Willkommen

Wir freuen uns über Ihren Besuch auf unserer Internetseite und möchten Sie darüber informieren, wie lebendig und vielfältig sich katholisch-kirchliches Leben in Münster darstellt.

Cityadvent

Sterne aber, ferne Lichtpunkte im Dunkel der Nächte, Hoffnungszeichen in den Labyrinthen unseres Lebens, Signale unvorstellbar weiter kosmischer Räume, Symbole Gottes, dessen Ankunft in Jesus Christus wir Weihnachten feiern, wollen gesucht sein…
Fühlen wir uns nicht bisweilen wie in einem Labyrinth? Sehnen wir uns nicht nach Wegen, die aus der der Enge unseres Alltags, unseres oft so kleinen Glaubens führen? Suchen wir nicht den Stern, der für uns aufgeht? Seinen Stern?

Der Cityadvent 2018 mit seinen Projektionen und Installationen in der Liebfrauen-Überwasserkirche will Enge aufbrechen und etwas von der Weite und Schönheit der Sternenhimmel ahnen lassen, deren Teil wir doch sind. Muss dieser Gott, der das alles, der auch uns geschaffen hat, der Weihnachten in Jesus Christus zu uns kommt, nicht ein großer, ein wunderbarer Gott sein?

Eröffnung: 29. November, 20 Uhr
täglich geöffnet von 16 bis 20 Uhr in der Liebfrauen-Überwasserkirche (Ausstellungsende am 20. Dezember)

#erscheintuns in der Überwasserkirche

Freuen sich auf den diesjährigen Cityadvent in der Überwasserkirche in Münster: (von links) Marie-Luise Rettung (Kunstkreis Kirchenfoyer), Rupert König, Markus Kortewille (Kunstkreis Kirchenfoyer), Dr. Björn Voß, Gabriele Sobke (Kunstkreis Kirchenfoyer), Monika Wedig und Katharina Fröhle (beide Pfarrei Liebfrauen-Überwasser). Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Sternsinger, Sternenbilder, Sternenhimmel: Ein Besuch in der Überwasserkirche in Münster gleicht in den kommenden vier Wochen einem Ausflug ins Universum. Als Vorbild dienen den Organisatoren des ökumenischen Cityadvents die drei Sternendeuter aus der Zeit Jesu, die einer besonderen Himmelserscheinung gefolgt waren, die sie als Zeichen für die Geburt eines neuen Königs deuteten. Nachdem im vergangenen Jahr rund 25.000 Menschen die Installation mit 3.333 goldenen Vögeln besucht hatten, laden das katholische Stadtdekanat Münster, das Kirchenfoyer und der evangelische Kirchenkreis unter dem doppeldeutigen Titel „#erscheintuns – Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“ in die Überwasserkirche ein. Mit einem ökumenischen Gottesdienst am Donnerstag, 29. November, um 20 Uhr wird der Cityadvent eröffnet.

„Wir möchten den vielen Menschen in der Stadt einen anderen Adventsimpuls fernab des Trubels mitgeben“, erklärt Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers. Dafür sind sie eingeladen, in die Welt der Sterne einzutauchen. Zum Beispiel im Gewölbe des Chorraums, der zu einem Sternenhimmel wird. Ermöglicht durch die Firma ZEISS aus Jena wird dort das Sternenbild des Orions projiziert. „Möglichst wissenschaftlich korrekt“, betont König. Das bedeutet: „Wie beim Betrachten des echten Sternenhimmels müssen sich die Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen. Das kann auch schon mal einige Minuten dauern.“ Liegestühle, Teppiche und Decken laden zum Verweilen ein.

Beim Thema Astronomie darf ebenfalls die Wissenschaft nicht fehlen. Darum bekommen die Veranstalter fachmännische Unterstützung durch das Planetarium, das Teil des LWL - Museum für Naturkunde in Münster ist. Eine Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra zeigt, wie Menschen die Erde schon immer als Teil eines sie übergreifenden Kosmoses betrachtet haben. „Hier ist das gesamte Sternenwissen der damaligen Zeit zusammengefasst“, beschreibt Dr. Björn Voß vom Planetarium. 20 großformatige Bilder, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble, wollen den Blick weiten. „Wenn wir das sehen, fragen wir uns, ob irgendwo in dem unendlichen Weltraum Gott zu finden ist“, ergänzt König. 

Eine Lichtkugel mit Spiegelscherben, über der eine Christusfigur schwebt, reflektiert Lichter in den Kirchenraum hinein. „Hier sind die Besucher eingeladen, eine Kerze anzuzünden zum Ausdruck der Wünsche und Sehnsüchte, die wir im Advent und an Weihnachten Gott entgegenbringen“, sagt König. Ergänzt wird der Cityadvent um ein sternenförmiges Labyrinth im Turm, eine Station zur Sternsingeraktion im Januar und eine Infoaktion für Sternenkinder, die vor oder unmittelbar nach der Geburt gestorben sind.

Der Cityadvent ist von Freitag, 30. November, bis Donnerstag, 20. Dezember, täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Die Veranstalter laden besonders zur ökumenischen Eröffnung am Donnerstag, 29. November, um 20 Uhr ein.

Christmas Carol Service am 3. Dezember

Foto: Hubert Kemper

Mit seiner über 20-jährigen Tradition erfreut er sich in jedem Advent großer Beliebtheit: der deutsch-englische Weihnachtsliedergottesdienst (Christmas Carol Service) im St. Paulus-Dom in Münster. In diesem Jahr findet er am Montag, 3. Dezember, um 18 Uhr statt. 

Die Veranstalter – der Arbeitskreis Christlicher Kirchen Münster (ACK) und das Domkapitel – greifen dabei eine Tradition der englischen Kirchen auf. Markenzeichen ist die Kombination aus gemeinsam zweisprachig gesungenen Weihnachtsliedern (Christmas Carols), biblischen Lesungen von Muttersprachlern beider Seiten sowie Instrumentalstücken.

Ursprünglich feierten vor allem die britischen Streitkräfte mit ihren Familien den Carol Service. Nach und nach kamen viele weitere Gottesdienstbesucher hinzu, die den britischen Familien verbunden waren oder diese Art von Gottesdiensten in Großbritannien schätzen gelernt hatten. Auch die 1957 geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Münster und York – eine der ältesten Städtepartnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg – trug zur Stärkung dieser Tradition bei. Auf dieser Grundlage hat sich der Carol Service auch nach dem Abzug des britischen Militärs aus Münster gehalten.

Musizieren wird das Luftwaffenmusikkorps Münster der Bundeswehr. Sprecherinnen und Sprecher der ACK, Gemeinden und Gemeinschaften Münster sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens werden die Lesungen und Gebete vortragen.

Offene Weihnacht

Mit neuem Schwung und bei bester Stimmung geht das Vorbereitungsteam der „Offenen Weihnacht“ wieder an die Organisation des Heiligen Abends in Münster. Auch in Hiltrup wird es wieder dieses Angebot geben, nach einer Pause im vergangenen Jahr. Der Projektleiter Hans-Josef Rossi begrüßte die Hiltruperinnen  Felizitas Schulte und Uta Hoffman beim ersten Treffen der Vorbereitungsgruppe, bei dem die Weichen für eine gute Zusammenarbeit gestellt wurden.

Bei der „Offenen Weihnacht“ ist jeder willkommen, der diese Stunden nicht allein, sondern in Gemeinschaft verbringen möchte.

Vier Standorte stehen in diesem Jahr zur Wahl: Das Pfarrheim St. Martini neben dem Theater, der Seniorentreff Hansahof am Aegidii-Markt, das Pfarrer-Eltrop-Heim an der Herz-Jesu-Kirche und das Pfarrheim St. Clemens in Hiltrup. Bis zu 350 Gäste nehmen pro Jahr am Heiligen Abend daran teil.

Die Feiern beginnen jeweils um 19 Uhr und enden gegen 22.30 Uhr. In stimmungsvoller Atmosphäre wird die Weihnachtsbotschaft vorgetragen, eingerahmt von Weihnachtsliedern und weihnachtlicher Musik. Auch ein Besuch von Regionalbischof Stefan Zekorn an zwei Standorten ist geplant. Die Bundeswehr wird ein weihnachtliches Essen liefern, das von der Küche in Handorf zubereitet wird. 

„Für viele Gäste ist es nach unserer Erfahrung aber vor allem auch wichtig, an diesem Tag mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen“, betont Rossi, der Diakon in Sankt Mauritz ist.        

Finanziert wird diese Veranstaltung im besonderen weihnachtlichen Rahmen durch Geld- und Sachspenden von münsterschen Firmen und Einzelpersonen. Die Durchführung der „Offenen Weihnacht“ wäre allerdings undenkbar, wenn sich nicht in jedem Jahr freiwillige Helfer bereit erklären würden, verschiedene Dienste im Rahmen der Veranstaltung zu übernehmen. „Dieses Engagement – besonders an einem Tag, an dem es nicht selbstverständlich ist – sorgt bei der Durchführung für einen guten Geist, der alle beflügelt und in Fröhlichkeit zusammenhält“, wie Rossi betont. Das Projekt ist inzwischen aus dem sozialen Leben der Stadt Münster nicht mehr wegzudenken.  

Andachten auf den Friedhöfen

Auf vielen katholischen Friedhöfen in der Stadt Münster finden an Allerheiligen und Allerseelen Andachten für die Verstorbenen statt. Eine Übersicht aller Friedhöfe in katholischer Trägerschaft finden Sie hier. Auf der Internetseite der jeweiligen Pfarreien finden Sie weitere Informationen zu den jeweiligen Andachten.
Auf dem Zentralfriedhof und auf dem Waldfriedhof Lauheide finden an Allerheiligen und am Ewigkeitssonntag die Andachten jeweils um 15 Uhr statt.

Abschied von Weihbischof em. Ostermann

Aufbahrung, Kondolenzbuch, Vesper und Requiem

Der am 22. Oktober im Alter von 86 Jahren verstorbene Münsteraner Weihbischof Friedrich Ostermann wird am Freitag, 2. November, beigesetzt. In den kommenden Tagen besteht für die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden.

Er wird von Mittwoch, 24. Oktober, bis Freitag, 26. Oktober, im offenen Sarg aufgebahrt. Dieser ist im Abschiedsraum im Begegnungszentrum auf dem Zentralfriedhof in Münster im genannten Zeitraum täglich von 10 bis 15 Uhr zugänglich.

Ebenfalls von 10 bis 15 wird der Abschiedsraum von Montag, 29. Oktober, bis Mittwoch, 31. Oktober, täglich geöffnet sein. In diesem Zeitraum können sich die Menschen am geschlossenen Sarg von Weihbischof Ostermann verabschieden.

Die Totenvesper findet am Dienstag, 30. Oktober, um 17.15 Uhr im St.-Paulus-Dom Münster statt. Dompropst Kurt Schulte wird sie leiten.

In der Maximuskapelle des Doms wird in den kommenden Tagen ein Kondolenzbuch ausliegen. Hier kann man sich zu den Öffnungszeiten des Doms täglich von 6.30 Uhr bis 19 Uhr sowie sonn- und feiertags bis 19.30 Uhr eintragen.

Das Pontifikalrequiem für Weihbischof Ostermann ist am Freitag, 2. November, um 15 Uhr im St.-Paulus-Dom. Bischof Dr. Felix Genn wird es zelebrieren. Ostermann wird anschließend auf dem Domherrenfriedhof beigesetzt.

Auslaufmodell Rücksicht?

 Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Toten und Verletzten des Straßenverkehrs

Die Verkehrswacht Münster, die Polizeiseelsorge der evangelischen und katholischen Kirche, die Notfallbegleitung Münster und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen laden am Samstag, 3. November, zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Toten und Verletzten im Straßenverkehr des vergangenen Jahres ein. In diesem Jahr wird der Gottesdienst um 15 Uhr in der evangelischen Apostelkirche in der Neubrückenstraße beginnen.

Das Thema des diesjährigen Gottesdienstes "Auslaufmodell Rücksicht?" will darauf aufmerksam machen, wie tröstend und aufbauend es ist, wenn Zeugen und Passanten eines Unfalls achtsam mit den Betroffenen umgehen, und wie verletzend Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit sind. Ist Rücksicht tatsächlich ein Auslaufmodell oder werden Menschen gerade sensibler für ihre Mitmenschen?

Der Gottesdienst will neben dem Gedenken auch ein Dankeschön an die Menschen in der Rettungskette - Feuerwehr, Polizei und Notfallbegleitung - sein, ohne die alle Unfälle und Unglücksfälle noch viel schlimmer wären.

Künstlerisch gestaltet wird der Gottesdienst durch den Jungen Chor Münster unter der Leitung von Harald Berger, dem Posaunenchor der Epiphanias Kirchengemeinde unter Leitung von Brunhild Bachmann und durch Burkhard Führer an der Orgel.  

Ökumenisches Friedensgebet erinnert an die Bombardierung

Stadtdechant Jörg Hagemann, Superintendent Ulf Schlien, Dompropst Kurt Schulte und Jo Riemann von der ACK Münster (von links) beteten mit den Teilnehmenden um den Frieden in der Welt. Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

„Nie mehr Bomben, nie mehr Gewalt, sondern als Kinder Gottes friedlich diese Welt gestalten.“ Mit diesen eindringlichen Worten hat Dompropst Kurt Schulte das ökumenische Friedensgebet zum 75. Jahrestag der Bombardierung der Stadt Münster im St.-Paulus-Dom eröffnet.

Der 10. Oktober 1943 gilt als einer der schwärzesten Tage in der Stadtgeschichte. Mehr als 20.000 Bomben wurden über der Stadt abgeworfen, 670 Menschen starben. Unter den Teilnehmern der Andacht waren auch viele Clemensschwestern, die ihrer 52 bei dem Angriff getöteten Mitschwestern gedachten. Neben Schulte beteten auch Stadtdechant Jörg Hagemann, Superintendent Ulf Schlien vom Evangelischen Kirchenkreis und Jo Riemann von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Münster (ACK) mit den Teilnehmenden um Frieden in der Welt.

In seiner Predigt betonte der Superintendent, dass es nicht nur um das zerstörte Münster, um alte Gebäude und Straßen gehe: „Es geht um Menschen, um das Grauen und den Schmerz und um das, was wir aus dem Erschrecken mitnehmen können in unseren Alltag mit seinen Herausforderungen.“ In der heutigen Gesellschaft sei das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft glücklicherweise zur Regel geworden. „Das kann Hoffnung auf Frieden machen“, sagte Schlien. Doch der Eindruck täusche oftmals, denn wieder drohe „die Welt aus den Fugen zu geraten“, wenn sich Staaten „in blankem Nationalismus verbiegen“ und alte, scheinbar gelöste Konflikte neu entfacht werden. „Wir nehmen Vieles zu oft als selbstverständlich, was immer noch brüchig und gefährdet ist“, mahnte er.

Der Superintendent verwies darauf, dass das Eintreten für Frieden und Versöhnung nicht ohne die Erinnerung an den Abgrund menschlicher Bosheit geschehen könne. „Denn nur diese Erinnerung gibt uns das Recht und die Zuversicht, dass nicht Krieg und Gewalt das letzte Wort haben.“ Die Erinnerung mache dankbar für das Erreichte und verpflichte dazu, den Frieden nicht leichtfertig zu verspielen, sondern weiterzugeben. Er rief dazu auf, die Haltung der Gleichgültigkeit zu beenden. „Keine Gleichgültigkeit gegenüber dem Unrecht, gegenüber der Spaltung unserer Welt in arm und reich, gegenüber der Missachtung der Fremden.“ Schlien appellierte an die Teilnehmenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung einzutreten und den Frieden zu wahren.

Ihren Bitten Ausdruck verleihen konnten die Gottesdienstteilnehmer bei den Fürbitten, die von der Dommusik mit dem Liedruf „O Lord hear my prayer“ („Oh Herr, erhöre unsere Gebete“) begleitet wurden. Jeder war eingeladen, Weihrauchkörner auf glühende Kohlen zu legen.

Friedensgebet anlässlich der Bombardierung der Stadt Münster

Er gilt als einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Münsters: der 10. Oktober 1943. Mehr als 20.000 Bomben wurden an jenem Tag über der Stadt abgeworfen, 670 Menschen starben, das Stadtinnere glich einem Trümmerfeld. Auch der St.-Paulus-Dom wurde fast vollständig zerstört.

Anlässlich des 75. Jahrestags der Bombardierung der Stadt Münster findet am Mittwoch, 10. Oktober, um 18 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet im St.-Paulus-Dom statt. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster, das Bistum Münster, der Evangelische Kirchenkreis und das Stadtdekanat laden zu dem Wortgottesdienst ein, in dessen Zentrum das Gebet um den Frieden steht. Verdeutlicht werden soll dies bei den Fürbitten: Jeder ist eingeladen, Weihrauchkörner auf glühende Kohlen zu legen.
Den Gottesdienst leiten Dompropst Kurt Schulte, Stadtdechant Jörg Hagemann und der evangelische Superintendent Ulf Schlien. Die Predigt hält der Superintendent

Auftakt der Interkulturellen Woche

„Wir sind Hoffnung, Zuflucht, Vielfalt.“ Unter diesem Leitwort lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster zu einem ökumenischen Gottesdienst als Auftakt der Interkulturellen Woche am Samstag, 29. September 2018, 11 Uhr in die St.-Lamberti-Kirche ein.

Wir leben in Zeiten, in denen die Fundamente unseres Zusammenlebens in Frage gestellt werden. Zivilisatorische Errungenschaften, wie das friedliche Miteinander in einem geeinten demokratischen Europa, sogar die universelle Geltung der Menschenrechte, scheinen an Gewicht zu verlieren. Rechtspopulistische, ja rassistische Strömungen gewinnen an Zulauf. Ablehnung von Fremden, anderen Meinungen, von Angehörigen jüdischer und islamischer Gemeinden oder von anderen Lebensentwürfen äußert sich viel zu oft in gewalttätigen, menschenfeindlichen Übergriffen. Menschen guten Willens und Betende sind aufgerufen, dagegen einen Kontrapunkt zu setzen. Der Gottesdienst will einen Beitrag dazu leisten.

Musikalisch wird er gestaltet u.a. von der Musikgruppe der spanischsprachigen katholischen Gemeinde in Münster. Die Predigt hält der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Herr Ulf Schlien.

„Wir wollen eine sprechende Kirche sein“

Stadtdechant Jörg Hagemann fühlte sich in seine Kindheit zurückversetzt: „Ich habe auch unter der Bettdecke gelegen und heimlich ein Buch gelesen“, gestand er mit Blick auf das Plakat, das zu seinen Lieblingsmotiven zählt. Mit dem Slogan „Rauben Kindern den Schlaf“ und dem Bild eines Jungen, der mit einer Taschenlampe im Bett liest, wirbt die katholische Kirche im Bistum Münster künftig für ihre 313 Büchereien mit mehr als 1,4 Millionen Medien. 

Mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn stellte Stadtdechant Hagemann am 7. September das neue Logo, den neuen Slogan und damit auch die neue Imagekampagne des Bistums in der Friedenskapelle in Münster vor. Die rund 180 Ehren- und Hauptamtlichen aus dem Stadtdekanat zeigten sich dabei vor allem von den teils provokanten, humorvollen und überzeichneten Fotos und Sprüchen der groß angelegten Plakataktion überrascht. Die Kampagne hat das Ziel, über die Vielfalt der Angebote der katholischen Kirche im Bistum zu informieren. 

Das Thema sexueller Missbrauch, das die katholische Kirche zurzeit einmal mehr erschüttert, wollten die beiden Kirchenvertreter an diesem Abend nicht ausklammern. Notwendig sei eine „Haltung der Nulltoleranz gegenüber diesen Verbrechen“, hatte Bischof Dr. Felix Genn bereits am Mittwoch in einer Stellungnahme gefordert. Diese konsequente Haltung bekräftigten Zekorn und Hagemann und richteten den Blick besonders auf die Opfer, „die wir ansehen müssen, um ihnen ihr Ansehen ein Stück weit zurückzugeben“, sagte der Stadtdechant. Zekorn forderte eine transparente und unabhängige Aufklärung, einen klaren und konsequenten Umgang mit den Tätern und eine Bewusstseinsbildung innerhalb der Gesellschaft. 

Um Beziehung ging es bei der anschließenden Vorstellung von Logo, Claim und Kampagne. „Wo katholische Kirche drin ist, soll auch katholische Kirche draufstehen“ – das war ein Ergebnis der vor mehr als drei Jahren vom Bistum in Auftrag gegebenen Zufriedenheitsstudie. Ein neues Logo samt Claim soll mehr Verbindung schaffen und Identität stiften. Weihbischof Zekorn lobte die Klarheit des neuen Markenzeichens: „Das Kreuz ist das zentrale Symbol von uns Christen. Und Rot ist die Farbe der Beziehung schlechthin, weil es die der Liebe ist und die katholische Kirche stets versucht, daraus zu leben, dass Gott die Liebe ist.“ Die angedeutete Sprechblase anstelle des rechten Kreuzbalkens hatte es Stadtdechant Hagemann besonders angetan: „Wir als katholische Kirche möchten eine sprechende Kirche sein. Es geht darum, in den Kontakt zu kommen, das Gespräch zu suchen, auch mit denen, die an den Rändern stehen.“ 

Der neue Claim „Für dein Leben gern.“ bringe diese Botschaft buchstäblich auf den Punkt: „Wir sind eine Kirche, die mit ihren unterschiedlichen Einrichtungen Menschen Leben ermöglichen möchte.“ Weihbischof Zekorn verband mit jedem der vier Wörter einen eigenen Gedanken. Das „Für“ verdeutliche, dass Kirche kein Selbstzweck sei, sondern so wie Christus für die Menschen da sein wolle. „Dabei geht es um dich, um dein Leben, nicht um mich“, betonte er und fügte überzeugt hinzu: „Und dieses Leben von Beziehungen, das macht wirklich Freude!“

Für Gesprächs- und Diskussionsbedarf sorgte die Kampagne. Nicht allen gefielen alle Plakatmotive, doch unterm Strich gab es viel Zustimmung – vor allem für den Mut, eine solche Kampagne zu starten und deutlich zu machen, wo die katholische Kirche im Bistum Münster für die Menschen da ist.

Und weil es dem Bistum darum geht, Beziehungen zu stärken, hatten die Ehren- und Hauptamtlichen nach der Präsentation ausreichend Zeit, bei Gegrilltem und Getränken Kontakte zu pflegen und ins Gespräch zu kommen.

Seziertisch in Klinikkirche

Rupert König, Markus Kortewille, der bei der technischen Umsetzung unterstützt, Marius Stelzer und Pfarrer Ulrich Laws (von links) freuen sich auf viele Besucher der Kunstinstallation in der Klinikkirche mit dem Titel „Saluto Genesis“. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Kunstinstallation lässt Raum mit allen Sinnen erfahren. Da ist die Hoffnung auf Heilung, aber auch die Einsicht oder das Verstehen, dass menschliches Leben endlich ist: Es sind konträre Gefühle, die den Alltag im Universitätsklinikum Münster (UKM) ausmachen. Diese Wirklichkeit soll am Freitag, 7. September, sowie in den folgenden zwei Wochen mit einer Kunstinstallation in der Klinikkirche „Maria Heil der Kranken“ mit allen Sinnen erfahrbar gemacht werden. Mit einer Laserinstallation, blauem Licht, einem riesigen Mosaik sowie einem Duft und leiser Musik wird die Klinikkirche an der Waldeyerstraße im Rahmen der „Langen Nacht der Universitätsmedizin Münster“ in einen mystisch-emotionalen Raum verwandelt. Initiatoren sind die Konzeptkünstler Rupert König und Marius Stelzer, die als Pastoralreferenten in Münster tätig sind und im vergangenen Jahr bereits die Kunstinstallation „Vitamorphose“ in der St.-Lamberti-Kirche umgesetzt haben.

Für Ulrich Laws, leitender Klinikpfarrer, schafft die Kunstinstallation mit dem Titel „Saluto Genesis“ („Werden von Gesundheit“) eine Verbindung zwischen Medizin, Wissenschaft und Glaube. „Wir begleiten nicht nur die Patienten, ihre Angehörigen und die Mitarbeitenden, sondern wir sind auch – abhängig von der Schwere der Erkrankung – an der Seite sterbender Menschen.“ Gemeinsam mit ihnen begebe man sich in Gesprächen auf die Suche nach der spirituellen Wirklichkeit. „Und Spiritualität geht über Religion hinaus“, betont Laws. Wie die Kunstinstallation auf die Besucher wirkt, hänge von der jeweiligen Situation ab: „Stehe ich mitten im prallen Leben oder befinde ich mich in einer Grenzsituation? Das wird sich auf das Erleben des umgestalteten Kirchenraums auswirken“, ist der Geistliche überzeugt.

Welche Elemente zum Erleben mit allen Sinnen beitragen, erklären die Künstler selbst. Schon draußen auf dem Kirchplatz treffen die Besucher auf einen „verdrehten Christus“. Mit Hilfe der Mitarbeiter in der Radiologie hat Rupert König einen alten Holzkorpus in der Computertomographie, kurz CT, eingescannt. Die Daten bildeten die Vorlage für 62 Körperscheiben, die auf Plexiglas gezogen und wieder zu einer Figur zusammengefügt wurden. „Theologisch wird der Betrachter im Sinne eines Leidensweges Christi auf die Installation eingestimmt“, erklärt König. 

Im Kircheninnern ist ein Seziertisch aus dem UKM platziert, auf dem eine hinterleuchtete Reproduktion des Grabtuches von Turin zu erkennen ist. Es wird bis heute als Totentuch Jesu verehrt, obwohl wissenschaftlich umstritten. „Auch hier wird die Spannung zwischen Kunst, Wissenschaft und Theologie spürbar“, erklärt Marius Stelzer. Durch einen blauen Lasertunnel gehend stößt der Besucher auf ein großes Mosaik, fünf Meter breit und mehr als sechs Meter hoch. „Wer das Transparent länger beobachtet, wird Konturen eines menschlichen Gesichts erkennen, das je nach Einstellung der farbigen Scheinwerfer als Auferstehungsdarstellung betrachtet werden kann“, ergänzt Rupert König. Das Erlebnis vervollständigen wird ein eigener Duft mit dem Titel „Incense 2.0 Sakral Smoke“, der schon 2016 im Kölner Dom und 2017 bei der Kunstinstallation „Vitamorphose“ in der St.-Lamberti-Kirche in Münster zum Einsatz kam. Entwickelt wurde der Duft, der medizinisch untersuchte Duftstoffe enthält, mit Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt, Zellphysiologe und Riechforscher an der Ruhr-Universität Bochum.

„Im Uniklinikum werden Kunst und Wissenschaft angewandt, um Menschen zu heilen“, erklärt Marius Stelzer. „Diese Hoffnung, aber auch das Zulassen der Endlichkeit sollen in der Kunstinstallation zum Ausdruck kommen.“ Dabei stehe nicht nur der katholische Glauben im Mittelpunkt. „Sinnfragen in Grenzsituationen entstehen so oder so, unabhängig von der Religion“, fügt der Künstler hinzu. Darum sind alle Interessierten eingeladen, am Freitag, 7. September, von 16 bis 22 Uhr, sowie in den folgenden Tagen bis Freitag, 21. September, jeweils tagsüber die multisensuale Kunstinstallation zu besuchen.

Bei der „Langen Nacht der Universitätsmedizin Münster“ öffnen erstmals die Medizinische Fakultät der Universität Münster und das Universitätsklinikum Münster gemeinsam ihre Türen. Dabei wird das gesamte Leistungs- und Tätigkeitsspektrum gezeigt. 

Pfarrer em. Michael Scharf verstorben

Am Samstag, dem 1. September 2018, verstarb Pfarrer em. Michael Scharf. Der Verstorbene wurde am 5. Januar 1934 in Wuppertal geboren. Die Priesterweihe empfing er am 29. Juni 1962 in Münster. Nach seiner Priesterweihe übernahm er zunächst eine Vertretungsstelle in Hamm (Heessen) St. Stephanus und anschließend die Aufgabe eines Kaplans in Recklinghausen St. Paulus. Im Jahr 1964 wurde er Religionslehrer am Staatlichen Gymnasium für Jungen in Kleve und Subsidiar an der Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt. 1967 wurde er Dozent an der Staatlichen Ingenieurschule in Münster, Steinfurt (Burgsteinfurt) und Recklinghausen sowie Subsidiar in Münster St. Lamberti. Ein Jahr darauf wurde er zusätzlich Studentenpfarrer an der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen und an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenbau und im Jahr 1971 zusätzlich Studentenpfarrer an der Katholischen Fachhochschule NRW, Abteilung Münster. Zum Pfarrer in Münster (Gievenbeck) St. Michael wurde er im Jahr 1974 ernannt. Dechant im Dekanat Münster-Liebfrauen wurde er zum ersten Mal im Jahr 1982 und 1988 ein weiteres Mal. 1989 bis 2002 war er Stadtdechant im Stadtdekanat Münster. Im Jahr 1998 wurde er zum Pfarrer in Münster St. Lamberti ernannt. Zusätzlich wurde er von 2004 bis 2005 zum Pfarrverwalter in Münster St. Martini beauftragt. 2008 wurde er zum Geistlichen Beirat des KKV Hansa Münster e. V. (Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e. V.) berufen. Seit seiner Emeritierung im Jahre 2007 lebte er weiterhin in Münster, zuletzt im Seniorenzentrum Haus Maria Trost. Sein Goldenes Priesterjubiläum konnte er im Juni 2012 feiern.

Das Requiem feiern wir am Donnerstag, den 6. September 2018 um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Lamberti Münster. Um 11 Uhr erfolgt die Beisetzung auf dem Zentralfriedhof in Münster.

„Ökumene als gegenseitige Bereicherung“

Es war eine Begegnung, die vor 400 Jahren nicht denkbar gewesen wäre: Am 23. Mai 1618 löste der „Prager Fenstersturz" den dreißigjährigen Krieg aus, bei dem Katholiken und Protestanten um die Vorherrschaft in Europa kämpften. Auf den Tag genau 400 Jahre später hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster (ACK) eingeladen. Es war das erste Treffen der Vorstandsmitglieder Jo Riemann, Margret Dick, Annethres Schweder und Karl-Heinz Gehrt sowie dem katholischen Stadtdechanten Jörg Hagemann und Ulf Schlien nach dessen Wahl zum Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Münster. 

Die Begegnung stand unter dem Leitwort „so sollen wir alle zur Einheit im Glauben und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen … und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen". Diesen Anspruch aus dem Epheserbrief diskutierten die Teilnehmer zwei Stunden lang praktisch. 

Auf dem Programm standen ein gemeinsamer Gruß an die münsterische Moscheegemeinde im Monat Ramadan, außerdem die Planungen zum Internationalen Friedenstag am Freitag, 21. September, und zum ökumenischen Fest am Pfingstmontag 2019 auf dem Domplatz. Thematisiert wurde auch die ökumenische Begleitung von Ehrenamtlichen, die im Krankenhausbesuchsdienst tätig sind. Darüber hinaus stand die Kontaktpflege zur ACK Osnabrück sowie zu Christen anderer Konfessionen in Münster, die nicht Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind, im Fokus. „All diese Themen zeigen beispielhaft, wie vielfältig die Aufgaben sind, die Christen gemeinsam angehen können", erklärte die ACK-Vorsitzende Schweder. Weitere Vernetzungen seien angedacht, „damit Ökumene nicht als Mehrarbeit, sondern als gegenseitige Entlastung und Bereicherung erfahren wird".

„Citypastoral, wie wir uns sie immer wünschen“

Künstler Ernst Franz aus Unterammergau schnitzte während des Katholikentags eine Christusfigur vor dem Kirchenfoyer. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)
Auch Hilfsmittel wie eine Leiter benutzten die Katholikentagsbesucher, um ihre Sehnsucht nach Frieden auf die Wand des Kirchenfoyers zu schreiben. (Foto: Rupert König)

Kunstaktionen des Kirchenfoyers begeistern Katholikentagsbesucher.

„…Freiheit, die mich beflügelt, ohne dich einzugrenzen“, „…Gemeinschaft von Katholiken und Protestanten“, „…ein Auftrag, der rockt und für den es sich lohnt, einzustehen“. Diese und weitere Schriftzüge schmücken derzeit die Wände im Kirchenfoyer in Münster. Die Besucherinnen und Besucher des Katholikentages waren eingeladen, die Aussage „Meine Sehnsucht nach Frieden ist…“ mit einem blauen Stift zu vervollständigen. Auch in den kommenden Tagen besteht dazu noch die Möglichkeit.

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, ist von der Resonanz während des Katholikentages überwältigt: „Es war immer etwas los, die Besucher hatten regelrecht den Wunsch, ihre Sehnsucht nach Frieden aufzuschreiben.“ Nicht nur Deutsche haben das Angebot angenommen, auf der Wand sind auch englische und spanische Sätze zu lesen, selbst arabische Schriftzeichen sind zu sehen. Und hohen Besuch gab es auch, erzählt König nicht ohne Stolz: „Der Erzbischof von Mexiko City, Carlos Kardinal Aguiar Retes, hat vorbei geschaut.“

Zur Kunstaktion inspiriert wurden die Besucher von einer weiteren Aktion, die das Kirchenfoyer anlässlich des kirchlichen Großereignisses ins Leben gerufen hatte. Der Holzschnitzer Ernst Franz aus Unterammergau, der vor zwei Jahren bereits eine Kopie des Telgter Gnadenbildes geschnitzt hat, war aus dem Süden angereist, um erneut fünf Tage lang live vor dem Foyer zu arbeiten. Dieses Mal die Figur eines leidenden Menschen, der ausgeliefert und entblößt dasteht. Verdeutlicht werden soll die Situation kurz vor der Kreuzigung Jesu.

„Jesu Leiden in dieser Figur ist Ausdruck des Leidens so vieler Menschen“, erklärt König die Idee dahinter. Die Kopfbedeckung aus modernem Stacheldraht, die die Figur trägt, solle ebenfalls auf die heutige Folter hinweisen. Der Blick der Christusfigur sei bewusst auf das nebenstehende geschnitzte Telgter Marienbild gerichtet: „Der Gedanke der Hoffnung auf Gott entsteht erst im Dialog der beiden Plastiken“, sagt König.

Zwischen 5.000 und 6.000 Besucher seien während des Katholikentages ins Kirchenfoyer gekommen, schätzt König. „Das war Citypastoral, wie wir uns sie immer wünschen“, freut er sich über den Andrang und das Interesse. Noch bis Ende Mai werden die geschnitzten Figuren im Kirchenfoyer stehen.

"Ein Programm, das zum Bleiben einlädt"

Moderator Christoph Tiemann mit Schauspieler Leonard Lansink und Gudrun Bruns im Gespräch.
Die A-capella-Band „6-Zylinder“ brachte die Gäste an der Bühne des Stadtdekanates Münster in Stimmung.
Domvikar Reidegeld berichtete beim „Abend der Begegnung“ von seinem Hilfseinsatz im Nordirak und Syrien.
Eine entspannte Atmosphäre herrschte bei untergehender Sonne an der Bühne des Stadtdekanates Münster auf dem Domplatz.

Stadtdekanat Münster bringt Besucher mit „6-Zylinder“ in Stimmung.

Frühsommerliche Temperaturen, fröhliche Katholikentags- besucherinnen und -besucher, dazu der unverwechselbare Klang der „6-Zylinder“: Es passte alles beim „Abend der Begegnung“ am 9. Mai, bei dem sich das Stadtdekanat Münster mit einem abwechslungsreichen Programm auf der großen Bühne auf dem Domplatz den heimischen und auswärtigen Gästen vorstellte.

„Ein Programm, das zum Bleiben einlädt“, fasste Reinhard Kretschmann zusammen. Der Münsteraner schwärmte von der wunderbaren Atmosphäre auf dem Domplatz sowie von den kurzen Wegen beim „Abend der Begegnung“. Gemeinsam mit Ehefrau Marja Kretschmann-Weeling bewegte er sich zur Musik von Udo Jürgens Klassiker „Griechischer Wein“, den die A-capella-Band in eine Hommage an Gebäck verwandelte und mit „Frankfurter Kranz“ betitelte. Auch in weiteren Stücken setzten die „6-Zylinder“ auf humoristisches Entertainment mit westfälischem Charakter und brachten ihre Zuhörer so zum Mitsingen und Mitklatschen. 

Die volle Aufmerksamkeit der Gäste hatte Moderator Christoph Tiemann, als Leonard Lansink alias Privatdetektiv Wilsberg die Bühne betrat. Und dem Publikum direkt seinen Lieblingsort in Münster verriet: „Auf der Terrasse des Gasthauses Stuhlmacher am Prinzipalmarkt sitze ich am liebsten.“ Bedingt durch Drehtermine hat der bekannte Schauspieler schon viel Zeit in der Domstadt verbracht – und sich darum auch ehrenamtlich an die Stadt gebunden: Gemeinsam mit Gudrun Bruns von der Krebsberatungsstelle Münsterland berichtete Lansink über ihr jährliches Projekt, das Wilsberg-Promi-Kellnern am Aasee. Viele Prominente finden sich dazu immer wieder ein, um Gäste mit Getränken zu versorgen – und das natürlich für den guten Zweck, für den Verein der Krebsberatung Münsterland.

Ganz im Zeichen des sozialen Engagements standen zwei weitere Talkrunden: Tobias Engelkamp ist Mitglied von „skate-aid“, eine Hilfsorganisation, die vom münsterischen Skateboard-Pionier Titus Dittmann gegründet wurde. Sie unterstützt Projekte, die mittels des sinn- und identitätsstiftenden Skateboardens weltweit Entwicklungshilfe für Kinder und Jugendliche leisten. Von konkreter Hilfe vor Ort konnte Domvikar Dr. Jochen Reidegeld berichten. Vor wenigen Wochen war der stellvertretende Generalvikar des Bistums zu einem Hilfseinsatz in den Nordirak und nach Syrien gereist. „Diese Begegnungen dort gehen mir bis heute nach und machen das Ausmaß des Krieges deutlich“, berichtete Reidegeld. Den Katholikentagsgästen gab er eine Botschaft mit: „Krieg ist zu einem Mittel der Politik geworden und dem müssen wir als Christinnen und Christen entgegenwirken.“ 

Auch kulinarisch präsentierte sich das Stadtdekanat in vielfältiger Art und Weise: Neben Erbseneintopf und Blutwurst für die Katholikentagsbesucher wurde auf der Bühne Kaffee gekocht. Moderator Tiemann begrüßte die Inhaber der münsterischen Kaffeerösterei „roestbar“, Sandra Götting und Mario Joka, die mit mittlerweile fünf Filialen in Münster vertreten sind. Frisch gebrühten Kaffee gab es schließlich von Erna Tosberg, der amtierenden Deutschen Barista-Meisterin. Tosberg leitet außerdem die Kaffeeschule der „roestbar“.

Nach einem Konzert der Big-Band Dorsten, die auch das abschließende Abendgebet musikalisch begleiteten, machte Stadtdechant Jörg Hagemann den Besuchern Lust auf „mehr Katholikentag“: „In den nächsten Tagen werden wir diskutieren und streiten, lachen und feiern – und hoffentlich werden wir einen Weg finden, was Frieden heißt.“

 

 

Flügel für den Frieden

Stadtdechant Jörg Hagemann, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Bernadette Spinnen sprachen mit Moderatorin Anja Brukner über Kirche und Kultur im Stadtdekanat Münster.
Musikalisch gestaltete die Big Band des Gymnasiums St. Mauritz die Präsentation des Stadtdekanates.

Ein Frieden, der beflügelt: Mit dieser Botschaft hat sich das Stadtdekanat Münster am 11. Mai beim Katholikentag präsentiert. Und zwar ganz praktisch: Aus Bibelseiten falteten die Gäste auf dem Liebfrauen-Überwasser-Kirchplatz Friedenstauben. Die Mitmachaktion entstammt einer Kunstinstallation in der benachbarten Überwasserkirche, die im Rahmen des ökumenischen Cityadvents vom Kirchenfoyer initiiert wurde. Seit dem Advent hängen dort 3333 goldfarbene Tauben vom Gewölbe herab. Die Aktion passt zum Leitwort des Katholikentages „Suche Frieden“, befand das Team, und nahm sie in die Bistumspräsentation des Stadtdekanates Münster auf.

Das Motto, unter dem sich die katholische Kirche in Münster den Gästen vorstellte, ist Programm in der Stadt: „Zwischen Kiepenkerl und Uni“, ergänzt um den Untertitel: „Münster: Fahrräder, Tatort, Kunst und Kirche?!“. „Die Stadt lebt von den Menschen – ganz besonders in diesen Tagen, in denen so viele Menschen zu Gast sind“, sagte Bernadette Spinnen, Leiterin des Münster Marketing. Vom Zusammenwirken von Kirche und Kultur im Alltag sowie aktuell beim Katholikentag berichteten die Talkgäste auf der Bühne: Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Stadtdechant Jörg Hagemann, Udo Schonhoff von der „ökofairen“ Pfarrei St. Joseph Münster-Süd sowie Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers Münster und Konzeptkünstler. Moderiert wurde die Runde von Anja Brukner.

„Es herrscht eine super Atmosphäre in der Stadt“, sagte Weihbischof Zekorn und fügte hinzu: „Es wird deutlich, was Glauben bewirken kann.“ Stadtdechant Hagemann dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich in diesen Tagen einbringen oder Gäste bei sich beherbergen: „Die Münsteraner lassen sich auf die vielen Besucher, die zunächst Fremde sind, ein. Und dann merken wir: Sie sind nicht fremd, denn wir haben ein gemeinsames Fundament.“ Diese Toleranz zeige sich auch im alltäglichen Miteinander der Weltreligionen, die in der Stadt vertreten seien, erklärte Zekorn. „Es ist gut, dass jeder seinen Glauben und seine Werte hat, aber wir leben das nicht abgrenzend, sondern offen für alle.“

Bezeichnend für das Stadtdekanat sei außerdem ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, hob Bernadette Spinnen hervor. Das zeige sich schon in der Tatsache, dass es in Münster doppelt so viele Fahrräder wie Einwohner gebe. Längst sei Fahrradfahren in Münster keine Privatsache mehr. Auf ökologische Nachhaltigkeit setzten auch immer mehr Unternehmen. Und Pfarreien wie St. Joseph Münster-Süd. Seit vielen Jahren setzen sich die Verantwortlichen für einen verstärkten fairen Handel ein. Der Veränderungsprozess werde von der ganzen Gemeinde mitgetragen, berichtete Udo Schonhoff. „Das leidenschaftliche Engagement beispielsweise der Jugendlichen in der Katholischen Jungen Gemeinde ‚Fairer Handel‘ sorgt seit vielen Jahren dafür, dass hier von der Basis her der Gedanke des fairen Handels und der Verantwortung für eine gerechtere Welt lebendig ist.“ Im vergangenen Jahr wurde St. Joseph Münster-Süd als „ökofaire Kirchengemeinde“ ausgezeichnet.

Über die Frage „Kann Kirche Kunst?“ sprach anschließend Rupert König. Als Konzeptkünstler hat der Leiter des Kirchenfoyers bereits an einer Kunstinstallation mit dem Titel „silentMod“ im Kölner Dom anlässlich der Computerspielmesse „GamesCom“ mitgewirkt, zu der an drei Abenden mehr als 50.000 Jugendliche und Erwachsene kamen. „Kunst macht Kirche interessant“, betonte König. Als Beispiel nannte er die Kunstinstallation „VitaMorphose“ im vergangenen Oktober in der St.-Lamberti-Kirche in Münster, bei der er und sein Team die Kirche in einen mystisch-emotionalen Raum verwandelt hatten. „Wir versuchen das, was schon da ist, auf moderne Art und Weise in Szene zu setzen.“

Für musikalische Unterhaltung sorgte die Big Band des Bischöflichen Gymnasiums St. Mauritz mit jazzigen Rhythmen, die die Zuschauer vor der Bühne zum Mitsingen und Mitklatschen einluden.

Versöhnung unter den Täuferkäfigen

Sie feierten Versöhnung (von links) Jörg Hagemann, Keith Blank, Andrea Lange, Jacob Schiere und Ulf Schlien. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Martin Wißmann

Draußen hängen Käfige, Symbole für die Gefangenschaft derer, die in einem Streit verloren haben. Drinnen reichen Menschen unterschiedlichen christlichen Glaubens einander die Hände – Versöhnungsgeste einige Jahrhunderte nach dem Streit. So sah es am 11. Mai in der Lambertikirche in Münster aus. Dort haben im Rahmen des Katholikentags Vertreter der täuferischen Freikirche der Mennoniten, der römisch-katholischen sowie der evangelischen Kirche gemeinsam einen Versöhnungsgottesdienst gefeiert. Er stand unter dem Titel „Umkehr und Versöhnung unter den Täuferkäfigen. Heilung der Erinnerungen angesichts eines historischen Traumas“.

Mit dem Gottesdienst machten die Veranstalter einen Rückgriff in die Geschichte. Denn die drei Täuferkäfige, die noch heute am Turm der Münsteraner Lambertikirche hängen, sind sichtbare Spuren der Täuferherrschaft von 1534 bis 1535. In den Käfigen wurden seinerzeit die Leichen der hingerichteten Wiedertäufer zur Schau gestellt. „Wir wollen Gott und einander um Versöhnung bitten für die wechselseitige Gewalt und Verfolgung zwischen römisch-katholischen, evangelischen und täuferischen Christen“, sagte eingangs die mennonitische Theologin Andrea Lange.

Zunächst gaben die Veranstalter – neben Lange Keith W. Blank, Mennonit aus Lancaster/USA; Jörg Hagemann, katholischer Stadtdechant aus Münster, Jacob Schiere, Mennonit aus Drachten/Niederlande, sowie  Ulf Schlien, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Münster – einen Überblick über die historischen Ereignisse. Dabei ordneten sie in der voll besetzten Lambertikirche die Ereignisse rund um das Täuferreich in die Geschichte der Reformation ein. „Das radikale Experiment des Königreichs von Münster, als Täufer die Herrschaft in Münster errangen und Andersgläubige vertrieben, bestärkte sowohl katholische als auch lutherische Obrigkeiten in ihrer Furcht vor den Täufern als einer ernsten Bedrohung für Kirche und Gesellschaft“, sagte Hagemann.

In einem Schuldbekenntnis übernahmen alle Seiten die Verantwortung ihrer jeweiligen Religion für die damaligen Ereignisse. Hagemann stellte mit Blick auf Gegenwart und Zukunft fest: „Nicht alle Fragen zwischen uns sind geklärt, es bleibt noch manches zu tun. Aber wir sind heute gemeinsam berufen, Friedensstifterinnen und -stifter zu sein.“

Starke symbolische Geste dieses Gottesdienstes, den das Duo Bohemico aus Erfurt musikalisch gestaltete, war der Friedensgruß. Dazu umarmten die Religionsvertreter einander, während sich die Gottesdienstbesucher gegenseitig die Hände schütteln. Darunter auch Hildegard Krepp, Katholikentagsbesucherin aus Köln: „Die Türme an Lamberti kennt man ja als Münster-Besucher. Aber jetzt weiß ich besser, wofür sie stehen und was sie für heute zu sagen haben.“

 

 

Diakone bieten „Friedensgebet im öffentlichen Raum“

Wie hier die Diakone Markus Damwerth (links) und Guido Zimmermann am Freitagmorgen luden und laden während des gesamten Katholikentags Diakone aus dem Stadtdekanat Münster zu Friedensgebeten im öffentlichen Raum ein. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Matthias Kaiser

Ein paar Menschen, betend, schweigend, im Licht der aufgehenden Sonne, inmitten der mittäglichen Betriebsamkeit oder eingehüllt von der abendlichen Dämmerung: Mehr braucht es manchmal nicht, um beim Katholikentag in Münster mit seinem Leitwort „Suche Frieden“ Friedensstifter zu sein. Jedenfalls dann nicht, wenn man eines der „Friedensgebete im öffentlichen Raum“ besucht, die die Diakone im Stadtdekanat Münster während des Katholikentags anbieten.

Sie finden bewusst an Orten statt, die für Krisen und schwierige Lebensphasen stehen. Unter dem Obertitel „Suchet das Wohl der Stadt“ wird dabei für Menschen gebetet, die solche Krisen erlebt haben oder noch mittendrin stecken. Die von je zwei Diakonen gestalteten Gebete orientieren sich am Stundengebet, mit dem die Kirche den Tag gliedert. Es zu beten, dazu verpflichten sich Diakone bei ihrer Weihe.

An diesem späten Donnerstagabend ist es also die Komplet, das Nachtgebet, das die Diakone -Prof. Dr. Dr. Gereon Heuft und Prof. Dr. Thomas Reker im Eingangsbereich von Polizeiwache und Sozial-/Arbeitsgericht in der Julius-Voos-Gasse beten werden. Ein passender Ort, schließlich geht es heute um das Gebet „für alle, die Grenzen überschritten haben“. Heuft hält ein Schild mit dem Titel der Veranstaltung hoch, damit alle Interessierten die kleine Gruppe auch finden. 22 werden es später insgesamt sein, die meisten Männer, alle Altersgruppen ab etwa Anfang 20 sind dabei.

Die Beter stellen sich im Oval auf, jeder erhält einen Zettel mit den Gebetstexten. Einige werden gebeten, Fürbitten vorzutragen. Im Licht zweier Laternen an der Wand des Gerichts erklärt Reker der Gruppe, wie das Stundengebet abläuft. Zum stillen, persönlichen Rückblick auf den Tag schauen alle vor sich und vor allem in sich. Einige schließen die Augen. Ein Hymnus wird gesungen – fester Bestandteil jedes Stundengebets.

In das Wechselgebet anschließend stimmen die Menschen beim ersten Mal zögerlich ein, unsicher, wer wann dran ist. Schon bald aber läuft das Gebet flüssig, Reker fängt an, die Gruppe antwortet. Die Fürbitten widmen sich denen, die eben Grenzen überschritten haben, zum Beispiel jenen, „die andere physisch und psychisch verletzt haben“. Mit der Oration endet das Friedensgebet. „Gute Nacht“, wünschen die Diakone freundlich, ihre Mitbetenden erwidern. Man geht auseinander. „Das war doch schön“, sagt ein Anfang 20-jähriger zu seinem Kumpel. Ein schöner Tagesabschluss – im Sinne des Friedens. 

Die weiteren Friedensgebete sind am Samstag, 12. Mai, um 8 Uhr auf dem Vorplatz der Justizvollzugsanstalt in der Gartenstraße für „die Gefangenen unserer Tage“ sowie um 18.30 Uhr an der DKV-Residenz am Tibusplatz „für die kranken und alten Menschen“. Bei letztgenanntem Termin beteiligen sich Bewohner der Residenz an der Gestaltung.

Kirchenfoyer bereitet sich auf #KT18 vor.

Auch das Kirchenfoyer bereitet sich auf den Katholikentag vor. Besuchen Sie den neu gestalteten Rastplatz. Auch für joveles Wetter️ sind wir mit Getränken für alle Gäste gerüstet.

Das Stadtdekanat beim Katholikentag

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