tagen besteht dazu noch die Möglichkeit.

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, ist von der Resonanz während des Katholikentages überwältigt: „Es war immer etwas los, die Besucher hatten regelrecht den Wunsch, ihre Sehnsucht nach Frieden aufzuschreiben.“ Nicht nur Deutsche haben das Angebot angenommen, auf der Wand sind auch englische und spanische Sätze zu lesen, selbst arabische Schriftzeichen sind zu sehen. Und hohen Besuch gab es auch, erzählt König nicht ohne Stolz: „Der Erzbischof von Mexiko City, Carlos Kardinal Aguiar Retes, hat vorbei geschaut.“

Zur Kunstaktion inspiriert wurden die Besucher von einer weiteren Aktion, die das Kirchenfoyer anlässlich des kirchlichen Großereignisses ins Leben gerufen hatte. Der Holzschnitzer Ernst Franz aus Unterammergau, der vor zwei Jahren bereits eine Kopie des Telgter Gnadenbildes geschnitzt hat, war aus dem Süden angereist, um erneut fünf Tage lang live vor dem Foyer zu arbeiten. Dieses Mal die Figur eines leidenden Menschen, der ausgeliefert und entblößt dasteht. Verdeutlicht werden soll die Situation kurz vor der Kreuzigung Jesu.

„Jesu Leiden in dieser Figur ist Ausdruck des Leidens so vieler Menschen“, erklärt König die Idee dahinter. Die Kopfbedeckung aus modernem Stacheldraht, die die Figur trägt, solle ebenfalls auf die heutige Folter hinweisen. Der Blick der Christusfigur sei bewusst auf das nebenstehende geschnitzte Telgter Marienbild gerichtet: „Der Gedanke der Hoffnung auf Gott entsteht erst im Dialog der beiden Plastiken“, sagt König.

Zwischen 5.000 und 6.000 Besucher seien während des Katholikentages ins Kirchenfoyer gekommen, schätzt König. „Das war Citypastoral, wie wir uns sie immer wünschen“, freut er sich über den Andrang und das Interesse. Noch bis Ende Mai werden die geschnitzten Figuren im Kirchenfoyer stehen.

"Ein Programm, das zum Bleiben einlädt"

Moderator Christoph Tiemann mit Schauspieler Leonard Lansink und Gudrun Bruns im Gespräch.
Die A-capella-Band „6-Zylinder“ brachte die Gäste an der Bühne des Stadtdekanates Münster in Stimmung.
Domvikar Reidegeld berichtete beim „Abend der Begegnung“ von seinem Hilfseinsatz im Nordirak und Syrien.
Eine entspannte Atmosphäre herrschte bei untergehender Sonne an der Bühne des Stadtdekanates Münster auf dem Domplatz.

Stadtdekanat Münster bringt Besucher mit „6-Zylinder“ in Stimmung.

Frühsommerliche Temperaturen, fröhliche Katholikentags- besucherinnen und -besucher, dazu der unverwechselbare Klang der „6-Zylinder“: Es passte alles beim „Abend der Begegnung“ am 9. Mai, bei dem sich das Stadtdekanat Münster mit einem abwechslungsreichen Programm auf der großen Bühne auf dem Domplatz den heimischen und auswärtigen Gästen vorstellte.

„Ein Programm, das zum Bleiben einlädt“, fasste Reinhard Kretschmann zusammen. Der Münsteraner schwärmte von der wunderbaren Atmosphäre auf dem Domplatz sowie von den kurzen Wegen beim „Abend der Begegnung“. Gemeinsam mit Ehefrau Marja Kretschmann-Weeling bewegte er sich zur Musik von Udo Jürgens Klassiker „Griechischer Wein“, den die A-capella-Band in eine Hommage an Gebäck verwandelte und mit „Frankfurter Kranz“ betitelte. Auch in weiteren Stücken setzten die „6-Zylinder“ auf humoristisches Entertainment mit westfälischem Charakter und brachten ihre Zuhörer so zum Mitsingen und Mitklatschen. 

Die volle Aufmerksamkeit der Gäste hatte Moderator Christoph Tiemann, als Leonard Lansink alias Privatdetektiv Wilsberg die Bühne betrat. Und dem Publikum direkt seinen Lieblingsort in Münster verriet: „Auf der Terrasse des Gasthauses Stuhlmacher am Prinzipalmarkt sitze ich am liebsten.“ Bedingt durch Drehtermine hat der bekannte Schauspieler schon viel Zeit in der Domstadt verbracht – und sich darum auch ehrenamtlich an die Stadt gebunden: Gemeinsam mit Gudrun Bruns von der Krebsberatungsstelle Münsterland berichtete Lansink über ihr jährliches Projekt, das Wilsberg-Promi-Kellnern am Aasee. Viele Prominente finden sich dazu immer wieder ein, um Gäste mit Getränken zu versorgen – und das natürlich für den guten Zweck, für den Verein der Krebsberatung Münsterland.

Ganz im Zeichen des sozialen Engagements standen zwei weitere Talkrunden: Tobias Engelkamp ist Mitglied von „skate-aid“, eine Hilfsorganisation, die vom münsterischen Skateboard-Pionier Titus Dittmann gegründet wurde. Sie unterstützt Projekte, die mittels des sinn- und identitätsstiftenden Skateboardens weltweit Entwicklungshilfe für Kinder und Jugendliche leisten. Von konkreter Hilfe vor Ort konnte Domvikar Dr. Jochen Reidegeld berichten. Vor wenigen Wochen war der stellvertretende Generalvikar des Bistums zu einem Hilfseinsatz in den Nordirak und nach Syrien gereist. „Diese Begegnungen dort gehen mir bis heute nach und machen das Ausmaß des Krieges deutlich“, berichtete Reidegeld. Den Katholikentagsgästen gab er eine Botschaft mit: „Krieg ist zu einem Mittel der Politik geworden und dem müssen wir als Christinnen und Christen entgegenwirken.“ 

Auch kulinarisch präsentierte sich das Stadtdekanat in vielfältiger Art und Weise: Neben Erbseneintopf und Blutwurst für die Katholikentagsbesucher wurde auf der Bühne Kaffee gekocht. Moderator Tiemann begrüßte die Inhaber der münsterischen Kaffeerösterei „roestbar“, Sandra Götting und Mario Joka, die mit mittlerweile fünf Filialen in Münster vertreten sind. Frisch gebrühten Kaffee gab es schließlich von Erna Tosberg, der amtierenden Deutschen Barista-Meisterin. Tosberg leitet außerdem die Kaffeeschule der „roestbar“.

Nach einem Konzert der Big-Band Dorsten, die auch das abschließende Abendgebet musikalisch begleiteten, machte Stadtdechant Jörg Hagemann den Besuchern Lust auf „mehr Katholikentag“: „In den nächsten Tagen werden wir diskutieren und streiten, lachen und feiern – und hoffentlich werden wir einen Weg finden, was Frieden heißt.“

 

 

Flügel für den Frieden

Stadtdechant Jörg Hagemann, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Bernadette Spinnen sprachen mit Moderatorin Anja Brukner über Kirche und Kultur im Stadtdekanat Münster.
Musikalisch gestaltete die Big Band des Gymnasiums St. Mauritz die Präsentation des Stadtdekanates.
Die Gäste der Bistumspräsentation durften selbst aktiv werden und Friedenstauben falten.

Ein Frieden, der beflügelt: Mit dieser Botschaft hat sich das Stadtdekanat Münster am 11. Mai beim Katholikentag präsentiert. Und zwar ganz praktisch: Aus Bibelseiten falteten die Gäste auf dem Liebfrauen-Überwasser-Kirchplatz Friedenstauben. Die Mitmachaktion entstammt einer Kunstinstallation in der benachbarten Überwasserkirche, die im Rahmen des ökumenischen Cityadvents vom Kirchenfoyer initiiert wurde. Seit dem Advent hängen dort 3333 goldfarbene Tauben vom Gewölbe herab. Die Aktion passt zum Leitwort des Katholikentages „Suche Frieden“, befand das Team, und nahm sie in die Bistumspräsentation des Stadtdekanates Münster auf.

Das Motto, unter dem sich die katholische Kirche in Münster den Gästen vorstellte, ist Programm in der Stadt: „Zwischen Kiepenkerl und Uni“, ergänzt um den Untertitel: „Münster: Fahrräder, Tatort, Kunst und Kirche?!“. „Die Stadt lebt von den Menschen – ganz besonders in diesen Tagen, in denen so viele Menschen zu Gast sind“, sagte Bernadette Spinnen, Leiterin des Münster Marketing. Vom Zusammenwirken von Kirche und Kultur im Alltag sowie aktuell beim Katholikentag berichteten die Talkgäste auf der Bühne: Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Stadtdechant Jörg Hagemann, Udo Schonhoff von der „ökofairen“ Pfarrei St. Joseph Münster-Süd sowie Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers Münster und Konzeptkünstler. Moderiert wurde die Runde von Anja Brukner.

„Es herrscht eine super Atmosphäre in der Stadt“, sagte Weihbischof Zekorn und fügte hinzu: „Es wird deutlich, was Glauben bewirken kann.“ Stadtdechant Hagemann dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich in diesen Tagen einbringen oder Gäste bei sich beherbergen: „Die Münsteraner lassen sich auf die vielen Besucher, die zunächst Fremde sind, ein. Und dann merken wir: Sie sind nicht fremd, denn wir haben ein gemeinsames Fundament.“ Diese Toleranz zeige sich auch im alltäglichen Miteinander der Weltreligionen, die in der Stadt vertreten seien, erklärte Zekorn. „Es ist gut, dass jeder seinen Glauben und seine Werte hat, aber wir leben das nicht abgrenzend, sondern offen für alle.“

Bezeichnend für das Stadtdekanat sei außerdem ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, hob Bernadette Spinnen hervor. Das zeige sich schon in der Tatsache, dass es in Münster doppelt so viele Fahrräder wie Einwohner gebe. Längst sei Fahrradfahren in Münster keine Privatsache mehr. Auf ökologische Nachhaltigkeit setzten auch immer mehr Unternehmen. Und Pfarreien wie St. Joseph Münster-Süd. Seit vielen Jahren setzen sich die Verantwortlichen für einen verstärkten fairen Handel ein. Der Veränderungsprozess werde von der ganzen Gemeinde mitgetragen, berichtete Udo Schonhoff. „Das leidenschaftliche Engagement beispielsweise der Jugendlichen in der Katholischen Jungen Gemeinde ‚Fairer Handel‘ sorgt seit vielen Jahren dafür, dass hier von der Basis her der Gedanke des fairen Handels und der Verantwortung für eine gerechtere Welt lebendig ist.“ Im vergangenen Jahr wurde St. Joseph Münster-Süd als „ökofaire Kirchengemeinde“ ausgezeichnet.

Über die Frage „Kann Kirche Kunst?“ sprach anschließend Rupert König. Als Konzeptkünstler hat der Leiter des Kirchenfoyers bereits an einer Kunstinstallation mit dem Titel „silentMod“ im Kölner Dom anlässlich der Computerspielmesse „GamesCom“ mitgewirkt, zu der an drei Abenden mehr als 50.000 Jugendliche und Erwachsene kamen. „Kunst macht Kirche interessant“, betonte König. Als Beispiel nannte er die Kunstinstallation „VitaMorphose“ im vergangenen Oktober in der St.-Lamberti-Kirche in Münster, bei der er und sein Team die Kirche in einen mystisch-emotionalen Raum verwandelt hatten. „Wir versuchen das, was schon da ist, auf moderne Art und Weise in Szene zu setzen.“

Für musikalische Unterhaltung sorgte die Big Band des Bischöflichen Gymnasiums St. Mauritz mit jazzigen Rhythmen, die die Zuschauer vor der Bühne zum Mitsingen und Mitklatschen einluden.

Versöhnung unter den Täuferkäfigen

Sie feierten Versöhnung (von links) Jörg Hagemann, Keith Blank, Andrea Lange, Jacob Schiere und Ulf Schlien. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Martin Wißmann

Draußen hängen Käfige, Symbole für die Gefangenschaft derer, die in einem Streit verloren haben. Drinnen reichen Menschen unterschiedlichen christlichen Glaubens einander die Hände – Versöhnungsgeste einige Jahrhunderte nach dem Streit. So sah es am 11. Mai in der Lambertikirche in Münster aus. Dort haben im Rahmen des Katholikentags Vertreter der täuferischen Freikirche der Mennoniten, der römisch-katholischen sowie der evangelischen Kirche gemeinsam einen Versöhnungsgottesdienst gefeiert. Er stand unter dem Titel „Umkehr und Versöhnung unter den Täuferkäfigen. Heilung der Erinnerungen angesichts eines historischen Traumas“.

Mit dem Gottesdienst machten die Veranstalter einen Rückgriff in die Geschichte. Denn die drei Täuferkäfige, die noch heute am Turm der Münsteraner Lambertikirche hängen, sind sichtbare Spuren der Täuferherrschaft von 1534 bis 1535. In den Käfigen wurden seinerzeit die Leichen der hingerichteten Wiedertäufer zur Schau gestellt. „Wir wollen Gott und einander um Versöhnung bitten für die wechselseitige Gewalt und Verfolgung zwischen römisch-katholischen, evangelischen und täuferischen Christen“, sagte eingangs die mennonitische Theologin Andrea Lange.

Zunächst gaben die Veranstalter – neben Lange Keith W. Blank, Mennonit aus Lancaster/USA; Jörg Hagemann, katholischer Stadtdechant aus Münster, Jacob Schiere, Mennonit aus Drachten/Niederlande, sowie  Ulf Schlien, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Münster – einen Überblick über die historischen Ereignisse. Dabei ordneten sie in der voll besetzten Lambertikirche die Ereignisse rund um das Täuferreich in die Geschichte der Reformation ein. „Das radikale Experiment des Königreichs von Münster, als Täufer die Herrschaft in Münster errangen und Andersgläubige vertrieben, bestärkte sowohl katholische als auch lutherische Obrigkeiten in ihrer Furcht vor den Täufern als einer ernsten Bedrohung für Kirche und Gesellschaft“, sagte Hagemann.

In einem Schuldbekenntnis übernahmen alle Seiten die Verantwortung ihrer jeweiligen Religion für die damaligen Ereignisse. Hagemann stellte mit Blick auf Gegenwart und Zukunft fest: „Nicht alle Fragen zwischen uns sind geklärt, es bleibt noch manches zu tun. Aber wir sind heute gemeinsam berufen, Friedensstifterinnen und -stifter zu sein.“

Starke symbolische Geste dieses Gottesdienstes, den das Duo Bohemico aus Erfurt musikalisch gestaltete, war der Friedensgruß. Dazu umarmten die Religionsvertreter einander, während sich die Gottesdienstbesucher gegenseitig die Hände schütteln. Darunter auch Hildegard Krepp, Katholikentagsbesucherin aus Köln: „Die Türme an Lamberti kennt man ja als Münster-Besucher. Aber jetzt weiß ich besser, wofür sie stehen und was sie für heute zu sagen haben.“

 

 

Diakone bieten „Friedensgebet im öffentlichen Raum“

Wie hier die Diakone Markus Damwerth (links) und Guido Zimmermann am Freitagmorgen luden und laden während des gesamten Katholikentags Diakone aus dem Stadtdekanat Münster zu Friedensgebeten im öffentlichen Raum ein. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Matthias Kaiser

Ein paar Menschen, betend, schweigend, im Licht der aufgehenden Sonne, inmitten der mittäglichen Betriebsamkeit oder eingehüllt von der abendlichen Dämmerung: Mehr braucht es manchmal nicht, um beim Katholikentag in Münster mit seinem Leitwort „Suche Frieden“ Friedensstifter zu sein. Jedenfalls dann nicht, wenn man eines der „Friedensgebete im öffentlichen Raum“ besucht, die die Diakone im Stadtdekanat Münster während des Katholikentags anbieten.

Sie finden bewusst an Orten statt, die für Krisen und schwierige Lebensphasen stehen. Unter dem Obertitel „Suchet das Wohl der Stadt“ wird dabei für Menschen gebetet, die solche Krisen erlebt haben oder noch mittendrin stecken. Die von je zwei Diakonen gestalteten Gebete orientieren sich am Stundengebet, mit dem die Kirche den Tag gliedert. Es zu beten, dazu verpflichten sich Diakone bei ihrer Weihe.

An diesem späten Donnerstagabend ist es also die Komplet, das Nachtgebet, das die Diakone -Prof. Dr. Dr. Gereon Heuft und Prof. Dr. Thomas Reker im Eingangsbereich von Polizeiwache und Sozial-/Arbeitsgericht in der Julius-Voos-Gasse beten werden. Ein passender Ort, schließlich geht es heute um das Gebet „für alle, die Grenzen überschritten haben“. Heuft hält ein Schild mit dem Titel der Veranstaltung hoch, damit alle Interessierten die kleine Gruppe auch finden. 22 werden es später insgesamt sein, die meisten Männer, alle Altersgruppen ab etwa Anfang 20 sind dabei.

Die Beter stellen sich im Oval auf, jeder erhält einen Zettel mit den Gebetstexten. Einige werden gebeten, Fürbitten vorzutragen. Im Licht zweier Laternen an der Wand des Gerichts erklärt Reker der Gruppe, wie das Stundengebet abläuft. Zum stillen, persönlichen Rückblick auf den Tag schauen alle vor sich und vor allem in sich. Einige schließen die Augen. Ein Hymnus wird gesungen – fester Bestandteil jedes Stundengebets.

In das Wechselgebet anschließend stimmen die Menschen beim ersten Mal zögerlich ein, unsicher, wer wann dran ist. Schon bald aber läuft das Gebet flüssig, Reker fängt an, die Gruppe antwortet. Die Fürbitten widmen sich denen, die eben Grenzen überschritten haben, zum Beispiel jenen, „die andere physisch und psychisch verletzt haben“. Mit der Oration endet das Friedensgebet. „Gute Nacht“, wünschen die Diakone freundlich, ihre Mitbetenden erwidern. Man geht auseinander. „Das war doch schön“, sagt ein Anfang 20-jähriger zu seinem Kumpel. Ein schöner Tagesabschluss – im Sinne des Friedens. 

Die weiteren Friedensgebete sind am Samstag, 12. Mai, um 8 Uhr auf dem Vorplatz der Justizvollzugsanstalt in der Gartenstraße für „die Gefangenen unserer Tage“ sowie um 18.30 Uhr an der DKV-Residenz am Tibusplatz „für die kranken und alten Menschen“. Bei letztgenanntem Termin beteiligen sich Bewohner der Residenz an der Gestaltung.

Kirchenfoyer bereitet sich auf #KT18 vor.

Auch das Kirchenfoyer bereitet sich auf den Katholikentag vor. Besuchen Sie den neu gestalteten Rastplatz. Auch für joveles Wetter️ sind wir mit Getränken für alle Gäste gerüstet.

Das Stadtdekanat beim Katholikentag

Erfahren Sie in unserer Übersicht, mit welchen Veranstaltungen sich das Stadtdekanat Münster am Katholikentag beteiligt. Wir würden uns freuen, Sie bei unseren Aktionen begrüßen zu können!

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