Willkommen

Wir freuen uns über Ihren Besuch auf unserer Internetseite und möchten Sie darüber informieren, wie lebendig und vielfältig sich katholisch-kirchliches Leben in Münster darstellt.

MUSEUM OF THE MOON - wunderbar geborgen

In diesem Jahr steht im Zentrum des Cityadvents ein Werk des international agierenden britischen Künstlers Luke Jerram, der auf der Grundlage originaler Fotografien der Nasa eine im Durchmesser sieben Meter große, maßstabsgetreue Kopie des Mondes geschaffen hat, die ein sanftes Licht verbreitet.

Der Mond, er begegnet uns im Kirchenlied von Matthias Claudius, „Der Mond ist aufgegangen“. Neben der ersten, sehr bekannten Strophe verweisen die weiteren auf eine Ahnung von Heil am Ende leidvoller Tage. „In der aktuellen Weltlage, mit seinen verschiedenen Krisen, schien uns in diesem Jahr wichtig, besonders trostbringende Installationen im Cityadvent zu verwirklichen.“, so Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers und verantwortlicher Organisator des Cityadvents.

So befassen sich ver­schiedene weitere Installationen mit dem bekannten Abendlied. Es weist auf eine verborgene Wirk­lichkeit hin, die gerade dann ihren Trost spüren lässt, wenn es dunkel, kalt und still wird. Jammer, Krankheit, Irrwege und Tod werden ebenso wenig verschwiegen wie Borniertheit, Stolz und falsche Sicherheit. All das jedoch ist umgeben von einer wohltuenden Dämmerung, zur Ruhe kommender Natur, heilendem Schlaf und nicht zuletzt der göttlichen Barmherzigkeit.

Öffnungszeiten ab dem 26. November:

  • Mo.-Do., 11-19 Uhr
  • Fr., 11-22 Uhr
  • Sa., 11-16 Uhr
  • So. 13-19 Uhr

Veranstaltungen "under the moon"

LYRIKS… under the moon
Am Freitag, 2. Dezember, 20-22 Uhr erleben Sie Poesie und Musik zum Thema Mond in der Liebfrauen-Überwasserkirche.

FAKTS… under the moon
Reise(n) zum Mond und darüber hinaus: Wie uns NASA und ESA das Weltall begreifbar machen.
Über 50 Jahre nach den letzten Schritten eines Menschen auf dem Mond macht sich die NASA dieser Tage wieder auf den Weg, unseren Trabanten zu erkunden. In seinem Vortrag am Montag, 5. Dezember, 19 Uhr, nimmt uns Kai Heddergott mit auf eine historische Reise zum Mond und zu den Planeten und über die Grenzen des Sonnensystems hinaus. Er zeigt, wie die Raumfahrtagenturen NASA und ESA seit Jahrzehnten versuchen, die Erkenntnisse aus der Tiefe des Weltalls begreifbar machen, was das Fernsehen und das Internet damit zu tun haben und an welche Grenzen der menschliche Geist dabei stößt. Und warum der Glaube bisweilen an die Seite der Wissenschaft tritt.

JAZZ… under the moon
Am Freitag, 9. Dezember, 20-22 Uhr wird die Jazz Force One, das Jazzensemble der Westfälischen Schule für Musik in Münster, die musikalische Gestaltung des Cityadvents übernehmen und für eine ganz besondere Atmosphäre unter dem Mond in der Liebfrauen-Überwasserkirche sorgen.

SOUL… under the moon
Das Ensemble The Soullettes präsentiert am Freitag, 16. Dezember, 20-22 Uhr „A NIGHT OF LIGHT“ in der Liebfrauen-Überwasserkirche und sorgt mit leidenschaftlichem Sound, Wärme, Herzen und Feinfühligkeit für eine ganz besondere Stimmung zum Ende des Cityadvents 2022.

Christmas Carol Service am 28. November im St.-Paulus-Dom

Foto: Luftwaffenmusikkorps

Mit seiner mehr als 35-jährigen Tradition erfreut er sich in jedem Advent großer Beliebtheit: der deutsch-englische Weihnachtsliedergottesdienst (Christmas Carol Service) im St. Paulus-Dom in Münster. In diesem Jahr findet er am Montag, 28. November, um 18 Uhr statt.

Der Arbeitskreis Christlicher Kirchen Münster (ACK) greift dabei eine Tradition der englischen Kirchen auf. Markenzeichen ist die Kombination aus gemeinsam zweisprachig gesungenen Weihnachtsliedern (Christmas Carols), biblischen Lesungen von Muttersprachlern beider Seiten sowie Instrumentalstücken. „Nachdem wir in den letzten beiden Jahren die Veranstaltung coronabedingt ausfallen lassen mussten, freuen wir uns, dass wir die Mitbürgerinnen und Mitbürger in diesem Jahr wieder zum gemeinsamen Singen in den Dom einladen können“, erläutert Friedrich Stahlhut, Pfarrer in der evangelischen Apostel-Kirchengemeinde und Leiter der Vorbereitungsgruppe.

Ursprünglich feierten vor allem die britischen Streitkräfte mit ihren Familien den Carol Service. „Der ACK war es damals ein Anliegen, es den vielen britischen Soldaten und ihren Angehörigen zu ermöglichen, einen Teil dieser Tradition in unserer Stadt zu erleben“, blickt Maria Kleineidam, Mitglied der Vorbereitungsgruppe, zurück. Nach und nach kamen viele weitere Gottesdienstbesucher hinzu, die den britischen Familien verbunden waren oder diese Art von Gottesdienst in Großbritannien schätzen gelernt hatten. Auch die 1957 geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Münster und York – eine der ältesten Städtepartnerschaften seit dem Zweiten Weltkrieg – trug zur Stärkung dieser Tradition bei. Auf dieser Grundlage hat sich der Carol Service auch nach dem Abzug des britischen Militärs aus Münster gehalten.

Musizieren wird das Luftwaffenmusikkorps Münster der Bundeswehr unter der Leitung von Alexander Kalweit. Sprecherinnen und Sprecher der ACK, Gemeinden und Gemeinschaften Münster sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens werden die Lesungen und Gebete vortragen. Der Eintritt ist frei, die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Arbeit des Soldaten-Hilfswerks der Bundeswehr und die ökumenische Arbeit der ACK in Münster mit einer Spende zu unterstützen.

Der Christmas Carol Service im St.-Paulus-Dom in Münster wird im Internet unter www.bistum-muenster.de und www.paulusdom.de live übertragen. Auch auf der Facebook-Seite sowie dem Youtube-Kanal des Bistums kann der Weihnachtsliedergottesdienst verfolgt werden.

Caritas lädt zur Aktion „Eine Million Sterne“

Die Caritas Münster lädt am Samstag, 12. November 2022, zur Aktion „Eine Million Sterne“ ein. Zwischen 16:00 und 18:00 Uhr verwandelt sich erneut der Lambertikirchplatz in ein strahlendes Lichtermeer. Dabei können neben Kerzen auch Waffeln und Glühwein gegen Spende erworben werden. An rund 80 Standorten in Deutschland wird damit die Arbeit von Caritas international unterstützt und ein Zeichen der Hoffnung gesetzt.

Im Fokus der diesjährigen Aktion stehen Kinder und Jugendliche, die von Venezuela nach Kolumbien geflohen sind und dort in prekären Verhältnissen leben. Fast zwei Millionen venezolanische Migranten und Migrantinnen leben inzwischen in Kolumbien, darunter etwa 250.000 Kinder. Ihr größtes Problem ist, dass sie keinen geregelten Aufenthaltsstatus haben. Deshalb erhalten sie keine Arbeitsgenehmigung und werden ausgebeutet. Frauen prostituieren sich, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Die Kinder gehen nicht zur Schule, weil das Geld für Schuluniformen, Hefte und Bücher fehlt. Stattdessen müssen sie betteln. Diesen Teufelskreis aus Armut, Gewalt und Ausbeutung durchbricht Caritas international mit seinen Partnern vor Ort.

„Frieden wird das letzte Wort haben“

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (rechts) und Mariya Sharko (links) riefen bei einer Mahnwache anlässlich des G7-Gipfels zu Frieden und Solidarität mit der Ukraine auf. Foto: Bistum Münster

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn hat bei einer Mahnwache der ukrainischen Gemeinde im Bistum Münster aus Anlass des G7-Gipfels in Münster dazu aufgerufen, Russland als den eindeutigen und einzigen Aggressor im Krieg gegen die Ukraine zu benennen. „Dem russischen Präsidenten und seinem Regime müssen ihre Grenzen deutlich aufgezeigt werden“, forderte er auf dem Domplatz vor den Teilnehmenden, darunter viele Ukrainerinnen und Ukrainer. Der Weihbischof, der der Bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche im Bistum Münster ist, mahnte, sich nicht „an diesen fürchterlichen Krieg“ zu gewöhnen.

Die Fachstelle Weltkirche und globale Zusammenarbeit im Bischöflichen Generalvikariat und die ukrainische Gemeinde im Bistum Münster hatten am 3. November zusammen mit der Gesellschaft für bedrohte Völker aus Anlass des G7-Treffens, bei dem die Außenminister seit dem Nachmittag im historischen Friedenssaal beraten, zu einem Zeichen für den Frieden aufgerufen. „Wir drücken als deutsche Zivilgesellschaft ausdrücklich unsere Bereitschaft aus, die Nachteile für unser Leben zu tragen, die Sanktionen gegen Russland bedeuten“, erklärte Weihbischof Zekorn. Nicht Gewalt, Krieg und Terror würden das letzte Wort haben, sondern Friedfertigkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe, kündigte er an.

Mariya Sharko, Mitarbeiterin in der Fachstelle Weltkirche und globale Zusammenarbeit und selbst gebürtige Ukrainerin, verdeutlichte, dass das weltpolitische Treffen mit viel Hoffnung verbunden sei. „Wir glauben weiterhin an Frieden, Freiheit und Unabhängigkeit“, erklärte sie in ihrem Beitrag. Sharko berichtete von vielen Ukrainern, die dankbar sind, nun in Deutschland in Sicherheit leben zu können. „Aber es ist nicht ihre Heimat, die meisten Menschen möchten wieder nach Hause.“ Doch die ständigen Bombenangriffe würden die Energie-Infrastruktur massenhaft zerstören. „Wir stehen vor einer neuen humanitären Katastrophe“, so Mariya Sharko. Die mangelnde Energieversorgung und die Zerstörungen im Land würden im bevorstehenden Winter noch mehr Menschen in die Flucht treiben. „Das bringt wiederum mehr Probleme nach Europa.“

Königliche Ausstellung in der Lukaskirche an der LWL-Klinik

astoralreferentin Anne Bußmann hat die Ausstellung „Auch Du bist eine Königin/Auch Du bist ein König“ in die Lukaskirche geholt. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Auf den ersten Blick sehen sie alles andere als königlich aus: Schlicht gestaltet, weiß gekleidet, aus einem Stück Eichenholz gewachsen. 20 Königinnen und Könige, gefertigt von Ralf Knoblauch aus Bonn, stehen bis Sonntag, 20. November, in der Lukaskirche auf dem Gelände der LWL-Klinik Münster. Ihre Botschaft: Jeder Mensch ist wertvoll, wie ein König.

Pastoralreferentin Anne Bußmann von der katholischen Klinikseelsorge kennt den Künstler persönlich und hat die Figuren in die psychiatrische Fachklinik geholt. „Gerade für unsere Patientinnen und Patienten, die sich aufgrund ihrer Erkrankung nicht selten von der Gesellschaft ausgeschlossen und wertlos fühlen, ist es wichtig, Mut und Zuversicht zu bekommen, um im Bewusstsein des eigenen Wertes in den Alltag zurückkehren zu können. Die Königsfiguren können dabei helfen“, erklärt sie die Motivation zu der Ausstellung, die vom Stadtdekanat Münster gefördert wird.

Knoblauch ist als katholischer Diakon im Bonner Norden, einem sozialen Brennpunktviertel, tätig – ein Ort, wo das Thema Würde eine große Rolle spielt. Mehr als 400 Könige hat der gelernte Tischler schon geschaffen, die meisten haben feste Plätze auf der ganzen Welt gefunden, einen Teil hat er zu Hause und verleiht sie für Ausstellungen wie in der LWL-Klinik Münster.

Große und kleine Könige sind dabei, allen hat Knoblauch ein Lächeln aufs Gesicht geschnitzt. „Wenn man sie anschaut, muss man selbst lächeln“, findet Anne Bußmann. „Und man möchte sie anfassen“, fühlt sich die Pastoralreferentin von dem Gesichtsausdruck der Figuren eingeladen und streicht einer Figur vorsichtig über den Kopf. „Das ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht“, betont sie. Das festliche weiße Kleid oder der schwarz-weiße Anzug unterstreichen die Würde und Wertschätzung eines Menschen – und schaffen im religiösen Kontext eine Brücke zur Taufwürde. Auch die geschlossenen Augen verbinden die Königsfiguren miteinander. „Wer die Augen geschlossen hat, macht sich besonders verwundbar“, erklärt Anne Bußmann den Gedanken des Künstlers, der so gar nicht dem Bild eines regierenden Königs entspricht. Einzig die Krone ist ein klassisches Merkmal. Doch auch die befindet sich nicht immer auf dem Kopf, manchmal hält die Figur sie in der Hand oder sie liegt neben ihr.

Die Königsfiguren werden Anne Bußmann und ihre Kolleginnen und Kollegen in den kommenden Wochen in der Seelsorge unterstützen. Ob bei Gottesdiensten in der Lukaskirche, bei Impulsen im LWL-Pflegezentrum Münster oder in Einzelgesprächen mit Patienten – wenn es passt, sollen sie zum Einsatz kommen. „Viele Patienten sind längere Zeit bei uns, da wird sich vielleicht nicht beim ersten oder zweiten, aber vielleicht beim dritten oder vierten Gespräch ein Anlass finden.“ Wichtig ist Anne Bußmann, dass die Botschaft der Könige die Patienten und auch die Besucherinnen und Besucher erreicht: „Ich wünsche mir, dass der Glanz der Krone auf die Menschen überspringt und dort den eigenen Glanz, die eigene Würde spürbar und sichtbar wird. Denn jeder von uns ist eine Königin, ein König.“

König:innen zum anfassen

Das Seelsorgeteam der LWL-Klinik Münster begleitet Menschen in der LWL-Klinik, im LWL-Wohnverbund und im LWL-Pflegezentrum Münster (Ernst Kirchner Haus) insbesondere in schwierigen und unsicheren Zeiten ihrer Lebensgeschichte.

Die vom Stadtdekanat geförderte Ausstellung „KÖNIG:INNEN zum ANFASSEN“ vom 23. Oktober bis 20. November in der Lukaskirche auf dem Klinikgelände will dazu beitragen, Selbstbewusstsein, Lebensmut und das Wissen um die eigene Menschenwürde zu stärken.

Möglichkeit der Begegnung mit den König:innen:

  • mittwochs bis freitags von 16 bis 17 Uhr in der Lukaskirche auf dem Klinikgelände
  • Gottesdienst mit Ausstellungseröffnung am Sonntag, 23. Oktober, 9.30 Uhr
  • KÖNIGliche Kläne, Klangschalen, Zimbeln und Meditation am Donnerstag, 3. November, 17 Uhr
  • Bibelgespräch mit anschl. Begegnung am Dienstag, 8. November, 19 Uhr
  • "Von Würde und Verletzlichkeit" - Musik und Texte, Susanne Schellenberg (Klavier) u.a. am Mittwoch, 16. November, 19 Uhr

 

 

Ökumenische Friedensvesper: "Friede ist das große Wagnis"

Die evangelische Apostel-Kirchengemeinde und die katholische Pfarrei St. Lamberti in Münster laden am Montag, 24. Oktober, um 18 Uhr, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zu einer ökumenischen Friedensvesper in die St.-Lamberti-Kirche ein. Seit 1993 erinnern die münsterischen Kirchen damit an den Tag des Westfälischen Friedens von 1648.

Die diesjährige Friedensvesper steht unter dem Motto „Friede ist das große Wagnis“. Die Ansprache wird der Journalist und Theologe Arnd Henze halten, der sich mit friedensethischen Gedanken Dietrich Bonhoeffers auseinandersetzen wird. „Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg“, erklärte im Jahr 1934 der Theologe Bonhoeffer in einer Andacht. „Bemerkenswert aktuelle Gedanken angesichts der Schreckensbilder, die uns seit Wochen aus der Ukraine erreichen, und zugleich angesichts der massiven Aufrüstung der Bundeswehr durch das ‚Sondervermögen‘ von 100 Milliarden Euro“, erläutert Pfarrer Friedrich Stahlhut von der Apostelgemeinde.Arnd Henze ist Fernsehredakteur beim WDR und berichtet seit mehr als 30 Jahren über internationale Krisen und Konflikte sowie über kontroverse gesellschaftliche Themen. Für seine Arbeiten ist er mehrfach ausgezeichnet worden. In seinem kirchlichen Engagement hat sich Henze seit der Friedensbewegung der 1980er Jahre intensiv an den friedensethischen Debatten der Evangelischen Kirche beteiligt, inzwischen auch als Mitglied der EKD-Synode.

Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Kantor Alexander Toepper an der Orgel und den Lamberti Scholars, ein Nachwuchsprojekt der Pfarrei St. Lamberti.

Friedhofsandachten

Auf vielen katholischen Friedhöfen in der Stadt Münster finden an Allerheiligen und Allerseelen Andachten für die Verstorbenen statt. Eine Übersicht aller Friedhöfe in katholischer Trägerschaft finden Sie hier. Auf der Internetseite der jeweiligen Pfarreien finden Sie weitere Informationen zu den jeweiligen Andachten.

Auf dem Zentralfriedhof und auf dem Waldfriedhof Lauheide finden an Allerheiligen die Andachten jeweils um 15 Uhr statt.

EvenJazz mit Daniel Masuch

Ein Abendgebet mit Jazzmusik, kurz EvenJazz, findet am Freitag, 28. Oktober um 18 Uhr in der Liebfrauen-Überwasserkirche statt (Livestream: evenjazz.katholisch-in-muenster.de).

In Anlehnung an das Abendgebet der anglikanischen Kirche, dem sogenannten Evensong, wird Daniel Masuch (Piano) den EvenJazz musikalisch begleiten.

Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Gebete, Texte, Musik und Stille im Wechsel freuen.

Erste Studierende ziehen auf Tita-Cory-Campus ein

Der Tita-Cory-Campus (TCC) umfasst insgesamt sieben Gebäude, von denen vier als Wohnhäuser für Studierende dienen. Dazu kommen eine Kapelle, Gemeinschaftsräume sowie Platz für die Verwaltung und die Katholische Hochschul- und Studierendengemeinde (KSHG). Auch die Seelsorge des benachbarten Universitätsklinikums Münster (UKM) wird auf den Campus ziehen. Kommunikation und Gemeinschaft werden auf dem TCC groß geschrieben. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Thomas Mollen

Mehr als 350 Studierende haben sich für die 200 verfügbaren Zimmer auf dem Tita-Cory-Campus (TCC), den das Bischöfliche Studierendenwerk Münster (BSW) jetzt neu betreibt, beworben. „Das zeigt, dass das Angebot ins Schwarze trifft“, freut sich BSW-Geschäftsführer Markus Hoffmann. Eine der neuen Bewohnerinnen ist Lara Sommerfeld. Die 19-Jährige studiert Mathe und Sport an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und sagt: „Hier mit als Erste einzuziehen ist eine große Chance, was ganz Neues mit aufzubauen und zu prägen.“ Dass es jetzt, Mitte September, an einigen Stellen noch deutlich nach Baustelle aussieht, stört sie nicht. „Das gehört dazu, wenn etwas ganz neu ist.“

Uns ist es ein Anliegen, Studierenden in dieser Stadt als Bistum studentisches Leben zu ermöglichen und ihnen so zukunftsträchtig und nachhaltig eine Wohnung, einen Ort der Begegnung zu geben“, hatte Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp bei der Grundsteinlegung im Juni 2020 betont. Knapp 30 Millionen Euro hat das Bistum Münster in die Hand genommen, um den Komplex an der Albert-Schweitzer-Straße in Münster zu bauen. Entstanden sind insgesamt sieben Gebäude, von denen vier als Wohnhäuser für Studierende dienen. Dazu kommen eine Kapelle, Gemeinschaftsräume sowie Platz für die Verwaltung und die Katholische Hochschul- und Studierendengemeinde (KSHG). Auch die Seelsorge des benachbarten Universitätsklinikums Münster (UKM) wird auf den Campus ziehen. „Wir sind, was die Einzüge angeht, im Zeitplan geblieben – und wir haben den Kostenrahmen nicht gesprengt“, betont Harald Ruhwinkel von der Bauabteilung des Bistums, der den Bau des Campus betreut. Möglich gewesen sei das unter anderem auch, indem viele Arbeiten von regionalen Firmen ausgeführt wurden und werden. „Darin liegt ein großer Vorteil, die Wege sind kurz“, erklärt Ruhwinkel.

Dass die Handwerker ganze Arbeit geleistet haben, wird schon deutlich, wenn man den Campus über die Verbindungstreppe an der Seite des benachbarten Overberg-Kollegs betritt: Auf der so genannten Verbindungsebene laden die Begrenzungen großer Blumenbeete zum Hinsetzen ein, an dem geplanten Kiosk wird mit Hochdruck gearbeitet. „Mit den finalen Bauarbeiten hängen wir ein bisschen hinterher, aber wir sind definitiv auf der Zielgeraden“, sagt Markus Hoffmann und blickt hoch zum Kran, der noch über dem Campus aufragt, es riecht nach Teer, letzte Fugen auf dem Außengelände werden gefüllt.

Lara Sommerfeld betritt zum ersten Mal das Haus, in dem sie die nächste Zeit wohnen wird. Ein bisschen staubig ist es noch im Hausflur, aber die Gemeinschaftsküche und die Zimmer – in jedem der vier Häuser gibt es auch ein speziell für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ausgerichtetes Zimmer im Erdgeschoss, wo sich dann ebenfalls eine barrierefreie Küche befindet – sind einzugsbereit. „Ach, ich freu mich“, sagt die Studentin und strahlt, als sie in ihrem Zimmer steht und einen Blick in ihr eigenes Badezimmer wirft. 18 Quadratmeter ist das neue Zuhause groß, und möbliert ist es auch: Schreibtisch, Bett, Schrank – alles da. Auch auf gemütliche Abende in der Gemeinschaftsküche freut sie sich schon: „Hier kann man bestimmt gut gemeinsam essen und feiern“, sagt sie. Bei der Ausstattung der Küche haben die Verantwortlichen auf Qualität, Funktionalität und Platz geachtet, schließlich teilen sich jeweils bis zu zwölf Studierende eine Küche. 17 solcher Flure/Wohngemeinschaften gibt es auf dem Campus. Zwei große Kühlschränke und ein Gefrierschrank, Herd, Backofen, Mikrowelle, dazu viel Stauraum in weiteren Schränken, ein großer Tisch mit Stühlen und ein Sofa – abgerundet mit dem Panoramablick auf den Campus, der TCC hat Einiges zu bieten. Das Einzige, was es nicht gibt, ist eine Spülmaschine. „Kein Problem“, grinst Lara Sommerfeld, dann könne man auch nicht vergessen, sie auszuräumen. Für die nötige Grundsauberkeit in den Gemeinschaftsräumen sorgt ein Putzdienst. „Trotzdem wird es ohne selbst Ordnung zu halten und auch mal den Lappen zu schwingen nicht gehen. Zum WG-Leben gehört eben auch das Putzen. Wir möchten unserer Studierenden bei ihren ersten Schritten eines eigenständigen Lebens begleiten“, erklärt Markus Hoffmann. Für die Zimmer sind die Studierenden selbst verantwortlich – Staubsauger und Co. gibt’s im Putzraum, Waschmaschinen stehen im Keller.

Zwei Schlüssel bekommt Lara Sommerfeld zum Einzug ausgehändigt: einen elektronischen, um in das Haus und auf ihren Flur, in ihre WG, zu kommen, und einen „normalen“, der nur in ihre Zimmertür passt. Die Studentin freut sich, dass sie mit so vielen Studierenden auf einem Campus zusammenwohnt: „So lernt man immer nochmal neue Leute kennen“. Nach dem Umzug aus dem Thomas-Morus-Kolleg (ebenfalls bisher vom BSW betrieben und ab Oktober nicht mehr als Wohnheim verfügbar) auf den TCC gemeinsam mit zwei Freundinnen, geht es für die 19-Jährige nach dem Kisten auspacken direkt in die Vollen – Klausuren stehen an, und zwar via Internet. Was für ein Glück, dass das W-LAN auf dem gesamten Campus tadellos funktioniert. „Das haben wir, sobald es möglich war, ans Laufen gebracht. Ohne geht’s nicht“, weiß BSW-Chef Markus Hoffmann. Und da ist es auch nicht ganz so schlimm, dass auf dem Gelände des Campus noch die eine oder andere Woche gewerkelt wird.

Pfarreiräte im Stadtdekanat Münster fordern sofortige Reformen

In einem Offenen Brief an die Teilnehmenden des Synodalen Wegs rufen Vertreterinnen und Vertreter von acht Pfarreiräten im Stadtdekanat Münster zu weiteren Reformen in der katholischen Kirche auf. Kurz vor Beginn der vierten Synodalversammlung, die vom 8. bis 10. September in Frankfurt am Main stattfindet, fordern sie insbesondere die Bischöfe auf, „in ihren Bistümern sofort neue und eigene Wege zu gehen und dabei nicht immer nur auf Rom zu schauen“.

Mit dem Brief wollen die Vertreter der Pfarreiräte die Teilnehmenden auf dem Synodalen Weg unterstützen und zugleich zeigen, „dass die Basis der Gemeinden, von denen wir gewählt wurden, eine lebendige und gegenwartstaugliche Kirche ersehnt“. Die Synodalen sollen helfen, „eine Kirche zu verwirklichen, die Menschenrechte, Demokratie und Gewaltenteilung nicht nur nach außen fordert, sondern auch selbst lebt“. Dazu gehöre auch ein kritischer Blick auf das Amtsverständnis.

In ihrem Brief rufen sie die Teilnehmenden auf, die gemeinsame Würde und Berufung aller Getauften ernst zu nehmen, unabhängig von Stellung und Geschlecht. Zudem fordern sie, alle kirchlichen Ämter und Dienste für alle zu öffnen. „Zeigen Sie der Öffentlichkeit, dass es Bewegung und merkbare Reformen in der Kirche gibt“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Unterzeichnet haben den Offenen Brief Vertreterinnen und Vertreter der Pfarreiräte von St. Joseph Münster-Süd, Liebfrauen-Überwasser, St. Clemens Hiltrup und Amelsbüren, St. Lamberti, St. Nikolaus, St. Mauritz, Heilig Kreuz und Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinderäte St. Josef Kinderhaus und St. Marien Sprakel. Sie können den Offenen Brief hier herunterladen.

Queergemeinde erinnert an Tod eines jungen Mannes am Rande des CSD

Eigentlich hätte Jan Baumann glücklich sein müssen: „Die Buntheit und die hohe Beteiligung am CSD in Münster haben mich beeindruckt. Und auch wir als Queergemeinde waren Teil der Veranstaltung.“ Am Ökumenischen Abschlussgottesdienst nach dem Christopher Street Day (CSD) hatten zudem mehr als 100 Menschen teilgenommen. Doch was am Rande des Treffens passierte, bewegt die Mitglieder der Queergemeinde nachhaltig: „Es lässt mich nicht los“, erklärte Baumann als Sprecher der Quergemeinde im Gottesdienst am 11. September in der Krypta der Antoniuskirche in Münster. „Ein junger Mann wurde geschlagen, weil er sich verbal schützend vor lesbische Frauen stellte. Er stürzte, zog sich Kopfverletzungen zu, an denen er später im Krankenhaus starb“, blickte er zurück.

Toleranz und Akzeptanz nähmen zu in der Gesellschaft, sagte Baumann. Trotzdem brauche es Veranstaltungen wie den CSD. Auch in Münster, betonte Baumann – und schlug dann den Bogen zum Synodalen Weg, einem Prozess in der katholischen Kirche, in dem Bischöfe und Laien um Reformen ringen. Bei der vierten Synodalversammlung am zurückliegenden Wochenende in Frankfurt war unter anderem die Neubewertung von Homosexualität in der katholischen Kirche ein Thema.

„Am Ende hat die Vollversammlung doch noch Gutes hervorgebracht“, zeigte sich Baumann trotz eines drohenden Eklats zufrieden: „Grundsätzlich soll die Sexualität keine Rolle mehr bei kirchlichen Ämtern oder Berufen spielen. Und auch die Rolle der Frau wurde gestärkt.“ Er lobte ein weiteres Papier, dem zufolge es zukünftig möglich sein soll, bei Taufen von Kindern mit unklarer Geschlechtsidentität den entsprechenden Eintrag im Taufregister wegzulassen. Transgeschlechtliche Menschen sollen außerdem ihren Vornamen im Taufregister ändern lassen können.

Anerkennung von der Queergemeinde gab es in diesem Zusammenhang für Münsters Bischof Dr. Felix Genn und die bei der Frankfurter Versammlung anwesenden Weihbischöfe: „Sie haben sich für Reformen ausgesprochen.“ Was Bischof Genn auch nochmal in einem persönlichen Statement deutlich gemacht habe, fügte Jan Baumann an.

Auch wenn viele die katholische Kirche verlassen hätten, hoffen Baumann und die anderen Mitglieder der Queergemeinde auf einen Aufbruch: „Im Evangelium spricht Jesus über das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Der Hirte sucht das eine Schaf, läuft der Minderheit hinterher und freut sich, dass er es wiedergefunden hat. Seien wir mutig genug, aufzubrechen und für die Rechte von Minderheiten einzutreten“, forderte Baumann zum Abschluss seines Beitrags im Gottesdienst.

Priesterseminar bietet Wohnungslosen ein neues Zuhause

Norbert Hacker in seiner neuen Wohnung im Priesterseminar Borromaeum. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Lara Bergjohann

Abends sitzt Norbert Hacker gerne auf der Bank im Hof. Dort schaut er den Tauben zu und unterhält sich mit den Menschen, die vorbeikommen. „Das ganze Umfeld hier ist schön, und die Leute sind sehr nett. Wir haben hier einen Ort, um zur Ruhe zu kommen“, beschreibt der 66-Jährige das Leben im Priesterseminar Borromaeum in Münster. Priester werden möchte er allerdings nicht: Hacker ist einer von vier Wohnungslosen, die im Borromaeum vorübergehend ein neues Zuhause gefunden haben. Ermöglicht hat das die Zusammenarbeit zwischen der Bischof-Hermann-Stiftung und dem Borromaeum.

Die Idee hierzu entstand 2019: Der Platz im HdW (Haus der Wohnungslosenhilfe) und im HuK (Hilfevermittlung und Kurzzeitübernachtung) wurde knapp. Zudem hatten nach Angaben von Benno Oberröhrmann, Mitarbeiter des HdW der Bischof-Herrmann-Stiftung, von 80 Menschen im HdW 21 eine Arbeit. „Daher mussten wir Wohnraum schaffen, der es den Menschen ermöglicht, ihrer Arbeit nachzugehen“, sagt Oberröhrmann. „In Notunterkünften schlafen die Menschen oft in Drei- oder Vierbettzimmern“, erklärt er. Zudem litten dort einige unter Drogenproblemen oder seien psychisch krank. Ohne die Möglichkeit sich auszuruhen, sei es schwer, dauerhaft zu arbeiten.

In dieser Situation öffnete das Borromaeum buchstäblich gern seine Türen. „Wir sind Tag für Tag mit Menschen in Kontakt, die in unterschiedlichen Notsituationen sind“, sagt Hartmut Niehues, der als Regens die Einrichtung leitet, „da ist es uns ein wichtiges Anliegen, immer wieder zu überlegen, wie wir helfen können.“

Allerdings ist das Borromaeum keine Wohnung auf Dauer. Nach spätestens eineinhalb Jahren sollen die Menschen ein neues Zuhause gefunden haben. Bei der Suche nach einer Anschlusswohnung erhalten sie Unterstützung. Haben sie eine neue Wohnstätte gefunden, werden die vier Zimmer frei für andere Wohnungslose.

Norbert Hacker hat sein Zimmer kurzfristig bekommen: Beim Umzug seines jetzigen Mitbewohners kam die Idee auf, dass Hacker ebenfalls ins Borromaeum einziehen könne. Der 66-Jährige hatte sich an das HdW gewandt, als ihm seine frühere Wohnung – und vor allem die Nebenkosten – zu teuer wurden.

Im Borromaeum hat jeder sein eigenes Zimmer, gemeinsam teilen sich die Bewohner das Bad, die Küche und ein Wohnzimmer. Jeder kann seine Zeit frei gestalten. Manchmal essen und kochen sie zusammen. „Wir verstehen uns gut“, sagt Hacker über das Verhältnis zu seinen Mitbewohnern. Und auch Regens Niehues findet: „Die Erfahrungen nach den ersten Wochen sind sehr positiv. Das passt wunderbar zu uns als Hausgemeinschaft von jungen Menschen, die versuchen, Tag für Tag ihr Leben aus dem Glauben heraus zu gestalten“. Zudem freue man sich über die Kontakte, die schon entstanden sind, und wolle diese weiter ausbauen.

50 Jahre TelefonSeelsorge Münster

Superintendent Holger Erdmann, Joachim Fischer, Maria Kleineidam (ACK), Richard Halberstadt (CDU MS), Maria Klein-Schmeink (MdB Bündnis 90/Grüne), Stadtdechant Jörg Hagemann, Maria Winkel (Bürgermeisterin SPD MS), Angelika Selhorst (1.sv Landrätin COE). Auf dem Bild fehlt Tilman Fuchs (Sozialdezernent Kreis Steinfurt)

Besinnlich begann der ökumenische Jubiläumsgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Bestehens der TelefonSeelsorge Münster. Seit 1972 engagieren sich Menschen ehrenamtlich in der Einrichtung des Katholischen Stadtdekanats e.V. und des Evangelischen Kirchenkreises Münster. In diesem Zeitraum wurden mehr als 500.000 Gespräche geführt und mehr als 10.000 E-Mails beantwortet.

Über diese reinen Zahlen hinaus sollte ein wenig dessen, was die TelefonSeelsorge außerdem ausmacht, in einem Gottesdienst spürbar werden, der von der TelefonSeelsorge gestaltet und von Superintendent Holger Erdmann und Stadtdechant Jörg Hagemann geleitet wurde. Diesem Anspruch, den die Verantwortlichen in der Ankündigung des Geburtstagsgottesdienstes formuliert hatten, kam die Gestaltung des Gottesdienstes am vergangenen Samstag in der Münsteraner Apostelkirche in vollem Umfang nach.

Während des Empfangs in den Räumen der Evangelischen Studierendengemeinde drückten Bürgermeisterin Maria Winkel, die Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Grüne) und die Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Maria Kleineidam ihre hohe Wertschätzung für das Engagement der Ehrenamtlichen aus und kündigten ihre weitere Unterstützung der Arbeit an. Für den Kreis Steinfurt war Tilman Fuchs, Sozialdezernent des Kreises Steinfurt, präsent,  coronabedingt per Video, der in seinem Grußwort auch auf seine persönliche Verbundenheit mit der TelefonSeelsorge hinwies, war doch sein Vater, Pfr. Christian Fuchs, der eigentliche Initiator der Gründung vor 50 Jahren gewesen.

Sie möchten mehr über die TelefonSeelsorge Münster erfahren oder diese mit einer Spende unterstützen? Dann besuchen Sie die Internetseite der TelefonSeelsorge Münster.

An der Seite der queeren Menschen

Gemeinsame Erklärung von Superintendent Holger Erdmann und Stadtdechant Jörg Hagemann nach der Demo auf Münsters Prinzipalmarkt: „Solidarisch stehen wir mit den Christ:innen an der Seite der queeren Menschen unserer Stadt Münster! Wir denken an Malte, seine Familie und seine Freunde. Gott ist ein Liebhaber des Lebens, daher verwahren wir uns vor jeder Gewalt und jedem Übergriff Anderen gegenüber! Niemand darf wegen seiner Sexualität, seiner geschlechtlichen Identität, seiner Hautfarbe oder seiner Religion Gewalt und Ausgrenzung erleben müssen.

 

 

So traurig und fassungslos! DAS DARF SO NICHT SEIN! Als Stadtdekanat stellen wir uns gegen jede Gewalt in unserer Stadt. Stadtdechant Jörg Hagemann: „Während des Gottesdienstes zum Abschluss der CSDs in Münster am vergangenen Sonntagabend habe ich die Trauer und Wut bei den dort Gottesdienst feiernden Menschen gespürt und ich kann sie verstehen! Ich denke an den Verstorben und an seine Freunde und Familienangehörigen. Ich bete für ihn und für eine Gesellschaft und auch für meine Kirche, dass Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Hautfarbe und Religion keine Ausgrenzung und Gewalt jeglicher Art erleben!“

Am Freitag, den 2. Sept. 2022 wird es um 18 Uhr eine Kundgebung vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt gegen Gewalt an queeren Menschen geben. Von Herzen laden wir alle ein hier ein Zeichen für queere Menschen und gegen jegliche Gewalt zu setzen!

Gott des Lebens,
fassungslos schauen wir auf den sinnlosen und viel zu frühen Tod von Malte, der als Transmann eine Gruppe lesbischer Frauen gegen homophobe Beschimpfungen beim CSD in Münster hat schützen wollen und selber dadurch zum Opfer wurde.
Lass ihn zu dir hin auferstanden sein zur Erfüllung seines Lebens und seiner Liebe und gib uns allen die Kraft, mutig unsere Stimme zu erheben gegen Lebens- und Identitäts-, sexuelle Orientierungs- und Liebesfeindlichkeiten in unserem persönlichen Umfeld sowie in unserer ganzen Gesellschaft und Kirche.
(Gebet von Pfr. Karsten Weidisch)

Cityadvent: Kunstinstallation „LUX³“ wird aufgelöst

Die Initiatoren des jährlichen Cityadvents in der münsterischen Überwasserkirche planen anlässlich des Schauraums und der Nacht der Museen am Samstag, 3. September, die Kunstinstallation „LUX³“ der Künstler Marius Stelzer und Rupert König vom vergangenen Jahr aufzulösen.

Die 2022 Plexiglasquadrate, die im Advent in der Überwasserkirche hingen und von mehr als 70.000 Besucherinnen und Besuchern gesehen wurden, sollen einzeln abgegeben werden.

Während des Schauraums sammelt das Kirchenfoyer Spenden für die Entwicklung und Umsetzung für den kommenden Cityadvent. Für dieses Jahr ist wieder eine spektakuläre Installation des britischen Künstlers Luke Jerham geplant. Ein sieben Meter großer Mond wird unter anderem von Freitag, 25. November, bis Dienstag, 20. Dezember, im Rahmen des Cityadvents „Wunderbar geborgen – Museum oft the moon“ gezeigt werden.

Wer einige Plexiglaspixel erwerben möchte, hat dazu am Samstag, 3. September, zwischen 16 und 22 Uhr im Kirchenfoyer, Salzstraße 1, die Möglichkeit dazu.

Zwischen Himmel und Erde

Der erste Teil der „Himmelsleiter“ hängt bereits in der St.-Lamberti-Kirche.

Billi Thanner ist sichtlich gerührt, als „ihre“ Himmelsleiter in der St.-Lamberti-Kirche zum ersten Mal leuchtet. „Das ist ein ganz besonderer Augenblick für mich“, sagt die Wiener Künstlerin, die die Installation ihres Kunstwerkes, das in den vergangenen eineinhalb Jahren am Wiener Stephansdom zu sehen war, in diesen Tagen in Münster begleitet. Am 24. August war der erste Teil geschafft: Zwei österreichische Kletterer haben die zwölf Meter lange Innenleiter montiert, in den kommenden Tagen wird die 36 Meter hohe Außenleiter am Turm befestigt. Ab Samstag, 3. September, bis März 2023 wird dann die „Himmelsleiter“ von Billi Thanner von der Orgel innen ausgehend erst das Gewölbe scheinbar durchstoßen und außen den Blick bis an die Spitze des Turms lenken. 

Pastoralreferentin Ursel Schwanekamp hatte die Himmelsleiter im vergangenen Jahr im Urlaub entdeckt. „Ich habe mich äußerlich und innerlich aufgerichtet und meinen Blick geweitet“, erinnert sie sich. Eine Erfahrung, die sie auch den Menschen in Münster ermöglichen wollte. „Ich bin mit meiner Idee, das Kunstwerk an die Lamberti-Kirche zu holen, auf offene Ohren gestoßen“, freut sich Ursel Schwanekamp. Pfarrer Hans-Bernd Köppen griff zum Telefon und rief die Künstlerin persönlich an – Billi Thanner war sofort einverstanden. 

Seitdem galt es viel zu organisieren: Für die Montage der beiden Leitern muss der Teil des Prinzipalmarkts an der Kirche überdacht, der Kirchplatz abgesperrt und die Bänke aus der Kirche ausgeräumt werden. „Den Boden lassen wir bei der Gelegenheit grundreinigen“, sagt Pfarrer Köppen. Auch die Finanzen mussten geklärt werden, etwa 130.000 Euro wird das Projekt kosten. „Ein Großteil der Leistungen, angefangen beim Transport bis zur Installation, haben die Fachfirmen unentgeltlich übernommen“, ist Köppen dankbar für die Unterstützung. Rund 40.000 Euro sind als Geldspenden zusammenkommen, die Pfarrei gibt etwa 25.000 Euro dazu. Die entstehenden Energiekosten sind gering, versichert Pfarrer Köppen, auch, weil die Außenleiter komplett mit LEDs ausgestattet ist. „Der Stromverbrauch ist vergleichbar mit dem eines TV-Gerätes“, erklärt er, „wir rechnen 50 Cent pro Tag“, konkretisiert er.

Die Himmelsleiter erinnert an eine Erzählung im Alten Testament: Dort träumt Jakob von einer Leiter, auf der Engel auf- und absteigen, „ein Symbol für die Beziehung zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Endlichen und Unendlichen“, findet Ursel Schwanekamp. „Die Himmelsleiter kann ein Impuls für den Alltag sein, eine Einladung, nicht nur das Irdische zu sehen, sondern über sich hinauszuschauen und damit neue Perspektiven zwischen Himmel und Erde zu entdecken“, sagt die Pastoralreferentin.

Billi Thanner stellt sich bewusst in die Tradition der christlichen Spiritualität, der persönliche Weg zu Gott werde oft mit einer Leiter verglichen, „ein Weg über die Stufen der Tugenden“. So sollen die 33 Sprossen der „Himmelsleiter“ für ebenso viele Tugenden stehen, wie etwa Glaube, Liebe, Achtsamkeit oder Dankbarkeit. Für die Künstlerin ist ihr Werk, das im Frühjahr 2021 entstand, zugleich ein Zeichen der Hoffnung in schwierigen Zeiten: „Ich wünsche mir, dass die Menschen sich ein bisschen Zeit nehmen, nach oben blicken und niemals den Glauben an das Gute verlieren.“

Die Kunstinstallation wird am Samstag, 3. September, im Rahmen des münsterischen „Schauraums“ gegen 20 Uhr eröffnet, unter anderem mit einer Tanzperformance mit 33 Tänzerinnen und Tänzern – für 33 Tugenden.

FriedensKulturMonat

Das Motto des Friedenskulturmonats 2022 ist Signal und Ziel zugleich. rieg, Aufrüstung, Klimakatastrophe, Migration – diese Themen beherrschen die Nachrichten in den letzten Monaten. Die Veranstaltungen greifen diese Themen auf, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und aus verschiedenen Blickwinkeln, aber immer unter dem Aspekt der gemeinsamen Verantwortung für FRIEDEN!

Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier im Flyer. Weitere Hinweise zum Friedenskulturmonat 2022 und mögliche Aktualisierungen finden Sie auch im Friedensblog des Friedensbüros unter www.frieden-durch-dialog.de.

EvenJazz am 19. August

Ein Abendgebet mit Jazzmusik, kurz EvenJazz, findet am Freitag, 19. August um 18 Uhr in der Pfarrkirche Liebfrauen-Überwasser statt (Livestream: evenjazz.katholisch-in-muenster.de).

In Anlehnung an das Abendgebet der anglikanischen Kirche, dem sogenannten Evensong, werden Freya Deiting (Violine) und Daniel Masuch (Piano) den EvenJazz musikalisch begleiten. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Gebete, Texte, Musik und Stille im Wechsel freuen.

Friedensgebet für die Ukraine

Zu einem regelmäßigen Friedensgebet laden die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), der Evangelische Kirchenkreis und das katholische Stadtdekanat  auch weiterhin an jedem zweiten Montag im Monat ein. Der ökumenische Wortgottesdienst beginnt jeweils um 18 Uhr in der Überwasserkirche.

Stadtdechant Jörg Hagemann erklärt „wir möchten einen Ort des gemeinsamen Betens und auch der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine bieten“. Hagemann lädt dazu ein, den Gedanken vom Katholikentag in Münster aufzugreifen und trotz der schweren Situation nicht nur in Europa, sondern auch in anderen Teilen der Welt, nicht aufzugeben, nach Frieden zu suchen und die Hoffnung auf eine bessere und friedliche Zukunft nicht zu verlieren.

Große Zivilcourage eines „kleinen Rädchens“

Über den neuen Namen des Aa-Uferweges freuten sich (von links) der niederländische Honorarkonsul Dr. Eduard Hüffer, Schwester Susanne Kamperdick als stellvertretende Generaloberin der Clemensschwestern, Felix Genn, Georg Lunemann und Johannes Balthesen Foto: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht

Sie war ein kleines Rädchen im Getriebe, dessen Stopp Großes in Bewegung setzte. Deshalb ist jetzt der Münsteraner Aa-Uferweg zwischen Spiegelturm und Petrikirche nach Schwester Laudeberta van Hal benannt worden. Am 5. Juli segnete Bischof Dr. Felix Genn das entsprechende Schild im Beisein vieler Gäste. 

Die Clemensschwester Laudeberta (1887 bis 1971) leistete im Nationalsozialismus Widerstand gegen das sogenannte Euthanasieprogramm. Dieses sah die systematische Tötung von behinderten und kranken Menschen vor.

Die Ordensfrau, die als Johanna von Hal im niederländischen Groenlo geboren wurde und 1910 in den Orden der Barmherzigen Schwestern in Münster eintrat, war Stationsleiterin in der westfälischen Provinzialheilanstalt Marienthal, der heutigen LWL-Klinik Münster. Als solche erhielt sie Informationen über die vom NS-Regime geplanten Deportationen. Diese gab sie unter hohem persönlichen Risiko – denn sie stand unter Beobachtung eines Spitzels –heimlich an den damaligen Bischof Clemens August Graf von Galen weiter. In der Folge hielt von Galen am 3. August 1941 seine berühmte Predigt gegen das „Euthanasie“-Programm. Die Machthaber stoppten daraufhin die Aktion. Auch Angehörige sprach Schwester Laudeberta an und riet ihnen, ihre Patienten nach Hause zu holen.

Auf diesen mutigen und menschlichen Einsatz machten im vergangenen Jahr elf Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus der katholischen Kirche, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der Geschichtswissenschaft und der Stadtgesellschaft aufmerksam. Im März beschloss dann die Bezirksvertretung Münster-Mitte die Benennung des Fußwegs an der Aa als Schwester-Laudeberta-Weg.

Warum man die Idee parteiübergreifend mittrage, erklärte für die Bezirksvertretung Kai Meyer vor dem Esche: „Schwester Laudeberta war ein vergleichsweise kleines Zahnrädchen, das ins Stocken geriet. Das übertrug sich auf ein größeres, das dann seine Position nutzte.“ Es sei wichtig, solche gesellschaftlichen Beiträge sichtbar zu machen. Denn das könne ausstrahlen und ermutigen, negative Entwicklungen durch kleine Beiträge ins Stocken zu bringen.

Für den LWL sagte dessen Direktor Dr. Georg Lunemann, Schwester Laudebertas Handeln sei ein Beispiel dafür, „Werte zu vertreten und danach zu handeln“. Dabei sei es ihr um Werte gegangen, die zeitlos und so auch heute noch gültig seien.

Bischof Genn betonte die Wichtigkeit, das Andenken an die Ordensfrau wachzuhalten. Als „einfache Schwester“ ohne besonderes Amt habe sie es in damaliger Zeit gewagt, zum Bischof zu gehen, der Gestapo Zugang zu verwehren und als gebürtige Niederländerin im Dienst an deutschen Kranken zu bleiben, obwohl die Deutschen damals die Niederlande besetzt hatten. Ihre Zivilcourage und ihr Mut seien beispielgebend nicht nur für Christinnen und Christen, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger, gegen Spaltung in der Gesellschaft vorzugehen. „Jeder kann etwas tun, damit Gesellschaft zusammenhält“, schlug Genn einen Bogen von Schwester Laudeberta in die Gegenwart.

Die Enthüllung des neuen Straßenschildes, bei der auch viele Clemensschwestern anwesend waren, übernahm mit Johannes Balthesen ein Großneffe der 1971 im Alter von 84 Jahren verstorbenen Ordensfrau. Er schilderte seine Erinnerungen an „Tante Johanna“. Sie habe ihn ermahnt, sich immer gesellschaftlich zu engagieren. Ebenso habe sie ihm mit auf den Weg gegeben, dass es immer Menschen mit menschenfeindlichem Gedankengut geben werde, dem man entgegentreten müsse.

EvenJazz

Ein Abendgebet mit Jazzmusik, kurz EvenJazz, findet am Freitag, 10. Juni um 18 Uhr in der Pfarrkirche Liebfrauen-Überwasser statt (Livestream: evenjazz.katholisch-in-muenster.de).

In Anlehnung an das Abendgebet der anglikanischen Kirche, dem sogenannten Evensong, werden Henrike Jacob (Sopran) und Daniel Masuch (Piano) den EvenJazz musikalisch begleiten. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Gebete, Texte, Musik und Stille im Wechsel freuen.

Die Idee für das neue liturgische Format im Stadtdekanat Münster, das etwa vierteljährlich in der Überwasserkirche stattfindet, kommt von Jürgen Wiltink, katholischer Krankenhausseelsorger im Universitätsklinikum Münster. Der passionierte Musiker hört selbst gern Jazzmusik und weiß, welche musikalischen Möglichkeiten in spiritueller Hinsicht im Jazz liegen. „Mit dem EvenJazz möchten wir den Menschen ein Angebot machen, um zur Ruhe zu kommen, Kraft zu tanken und erfüllt in den Freitagabend und das Wochenende zu gehen“, sagt Wiltink.

Erste Friedenswallfahrt von Soldaten und Pax-Christi-Mitgliedern

Begleitet von Weihbischof Zekorn (rechts) erreichten die Soldaten und Pax-Christi-Mitglieder den Wallfahrtsort Telgte. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Martin Wißmann

Es war eine Premiere mit Symbolcharakter: Erstmals haben am 19. Mai Soldaten und Mitglieder der Friedensbewegung Pax Christi im Bistum Münster eine gemeinsame Friedenswallfahrt unternommen. Von der Kaserne in Münster-Handorf aus starten die Teilnehmenden und pilgerten zunächst zum Ehrenmal auf dem Truppenübungsplatz, das an 150 russische Zwangsarbeiter erinnert. Weiter ging es zum Waldfriedhof Lauheide und zum Gräberfeld für deutsche Soldaten. Vorbei an Gräber polnischer und britischer Gefallener erreichte die Gruppe im Mittag den Wallfahrtsort Telgte, wo sie mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn einen Gottesdienst feierten. Der Weihbischof  hatte die Soldaten und Pax-Christi-Mitglieder ab dem Waldfriedhof begleitet.  

Besonders eindrucksvoll war für die Pilger der Besuch an den Gräberfeldern auf dem Waldfriedhof. „Diese Bilder vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges zu sehen, ist besonders beklemmend“, erklärte ein Soldat. Auch Weihbischof Zekorn griff den Besuch in seiner Predigt auf: „Wer hätte noch vor wenigen Monaten geglaubt, dass sich all das Grauen eines großen Krieges in Europa wiederholen könnte?“ Der Angriffskrieg habe eine Epoche des Friedens in Europa beendet, eine Zeit der Annäherung und der Kooperation zwischen Ost und West. Zekorn verdeutlichte die Dimension von Unfriede, verwies auf die Kriege in vielen anderen Gegenden der Welt. „Ein umfassender Weltfriede ist noch weit entfernt, einen dauerhaft gesicherten Frieden auf der ganzen Welt wird es nie geben“, sagte er. 

Der Weihbischof nannte drei Schritte, die aus seiner Sicht für den Weg hin zum Frieden gegangen werden müssen. „Gott muss die Mitte allen Tuns sein und werden“, betonte er. Zudem sei die Liebe das Grundmotiv christlichen Handelns. „Wir alle können daran mitwirken und Mitschöpfer der Liebe und des Friedens werden“, ermutigte er. Dazu gehöre, Unfrieden und Hass keinen Raum zu geben und im Streit mit anderen alles für eine Einigung zu tun. Zekorn benannte außerdem den Dialog als einen entscheidenden Schritt hin zum Frieden. „Das gilt für die große Politik, wie auch für unseren Nahbereich in Familie, Arbeitsplatz, Nachbarschaft und Bekanntenkreis“, gab er Beispiele.  

Auf dem Weg hatten sich die Soldaten und Pax-Christi-Mitglieder jeweils zu zweit über Ängste und Situationen von Unsicherheit ausgetauscht sowie über die Bedeutung des Glaubens im eigenen Leben. Dabei stellten beide Seiten Gemeinsamkeiten fest: „Man ist sich sehr ähnlich“, freute sich ein Pax-Christi-Mitglied. „Ein Beispiel unter mehreren ist der Ukraine-Krieg: Ob Friedensbewegung oder Soldat – man ist anders, aber irgendwie auch in gleicher Weise betroffen.“ Für den einen oder anderen bot die Friedenswallfahrt auch die Möglichkeit einer Auszeit aus dem Alltag: „Das ist gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krise wichtig“, sagte ein Soldat und antwortete auf die Frage, was er von dem Tag mitnimmt: „Erholung und Frieden.“

Ökumenischer Pfingstmontag auf dem Domplatz

Freuen sich auf den ökumenischen Pfingstmontag: Margret Dick von der altkatholischen Kirche, Pfarrer André Sühling von der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser und Pfarrer Friedrich Stahlhut von der Evangelische Apostel-Kirchengemeinde. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)

An Pfingsten feiern die Christinnen und Christen den „Geburtstag der Kirche“: Zum zwölften Mal lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster (ACK) zum ökumenischen Pfingstmontag auf den Domplatz ein. Am 6. Juni wird zunächst mit einem ökumenischen Gottesdienst auf der Open-Air-Bühne gestartet, danach gibt es ein vielfältiges Bühnenprogramm und ein Podiumsgespräch. Pfarrer André Sühling, Vorsitzender der ACK, freut sich auf das Zusammensein nach pandemiebedingter Pause: „Christsein bedeutet auch in Gemeinschaft zu sein, sich zu begegnen und ins Gespräch zu kommen.“   

Bewusst haben sich die Veranstalter gegen ein biblisches Motto entschieden. Mit „Sehnen. Atmen. Sicher sein.“ sollen alle Menschen in der Stadt angesprochen werden, auch diejenigen, die nur einen geringen oder keinen Zugang zur Kirche haben. „Das Gefühl von Freisein wollen wir, gerade jetzt, da in der Corona-Pandemie zumindest vorerst ein vorsichtiges Aufatmen möglich scheint, ebenso aufgreifen wie das Gefühl von Sichersein, in einer Zeit, in der sich dieser Wunsch seit Beginn des Ukraine-Krieges noch verstärkt hat“, erklärt Pfarrer Friedrich Stahlhut von der evangelischen Kirche und Mitglied im ACK-Vorstand.

Neben Gottesdienst, Gespräch und Musik soll deshalb auch inhaltlich versucht werden, Antworten auf diese Spannung zu geben. Moderiert von Amelie Fröhlich vom WDR diskutieren vier Podiumsgäste miteinander und mit dem Publikum unter anderem über die Frage, welche Gewissheit und Sicherheit der christliche Glaube in unruhigen Zeiten geben kann. Gäste sind Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Heuer, Dezernent der Stadt Münster, Matilda Kohnen von Fridays for Future und Prof. Dr. Thomas Reker, langjähriger Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Münster. Anna-Nicole Heinrich wird zuvor im Gottesdienst die Predigt halten. Die Präses wurde 2021 mit erst 25 Jahren in eines der höchsten Ehrenämter der evangelischen Kirche gewählt, damit ist sie in diesem Amt die Jüngste in der Geschichte der EKD. 

Der Gottesdienst auf dem Domplatz beginnt um 11.30 Uhr, ab 11 Uhr werden die Teilnehmenden musikalisch eingestimmt. Es musizieren die Regionalkantorin Jutta Bitsch mit Chorsängerinnen und -sängern, Pop-Kantor Hans Werner Scharnowski mit einer Band sowie Posaunistinnen und Posaunisten. Anschließend stellen sich Organisationen und Gruppen auf dem „Markt der Möglichkeiten“ vor, parallel gibt es ein Bühnenprogramm, ab 13.30 Uhr mit dem Clown Fidelidad. Das Podiumsgespräch beginnt um 14 Uhr im benachbarten Gebäude der Bezirksregierung. Der ökumenische Pfingstmontag endet um 16 Uhr mit einem geistlichen Ausklang im Dom.

Gemeinsam auf dem Weg zu öko-fairen Pfarreien

Hans-Georg Hollenhorst, Joana Deister, Reinhard Kemper, Sebastian Reimann, Imke Sievers und Thomas Hußmann (v.l.) haben zum Prozessauftakt in die Jugendkirche Münster eingeladen. ©Karola Wiedemann

Der Auftakt ist gelungen, der erste Schritt getan und die Motivation vollends entfacht. Aus fast allen Pfarreien des Stadtdekanats Münster waren am Montagabend Haupt- und Ehrenamtliche der Einladung der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit des Stadtdekanats in die Jugendkirche Münster gefolgt. Ihr ambitioniertes Ziel ist die Auszeichnung aller Pfarreien in Münster durch den Bischof von Münster im Frühjahr 2023 als ‚Ökofaire Pfarreien nach Level 1‘ des Umweltmanagementsystems ‚Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster’. „Wenn man erst mal Lust gekriegt hat, will man vielleicht auch mehr. Man kann klein anfangen und dann der Energie folgen, die sich in der Pfarrei entfaltet“, erklärte beim Prozessauftakt Hans-Georg Hollenhorst aus der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit und beim Bischöflichen Generalvikariat zuständig für pastorale Fragen, wie der Einstieg in das Umweltmanagementsystem Zukunft einkaufen und in die Auszeichnung als ökofaire Pfarrei gelingen kann. Imke Sievers, ebenfalls Mitglied in der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit und Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd blies ins gleiche Horn ermunterte die Anwesenden, erst mal alles zu sammeln, was schon gemacht wird in Richtung ökofair und dann zu schauen, wo Mitglieder und Mitarbeitende der Pfarrei Lust haben, hinzuschauen und anzupacken. Umsetzen was niemand will, frustriere unnötig, ist ihr Credo. Dabei weiß sie, wovon sie spricht. Ihre Pfarrei ist Vorreiterin und bereits seit 2018 als ‚Ökofaire Gemeinde nach Level 1‘ ausgezeichnet. Die Pfarrei St Joseph Münster-Süd steuert mittlerweile Level 2 an. Auch Udo Schonhoff aus der Ökofairen Steuerungsgruppe dieser Pfarrei berichtete: „Wenn man erst mal angefangen hat, sich gezielt ökofair auszurichten, nimmt man sich dafür immer mehr Bereiche vor.“ So richtet die Pfarrei derzeit ihren Blick auf die Mobilität ihrer Mitarbeitenden und prüft inwieweit beispielsweise Lastenräder und Carsharing genutzt werden können. Bei der Sanierung der Josephskirche werden die Fliesen aufgenommen und wieder verbaut. Bei Ausschreibungen werden hier auch ökologische Kriterien integriert. Außerdem will Pfarrei eine Photovoltaikanlage anschaffen. „Wenn sich die Anlage amortisiert hat, wollen wir die Erträge zweckgebunden für weitere ökologische Projekte einsetzen“, erklärt Udo Schonhoff. 

Am Anfang der Auszeichnung als ökofaire Pfarrei stehe der Beschluss der Gremien, informierte Sebastian Reimann, Geschäftsführer beim Stadtdekanat Münster, und präsentierte beim Auftakt eine Vorlage für diesen Beschluss. Joana Deister, vom Multiplikatorenteam Zukunft einkaufen als Fachberaterin Mitglied der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit, stellte die Anforderungen für die Auszeichnungen vor. Die Pfarrei müsse sich zu mindestens sechs ökofairen Kriterien, wie beispielsweise der Nutzung von Ökostrom oder von fair gehandelten Blumen, verpflichten und dies veröffentlichen, erklärt sie.

Innovativ ist auch für die Kampagne ‚Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster‘, dass sich eine ganze Region, hier das Stadtdekanat Münster, pfarreiübergreifend auf den Weg macht und in weiteren Schritten die Auszeichnung ansteuert. „Wir können uns dabei austauschen und bereichern“, benennt Imke Sievers eine gewinnbringende Seite des Vorgehens und hat auch schon eine konkrete Idee, die nur im Verbund umzusetzen ist, um bei einem Hersteller eine ausreichende Menge bestellen zu können: Ökohostien aus biologisch erzeugtem Mehl. Glaubwürdig wäre das allemal. Mehr zu der Initiative „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ www.bistum-muenster.de/zukunft einkaufen. Text und Foto Karola Wiedemann.

Mit dem Reisesegen in Münster Richtung Stuttgart gestartet

24 Pilgerinnen und Pilger haben sich mit dem Rad auf den Weg zum Katholikentag in Stuttgart gemacht. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Mit dem Rad zum 102. Katholikentag nach Stuttgart: 24 Pilgerinnen und Pilger haben ein ungewöhnliches Verkehrsmittel gewählt, um an dem kirchlichen Großereignis über Christi Himmelfahrt teilzunehmen. 650 Kilometer liegen vor den Radfahrern, die sie in zehn Tagen zurücklegen werden. Pünktlich am Mittwoch, 25. Mai, wollen sie über die Grenze der Landeshauptstadt Baden-Württembergs radeln. Ihre Tour starteten die Pilger am 16. Mai in Münster, wo 2018 der letzte Katholikentag stattgefunden hat. Stadtdechant Jörg Hagemann spendete den Reisesegen, anschließend ging es los. 

Fast alle in der Gruppe kennen sich, viele haben schon an vorherigen Touren von „Pilgern per Rad“ teilgenommen, bei denen der Startpunkt immer die Stadt ist, in der der letzte Kirchentag stattgefunden hat. Für Willi Beckmann, der schon von Berlin nach Dortmund dabei war ebenso wie von Leipzig nach Münster, ist es vor allem die Mischung, die die Tour ausmacht: „Es gibt einen sportlichen, einen kulturellen und einen religiösen Aspekt“, sagt er. Hinzu komme ein „einzigartiges Gemeinschaftserlebnis“, das durch intensive Gespräche während der Fahrt und gemeinsame Mahlzeiten entstehe. „Wenn wir nach zehn Tagen am Zielort ankommen, liegen wir uns in den Armen“, weiß Beckmann aus Erfahrung. Der gebürtige Werner ist auch erprobt, was das Gepäck betrifft: „Man lernt auf diesen Touren, minimalistisch zu packen.“ Zwei Satteltaschen, jeweils mit sechs Kilogramm Gepäck, hat er dabei. „Das Werkzeug wiegt am meisten“, sagte er schmunzelnd. 

Hagemann verband beim Reisesegen in der Clemenskirche die beiden Leitworte des zurückliegenden Katholikentags in Münster und des bevorstehenden in Stuttgart. „Suche Frieden“ stand über dem münsterischen Großereignis von 2018. „Für uns war damals klar, dass das Motto für den Katholikentag in der Friedensstadt Münster mit Frieden zu tun haben muss, aber es hatte etwas Theoretisches“, blickte der Stadtdechant zurück. Heute, in Zeiten des Ukraine-Krieges, bekomme das Thema eine neue, zusätzliche Dimension. „Wo Friede ist, können wir das Leben miteinander teilen“, schlug er die Brücke zum Leitwort „Leben teilen“ in Stuttgart. 

Den Startschuss für die erste Etappe nach Menden gab Ansgar Hagemann, Leiter der Gruppe, der seit mehr als 20 Jahren Pilgerreisen mit dem Rad plant. „Ich hoffe und bete, dass keine Unfälle passieren, dass das Wetter einigermaßen mitspielt und dass wir Kirche in Deutschland erleben mit ihren kulturellen und spirituellen Bauten.“ Nach der Station in Menden geht es weiter an den Flüssen entlang durch das Sauerland über Siegen bis nach Limburg an der Lahn. Anschließend werden die Radfahrer den Taunus überqueren und nach Wiesbaden und den Rhein hochfahren über Mainz, Worms und Speyer. In Ludwigsburg wird die Gruppe das letzte Mal übernachten, bevor sie in Stuttgart eintreffen wird.

Liebe gewinnt. Liebe ist ein Segen. Für alle Menschen.

Auch in diesem Jahr finden am Dienstag, 10. Mai, in Münster unter dem #liebegewinnt Segnungsgottesdienste für alle Liebenden, und damit auch für gleichgeschlechtlich Liebende, statt. Eingeladen sind alle Menschen, die in Liebe zueinander Verantwortung füreinander übernehmen, um sich Gottes guten Segen zusagen zu lassen. Gott ist die Liebe und Gott schenkt uns Menschen seine Liebe.  

„Ich bin fest davon überzeugt, dass Liebe, die Verantwortung füreinander übernimmt, niemals Sünde sein kann“, sagt Stadtdechant Jörg Hagemann, einer der elf Initiatoren der deutschlandweiten Aktion. Er betont: „Die emotionalen und wunderschönen Erfahrungen des Segnungsgottesdienstes im vergangenen Jahr haben mich darin bestärkt, ganz unterschiedlichen und bunten Paaren Gottes Segen zuzusprechen. Denn wenn Gott die Liebe ist, dann bin ich froh, wenn ich als Teil der Kirche liebende Menschen diese liebende Nähe Gottes zu uns Menschen im Segen auch in diesem Jahr in der St.-Nikolaus-Kirche zusprechen kann."  

Angestoßen worden war die Aktion #liebegwinnt im vergangenen Jahr mit deutschlandweit mehr als 100 Segnungsgottesdiensten als Reaktion auf die Entscheidung der Glaubenskongregation des Vatikans, wonach es „nicht erlaubt“ sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen.

Die Gottesdienste im Stadtdekanat Münster finden jeweils am Dienstag, 10. Mai, 19 Uhr an folgenden Orten statt:

  • St.-Nikolaus-Kirche, Herrenstraße 22, 48167 Münster-Wolbeck. Hier gibt es auch einen Live-Stream unter segen.katholisch-in-muenster.de
  • St.-Josef-Kirche, Gittruper Straße 23, 48157 Münster-Gelmer
  • Benediktshof, Verth 41, 48157 Münster-Handorf

Weihbischof Zekorn: „In größeren Netzwerken denken“

Sie bilden das Regionalteam für die Region Münster-Warendorf-Coesfeld (von links): Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Maria Bubenitschek und Matthias Schlettert.
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Wie die Zukunft der katholischen Kirche im Bistum Münster gut gestaltet werden kann und soll, darum ging es am 28. April in der Bischöflichen Friedensschule, in der sich Vertreterinnen und Vertreter der Pfarreien und Einrichtungen des Stadtdekanats Münster versammelt hatten. Die Vorschläge der Bistumsleitung für die pastoralen Räume wurden mit den Hauptamtlichen der Pastoralkonferenz am Nachmittag sowie abends gemeinsam mit den ehrenamtlichen Gremienvertreterinnen und -vertretern diskutiert.

Die Veranstaltungen sind Teil des im Bistum laufenden Prozesses zur Entwicklung der pastoralen Strukturen und finden in allen Dekanaten statt. Der Prozess bindet die Katholikinnen und Katholiken vor Ort in Entscheidungen ein. Deshalb sind die sogenannten pastoralen Räume, in denen künftig die Seelsorge für mehrere Pfarreien mit einem Pool an Seelsorgerinnen und Seelsorgern umgesetzt werden soll, ausdrücklich Vorschläge und keine Vorgaben. Vorgestellt wurden die Überlegungen vom Regionalteam für die Region Münster-Warendorf-Coesfeld. Dieses bilden Pastoralreferent Matthias Schlettert, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Maria Bubenitschek, die in der Bistumsverwaltung die Hauptabteilung Seelsorge leitet. 

Im Stadtdekanat sollte es ursprünglich fünf pastorale Räume geben. Diese sollten die Kirchengemeinden wie folgt zusammenfassen: St. Petronilla – St. Mauritz; St. Nikolaus – St. Clemens Hiltrup-Amelsbüren; St. Liudger; St. Joseph Münster-Süd – St. Paulus – St. Lamberti – Heilig Kreuz; St. Franziskus – St. Marien und St. Josef – Liebfrauen-Überwasser. Ein Vorschlag, der in dieser Form kaum Zustimmung erhielt. Stattdessen befürworteten viele der Haupt- und Ehrenamtlichen einen einzigen pastoralen Raum für das gesamte Stadtdekanat, als weitere Option wurde eine kleinere Anzahl an pastoralen Räumen, möglicherweise mit neu zu definierenden Grenzen, diskutiert.  

Basierend auf bisherigen Rückmeldungen zum Strukturprozess nannte Matthias Schlettert die zentralen Felder des Prozesses: Leitungsformen, Freiwilligenmanagement, das Verhältnis Pfarrei zu seelsorglichen Aufgaben in Einrichtungen sowie die Rollen- und Aufgabenklärung. Weihbischof Zekorn ermutigte dazu, „in größeren Netzwerken“ zu denken. Die künftige Entwicklung von sinkenden Zahlen der Katholiken, des pastoralen Personals und der Kirchensteuereinnahmen erfordere eine Reaktion. „Wir müssen jetzt schon die notwendigen Schritte gehen“, betonte er. Dass es bei den pastoralen Räumen um Strukturveränderungen gehe und weniger um das Finden eines pastoralen Identifikationsraumes machte Maria Bubenitschek deutlich. Diesen Gedanken griff Stadtdechant Jörg Hagemann auf und ermutigte dazu, weniger in Grenzen zu denken. „Der Identifikationsort wird für einige weiter vor der Haustür sein“, sagte er, aber ein großer pastoraler Raum könne zusätzlich eine Chance für eine andere Form von Seelsorge mit liturgischen Angeboten auf Stadtebene bieten.

Das Meinungsbild unter den Haupt- und Ehrenamtlichen war gemischt. Während einige die Verwurzelung der Menschen mit der Gemeinde vor Ort in den Mittelpunkt stellten und diese gezielt fördern möchten, forderten andere „kein Kirchturmdenken mehr“. Für sie spiele die Pfarreigrenze immer weniger eine Rolle – ihr Blick gelte den Angeboten, losgelöst vom Ort. Konstruktiv wurden die Argumente beider Standpunkte diskutiert. Deutlich wurde das große kirchliche Pfund, das die Stadt Münster mit ihrem urbanen Kern einerseits und den äußeren ländlicheren Gebieten andererseits hat. Dies gelte es gemeinsam zu gestalten, damit die Kirche auch weiterhin eine Relevanz in der Gesellschaft behalte. 

Auf Bistumsebene arbeiteten Prozess- und Themengruppen aus Haupt- und Ehrenamtlichen verschiedener Ebenen an der strategischen Ausrichtung in diesen Feldern. Ausdrücklich betont wurde der partizipative Charakter des Prozesses. Weil die beiden Veranstaltungen weiteren Gesprächsbedarf aufgezeigt hätten, bat Weihbischof Zekorn die Vertreterinnen und Vertreter um Vorschläge zum weiteren Vorgehen.

Auf dem Weg zur öko-fairen Pfarrei

Foto: NASA, Editor: Mark Garcia

Die im Jahr 2015 von Papst Franziskus veröffentlichte Enzyklika Laudato si war ein Weckruf zu einer ökologischen Umkehr. In vielen unserer Pfarreien in Münster gab es bereits zuvor ein vielfältiges Engagement zur Wahrung der Schöpfung und für ein faires und soziales Miteinander in einer globalisierten Welt. Dieses zeigt sich auch in den vielen Eine-Welt-Gruppen und Freundschaften mit Projektpartnern in den Ländern des Südens.

Wir möchten als Stadtdekanat Münster dieses Engagement weiter vertiefen und gemeinsam mit den Pfarreien und Gemeinden in Münster einen Weg zu Zertifizierung zur öko-fairen Pfarrei gehen. Hierzu laden wir alle interessierten Vertreterinnen und Vertreter aus dem Stadtdekanat Münster zu einer ersten Startveranstaltung am Montag, 16. Mai 2022, 20 Uhr in der Jugendkirche Münster ein.

Zur Anmeldung nutzen Sie bitte diesen Link.

Büchereien im Stadtdekanat Münster haben unter Corona-Pandemie gelitten

331.988 Ausleihen zählten die Mitarbeitenden in den Büchereien im Stadtdekanat Münster im vergangenen Jahr. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe)

Die Corona-Pandemie bestimmte im vergangenen Jahr erneut die Arbeit der katholischen öffentlichen Büchereien im Bistum Münster. Das zeigt ein Blick in die Statistik der Fachstelle Büchereien. Auch in 2021 weist sie im Vergleich zu 2020 nochmals weniger Ausleihen auf. „Wir wissen jedoch, dass dies nicht am mangelndem Engagement der Büchereiteams liegt. Sie leisten unter schwierigen Bedingungen Großartiges“, lobt Aki Wantia, Leiterin der Fachstelle Büchereien beim Bistum Münster, den Einsatz der zumeist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen es im Kreisdekanat Steinfurt insgesamt 663 (Vorjahr: 676) gibt.  

Immer neue Vorgaben und Verordnungen des Landes Nordrhein-Westfalen hätten das vergangene Jahr für die Büchereien geprägt. Das haben auch die 30 Büchereien (Vorjahr: 29) im Stadtdekanat Münster zu spüren bekommen. Viele hätten ihre Räume wieder geöffnet, als dies im Frühjahr 2021 möglich gewesen sei. Parallel hätten sie aber auch den bewährten und eingespielten Abhol- und teilweise ebenso Bringservice für ihre Leserinnen und Leser weitergeführt. „Unsere Nutzer waren im Allgemeinen sehr zurückhaltend, aber auch wegen der ständig wechselnden Zutrittsbeschränkungen verunsichert. Zudem konnten wir wegen der Corona-Auflagen keine Kindergartengruppen und Grundschulklassen begrüßen. Ebenso durften sich immer nur wenig Nutzer gleichzeitig in den Räumen aufhalten, um die Abstandsregelungen einhalten zu können“, erklärt Aki Wantia den abermaligen Rückgang der Ausleihen.   

Mit großer Euphorie seien im vergangenen Jahr wieder Veranstaltungen geplant worden wie Vorlesestunden in kleinen Kindergartengruppen oder erste Besuche von Grundschulklassen. Jedoch habe es wegen der Corona-Pandemie häufig Entwicklungen gegeben, die allen Planungen einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten. Insgesamt wurden im Stadtdekanat Münster knapp 331.988 Ausleihen getätigt (Vorjahr: 344.678). 9.332 Leserinnen und Leser nutzten das Angebot der Büchereien (Vorjahr: 9.737). Zur Ausleihe standen 165.814 Medien zur Verfügung (Vorjahr: 162.247). In den Büchereien des Stadtdekanates konnten 364 Veranstaltungen stattfinden (Vorjahr: 704). Insgesamt zählten die Mitarbeitenden knapp 26.941 Besuche in ihren Büchereien.  

„Wir hoffen sehr, dass sich in diesem Jahr der Büchereialltag normalisiert, Veranstaltungen und Begegnungen wieder unbeschwert möglich sind. Als Fachstelle freuen wir uns darauf, dass derzeit die ersten Fortbildungen in Präsenz wieder stattfinden und wir beim großen bistumsweiten Tag der Büchereien am 3. September hoffentlich viele unserer ehrenamtlich Engagierten persönlich begrüßen und mit neuen Ideen für die Büchereiarbeit vor Ort versorgen können“, blickt Aki Wantia nach vorn.

Installation im Kirchenfoyer zu den Kar- und Ostertagen

Eine Kunstinstallation im Fenster des Kirchenfoyers erinnert an das Leid der Menschen in der Ukraine. Foto: Markus Kortewille

Auf den Krieg in der Ukraine macht eine Kunstinstallation im Fenster des Kirchenfoyers am Lambertikirchplatz aufmerksam. Die Installation ist mit „Dolores – Schmerzen einer Mutter“ überschrieben und zeigt zum einen die Figur der Schmerzhaften Gottesmutter und zum anderen ein aktuelles Pressefoto, aufgenommen am siebten Tag des Angriffskrieges, auf dem eine ukrainische Frau ihrem Kind die Hand entgegenstreckt, das in einem Zug sitzend davonfährt. Ein Vers aus dem Neuen Testament, der in den Kar- und Ostertagen täglich wechselt, komplementiert die Installation.

Die Figur der Schmerzhaften Gottesmutter, die auf die Dornenkrone in ihrem Schoß schaut, wurde 1954 vom Hammer Künstler Franz Xaver Willmann geschaffen, informieren die Verantwortlichen der Installation, Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, und Klaus Herold, Ehrenamtlicher im Team der citypastoralen Einrichtung, auf einer nebenstehenden Tafel. Sie stammt aus dem Besitz der Hiltruper Missionsschwestern, König hat sie um ein blaues Kreuz aus Acrylglas ergänzt, um eine Verbindung zum aktuellen Geschehen in der Ukraine herzustellen. 

Die auf dem Pressefoto abgebildete Szene soll laut König und Herold zum Ausdruck bringen, dass auch heute Mütter entsetzlich leiden, beispielsweise bei der Trennung von ihren Kindern und bei der verzweifelten Suche nach Rettung angesichts von Vernichtung und Tod. Die ausgewählten Verse aus dem Neuen Testament erinnern an „Sieben Schmerzen Marias“, die sie als Mutter zu durchleiden hatte. Zu lesen sein werden Verse aus „die bittere Weissagung des Simeon“, „die Flucht nach Ägypten“, „das Verlieren Jesu auf der Wallfahrt nach Jerusalem“, „die Begegnung auf dem Kreuzweg“, „das Ausharren unter dem Kreuz“, „die Abnahme des Leichnams“ und „die Grablegung“. Damit verweise die Installation frömmigkeitsgeschichtlich auf eine Tradition, die die Kirche seit dem späten Mittelalter kennt. Eine solche Figur, traditionell mit sieben Schwertern, die auf das Herz Marias zielen, findet sich in der Lambertikirche.

Stellenausschreibung der TelefonSeelsorge Münster

Die ökumenische TelefonSeelsorge® Münster ist eine gemeinsame Einrichtung des Katholischen Stadtdekanates Münster e.V. und des Evangelischen Kirchenkreises Münster. In ihr arbeiten derzeit ca. 90 qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiter*innen sowie Honorarkräfte und Hauptamtliche. Die TelefonSeelsorge bietet Menschen, die in seelische Konflikte oder in Not geraten sind, rund um die Uhr eine menschlich zugewandte Hilfe durch Gespräche am Telefon oder in der Internetberatung an. Im Jahr erreichen etwa 15.000 Anrufe die TS-Münster und gut 1.000 Mailkontakte.

Die TelefonSeelsorge Münster sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt in unbefristeter Anstellung eine/n hauptamtliche/n Mitarbeiter*in (m/w/d) in Vollzeit (39 Std./Woche). Die ausführliche Stellenausschreibung finden Sie hier

Friedensgebet für die Ukraine

Bereits seit dem 24. Februar laden die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster, der Evangelische Kirchenkreis Münster und das Stadtdekanat Münster jeden Montag zu einem kurzen ökumenischen Friedensgebet um 18 Uhr in die Liebfrauen-Überwasserkirche ein. Die Reihe der Friedensgebete wurde nun bis Pfingsten verlängert.

 

 

Kirchen grüßen zum Ramadan im Angesicht des Ukrainekrieges

Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan wenden sich die fünf katholischen (Erz-) Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen mit einer gemeinsamen Grußbotschaft an Musliminnen und Muslime. Für das Bistum Münster hat Bischof Dr. Felix Genn das Grußwort unterzeichnet. 

Angesichts globaler Herausforderungen wie des Krieges in der Ukraine, aber auch der Corona- und der Klimakrise, ruft das Grußwort die Verantwortung beider Religionen in der gemeinsamen Sorge für die Welt ins Bewusstsein: „Kein Mensch kann dem allen alleine entgegentreten. Wir müssen darauf vertrauen und darauf hoffen, dass es uns als Menschheit mit Gottes Hilfe gelingt, die erforderlichen Schritte zu erkennen und zu tun." 

Der Mut- und Ratlosigkeit, die in diesen Krisen aufkommen können, setzt das Grußwort Geduld, Gottvertrauen und Hoffnung entgegen. Die Besinnung auf diese Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam gibt Halt und ermutigt zum gemeinsamen Handeln: „Ohne Geduld und Vertrauen in Gott und unsere Mitmenschen fehlt uns die Hoffnung. Ohne Hoffnung und ohne Nächstenliebe werden wir es nicht wagen, diese komplexen Herausforderungen anzugehen. Geduld, Gottesvertrauen und die Liebe zum Nächsten nähren die Hoffnung. Die Hoffnung aber macht uns stark in unserem Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung", heißt es im Grußwort. 

Neben Bischof Genn haben das Grußwort unterschrieben: Landessuperintendent Dietmar Arends (Lippische Landeskirche), Erzbischof Hans-Josef Becker (Erzbistum Paderborn), Bischof Helmut Dieser (Bistum Aachen), Präses Annette Kurschus (Evangelische Kirche von Westfalen), Präses Thorsten Latzel (Evangelische Kirche im Rheinland), Bischof Franz-Josef Overbeck (Bistum Essen) und Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (Erzbistum Köln).

Seit 2009 grüßen die katholischen (Erz-)Bischöfe und die evangelischen Präsides und Landessuperintendenten mit einem gemeinsamen Wort zum Ramadan. Das Ramadangrußwort der Kirchen in NRW wendet sich an muslimische Gemeinschaften und muslimische Gläubige. Es wird in gedruckter Fassung und per E-Mail versendet und seht hier zum Download bereit.

Ehrenamtspreis: Engagierte aus Kirche und Gesellschaft können sich bewerben

Lichtblicke gesucht: Zum sechsten Mal schreibt das Bistum Münster einen Ehrenamtspreis aus, um Initiativen und Projekte auszuzeichnen. Damit sollen diejenigen gewürdigt werden, die freiwillig und mit viel Engagement und Phantasie anpacken, wo Hilfe nötig ist. 

Bischof Felix Genn, Kerstin Stegemann, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, und Markus Nolte, Chefredakteur von „Kirche-und-Leben.de“, schreiben in einer gemeinsamen Erklärung zum Ehrenamtspreis: „Ehrenamtliche sind kostbare Lichtblicke. Ohne sie kümmerte sich jeder nur um sich und sein ureigenstes Wohl. So eine Gesellschaft wäre trist und dunkel.“ Und sie betonen: „Unsere Ehrenamtlichen leben Gesellschaft anders. Bei allen Schwierigkeiten und Herausforderungen sind sie und schenken sie Lichtblicke, indem sie mitfühlen, indem sie für andere uneigennützig da sind, indem sie anpacken, indem sie sich zur Verfügung stellen, indem sie aushalten.“ 

Der Ehrenamtspreis sei Ausdruck der Wertschätzung und der Dankbarkeit für das vielfältige Engagement. Er solle zudem Anregung, Inspiration und Hoffnungszeichen sein, heißt es in der Erklärung.

Um den Preis können sich Initiativen und Projekte aus dem Bistum Münster bewerben, die von Ehrenamtlichen getragen werden. Auch nicht-kirchliche Bewerbungen sind willkommen. Einzelpersonen können ebenfalls für ihr Engagement ausgezeichnet werden, wenn sie von Dritten vorgeschlagen werden. Die Projekte und Initiativen, die sich um den Preis bewerben, sollten innovativ, nachhaltig oder modellhaft sein. Zu gewinnen gibt es als ersten Preis 5.000 Euro, als zweiten Preis 3.000 Euro und als dritten Preis 2.000 Euro. 

Ein Online-Anmeldeformular findet sich unter anderem auf www.ehrenamtspreis-muenster.de. Auch per Mail oder Post sind Bewerbungen möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eingesandte Materialien können leider nicht zurückgesandt werden. Einsendeschluss ist der 1. Mai.

Über die Preisvergabe entscheidet eine vierköpfige Jury. Sie besteht aus Kerstin Stegemann und Susanne Deusch vom Diözesankomitee der Katholiken, dem Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Klaus Winterkamp, und Markus Nolte, Chefredakteur von „Kirche-und-Leben.de“.

Weitere Infos zum Ehrenamtspreis gibt es bei der Geschäftsführerin des Diözesankomitees der Katholiken, Lisa Rotert, unter Tel. 0251 495-17080 oder per E-Mail an dioezesankomitee@bistum-muenster.de.

200 Firmlinge aus Münster beim FirmFilmFestival im Cineplex

Hans-Dieter Sauer (rechts) vom Vorbereitungsteam des FirmFilmFestivals kam mit den Filmemachern des Kurzfilms „Alone“, Amedi Oji (links) und Jakob Bey, ins Gespräch. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

  Zeit für Kino, Popcorn – und Filme mit einer Botschaft: Rund 200 Firmlinge aus dem Stadtdekanat Münster haben sich am 20. März beim FirmFilmFestival im Cineplex in Münster zusammen mit ihren Katechetinnen und Katecheten zum Nachdenken anregen lassen. Mittendrin: Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Er begrüßte die Jugendlichen und kam mit ihnen über die Filme ins Gespräch. 

Bereits zum sechsten Mal hatten die Jugendseelsorgekonferenz im Stadtdekanat Münster und das Regionalbüro Ost in Kooperation mit dem Cineplex Münster zu der Veranstaltung im Rahmen der Firmvorbereitung eingeladen. Auf dem Programm standen zunächst fünf Kurzfilme unterschiedlicher Genres, aus denen die Firmlinge ihren Favoriten wählen konnten.

Rund die Hälfte der Firmlinge favorisierte den Kurzfilm „Alone“ auf den ersten Platz, der das Thema Selbstmord aufgreift und in gut fünf Minuten eindrücklich die Geschichte eines Jungen darstellt, der unter einer Psychose leidet. „Man sieht, dass der Film aufwändig produziert wurde“, sagte Greta Berkemeier aus der Pfarrei St. Nikolaus. Aus Sicht der 15-Jährigen hebt sich der Film von den anderen gezeigten Kurzfilmen ab: „Das Thema ist wichtig und der Film erregt Aufmerksamkeit dafür.“

Das Besondere: Die Firmlinge kamen den Machern des Kurzfilms, Amedi Oji und Jakob Bey aus Münster, ganz nah. Beim Filmgespräch berichteten die beiden Jugendlichen von der „Alone“-Produktion, mit der sie bereits einen Filmpreis gewonnen haben. Sie haben nicht nur das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, sondern waren auch die Protagonisten in ihrem eigenen Film. „Wir sind vom Kino fasziniert und möchten Geschichten erzählen“, waren sie sich einig. Der Wunsch, ein gesellschaftliches Problem in einem ihrer Filme zu thematisieren, begleitet die beiden Jugendlichen schon länger. „Viele haben sich während der Lockdowns in der Corona-Pandemie alleine gefühlt, sind vielleicht sogar depressiv geworden. Diese Situation hat uns auf die Idee zum Film gebracht“, erzählten Oji und Bey. 

Auch die anderen vier Kurzfilme erhielten Applaus. Weihbischof Zekorn hatte für den Kurzfilm „The Black Hole“ gestimmt, der zeigt, wie Menschen angesichts von Versuchungen die Kontrolle verlieren können. „Auf humorvolle Art und Weise porträtiert der Kurzfilm, was Versuchung und Habgier mit uns Menschen machen können“, fasste der Weihbischof zusammen und gab den Jugendlichen mit auf den Weg: „Es gibt viele wichtige Dinge, nach denen wir uns sehnen, aber bei manchen müssen wir aufpassen, dass sie uns nicht verschlingen.“

Der vom Vorbereitungsteam ausgewählte Hauptfilm des Abends „Belfast“ erzählt von der Kindheit eines neunjährigen Jungen im Belfast der 1960er-Jahre, Schauplatz ist der Konflikt des drohenden Bürgerkriegs in der gleichnamigen nordirischen Hauptstadt. Die Kindheit von Buddy endet abrupt, als die Spannungen in der Stadt eskalieren. Und während sein in England arbeitender Vater und seine besorgte Mutter die Zukunft der Familie zu sichern versuchen, bleibt dem Jungen nichts anderes übrig, als langsam erwachsen zu werden – und trotzdem die Lebensfreude, das Lachen und seine von Film und Fernsehen beflügelte Fantasie nicht zu verlieren.  

„Wir haben uns trotz des Krieges in der Ukraine, der uns alle bewegt, für diesen Hauptfilm entschieden“, erklärte Manuel Niggenaber vom Regionalbüro Ost. „Belfast“ biete so viel mehr als die Geschichte eines religiösen Konfliktes, begründete er die Wahl. „Ein Junge entdeckt das Leben, die Liebe, die Höhen und Tiefen des Lebens – und dass um ihn herum gerade Krieg herrscht, ist nur ein Teil seiner Geschichte, bestimmt sie aber nicht.“ Beim FirmFilmFestival gehe es neben den Botschaften hinter den Filmen, die in die Firmvorbereitung einfließen können, auch um das Gemeinschaftsgefühl. „Kirche begegnet den Jugendlichen hier an einem Ort, der ihnen vertraut ist“, fasste Niggenaber die Idee des Treffens zusammen. Musikalisch untermalt wurde das Festival vom Impromusik-Duo „Wunschkonzert“. 

Osterkarten-Aktion am Universitätsklinikum Münster

Bildunterschrift: Schon 2020 haben sich Patientinnen und Patienten, wie dieses Mädchen, über Ostergrüße gefreut. Foto: privat

Im Universitätsklinikum Münster (UKM) wird es über die Kar- und Ostertage weiterhin Corona-Schutzmaßnahmen und eingeschränkte Besucherregelungen geben. Weil sich Patientinnen und Patienten dadurch vermehrt isoliert fühlen, unterstützt die Klinikseelsorge eine Aktion des UKM und lädt zum Mitmachen ein: Die Patienten, die über die Osterfeiertage im Klinikum bleiben müssen, sollen mit Osterkarten überrascht werden. Wer den Erkrankten eine Osterüberraschung bereiten möchte, kann bis Montag, 11. April, eine Karte schicken.  

„Mit Ostern verbinden wir Menschen den Aufbruch und das Aufblühen nach den grauen Wintertagen“, erklärt Klinikseelsorger Jürgen Wiltink. „Wir Christen setzen auf Jesus Christus, der uns durch seine Auferstehung Hoffnung und Freude schenkt. Und genau das soll auch das Ziel der Osterkartenaktion sein: Hoffnung und Freude zu den Patienten zu bringen“, freut er sich über die Aktion. Wiltink lädt zusammen mit dem Team des UKM dazu ein, „den Patienten mit einer mit Liebe gestalteten Osterkarte ein Lächeln zu entlocken“.   

Ob gekauft oder selbstgebastelt, ob feierlich oder lustig – jede Aufmunterung zählt, ruft das Kulturmanagement des UKM zum Mitmachen auf. Die Osterpost – an Erwachsene wie Kinder – kann geschickt werden an:
Universitätsklinikum Münster - Aktion Osterkarten -
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gb. A1
48149 Münster

Auf der Rückseite des Umschlags kann ein Wunschadressat vermerkt werden, zum Beispiel „Kind“ oder „Erwachsene“. Wer eine Antwort ermöglichen möchte, kann der Karte die eigene Anschrift hinzufügen.   

Dommessdiener verkaufen Waffeln für Menschen in der Ukraine

Leckeres für den guten Zweck: Am Samstag, 12. März, backen die Dommessdiener und -messdienerinnen Waffeln. Der Erlös aus deren Verkauf fließt den Menschen zu, die in der Ukraine vom Krieg betroffen sind. 

Zwischen 9 und 13 Uhr können alle, die Appetit haben, hinter dem Dom am Klarissenkloster Waffel bekommen. Dafür bitte die Dommessdiener um eine Spende in frei zu wählender Höhe. Das gesammelte Geld geht über die vom Bistum eingerichtete Stelle an die Opfer des Krieges in der Ukraine. 

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, im Bistum Münster Beauftragter für die Weltkirche, ist sehr erfreut über die Initiative der Dommessdiener. Er hat sein Kommen angekündigt und hofft wie die Dommessdiener auf viele Besucher.

EvenJazz im März

Ein Abendgebet mit Jazzmusik, kurz EvenJazz, findet am Freitag, 23. März um 18 Uhr in der Pfarrkirche Liebfrauen-Überwasser statt (Livestream: evenjazz.katholisch-in-muenster.de).

In Anlehnung an das Abendgebet der anglikanischen Kirche, dem sogenannten Evensong, werden Anna-Sophie Brosig (Sopran) und Daniel Masuch (Piano) den EvenJazz musikalisch begleiten. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Gebete, Texte, Musik und Stille im Wechsel freuen.

Die Idee für das neue liturgische Format im Stadtdekanat Münster, das etwa vierteljährlich in der Überwasserkirche stattfinden soll, kommt von Jürgen Wiltink, katholischer Krankenhausseelsorger im Universitätsklinikum Münster. Der passionierte Musiker hört selbst gern Jazzmusik und weiß, welche musikalischen Möglichkeiten in spiritueller Hinsicht im Jazz liegen. „Mit dem EvenJazz möchten wir den Menschen ein Angebot machen, um zur Ruhe zu kommen, Kraft zu tanken und erfüllt in den Freitagabend und das Wochenende zu gehen“, sagt Wiltink.

Glocken in Münster läuten für den Frieden

Für sieben Minuten läuten am 3. März 2022 um 12 Uhr in Münster die Kirchenglocken für den Frieden. Die Kirchen folgen damit einem Aufruf der Dombaumeister Deutschlands. Konfessionsübergreifend lädt dieses Zeichen ein, innezuhalten und sich mit den Menschen in der Ukraine, die so viel Leid erleben müssen, solidarisch zu zeigen. Das Geläut für den Frieden will somit Zeit und Raum schaffen, um für den Frieden zu beten, um an die vielen Toten und Verletzten zu denken und an die vielen Kinder und Erwachsenen zu erinnern, die schon jetzt zum Opfer eines grausamen Krieges geworden sind.

 

 

Ökumenisches Friedensgebet an jedem Montag bis Ostern

Zu einem regelmäßigen Friedensgebet laden das katholische Stadtdekanat, der Evangelische Kirchenkreis und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster an den kommenden Montagen bis Ostern ein. Der ökumenische Wortgottesdienst beginnt jeweils um 18 Uhr in der Überwasserkirche.  

„Viele Menschen verspüren im Moment eine nie dagewesene Angst vor Krieg“, erklärt Stadtdechant Jörg Hagemann. „Wir möchten daher einen Ort des gemeinsamen Betens und auch der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine bieten“, begründet er das Angebot. „Als Christinnen und Christen glauben wir, dass unser Gott ein Gott des Friedens ist“, schließt sich Superintendent Holger Erdmann an. „Für diesen Frieden möchten wir uns einsetzen, für diesen Frieden möchten wir beten.“ Gemeinsam beten, gemeinsam singen – Pfarrer André Sühling, Vorsitzender der ACK Münster, weiß, dass dies Hoffnung und Trost für viele Menschen sein kann. „Die vielen Konfessionen innerhalb unserer Friedensstadt Münster wissen sich in ihrem Wunsch um Frieden verbunden“, sagt Sühling.

Brennende Kerzen spenden Trost und Hoffnung

Als Zeichen der Verbundenheit entzündeten die Teilnehmenden Kerzen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat Entsetzen und große Sorge bei vielen Münsteranern ausgelöst. Rund 200 Menschen folgten am 24. Februar der Einladung des katholischen Stadtdekanats, des Evangelischen Kirchenkreises und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster und beteten in der Überwasserkirche für den Frieden weltweit – besonders in der Ukraine.

„Erschütternd sind die Bilder und Nachrichten, die uns erreichen. Es ist Krieg“, eröffnete Superintendent Holger Erdmann das ökumenische Gebet. Es mache fassungslos, wie Menschen an den Grenzen und in den Städten der Ukraine kämpfen, sterben und töten. „Worte fallen schwer. Wir fühlen uns hilflos. Und darum sind wir hier. Wir kommen vor Gott mit unserer Not und wissen uns verbunden mit den Menschen über die Grenzen der Konfessionen und Religionen hinweg“, betonte er. Ohnmacht, Angst und verlorenes Vertrauen zählte Stadtdechant Jörg Hagemann die bei vielen Menschen derzeit vorherrschenden Gefühle mit Blick auf den beginnenden Krieg in der Ukraine auf. „Von Gott heißt es, dass er unsere Zuflucht ist. Zu ihm können wir kommen und uns im Gebet an ihn wenden.“

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn nahm im Anschluss Bezug auf eine auf dem Altar aufgestellte ukrainische Ikone. Vor knapp drei Jahren hatte er diese von einem Besuch im Wallfahrtsort Sarwanyzja in der Westukraine mitgebracht. „Ich weiß, dass viele Menschen in der Ukraine in diesen so schrecklichen Tagen ihre Bitten der Gottesmutter vortragen. Diese Ikone verbindet uns mit den Menschen in der Ukraine“, sagte der Weihbischof und lud dazu ein, als Zeichen dafür eine Kerze vor dem Altar zu entzünden.  

Auch das Bistum Münster hatte bereits am Morgen dazu eingeladen, ab sofort jeden Abend um 18 Uhr eine Kerze zu entzünden und ins Fenster zu stellen. „Nach den schrecklichen Ereignissen in der Ukraine, dem Angriff Russlands, möchten wir mit der Aktion ein deutliches Zeichen für den Frieden und für unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine setzen“, hieß es.

Neben Zekorn, Hagemann und Erdmann nahmen auch Pfarrer André Sühling als Vorsitzender der ACK Münster sowie Pfarrer Friedrich Stahlhut ebenfalls von der ACK an dem Friedensgebet teil. Die musikalische Gestaltungen übernahmen Andreas Wickel an der Orgel und Witold Groß am Saxophon.  

In den kommenden Wochen bis Ostern findet jeden Montagabend um 18 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet in der Überwasserkirche statt.

Ökumenische Friedensgebet für die Ukraine

Zu einem ökumenischen Friedensgebet für die Ukraine laden das katholische Stadtdekanat, der Evangelische Kirchenkreis und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster am Donnerstag, 24. Februar, um 18 Uhr in die Überwasserkirche ein. Anlass ist die sich weiter zuspitzende Lage im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.

Viele Menschen, auch in Münster, würden mit Sorge die Bedrohung beobachten, die die russische Regierung mit ihrem Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine aufgebaut habe, erklären Stadtdechant Jörg Hagemann, Superintendent Holger Erdmann und Pfarrer André Sühling, Vorsitzender der ACK. Die Angst vor einer möglichen Eskalation sei größer denn je. „Als Christinnen und Christen wollen wir konfessionsübergreifend für Frieden und Gerechtigkeit in der Region beten und der Hoffnung auf eine friedliche Lösung einen Ort geben“, betont Hagemann. Auch Erdmann vertraut auf die Kraft des Gebetes: „Beten wir gemeinsam für eine gewaltfreie Lösung der aktuellen Situation und für konkrete Schritte der Deeskalation.“

Sie können das Friedengebet auch im Livestream verfolge: zum Livestream

Martin Remke ist katholischer Koordinator für die Notfallbegleitung

Notfallbegleitung: Die Notfallbegleitung in der Stadt Münster hat eine mehr als 20-jährige Tradition. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)

Sie leisten „Erste Hilfe für die Seele“ und lassen damit Menschen in Krisensituationen nicht allein: Die Notfallbegleitung in der Stadt Münster hat eine mehr als 20-jährige Tradition. Die derzeit 22 ehrenamtlichen Notfallbegleiterinnen und -begleiter haben einen neuen katholischen Koordinator: Pastoralreferent Martin Remke hat das Amt im September übernommen. Damit ist das Koordinatoren-Duo, zu dem auch die evangelische Pfarrerin Alexandra Hippchen gehört, wieder komplett.

„Mich lässt das Thema seit meinen Berufsanfängen als Pastoralreferent nicht mehr los“, blickt der 52-Jährige aus Hamm zurück. Remke ist neben seiner Tätigkeit als Ehe-, Familien und Lebensberater auch Koordinator der Notfallseelsorge im Kreis Warendorf und Ansprechpartner für selbige in Hamm. „Mir ist es ein Anliegen, Menschen in Not beizustehen, ihnen Halt zu geben und die Zeit zu überbrücken, bis das eigene soziale Netzwerk wieder funktioniert“, sagt er. Bei Unfällen, Naturkatastrophen oder einem Verbrechen hätten Hilfskräfte wie Feuerwehr oder Polizei oft nicht die Möglichkeit, sich um die seelische Not der Betroffenen zu kümmern. „Dann sind die Notfallbegleitenden zur Stelle, bis persönliche Vertrauenspersonen eingetroffen sind“, beschreibt Remke. 

Die nötige Kraft für diese Aufgabe gibt ihm sein Glaube: „Als Christinnen und Christen dürfen wir die feste Überzeugung haben, dass wir nicht alleine losgehen, wenn der Anruf zu einem Einsatz kommt, sondern Gott an unserer Seite ist“, erklärt der neue Koordinator. Diese Grundhaltung hätten viele Notfallbegleiter, „aber bei den Einsätzen spielt es keine Rolle, welcher Religion die Betroffenen angehören oder ob sie überhaupt gläubig sind“. 

Er ist dankbar, dass sein Start in eine Zeit fiel, in der ein persönliches Kennenlernen möglich war. „So bin ich fast allen Ehrenamtlichen schon begegnet“, freut sich Remke. Zusammen mit Alexandra Hippchen, die auch Sprecherin der Notfallbegleitung in Münster ist, ist es seine Aufgabe, das ökumenisch aufgestellte Team richtig einzusetzen und auch den Kontakt zum Rettungswesen, zur Polizei und den Hilfsorganisationen zu halten. Zudem gehört das Duo der Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge Münsterland an, die die Ausbildung der Ehrenamtlichen koordiniert, die unter anderem Hospitationen bei der Feuerwehr und der Polizei umfasst.

Aus- und Fortbildung werde in der Notfallbegleitung großgeschrieben, betont Alexandra Hippchen. „Nur so können die Notfallbegleiter Betroffene wirklich unterstützen und auch selbst vor belastenden Situationen ausreichend geschützt werden“, erklärt die evangelische Koordinatorin. Sie weist auf eine Besonderheit hin: Während die Notfallbegleitung in den umliegenden Landkreisen – wo von Notfallseelsorge gesprochen wird – ausschließlich von der katholischen und evangelischen Kirche getragen wird, haben in Münster Stadt, Hilfsorganisationen und die beiden Kirchen gemeinsam eine akute Notfallversorgung aufgebaut. „In der Stadt und für die Stadt“, hebt Alexandra Hippchen hervor.

Spenden für die Notfallbegleitung in Münster können auf folgendes Konto überwiesen werden:
Bistum Münster – Kreisdekanate
IBAN DE18 4006 0265 0002 0001 04
Verwendungszweck: BEW9330 2427 NFB

Heilig Abend in Münster

Über 130 Gottesdienste feiern wir am Heiligen Abend in der Stadt Münster. Informieren Sie sich hier über das vielfältige Angebot in unseren Kirchen, auf Schulhöfen, Bauernhöfen und anderen Orten. Zudem finden Sie hier die Gottesdienste der muttersprachlichen Gemeinden. Ebenfalls am Heiligen Abend feiern wir an mehreren Standorten im Stadtgebiet die Offene Weihnacht.

Offene Weihnacht 2021

Der Koordinierungskreis der Offenen Weihnacht im Stadtdekanat Münster freut sich, dass es in diesem Jahr wieder das gern angenommene Angebot einer offenen Tür am Heiligabend geben kann. Zwar mit entsprechenden Anpassungen aufgrund der Corona-Pandemie - aber: Es ergeht eine herzliche Einladung an Menschen, die am Heiligabend nicht alleine sein möchten oder eine „Herberge" suchen. Christinnen und Christen können Weihnachten nicht feiern, ohne die diakonische Seite der Weihnachtsbotschaft zu leben!

Ab 18 Uhr empfangen engagierte Helferinnen und Helfer die Gäste am Pfarrer-Eltrop-Heim (Herz-Jesu-Kirche, Wolbecker Straße), im Pfarrheim an der Martinikirche (Neubrückenstraße), im Hansahof (Aegidiistraße) und im Pfarrheim in Coerde (Schneidemühler Straße). 

Zu Beachten ist:

  • An allen Standorten gilt „2G“ im Innen- wie Außenbereich.
  • In Martini gibt es eine Sitzplatzbeschränkung. Es kann zu Wartezeiten kommen.
  • Für Coerde ist eine Voranmeldung im Pfarrbüro der Pfarrei Sankt Franziskus erbeten.

Der Koordinierungskreis dankt allen Spenderinnen und Spendern, die durch ihr Zutun ein warmes Essen, Getränke, schöne Atmosphäre und kleine Präsente für die Gäste ermöglichen.

Figur der Mutter Teresa findet Platz neben der Heiligen Familie

In der Eingangshalle des Hauptbahnhofs steht noch bis Freitag, 7. Januar, eine polnische Krippe.Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

In der großzügigen Eingangshalle des münsterischen Hauptbahnhofs sind sie nicht zu übersehen: Rund 15 Krippenfiguren, jeweils etwa einen Meter groß, haben bereits zum vierten Mal einen Platz vor dem großen Weihnachtsbaum gefunden. Junge Künstler der Kunstschule im polnischen Zakopane haben die Friedenskrippe aus Holz geschnitzt. Die Katholische Polnische Mission im Bistum Münster hat sie in den Hauptbahnhof geholt, mit Unterstützung von Michael Jansen, Leiter des Bahnhofsmanagements. Am 10. Dezember wurde sie offiziell eröffnet – mit dabei waren unter anderem der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings und Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Krippe, die den Titel „Bethlehem und die Kranken“ trägt, stand bereits in verschiedenen Hauptbahnhöfen Deutschlands sowie im Pantheon in Rom und im Europäischen Parlament in Straßburg. Neben der Heiligen Familie, Hirten und Tieren, finden sich traditionell auch moderne christliche Märtyrer in ihr. So ist in dieser thematischen Krippe zu sehen der Heiligen Damian de Veuster, ein belgischer Priester, der im 19. Jahrhundert den Leprakranken auf einer Insel bei Hawaii beigestanden und dabei sein eigenes Leben geopfert hat. Deutlich bekannter ist die Figur daneben, die Mutter Teresa darstellt. Sie hat als Ordensfrau bei den Ärmsten und den Kranken in Kalkutta gelebt und ihnen Trost und medizinische Hilfe geschenkt.

„Viele Menschen werden in diesen Tagen – sofern es möglich ist – kranke Angehörige besuchen und dabei auch durch diesen Bahnhof eilen“, erklärte der Weihbischof, der im Bistum Münster der bischöfliche Beauftragte für die Gemeinden anderer Muttersprache ist. Die Friedenskrippe biete ihnen und allen Vorbeikommenden die Möglichkeit, kurz innezuhalten. Geerlings dankte in diesem Zusammenhang allen Pflegenden für ihren Einsatz – ganz besonders im Jahr der Corona-Pandemie. „Lassen wir uns von Mutter Teresa und dem Heiligen Damian daran erinnern, dass wir verwundbare Menschen sind und unser Leben auf dieser Welt begrenzt ist, dass es aber ein Mehr, ein Danach im Reich Gottes gibt.“

Aus Sicht des Oberbürgermeisters sind Bahnhöfe Gravitationsfelder von menschlicher Freude und menschlichen Leids, „und damit auch soziale Orte“. Nicht nur Reisende hielten sich im Bahnhof auf, auch Menschen auf der Suche nach Wärme, nach dem Gefühl, dazuzugehören. „Wenn wir mit offenen Augen durch den Bahnhof gehen, werden wir an vielen Orten Krippen sehen“, erklärte Lewe. Die Adventszeit eigene sich besonders, um den Blick auf das Wesentliche zu richten. „Verantwortung und Herzenswärme sind Chancen, die wir in diesen Wochen nutzen sollten“, ermutigte er.

Impfen – Für Dein Leben gern

"Gemeinsam gegen Corona: Impfen – Für Dein Leben gern" – das Bistum Münster beteiligt sich mit abgeänderten Logo an der bundesweiten Impfkampagne #ZusammenGegenCorona.

Zudem engagieren wir uns als Kirche in der Stadt Münster bei der Bewältigung der Corona-Pandemie durch Test- und Impfangebote. So wurde in der alten Sakristei in Sankt Lamberti ein Schnelltestzentrum eingerichtet. Die Pfarreien St. Joseph Münster-Süd und St. Liudger in Münster haben bereits Impfaktionen gestartet und das BGV seinen Mitarbeitenden ein Angebot für eine Drittimpfung unterbreitet.

In der Pfarrei Sankt Nikolaus Münster ist ein Impfzentrum eröffnet worden. Sie können sich über diesen Link für die Impfung anmelden (Es sind sowohl Erst-, Zweit-, als auch Drittimpfungen möglich. Voraussetzung für die Impfung ist ein Mindestalter von 30 Jahren; für die Dritt-Impfung muss Ihre zweite Impfung länger als fünf Monate zurückliegt.) 

Auch Bischof Dr. Felix Genn unterstützt das Impfen: „Ich will nicht den Zeigefinger auf die Menschen richten, die sich nicht impfen lassen möchten, obwohl sie es könnten. Aber angesichts der sehr zugespitzten Situation auch in unserem Land möchte ich hier an dieser Stelle doch deutlich sagen: Impfen ist nicht nur eine Privatsache, sondern zugleich ein Akt der Solidarität, gerade mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft. Von daher ist meine deutliche Bitte Lassen Sie sich impfen! Sie schützen so Ihr eigenes Leben und das von anderen.“

Lichtermeer dank 2022 Plexiglasquadraten in der Überwasserkirche

2022 bunte Plexiglasquadrate bilden in diesem Jahr die Hauptinstallation beim Cityadvent in der Überwasserkirche. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Cityadvent mit Installation „Lux³ – Licht der Welt“. Ein Lichtermeer scheint beim Betreten der Überwasserkirche in Münster auf die Besucherinnen und Besucher herabzuregnen. Unzählige Male bricht sich das Licht der Scheinwerfer in den 2022 bunten Plexiglasscheiben, die an transparenten Schnüren vom Gewölbe herabhängen und sich langsam um sich selbst drehen. „In dieser lichtstarken Installation drückt sich die Hoffnung aus, dass am Ende alles gut werden wird“, nimmt Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers und Mitorganisator des Cityadvents 2021, Bezug auf die aktuelle durch die Pandemie geprägte Situation.

Rupert König, Dr. Marius Stelzer und Markus Kortewille sowie zahlreiche Ehrenamtliche haben in den vergangenen Wochen intensiv an dem ökumenischen Angebot mit dem Titel „Lux³ – Licht der Welt“ gearbeitet – und es weiterentwickelt. Denn sein Vorgänger, „Lux² - berührt alle Sinne“, war bereits 2019 in der Berliner St.-Bonifatius-Kirche anlässlich des „Karnevals der Kulturen“ zu sehen. Der diesjährige Cityadvent, veranstaltet vom Stadtdekanat, dem evangelischen Kirchenkreis, dem Kirchenfoyer und der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser, hatte zuletzt 2019 rund 90.000 Menschen in die Überwasserkirche gelockt. So viele sollen es mit Blick auf die Corona-Situation in diesem Jahr gar nicht werden, sagt König: „Wir sind froh, dass wir überhaupt öffnen dürfen.“ 

Hinter dem Lichtspiel der Kacheln, im Altarraum, haben die Verantwortlichen ein riesiges verpixeltes Bild angebracht. „Mitten im Licht soll der erahnt werden, der am Ende aller Tage voller Licht und Kraft wiederkommen wird: Jesus Christus“, erklärt Klaus Herold. Verpixelt sei das Bild vom Turnier Grabtuch deshalb, „weil wir mal glauben, etwas zu sehen, mal sehen wir nichts“, so der Ehrenamtler. „Dieser Christus in seiner Lebendigkeit bleibt unfassbar.“ Mit einer Laserinstallation, täglich ab 16 Uhr, wird das Licht der Plexiglaskacheln vervielfältigt, je nach farbiger Beleuchtung und Entfernung des Betrachtenden ist das Christusbild dann erkennbar.

Das Cityadvent-Team möchte mit seinem Angebot alle Sinne ansprechen: So wird die Kunstinstallation von einem Soundtrack aus überwiegend elektronischen Musikstilen untermalt. Ab 16 Uhr durchströmt zudem ein besonderer Duft den Kirchenraum: „Die einzelnen Komponenten entfalten im Körper eine wohltuende Wirkung“, erklärt König. Im linken Eingangsbereich wird außerdem eine Kerzenstation aufgebaut. Die Besucher sind eingeladen, dort im stillen Gedenken und im Gebet Opferkerzen zu entzünden.

An jedem der vier Freitagabende von 20 bis 22 Uhr findet im Rahmen des Cityadvents ein „Even(t)Friday“ statt. So laden die Veranstalter am 26. November zu einem Evensong mit der Schola St. Lamberti und am 3. Dezember zu einem Evenjazz mit Daniel Masuch am Piano und F. Bergmann am Saxophon ein. Ein Eventronic findet am 10. Dezember mit DJ Dave Noir statt, den Abschluss bildet am 17. Dezember ein Evenrock mit dem „Überwasser Lobpreis“ und den „Jesus Freaks MS“. Der Eintritt ist frei.

Der Cityadvent wird am Freitag, 26. November, um 19 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Bis Montag, 20. Dezember, hat der Cityadvent montags bis donnerstags von 11 bis 19 Uhr, freitags von 11 bis 22 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr und sonntags von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Der Zutritt erfolgt nur mit einem 2G-Nachweis. Es gilt eine Maskenpflicht.

 

 

CITY ADVENT | LUX³ LICHT DER WELT

Ausgehend von der biblisch – endzeitlichen Erwartung der Offenbarung des Johannes konzipiert der Arbeitskreis CITY ADVENT eine multisensuale Installation. LUX3 „Licht der Welt“ versucht diese Erwartung zu versinnbildlichen. Die Installation besteht aus 2022 Plexiglasquadraten und einem riesigen verpixelten Christusabbild.

Die Eröffnung findet am Freitag, 26. November um 19 Uhr statt. Der CITY ADVENT endet am Montag, 20. Dezember um 19 Uhr.

Öffnungszeiten:

  • Mo.-Do. von 11 bis 19 Uhr
  • Fr. von 11 bis 22 Uhr
  • Sa. von 11 bis 16 Uhr
  • So. von 13 bis 19 Uhr

EVENfRIDAY im CITY ADVENT

Immer freitags von 20 bis 22 Uhr findet während des CITY ADVENTS der EVENfRIDAY statt. Das besondere musikalische Gebet lässt Sie die Installation LUX3 in der Liebfrauen-Überwasserkirche noch einmal ganz anders erleben.

  • 26. November: EVENSONG mit der Schola St. Lamberti
  • 3. Dezember: EVENJAZZ mit Live Jazzmusik
  • 10. Dezember: EVENTRONIC mit DJ Dave Noir
  • 17. Dezember: EVENROCK mit den Jesus Freaks.

Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ endet

Sebastian Aperdannier (links) wird Lyrik jüdischer Autoren rezitieren, Withold Grohs (rechts) begleitet ihn zusammen mit Stephan Schulze (nicht auf dem Bild) musikalisch. Foto: privat

Zum Abschluss des Gedenkjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ lädt die Pfarrei Liebfrauen-Überwasser in Münster in Kooperation mit dem Cityadvent in der Überwasserkirche zu einem kulturellen Abend ein. Am Samstag, 11. Dezember, um 21.30 Uhr rezitiert Sebastian Aperdannier 16 Gedichte jüdisch-stämmiger Autorinnen und Autoren, unter anderem von Rose Ausländer, Nelly Sachs, Erich Fried, Masha Kaleko, Kurt Tucholsky, Hilde Domin, Thomas Brasch, Heinrich Heine, Paul Celan und Selma Meerbaum-Eisinger.

Eingebettet in die Lyrik ist eine Erzählung mit dem Titel „Der Vater“, die Aperdannier anlässlich des 80. Jahrestages der ersten Deportation Münsteraner Juden am 13. Dezember 1941 verfasst hat. Begleitet wird er von den Musikern Witold Grohs an Saxophon und Klarinette sowie Stephan Schulze an Posaune und Percussion. Der Kirchenraum, in dem derzeit der Cityadvent mit einer Video- und Lichtinstallation zu sehen ist, wird illuminiert.

Der Abend beginnt um 21.30 Uhr, um Störungen durch den Weihnachtsmarkt auf dem Überwasserkirchplatz zu umgehen. Der Einritt ist frei, es gilt die 2G-Regel.

EvenJazz am 3. Dezember

Ein Abendgebet mit Jazzmusik, kurz EvenJazz, findet am Freitag, 3. Dezember um 20 Uhr in der Pfarrkirche Liebfrauen-Überwasser statt (Livestream: evenjazz.katholisch-in-muenster.de).

In Anlehnung an das Abendgebet der anglikanischen Kirche, dem sogenannten Evensong, werden die professionellen Jazzmusiker Frank Bergmann (Saxophon) und Daniel Masuch (Piano) den EvenJazz musikalisch begleiten. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Gebete, Texte, Musik und Stille im Wechsel freuen.

Die Idee für das neue liturgische Format im Stadtdekanat Münster, das etwa vierteljährlich in der Überwasserkirche stattfinden soll, kommt von Jürgen Wiltink, katholischer Krankenhausseelsorger im Universitätsklinikum Münster. Der passionierte Musiker hört selbst gern Jazzmusik und weiß, welche musikalischen Möglichkeiten in spiritueller Hinsicht im Jazz liegen. „Mit dem EvenJazz möchten wir den Menschen ein Angebot machen, um zur Ruhe zu kommen, Kraft zu tanken und erfüllt in den Freitagabend und das Wochenende zu gehen“, sagt Wiltink.

Kunstaktion des Gymnasiums Wolbeck zur Adveniat-Eröffnung

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wolbeck gestalten zwei große Leinwände mit münsterischen und lateinamerikanischen Motiven für den Eröffnungsgottesdienst der Adveniat-Aktion. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Mit Bedacht setzt Louisa Strump die letzten Pinselstriche und vollendet damit die Szene, die das bunte lateinamerikanische Markttreiben auf den Straßen zeigt. Zufrieden blickt sie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler an, die – verteilt im Raum – an weiteren Bildern arbeiten. Zusammengesetzt bilden der Dschungel, der Sonnenuntergang hinter der Christo-Statue und die Hochhaus-Fassade eine 3 mal 2,40 Meter große Leinwand, die das Leben in Lateinamerika zeigt. 

Es ist nicht das einzige Kunstwerk, an dem die Schüler des Q2-Kunstkurses des Gymnasiums Wolbeck seit einigen Wochen arbeiten. Parallel entsteht ein weiteres Bild mit gleicher Größe, das unter anderem mit Hafenkran, Prinzipalmarkt und Aaseekugeln das bunte und vielfältige Leben in Münster darstellt. Noch sind nicht alle Motive fertiggestellt und Weißräume farbig gefüllt, aber die Schüler sind optimistisch: Alles wird fertig – pünktlich zur bundesweiten Eröffnung der Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat zum Thema „ÜberLeben in der Stadt“. Diese findet in diesem Jahr in Münster statt und wird mit einem Gottesdienst am Sonntag, 28. November, um 10 Uhr im St.-Paulus-Dom gefeiert. Der Gottesdienst wird live im Internet auf www.bistum-muenster.de und auf dem Youtube- und Facebook-Kanal des Bistums übertragen. 

Kunstlehrerin Jutta Everwin ist beeindruckt vom Engagement der Schüler, die sogar während der Herbstferien und an Samstagen an den Bildern weiter gearbeitet haben: „Es ist einfach toll, wie viel Herzblut sie in dieses Projekt stecken“, sagt sie und bezieht auch die Schüler mit ein, die den digitalen Part übernehmen und kurze Videos vom Entstehungsprozess anfertigen sowie eine Weihnachtskarte mit Fotos entwerfen.  

Bevor die Jugendlichen zu Pinsel und Farbe griffen, machten sie sich ausführlich Gedanken über die Motive – und scheuten sich nicht, auch kritische Botschaften mitaufzunehmen. „Auf die Bilder der lateinamerikanischen Hochhäuser haben wir verschiedene Symbole gemalt wie zum Beispiel eine Faust für die Gewalt, die dort leider sehr verbreitet ist“, erklärt Amelie Roer-Rodriguez. Auch die Avocado sei symbolisch zu verstehen, denn der Hype um die Baumfrucht schade der Umwelt in Mexiko und rufe das organisierte Verbrechen auf den Plan, ergänzt die 17-Jährige. Auf dem Münster-Bild ist außerdem ein Müllberg unterhalb der Aaseekugeln zu erkennen, der sinnbildlich für die Verschmutzung der Stadt steht. 

Für Schulleiterin Edith Verweyen steckt ein Stück Mission in dem Projekt, das das Gymnasium Wolbeck als Partnerschule der Hilfswerke Adveniat und missio umsetzen darf. „Unsere Schule ist zwar nicht in kirchlicher Trägerschaft, aber die Botschaft, die die Hilfswerke aussenden, betrifft uns alle“, betont sie. Adveniat setze auf die Solidarität mit den Schwächsten: „Ein Thema, das auch unsere Schülerinnen und Schüler beschäftigt.“ Einige hätten von sich aus gefragt, ob sie am Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 28. November, teilnehmen können. „Das ist beeindruckend“, findet sie. Es verdeutliche, wie sehr sich junge Menschen mit dem Solidaritätsgedanken identifizieren. Die Leinwände werden, nach aktuellem Stand, nach dem Gottesdienst bis zum Sonntag, 12. Dezember, auf dem Adventsmarkt des Bistums Münster im Innenhof des Instituts für Pastorale Dienste (IDP) neben der Überwasserkirche zu sehen sein. Anschließend, so kündigt die Schulleiterin an, werde man für die beiden Leinwände sicherlich einen prominenten Platz im Schulgebäude finden.

Höhere Wahlbeteiligung gibt Rückhalt

Bischof Dr. Felix Genn ermutigt die neu gewählten Mitglieder der Kirchenvorstände und Pfarreiräte, vor Ort die Zukunft der katholischen Kirche im Bistum Münster mitzugestalten. Foto: Bistum Münster

Die Katholiken im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster hatten am Wochenende gleich doppelt die Wahl – sie haben neue Kirchenvorstände und neue Pfarreiräte bestimmt. Mehr als 90 der insgesamt 167 Pfarreien im Bistum haben sich dabei für das Verfahren der allgemeinen Briefwahl entschieden. Mit diesem sollte die Wahlbeteiligung und damit die Legitimation für die kirchlichen Gremien gesteigert werden. Der erhoffte Effekt ist eingetreten: Bei der allgemeinen Briefwahl lag die Wahlbeteiligung bei den Pfarreiratswahlen insgesamt bei 19,1 Prozent, bei der Urnenwahl bei 4,4 Prozent.

Spitzenreiter bei den Pfarreiratswahlen im Stadtdekanat Münster ist die Pfarrei St. Petronilla mit einer Wahlbeteiligung von 30,93 Prozent, gefolgt von der Pfarrei St. Nikolaus mit 14,02 Prozent und der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser mit 13,68 Prozent. In diesen drei Pfarreien wurde die Wahl als allgemeine Briefwahl durchgeführt. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung lag im Stadtdekanat Münster bei 7,85 Prozent.

„Ich bin dankbar dafür, dass so viele Menschen in dieser massiven Veränderungssituation der Kirche bereit sind, diese wichtigen Ehrenämter in den Pfarreien zu übernehmen“, gratuliert Münsters Bischof Dr. Felix Genn den Neugewählten: „Sie tragen mit ihren Kompetenzen Verantwortung und treffen wichtige Entscheidungen zum Wohle und zur Zukunft der Kirchengemeinden vor Ort. Sie sind die Gesichter der Kirche.“ Der Bischof ermutigt die Mitglieder in den Kirchenvorständen und Pfarreiräten, durch ihre Arbeit die notwendigen Veränderungen in der Kirche in den nächsten Jahren mitzugestalten: „Gemeinsam wollen wir die Menschen erfahren lassen, dass wir auch in Zukunft gerne und mit Begeisterung für sie da sind. Durch Ihr Glaubenszeugnis in den Pfarreien spüren hoffentlich viele Menschen: Der Glaube an Jesus Christus kann mein Leben bereichern.“ In diesem Zusammenhang sprach er auch allen ausgeschiedenen Gremienvertretern noch einmal seinen Dank für ihren engagierten Einsatz in der Vergangenheit aus.

Das Verfahren der allgemeinen Briefwahl, nach dem rund 90 Pfarreien abgestimmt haben, hat sich wie schon bei vorherigen Wahlen als Erfolgsmodell erwiesen: „In diesen Pfarreien ist die Wahlbeteiligung deutlich angestiegen“, freut sich Genn über die positive Resonanz: „Das gibt den Gremien einen breiten Rückhalt.“ Bei den für die allgemeine Briefwahl Verantwortlichen sei die Freude zudem groß, dass sich der Mehraufwand gelohnt habe.

Die neuen Kirchenvorstände und Pfarreiräte kommen in den nächsten Wochen zu konstituierenden Sitzungen zusammen und bilden Sachausschüsse, die sich mit thematischen Schwerpunkten intensiver beschäftigen.

Im Vorfeld der Wahlen hatte es bei der allgemeinen Briefwahl in vielen Pfarreien große Probleme im Blick auf die Zustellung der Wahlunterlagen gegeben. Die Bistumsverantwortlichen haben dafür bereits in der vergangenen Woche bei der Pfarrerkonferenz um Entschuldigung gebeten und insbesondere den vielen Ehrenamtlichen gedankt, bei denen die Mängel für viel Verärgerung gesorgt und ihnen viel zusätzliche Arbeit gebracht hatten.

Offene Weihnacht 2021 an fünf Standorten geplant

Das Leitungsteam plant für die fünf Standorten im Stadtgebiet die offene Weihnacht. Foto: privat

Immer dann, wenn Weihnachten überall in den Blick kommt, ist das Team der Offenen Weihnacht im Stadtdekanat schon emsig in den vorbereitenden Absprachen, um am Heiligabend ein gastfreundliches Angebot zu ermöglichen. Nachdem im Vorjahr Corona-bedingt kein offenes Angebot stattfinden konnte, sondern Weihnachtstüten in einige Unterkünfte, Einrichtungen und Kirchen gebracht wurden, sind Ingrid und Ludger Hove, Maria Schepers, Ulla Homm, Felicitas Schulte sowie Verena und Jan-Christoph Horn in diesem Jahr zuversichtlich, dass unter Berücksichtigung der gesellschaftlich eingeübten Corona-Schutzmaßnahmen in verschiedenen Stadtteilen  Angeboten stattfinden werden. Zu den bisherigen Standorten mit je eigenem Profil und engagierten Helferinnen und Helfern in Herz-Jesu, St. Martini, St. Clemens / Hiltrup und dem Hansahof kommt in diesem Jahr St. Norbert / Coerde hinzu. Für den Standort Herz-Jesu (Wolbecker Straße) werden allerdings noch Engagierte gesucht, gerne auch zur Koordination des Standorts. Bitte melden Sie sich bis zum 19. November im Stadtdekanat. Einladungsplakate sowie die Internetseite des Stadtdekanats informieren dann ab Mitte Dezember über genaue Orte, Zeiten und Corona-Regeln am Heiligabend. Kontaktadresse: stadtdekanat@bistum-muenster.de

Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Unfallopfer

Drei Holzkreuze vor der St.-Lamberti-Kirche, aufgebaut von der Verkehrswacht Münster. Foto: Verkehrswacht Münster

Drei Tote, 193 Schwerverletzte, 1108 Leichtverletzte – das sagt die Verkehrsunfall-Statistik der Polizei in Münster. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen: die Toten und Verletzten, die Angehörigen und die Frauen und Männer, die als Einsatzkräfte mit diesen Unfällen zu tun haben. 

„Neben dem Gedenken an die Verkehrstoten und Verletzten ging es immer auch darum, den Blick auf die Frauen und Männer in der Rettungskette von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst und später auch der Notfallbegleitung zu richten“, erläutert Manfred Uhte, evangelischer Pfarrer im Ruhestand und Mitglied in der Vorbereitungsgruppe des Gottesdienstes. „Sie alle sind und waren rund um die Uhr einsatzbereit, wenn Menschen verletzt werden oder zu Tode kommen“.

Rund 60 Personen waren am 6. November in die St.-Lamberti-Kirche gekommen, um am 25. Ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Toten und Verletzten im Straßenverkehr in unserer Stadt teilzunehmen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Münster hatte gemeinsam mit der Deutschen Verkehrswacht, der katholischen und evangelischen Polizeiseelsorge sowie der Notfallbegleitung Münster dazu eingeladen.

Für die Vorbereitungsgruppe war es wichtig, Unfallsituationen aus den verschiedenen Perspektiven der Beteiligten zu beleuchten. So wurden sowohl die Gedanken einer Mutter vorgetragen, deren Kind tödlich verletzt wurde, als auch die eines jungen Mannes, der seine Gedanken als Unfallopfer niedergeschrieben hat. Eindrücklich war die vorgelesene Schilderung einer Polizistin, die aus ihrem Einsatz bei einem schweren Verkehrsunfall berichtete.

So stand auch die Opferperspektive im Mittelpunkt der Predigt, die Superintendent Holger Erdmann vom Evangelischen Kirchenkreis, Münster, hielt. Am biblischen Gleichnis vom barmherzigen Samariter schilderte er die Perspektive des überfallenen und schwerverletzten Mannes, der in seiner Situation sowohl Ignoranz als auch tätige Hilfe erlebte.

Die anschließend vorgetragenen Fürbitten öffneten nochmals den Blick auf alle an einem Verkehrsunfall Beteiligten: die Unfallopfer, deren Angehörige, die Unfallverursacher sowie auf die Einsatzkräfte, die in der Einsatznachsorge Tätigen sowie auf die Notfallbegleiter:innen.

Künstlerisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Jungen Chor, Münster sowie vom Ensemble der Versöhnungsbläser:innen, Münster, und dem Organisten Burkhard Führer.  

Die Organisator:innen hatten nach dem Gottesdienst zu einem Empfang in das Bonhoeffer-Haus eingeladen. In ihren Grußworten betonten sowohl Bürgermeisterin Angela Stähler, als auch Polizeipräsident Falk Schnabel die besondere Aufgabe der Rettungskräfte sowie der Frauen und Männer der Notfallseelsorge und -begleitung.

„Mich hat der Gottesdienst sehr berührt“ fasste Bürgermeisterin Stähler ihre Eindrücke zusammen. „Ihre Arbeit als Rettungskräfte und Notfallbegleiter:innen und Notfallseelsorger:innen hat eine große Bedeutung. Ich hoffe und wünsche Ihnen, dass Sie nach solchen Einsätzen auch professionelle Entlastung finden“.

ökumenischer Gedenkgottesdienst für Verkehrstote und Verletzte

Im Jahr 1997 wurde zum ersten Mal, angeregt durch den damaligen Weihbischof Friedrich Ostermann und den Superintendenten Dieter Marxmeier, in Münster ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für die im Verkehr Verstorbenen und Verletzten begangen.

Neben dem Gedenken an die Verkehrstoten und Verletzten ging es immer auch darum, den Blick auf die Frauen und Männer in der Rettungskette von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst und später auch der Notfallbegleitung zu richten. Sie alle sind und waren rund um die Uhr einsatzbereit, wenn Menschen verletzt werden oder zu Tode kommen.

Der diesjährige ökumenische Gedenkgottesdienst findet am Samstag, 6.November um 15 Uhr in der St.-Lamberti-Kirche in Münster statt - zum 25. Mal seit 1997 und in diesem Jahr zum Thema "Verletzt".

Dabei sollen die Verletzten im Straßenverkehr besonders im Blick sein, die physisch und psychisch Verletzten, die Angehörigen der Verletzten und die Einsatzkräfte, die es mit den Verletzten zu tun haben.

Zu diesem Gottesdienst laden die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Münster, die Deutsche Verkehrswacht Münster, die Notfallbegleitung Münster und die Polizeiseelsorge Münster sehr herzlich ein.

Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst vom Jungen Chor Münster, den Versöhnungsbläser*innen Münster und Burkhardt Führer an der Orgel.

Katholische Kirche will sich im Stadtdekanat Münster neu aufstellen

Stellten die Vorschläge für die pastoralen Räume im Stadtdekanat Münster vor (von links): Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp, Stadtdechant Jörg Hagemann, Maria Bubenitschek, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Matthias Schlettert. Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Vorschläge für fünf pastorale Räume im Stadtdekanat Münster haben Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am 28. Oktober vorgestellt. In der Martinikirche informierten sie rund 80 hauptamtlich Mitarbeitende und ehrenamtlich Engagierte aus den Pfarreien des Stadtdekanates über den Prozess zur Weiterentwicklung pastoraler Strukturen. Die geplanten Seelsorge-Gebiete sollen überwiegend mehrere Pfarreien umfassen, verordnete Zusammenlegungen soll es nicht geben.  

Im Stadtdekanat Münster sehen die möglichen Pläne für die fünf künftigen pastoralen Räume wie folgt aus: St. Petronilla – St. Mauritz; St. Nikolaus – St. Clemens Hiltrup-Amelsbüren; St. Liudger; St. Joseph Münster-Süd – St. Paulus – St. Lamberti – Heilig Kreuz; St. Franziskus – St. Marien und St. Josef – Liebfrauen-Überwasser. 

„Pastorale Strukturen müssen so gestaltet sein, dass die Verkündigung des Evangeliums unter veränderten Rahmenbedingungen weiter gut möglich sein wird“, erklärte Weihbischof Zekorn. Dieser Prozess könne nicht losgelöst von inhaltlichen und pastoralen Fragestellungen stattfinden. „Entscheidend ist, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen“, betonte der Weihbischof und lud die Haupt- und Ehrenamtlichen zu „einer strukturellen Suche ein“. Die Leitfrage dabei müsse sein: „Wie können wir eine lebendige Kirche sein, die die Menschen den Reichtum des Glaubens für ihr Leben erfahren lässt?“  

Zekorn machte im Gespräch mit Moderatorin Eva-Maria Jazdzejewski weiter deutlich, dass sich die katholische Kirche den offensichtlichen Herausforderungen stellen müsse: „Was bedeuten die massiven Veränderungsprozesse für uns? – Wie können christliche Gemeinschaft und kirchliches Leben unter den sich wandelnden Rahmenbedingungen dennoch wachsen? – Welche Gestalt von Kirche wird zukunftsfähig sein?“ Beim Bemühen, Antworten zu finden, schließt der Prozess an die pastoralen Orientierungen an, die im Bistum bereits entwickelt worden sind – an den Diözesanpastoralplan, die lokalen Pastoralpläne sowie die Überlegungen zur „Sendung der Kirche“ und zu den Notwendigkeiten, stärker eine Kirche zu sein, die Beziehung stiftet. Zudem werde es eine enge Verknüpfung mit weiteren Veränderungsprozessen geben. Der Weihbischof nannte den Spar- und Strategieprozess, das angedachte Klimaschutzkonzept sowie die Modernisierung der Bistumsverwaltung. 

Generalvikar Winterkamp betonte, dass es von Bischof Dr. Felix Genn drei Vorgaben für den Strukturprozess gibt: „Es wird keine weiteren, von Bischof Genn verordneten Zusammenlegungen von Pfarreien geben. Das Verhältnis der Diözesanpriester im aktiven Dienst zu den Priestern der Weltkirche in unserem Bistum soll dauerhaft zwei Drittel zu einem Drittel sein. Und es braucht mehr Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen den Pfarreien sowie zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen.“

Der Generalvikar erläuterte Zahlen, Fakten und Prognosen, die den Prozess zur strukturellen Entwicklung notwendig machen: So wird die Katholikenzahl im Bistum bis 2040 von derzeit knapp 1,8 Millionen auf weniger als 1,4 Millionen zurückgehen. Sind es heute im Stadtdekanat Münster noch rund 139.000 Katholiken, so werden es in 20 Jahren wahrscheinlich nur noch etwa 90.000 sein. Im kirchlichen Leben, etwa bei den Gottesdienstbesuchern, Taufen oder Eheschließungen, hat es in den vergangenen Jahren deutliche Rückgänge gegeben. Und die finanziellen Mittel, die dem Bistum insbesondere über Einnahmen aus der Kirchensteuer zur Verfügung stehen, werden in Zukunft spürbar geringer ausfallen. Besonders gravierend sind die Einbrüche beim seelsorglichen Personal: Gibt es derzeit noch rund 1.370 Seelsorgerinnen und Seelsorger – 380 Diözesanpriester im aktiven Dienst, 165 Priester der Weltkirche, 600 Pastoralreferentinnen, Pastoralreferenten und Diakone im Hauptamt sowie 225 Diakone mit Zivilberuf – ,wird diese Zahl bis 2040 auf 500 bis 550 zurückgehen.  

„Und bei den Menschen, die freiwillig in der Kirche aktiv sind, sehen wir eine Veränderung hin zu einem zeitlich befristeten, projektbezogenen, klar beschriebenen und nachhaltig sinnstiftenden Engagement“, sagte der Generalvikar. Allgemeine Megatrends verschärften die Notwendigkeit für Veränderungen, ebenso innerkirchliche Missstände und Entwicklungen. Vor allen diesen Hintergründen sei die Überzeugung gewachsen, dass es im Bistum neue sogenannte „Pastorale Räume“ geben müsse. Bistumsleitung und -verwaltung hätten für jedes Kreisdekanat sowie das Stadtdekanat Vorschläge entwickelt. „Das sind ausdrücklich nur Vorschläge. In einem partizipativen Prozess wollen wir von Ihnen hören, was Sie davon halten“, wandte er sich an die Teilnehmenden. Auch inhaltliche Fragen, die damit verbunden sind, seien noch nicht geklärt. Die Beratungs- und Entscheidungsphase im Prozess soll bis April oder Mai 2023 abgeschlossen sein. 

Die pastoralen Räume werden nicht Pfarreien, Gemeinden, Einrichtungen oder Verbände ersetzen, versprach der Generalvikar. Die Präsenz der pastoralen Arbeit in der Fläche solle gewährleistet bleiben. Zugleich werde die Seelsorge in größeren Einheiten gestaltet werden müssen. Dabei erfordere ein pastoraler Raum die Bildung größerer Teams, eine Weiterentwicklung der Rollenklärung des pastoralen Personals, mehr Teamarbeit und ein verstärktes Engagement der Freiwilligen. Ziel sei es, die Verantwortung für die Entwicklung der Pastoral vor Ort zu belassen sowie genauer zu schauen, wie dabei eine gute Zusammenarbeit zwischen lokaler und regionaler Ebene gewährleistet werden kann. Zu prüfen sei außerdem, wie verschiedene pastorale Orte, Einrichtungen und kategoriale Felder der Seelsorge, etwa im Krankenhaus, in der Schule, bei der Caritas und in der Beratung, eingebunden werden können. Das Stadtdekanat verfüge dabei aufgrund der städtischen Struktur über besonderes viele kirchliche Einrichtungen, so gibt es beispielsweise 45 Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Kirchengemeinden, sieben Schulen, sieben Krankenhäuser und 44 Ordensniederlassungen. Bei der Identifizierung der pastoralen Räume würden in der Regel die Kreis- und Kommunalgrenzen ebenso berücksichtigt wie der Stand und die Entwicklung der Katholikenzahl, aber auch regionale Realitäten.

Um im Prozess die Verbindung zwischen den Menschen vor Ort und der Bistumsebene sicherzustellen, gibt es für jedes Kreisdekanat ein Regional-Team. Dieses ist der erste Ansprechpartner für Fragen in der Region. Für das Stadtdekanat Münster bilden Weihbischof Zekorn, Maria Bubenitschek, Hauptabteilungsleiterin Seelsorge, und Pastoralreferent Matthias Schlettert das Regionalteam.   

Nach der Präsentation diskutierten die Teilnehmenden mit den Prozessverantwortlichen über die inhaltlichen Ausführungen und strukturellen Vorschläge. Dabei wurde die grundsätzliche Frage nach der Sinnhaftigkeit von territorialen Grenzen innerhalb einer Stadt gestellt. Auch äußerten einige Teilnehmende den Wunsch, besonders das städtische Milieu in Münster bei der Bildung von pastoralen Räumen zu berücksichtigen. Abseits der strukturellen Prozesse müssten vor allem Wege gefunden werden, um die Menschen zu erreichen, die die katholische Kirche in einer Großstadt wie Münster bislang noch nicht anspricht.  

Wer Fragen und Anregungen zum Gesamtprozess hat, kann sich auch per Mail melden: strukturprozess@bistum-muenster.de. Fragen zum Prozess im Stadtdekanat Münster können gerichtet werden an: strukturprozess-ms@bistum-muenster.de Weitere Informationen zur Veranstaltung in Münster und zum Gesamtprozess gibt es im Internet auf: www.bistum-muenster.de/strukturprozess.

„Breite Legitimation für künftige Aufgaben“

Stadtdechant Jörg Hagemann ruft die Katholiken in seiner Region auf, sich an den Wahlen zum Kirchenvorstand und zum Pfarreirat zu beteiligen. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Ann-Christin Ladermann

). Im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster dürfen am 6./7. November knapp 1,4 Millionen Katholiken ab 14 beziehungsweise 18 Jahren neue Pfarreiräte und Kirchenvorstände in ihren Pfarreien bestimmen – davon rund 125.000 im Stadtdekanat Münster. Stadtdechant Jörg Hagemann ruft die Katholiken in seiner Region auf, ihr Stimmrecht zu nutzen: „Wir brauchen kompetente und engagierte Mitglieder in den Gremien, die selbstbewusst und kreativ Verantwortung übernehmen und über die Zukunft der Pfarreien mitentscheiden.“

Hagemann bedankt sich schon jetzt bei allen, die für die Gremien kandidieren: „Und dies in einer für die Kirche schwierigen Zeit, in der wir innerhalb der Kirche manche Fehler gemacht haben. Aufgabe in all unserem kirchlichen Tun muss es sein, die lebensfreundliche Botschaft Jesu Christi vielen Menschen nahezubringen. Wichtig ist es zudem, gerade die Opfer und Betroffenen sexualisiertem und geistlichem Missbrauchs in unserer Kirche Gehör und Raum zu geben.“ 

Der Stadtdechant hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung: „Nur so bekommen Pfarreirat und Kirchenvorstand eine breite Legitimation, die Rückhalt für die bevorstehenden Aufgaben und Anerkennung zugleich ist.“ 

Die Kirchenvorstände verwalten und vertreten das Vermögen der Kirchengemeinden. Dabei beschäftigen sich die Mitglieder unter anderem mit Personal- und Finanzfragen und entscheiden über Investitionen sowie den Unterhalt von Gebäuden.

Die Mitglieder des Pfarreirats verantworten das seelsorgliche Leben in der Pfarrei und entwickeln Konzepte, wie dieses in Zukunft gestaltet werden soll. Die Pfarreiratsvertreter übernehmen immer häufiger auch Leitungsaufgaben.  

Nach der Premiere 2017 besteht wieder die Möglichkeit der Allgemeinen Briefwahl. Im NRW-Teil des Bistums haben sich fast 90 der insgesamt 167 Pfarreien für dieses Verfahren entschieden. Damit soll die Wahlbeteiligung und so die Legitimation für das kirchliche Gremium gesteigert werden. Mit Erfolg, wie sich bei den vorigen Wahlen gezeigt hat. 

Allgemeine Briefwahl bedeutet, dass jedem wahlberechtigten Mitglied der Pfarrei die Wahlunterlagen zugestellt werden. Den Wahlbrief können die Wählerinnen und Wähler per Post senden oder persönlich in der Pfarrei, an einer der Sonderabgabestellen sowie am Wahltag im Wahlbüro abgeben. Alternativ wird die Wahl als Urnenwahl durchgeführt.

Friedhofsandachten

An Allerheiligen und am Ewigkeitssonntag laden das Stadtdekanat und  der Evangelische Kirchenkreis gemeinsam zu den Friedhofsandachten auf dem Zentralfriedhof und dem Waldfriedhof Lauheide ein.

Die Andachten beginnen an Allerheiligen, 1. November 2021 auf beiden Friedhöfen um 15 Uhr.

Am Ewigkeitssonntag, 21. November 2021 beginnen die Andachten um 15 Uhr auf dem Zentralfriedhof.

Ökumenische Friedensvesper am 24. Oktober in der Apostelkirche

Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, wird die Ansprache in der Friedensvesper halten. (Foto: Alexandra Roth, Mülheim)

Die katholische Pfarrei St. Lamberti und die evangelische Apostel-Kirchengemeinde in Münster laden am Sonntag, 24. Oktober, um 18 Uhr gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) zu einer ökumenischen Friedensvesper ein. Seit 1993 erinnern die münsterischen Kirchen damit an den Tag des Westfälischen Friedens.

Anlässlich des aktuellen Gedenkens „1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland“ liegt der Fokus in diesem Jahr darauf, „jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen sowie dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen“, erklärt Hans-Bernd Köppen, Pfarrer von St. Lamberti. Judith Neuwald-Tasbach wird deshalb die Ansprache halten. Sie ist Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen, auf deren Synagoge im vergangenen Mai ein antisemitischer Anschlag verübt wurde. Neuwald-Tasbach wird zum friedenstiftenden Dialog der Religionen aus jüdischer Sicht in Gegenwart und Zukunft sprechen.

„Dialog kann nur gelingen, wenn wir einander begegnen“, erläutert Pfarrer Friedrich Stahlhut von der Apostel-Kirchengemeinde. Daher steht die Friedensvesper unter dem Leitwort „…dass Güte und Treue einander begegnen“ (Psalm 85,11). 

Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Klezmer-Ensemble „Trio 7,40“ (Klarinette, Akkordeon, E-Bass), ein Trio, das mit seiner virtuosen Musik überschwängliche Lebensfreude entfaltet, aber auch tiefgründige Melancholie.

Die ökumenische Friedensvesper findet statt am Sonntag, 24. Oktober, um 18 Uhr in der Apostelkirche an der Neubrückenstraße in Münster. Die Teilnehmenden werden gebeten, die 3G-Regel zu achten und während des Gottesdienstes einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Singen für Freiheit, Einheit und Hoffnung

Sängerinnen und Sänger aus Münster sowie aus Warendorf gestalteten am 3. Oktober ein Friedensgebet auf Einladung der Initiative „Deutschland singt“. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Singen für Freiheit, Einheit und Hoffnung: Das Bistum Münster hat sich am 3. Oktober an der bundesweiten Initiative „Deutschland singt“ beteiligt. Neben Chorgruppen in Xanten, Duisburg-Homberg, Alpen und Lüdinghausen gestalteten rund 60 Sängerinnen und Sänger in der St.-Lamberti-Kirche in Münster ein Friedensgebet aus Anlass des „Tags der deutschen Einheit“. Auch eine Gruppe aus Warendorf nahm an der Aktion teil.

„Wie gut, dass wir in unserem Land in Frieden leben. Diesen Frieden wünschen wir uns für die ganze Welt“, eröffnete Maria Bubenitschek, Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat, das Gebet. Nicht nur in vielen Ländern auf der Erde gebe es Krieg und Streitigkeiten, auch das zwischenmenschliche Miteinander verlaufe nicht immer friedlich. „In diesen Situationen können wir uns an das gemeinsame Singen erinnern“, ermutige die Theologin, bei dem die Harmonie im Miteinander im Mittelpunkt stehe. Jeder und jede könne dazu beitragen, die Welt friedlicher zu machen. „Wir singen heute hier gemeinsam, weil wir dankbar dafür sind, dass uns in unserem Land keine Mauer mehr trennt“, betonte Maria Bubenitschek weiter.

Unter der Leitung von Regionalkantorin Jutta Bitsch aus Münster und begleitet von Regionalkantor Gregor Loers aus Warendorf sowie mehreren Dombläsern erklangen bekannte Friedenslieder wie „Pace e bene, Frieden und Heil“ und „Hevenu Shalom“. Katholikentagsstimmung verbreiteten die Sängerinnen und Sänger aus dem Stadtdekanat mit dem Mottolied des 2018 in Münster stattgefundenen Katholikentages „Suche Frieden“. Mit Kerzenlicht als Zeichen für die Friedliche Revolution und das Ende der deutschen Teilung schlossen die Sänger das Friedensgebet draußen auf dem Kirchplatz mit dem Kanon „Dona nobis pacem“.

Abendgebet mit Jazzmusik feiert Premiere

Der „EvenJazz“ in der Überwasserkirche in Münster wird mit Jazzmusik am Klavier gestaltet, am Freitag, 24. September, von dem Jazzmusiker Daniel Masuch. Foto: Daniel Masuch

Ein Abendgebet mit Jazzmusik, kurz EvenJazz, feiert am Freitag, 24. September, um 18 Uhr in der Pfarrkirche Liebfrauen-Überwasser in Münster Premiere. In Anlehnung an das Abendgebet der anglikanischen Kirche, dem sogenannten Evensong, wird der professionelle Jazzmusiker aus Münster, Daniel Masuch, den EvenJazz musikalisch begleiten. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Gebete, Texte, Musik und Stille im Wechsel freuen.

Die Idee für das neue liturgische Format im Stadtdekanat Münster, das etwa vierteljährlich in der Überwasserkirche stattfinden soll, kommt von Jürgen Wiltink, katholischer Krankenhausseelsorger im Universitätsklinikum Münster. Der passionierte Musiker hört selbst gern Jazzmusik und weiß, welche musikalischen Möglichkeiten in spiritueller Hinsicht im Jazz liegen. „Mit dem EvenJazz möchten wir den Menschen ein Angebot machen, um zur Ruhe zu kommen, Kraft zu tanken und erfüllt in den Freitagabend und das Wochenende zu gehen“, sagt Wiltink.

Aus Sicht des Seelsorgers sind alternative liturgische Formate eine wichtige Ergänzung zu den Eucharistiefeiern in den Pfarreien. „Ein neues liturgisches Angebot nimmt auch die Sehnsucht der Menschen von heute ernst“, betont Wiltink, der überzeugt davon ist, dass viele Menschen auf der Suche sind und eine Sehnsucht nach Liebe, Angenommensein und Glück in sich spüren. „Ich glaube, dass Menschen von heute mehr denn je spirituelle Menschen sind. Ein solches Angebot beispielsweise mit Jazzmusik kann neue Türen der Menschen öffnen.“

Der „EvenJazz“ am Freitag, 24. September, beginnt um 18 Uhr in der Pfarrkirche Liebfrauen-Überwasser.

Vielfältige Angebote für unterschiedliche Bedürfnisse von Trauernden

Vielfältige und passgenaue Angebote für Trauernde halten Birgit Gerhards (links) und Edith Thier bereit oder können sie vermitteln. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht

Trauer ist so vielfältig wie die Menschen , die sie empfinden, und ihre Beziehung zu denen, um die sie trauern. Entsprechend individuell sind die Bedürfnisse Trauernder. Um möglichst vielen zu entsprechen, halten das Haus der Familie Münster und die Pfarrei St. Nikolaus Münster vielfältige Angebote vor. Diese haben sie angesichts der Corona-Pandemie erweitert. Edith Thier, Leiterin vom Haus der Familie, Birgit Gerhards, Pastoralreferentin St. Nikolaus, sowie Sterbe- und Trauerbegleiterin Hildegard Pröbsting haben die Angebote jetzt neu vorgestellt.

Diese bilden die Lebensphasen ab, in die Trauerfälle einbrechen können. So besteht eine Gruppe zur Geburtsvorbereitung für Paare, die nach dem Verlust eines Kindes erneut ein Kind erwarten „und die sich sonst oft nicht trauen, ihre Situation zu benennen“, wie Gerhards erläutert. An die gleiche Zielgruppe wendet sich der Gesprächskreis „Ein Hauch von Leben“.

Ebenso gibt es einen Rückbildungskurs für Frauen, die ein Kind durch Fehlgeburt, Totgeburt oder frühen Tod verloren haben, damit diese die nötige Rückbildungsgymnastik nicht gemeinsam mit jungen Müttern absolvieren müssen. Der begleitete Gesprächskreis „Verwaiste Eltern Münster“ wiederum spricht Eltern nach dem Verlust eines Kindes an, unabhängig von dessen Alter. Analog gibt es einen moderierten Gesprächskreis für verwitwete Menschen.

Neu im Angebot ist eine Trauergruppe, die Ende Oktober starten und sich an vorerst acht Abenden treffen soll. „Der thematisch rote Faden soll von denen ausgehen, die kommen, und von dem, was sie brauchen“, sagt Gerhards. Bewusst habe man die Termine unter anderem in die Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel gelegt. Die Gruppe könne in dieser oft als besonders schwer empfundene Zeit stärken und stützen, indem sie beispielsweise bei der Entwicklung eigener gut tuender Rituale helfe.

Diese Gruppe startet am Dienstag, 28. September, mit einem Info-Abend im Pfarrheim St. Ida, Anton-Knubel-Weg 45 in Münster. Interessierte sollen sich hierfür bei Birgit Gerhards unter Tel. 02506 / 8101129 oder per Mail an gerhards@bistum-muenster.de anmelden.

Ebenfalls angeboten wird der Jahreszeitenspaziergang für Trauernde. Die Idee dazu lehnt sich an Trauerwanderungen an, die Hildegard Pröbsting schon früher veranstaltet hatte, und ist auch entstanden, um unter Corona-Bedingungen ein Angebot zu machen. Das Format bietet aber auch darüber hinaus Chancen: „Beim Spazierengehen redet es sich manchmal leichter“, erklärt Pröbsting, „außerdem lässt sich an die Natursituation anknüpfen.“ Man könne über das, was man sehe, ins Gespräch kommen und oft Parallelen zur Situation der Trauernden herstellen.

Der Jahreszeitenspaziergang findet an Samstagnachmittagen statt. Interessierte sollten sich bis spätestens donnerstags davor bei Birgit Gerhards unter den genannten Kontaktdaten anmelden.

Insgesamt nehmen die Fachfrauen nach dem Ende vieler Corona-Beschränkungen ein gestiegenes Bedürfnis nach Unterstützung wahr. „Es ist sehr wertvoll, dass wieder Trauerarbeit in Präsenz möglich ist“, sagt Edith Thier. Sie weist darauf hin, dass das Haus der Familie bewusst im Trauernetzwerk Münster mitarbeite. Denn nicht jeder Anbieter könne für jeden Trauernden individuelle Angebote machen, dank der Vernetzung könne man aber für bedürfnisorientiert Passendes vermitteln. Die Trauernden selbst sollten möglichst kurze Wege zur richtigen Unterstützung haben, betont Thier. Die Teilnahme an den Angeboten sei unabhängig von der Religionszugehörigkeit möglich und meist kostenfrei.

Umso mehr machen die Expertinnen Trauernden Mut, sich im Haus der Familie, Tel. 0251 4186615, Mailadresse fbs-muenster@bistum-muenster.de oder auf der Internetseite des Trauernetzwerkes www.trauernetz-muenster.de zu melden. „Die Wahrnehmung, mit der Situation nicht allein zu sein, hat oft schon viel Tröstliches“, sagt Pröbsting. Und Gerhards ergänzt: „Es braucht Mut, sich zu melden, aber dann kann das richtige Angebot eine große Unterstützung sein, weil es dort voll und ganz um die Trauernden geht und sie ernstgenommen werden.“

Wenn der Schulplatz zum Skatepark wird

Titus Dittmann im Kreis der jungen Skaterinnen. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Jürgen Flatken

Üblicherweise ist der der Parkplatz der Marienschule Münster eine triste, graue Fläche. Aber vom 6. bis 10. September konnte man dort Mädchen mit Fahrradhelmen auf dem Kopf und Skateboards an den Füßen übers Gelände pesen sehen, mit der Sonne um die Wette strahlend. Denn in diesem Zeitraum fand an dem bischöflichen Mädchengymnasium das Projekt „Mädchen stärken und bestärken“ der SkateAid-Stiftung statt. 

Oldschool Hip-Hop schallt über den Platz. Wer nicht skatet, tanzt. Oder versucht sich in der mobilen Halfpipe. „Die Mädchen sind mit Feuereifer dabei und begabt dazu. Im Gegensatz zu mir“, erzählt Schulleiterin Marlies Baar lachend. „Ich habe mich gestern auch aufs Board getraut und wäre fast gestürzt, wenn mich eine Schülerin nicht gestützt hätte.“

Wie es zu dem Projekt kam, schildert Kristin Völlmicke, die es mit ihrem Kollegen Julian Kunze leitet: „Im Herbst vergangenen Jahres ist die Titus Dittmann Stiftung skate-aid mit der Idee auf uns zugekommen, mit unserer Schule an der deutschlandweiten Initiative ,Girls Skate!` teilzunehmen.“ Wegen Corona wurde zunächst nichts darauf, aber der Kontakt war geknüpft.

Jetzt freut sich die Lehrerin für Deutsch- und Pädagogik und zuständig für den Bereich Mädchenbildung an der Marienschule umso mehr, „dass wir diese Woche mit 40 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 7 und 8 beim Projekt von skate-aid@school mitmachen können.“ Die SkateAid-Stiftung trägt die Kosten. Eingebettet ist diese Woche in die bundesweite Aktionsreihe „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

„Ich freue mich riesig zu sehen, dass die Mädchen mit Feuereifer bei der Sache sind“, begeistert sich Titus Dittmann. „Es geht nicht darum, dass sie hier etwas lernen. Es geht darum, sich den eigenen Ängsten und Herausforderungen zu stellen und sie zu meistern“, bringt es der 72-Jährige auf den Punkt, „wir schmeißen denen die Boards hin. Fahren müssen sie selber.“ Skateboardfahren sei Selbstbestätigung pur. Und gleichzeitig „ein wunderbares pädagogisches Werkzeug für die Persönlichkeitsentwicklung.“ Und Dittmann muss es wissen. Schließlich soll er Mitte der 1970-er Jahre die ersten Skateboards von Kalifornien in Reisetaschen nach Münster geschmuggelt haben.

„Skateboarding ist Dünger fürs Gehirn“, ruft der „Vater der deutschen Skateboard-Szene“ den jungen Nachwuchsskaterinnen mit einer Begeisterung entgegen, die ansteckt. „Skateboarder lernen, ihr eigenes Ding zu machen, aber auch Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen“, betont er. Und es fördere die kognitive Entwicklung. „Gleichzeitig eignen sich die Kids spielerisch Sozialkompetenz dadurch an, dass sie sich zum Beispiel gegenseitig unterstützen.“ Skaten als Lebensschule: Wie nebenbei entwickele sich auch das Selbstvertrauen. „Sie trauen sich was und lernen, anderen zu vertrauen, Wagnisse eingehen. Das läuft über selbstbestimmtes Lernen“, betont Dittmann, „das gelingt nicht im Korsett Schule.“ 

„Erst hatte ich Angst, dass ich hinfalle“, berichtet die zwölfjährige Matilda. Doch die hat sie schnell überwunden und ist nun auch in der Halfpipe zu finden. Mit jeder positiven Erfahrung ist ihr Selbstvertrauen gewachsen. Ähnlich ist es der gleichaltrigen Abigail ergangen. „Skaten ist total toll. Ich kann jetzt in der Halfpipe fahren und während des Skatens über Stangen springen“, erzählt sie strahlend vor Stolz, ihre Augen leuchten, „ich habe einfach mal was ausprobiert, und es hat geklappt. Einfach nur toll.“ Und neue Freundinnen habe sie auch gefunden. Die elfjährigen Lara und Marit freuten sich darüber, selber entscheiden zu können, „was wir machen.“ Im Gegensatz zur Schule. „Im Unterricht entscheiden die Lehrer, was getan wird, hier wir. Wir machen einfach, und es ist okay.

Für den 25-jährigen Teamer Skatecoach Jan-Philipp ist es „schön zu sehen, dass der Funke übergesprungen ist. Sie vertrauen sich nun selbst und gegenseitig und unterstützen sich. Alle haben alle ihren eigenen Weg gefunden.“  

„Die Mädchen sind mutiger und lauter geworden im Laufe der Woche, auch gegenüber ihren Teamern“, freut sich Lehrerin Völlmicke, „anfangs waren sie noch zaghaft am Board unterwegs, jetzt gibt es keine mehr, die nicht in der Halfpipe war.“ Stolz schwingt in ihrer Stimme mit. Und Freude, denn „wir haben bewusst die Mädchen des siebten und achten Jahrgangs ausgewählt, weil sie am meisten unter den Coronabedingungen gelitten haben.“ Als einzige seien sie fast den gesamten Lockdown über im Homeschooling gewesen. „Dabei ist es gerade diese Altersgruppe der Elf- bis 14-Jährigen, die ihre Peergroup braucht, um sich zu entwickeln. Wir wollten ihnen hiermit einen Ausgleich schaffen, um sie aus der Krise gestärkt hervorgehen zu lassen.“ Der Plan scheint aufgegangen zu sein.

Farid´s Qualifighting in Münster: Wer boxen will, muss pauken!

Marliese Kosmider ist eine von vielen ehrenamtlichen Unterstützern des Projekts. Sie gibt den Schülern vor ihrem Boxtraining Nachhilfeunterricht. Die Verbindung von Sport und schulischer Förderung ist die Idee des Angebots.
Foto: Kirche + Leben / Michael Bönte

Die Kinder, die nach der Schule zum „BoxLernStall“ in Münster-Coerde kommen, wollen vor allem eins: Boxen. In der großen Halle wartet nicht nur der zentrale Ring auf sie. Drumherum hängen Sandsäcke und andere Trainingsgeräte, ein Spiegelraum lädt zum Schattenboxen ein, im Fitness-Bereich können jede Menge Gewichte gestemmt werden. Bevor die Schüler aber ins Schwitzen kommen, müssen sie einen anderen Raum betreten. Darin: Schultische, Bücherschränke und Computer.   

„Daran kommt keine vorbei“, sagt Marliese Kosmider. „Wer boxen will, muss auch lernen.“ So ist das im Projekt „Farid´s Qualifighting“, bei dem sie seit sechs Jahren ehrenamtlich den Lernbereich leitet. Die Kombination des schulischen mit dem sportlichen Training ist quasi Vereinsstatut, sagt die pensionierte Lehrerin: „Das ist ein unverrückbarer Teil unseres Projektes – es spricht beide Entwicklungen an – wir sind sozusagen ein duales Angebot.“

Ihre Aufgabe dabei fasst die 66-Jährige schmunzelnd zusammen: „Ich trainiere die Boxer nicht an der Birne, sondern in der Birne.“ Ein Team von fast 40 ehrenamtlichen Helfern steht ihr dabei zur Seite. Viele sind ehemalige Kollegen und Kolleginnen oder Studierende. Allen gemein ist der Ansporn, in dem multikulturellen Stadtteil ein wichtiges Angebot für Integration und zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu machen. „85 Prozent kommen mit einem Migrationshintergrund hierher“, sagt Kosmider. „Viele kommen aus schwierigen Verhältnissen.“

Immerhin sind es manchmal mehr als 150 Teilnehmende in der Woche, im Jahr 2019 kamen fast 4500 Nachhilfestunden zusammen. Natürlich reizt die Schüler vor allem das Boxtraining. „Da muss ich manchmal aufpassen, dass sich nicht einer direkt in die Umkleidekabine schummelt.“ Mit den Trainern in der Halle steht sie dabei im direkten Kontakt. „Die passen mit auf, dass keiner durchrutscht.“

Denn die Jugendlichen haben sich verpflichtet, am Nachhilfeunterricht teilzunehmen. Die ehemalige Gymnasiallehrerin und ihre Mitstreiter sind dabei durchaus streng. „Ihre Klassenarbeiten müssen sie mitbringen, damit wir sie durchsprechen können.“ Auch ihre Schulzeugnisse müssen die jungen Boxer vorlegen. Mit den Eltern steht man ebenfalls im Kontakt. „Das hier soll keine Freizeitbeschäftigung sein, sondern eine gezielte Unterstützung des Schulunterrichts“, sagt Kosmider. 

Wie kam es zu dieser außergewöhnlichen Kombination? Ein wenig lässt sich das über den Lebenslauf eines Gründers des Projekts erklären. Farid Vatanparast war Profiboxer, als ein Autounfall seine Karriere abrupt beendete. „Ich konnte erfahren, wie wichtig eine gute schulische Ausbildung neben dem Sport ist.“ Mittlerweile ist er Hochschuldozent und vielfältig sozial engagiert. Das Projekt „Farid´s Qualifighting“ startete der 52-Jährige vor etwa 15 Jahren gemeinsam mit dem heutigen Vorsitzenden Ulrich Thelen.  

„Wir möchten, dass die jungen Menschen nicht nur Anerkennung für ihre sportliche, sondern auch für ihre schulische Leistung bekommen“, sagt Vatanparast. „Erfolgserlebnisse, Selbstvertrauen und Wissen bringen ihnen Perspektiven.“ Mit diesen Zielen entwickelten die beiden Freunde nach und nach das Projekt. Die Sporthalle konnte gebaut und Fördergelder aktiviert werden. Immer mehr Unterstützer sprangen auf. Auch die Corona-Pandemie konnte den Erfolg nicht aufhalten. Nachdem es wieder die Möglichkeit gibt, die Anlage unter Hygiene-Auflagen zu nutzen, ist der Zulauf erneut groß.

Selten war negativ so positiv

Rupert König (links) und Karin Dame vom Kunstkreis des Kirchenfoyers freuen sich auf die Ausstellung von Künstler Rolf Bürger, der, wie im Hintergrund zu sehen, ein Kunstwerk aus Corona-Selbsttests geschaffen hat. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Rolf Bürger stellt im Kirchenfoyer Kunstwerk aus Corona-Selbsttests aus.

Teststreifen und Mund-Nasen-Masken: Beides gehört längst zum Alltag, einem Alltag mit dem Corona-Virus. Trifft Rolf Bürger auf solche Gegenstände, die im Alltag nur wenig Beachtung finden, ist das Anreiz für ihn, daraus etwas zu kreieren. Der Künstler und Designer aus Münster hat benutzte Teststreifen gesammelt und sie zu einem Kunstwerk vereint. Aus Anlass des Schauraums, der traditionellen Nacht der Museen und Galerien in Münster, am Samstag, 4. September, stellt er seine Arbeit im Kirchenfoyer aus. 

Ästhetisch klar, fast mathematisch hängen 90 benutzte Covid-19-Teststreifen, eingeklipst in kleine, rote Holztafeln, an der Wand im Kirchenfoyer. Jede Tafel trägt den gestempelten Schriftzug „Selten war negativ so positiv“. 100 weitere Tafeln hat Bürger bereits vorbereitet: Wer will, kann am Schauraum-Tag vor Ort im Kirchenfoyer einen Selbsttest durchführen, den der Künstler in das Kunstwerk einarbeitet. Jede Tafel kann für 25 Euro erworben werden, zehn Prozent des Erlöses spendet Bürger an das Hospiz „Lebenshaus“ in Münster.

„Das Kirchenfoyer ist als Ort für dieses Kunstwerk sehr gut geeignet“, sagt Rupert König, Leiter des Kirchenfoyer, war doch die Einrichtung gegenüber der Adler-Apotheke für rund zweieinhalb Monate ein Testzentrum. Tausende Corona-Tests wurden vor Ort durchgeführt. „Das verbindet das Kirchenfoyer mit dem Thema“, findet König. Gebrauchte Tests aus der Apotheke konnte Bürger für sein Kunstwerk nicht verwenden, sie müssen nach genauen Vorgaben entsorgt werden. Er griff auf Selbsttests der Familie und von Bekannten zurück, desinfizierte sie und ließ sie ausreichend lange in der Sonne trocknen. Bürger hat zudem, wie in der Kunst üblich, vorab eine Auflage bestimmt, also eine maximale Gesamtzahl von Holztafeln. Die liegt mit 83.200.000 ungewöhnlich hoch, ist aber bewusst gewählt: „Die Zahl bezieht sich auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland und soll ausdrücken, dass jeder in unserem Land dazu aufgerufen ist, sich auf das Virus testen zu lassen“, erklärt der Künstler.

Ein weiteres Kunstwerk kommt am 4. September, an dem Bürger von 14 Uhr bis Mitternacht im Kirchenfoyer präsent sein wird, hinzu: Der Münsteraner hat einen Leuchtglobus mit hellblauen OP-Masken bespannt, die er zuvor aneinandergenäht hat. Auch dieses Werk mit dem Titel „Maskenball“ hat eine Botschaft: „Die Corona-Pandemie ist ein globales Problem, das die ganze Welt betrifft“, erklärt Bürger. Bewusst hat er deshalb für seine Ausstellung im Kirchenfoyer, die über den „Schauraum“ hinaus noch bis Anfang Oktober zu sehen sein wird, die Überschrift „Gemeinsam“ gesetzt: „Nur gemeinsam können wir diese Pandemie bekämpfen, jeder trägt dafür Verantwortung.“ Rolf Bürger lebt und arbeitet in Münster, wo er als freischaffender Künstler tätig ist und individuelle Möbel anfertigt. Nach einer Lehre zum Raumausstatter und einem Studium des Produktdesigns und der Bildhauerei an der Fachhochschule Münster gründete er 1989 das Designbüro „Akantus“. Die dort entstanden Werke erhielten rund 60 nationale und internationale Auszeichnungen, darunter mehrfach den „Red Dot Design Award“.

Weihbischof Zekorn: „Gesellschaft ist für Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan gut gerüstet“

Es sind Bilder, die sich einbrennen: Nach der Einnahme der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die Taliban versuchen Menschen am örtlichen Flughafen verzweifelt, dem Regime der Islamisten zu entkommen, indem sie sich an Gangways und startende Flugzeuge klammern. Lehrer verabschieden die Mädchen ihrer Klassen – diese werden künftig unter dem Gesetz der Scharia wohl nicht mehr zur Schule gehen dürfen. Der Bevölkerung Afghanistans und Kabuls steht die Angst um ihr Leben und das ihrer Familie und Freunde ins Gesicht geschrieben. Auch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Beauftragter für weltkirchliche Themen im Bistum Münster, bewegen die Geschehnisse. Er zeigt sich besorgt um den internationalen Frieden und die Stabilität in der Region und möglicherweise weit darüber hinaus: „Es muss aufgeklärt werden, wie es zu dem kommen konnte, was in Afghanistan derzeit passiert. Wir sind es den Menschen, die nun Unterdrückung und sogar den Tod fürchten müssen, schuldig. Wir tragen Mitverantwortung. Es ist auch unsere Politik, die dort offenbar Dinge dramatisch falsch eingeschätzt hat“, betont er. Die deutsche Gesellschaft sieht er für eine mögliche Aufnahme geflüchteter Menschen aus dem Land am Hindukusch indes gut gerüstet – auch aufgrund der Erfahrung und der Einsatzbereitschaft vieler Helferinnen und Helfer in den Kirchengemeinden.

Es sei eine Katastrophe für so viele Menschen in Afghanistan und ein Desaster sowohl für die US-Politik als auch die Politik der europäischen Länder, sagt Zekorn und erklärt: „Die Glaubwürdigkeit des Westens ist durch das, was in Afghanistan passiert, noch stärker in Frage gestellt. Wir müssen uns fragen, wie es zu einem solchen Versagen kommen kann, an dem nun so viele Menschen leiden?“ 

Der Weihbischof macht deutlich, dass es nun gelte, der Verantwortung für die vielen Ortskräfte der Bundeswehr aber auch der internationalen Hilfsorganisationen – kirchliche und nicht kirchliche – nachzukommen, und das Bestmögliche zu tun, diese und andere Menschen, die sich in Bildung, Politik und Kultur für die gesellschaftliche Erneuerung Afghanistans eingesetzt haben, vor der Bedrohung durch die Taliban zu schützen, sie außer Landes zu bringen.

„Menschen werden aus Afghanistan fliehen, sie sind dort ihres Lebens nicht sicher. Es muss nun zügig überlegt werden, wie man die Nachbarstaaten so unterstützen kann, dass Flüchtenden bestmöglich geholfen werden kann“, erläutert er. Zudem sei es äußerst wichtig, dass die EU-Länder sich abstimmen, was die Flüchtlingsfrage angeht. Zekorn betont dazu ausdrücklich: „Deutschland muss bereit sein, Flüchtlinge, die ein Recht auf Asyl haben, zum Beispiel weil sie in Lebensgefahr sind, aufzunehmen.“ Die Gesellschaft und auch die Kirche sieht er für diese Herausforderung gut gerüstet: „Zu den guten caritativen Strukturen und der fachlichen Kompetenz haben wir auch in den Gemeinden unseres Bistums viele Menschen, die bereit sind zu helfen, die auch über Erfahrung verfügen, was Menschen, die Schreckliches erlebt haben, benötigen und wie man sie auffangen kann.“

Der Flüchtlingsbeauftragte des Bistums Münster, Helmut Flötotto, sieht Deutschland in der Pflicht, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen. Zudem müssten die Nachbarländer finanziell darin unterstützt werden, humanitäre Bedingungen für die ankommende Menschen schaffen zu können. Für nach Deutschland kommende Flüchtlinge seien die Strukturen aus 2015 noch vorhanden und könnten kurzfristig hochgefahren werden.

Deutschland sieht Flötotto durchaus in der Lage, „den afghanischen Flüchtlingen eine neue Heimat zu bieten“. Nicht nur der Staat, auch gesellschaftliche, kirchliche und caritative Gruppen seien eingeladen daran mitzuwirken.

Glockengeläut zum Gedenken an Opfer der Flutkatastrophe

Zum Gedenken an die Betroffenen und Opfer der Flutkatastrophe sollen im Bistum Münster am Freitag, 23. Juli um 18 Uhr die Glocken läuten. Hierum hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am 21. Juli in einem Schreiben an die Pfarrer und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum gebeten.

In den Kirchen, so schreibt der Generalvikar, sollten jeweils die beiden größten/schwersten Glocken läuten. Möglich sei, damit auch eine Andacht oder ein Gebetsgedenken zu verbinden. Das Bistum Münster greift, wie die übrigen Diözesen in Nordrhein-Westfalen, damit eine Bitte des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel auf. Auch die Glocken der evangelischen Kirchen im Rheinland werden am Freitagabend läuten.

Generalvikar Winterkamp geht in seinem Schreiben davon aus, dass aller Betroffenen und aller Helfenden sowie Unterstützenden im Zusammenhang mit den Flutkatastrophe „täglich im fürbittenden Gebet gedacht wird, insbesondere aber bei der sonntäglichen Eucharistiefeier.“

Kollekten für Flutopfer

Mit jeder Nachrichtenmeldung erreichen uns schrecklichen Bilder. Viele Menschen haben durch die Regenflut alles verloren, beklagen Vermisste, Verwundete oder Verstorbene. Unzählige Menschen helfen vor Ort, andere organisieren Hilfen. Caritas international und die Aktion Deutschland Hilft unterstützen Betroffene und Helfende. Sie sind auf Spendengelder angewiesen.

In vielen Münsteraner Kirchen, wie z.B. in Katholische Pfarrei Liebfrauen-Überwasser Münster, Pfarrgemeinde St. Petronilla, Sankt Nikolaus Münster und Sankt Clemens Hiltrup Amelsbüren werden heute Kollekte in diesem Sinne gehalten.

Unterstützen Sie dieses Anliegen mit Ihrer Spende: www.caritas-international.de

„Ich bitte und beten für die vielen Opfer“

So viele Tote, so viele Verletzte, so Viele, die nicht wissen, wie es nun weiter geht. Und auch, so Viele, die helfen, die sich solidarisch zeigen. In diesen Tagen bin ich unendlich traurig über die Opfer und zutiefst beeindruckt über die Vielen, die über sich hinaus wachsen.

Ich bitte und beten für die vielen Opfer in den unterschiedlichen Regionen unseres Landes und ich sage all denen Dank, die praktisch, z.B. bei der Feuerwehr und den Hilfsdiensten anpacken und bei den Betroffenen dieser unfassbaren Überschwemmungskatastrophe sind.

In einigen Gebieten unseres Landes werden heute Abend Kerzen brennen, auch bei uns im Stadtdekanat brennen solche Kerzen.

Ihnen und Euch verbunden,
Jörg Hagemann (Stadtdechant von Münster)

Stadtdechant Hagemann: „Es gibt gute Gründe, um zu bleiben“

Stadtdekanat Münster veröffentlicht kirchliche Statistik für 2020

Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Stadtdekanat Münster im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr gesunken: 1.717 Katholiken erklärten ihren Austritt, das waren 318 weniger als im Vorjahr. Es ist aber – trotz der Corona-Pandemie – dennoch die zweithöchste Zahl an Austritten, die bisher in einem Jahr festgestellt wurde. Von einer Trendwende möchte Stadtdechant Jörg Hagemann nicht sprechen. „Dieses Jahr holt uns die Wirklichkeit mit, soweit wir das im Moment wissen, deutlich höheren Austrittszahlen wieder ein.“ Er betont mit Blick auf die regionalen Zahlen der kirchlichen Statistik, die das Bistum Münster am 14. Juli veröffentlicht hat: „Diese Austritte aus unserer Kirche schmerzen mich sehr. Auch wenn ich oft höre, es hilft nicht, wenn ich dies jährlich wiederhole, so bleibe ich ehrlich: Dieser Exodus schmerzt sehr.“

22 Personen, die sie früher einmal verlassen hatten, traten im Stadtdekanat Münster im vergangenen Jahr wieder in die katholische Kirche ein, hinzu kamen 15 Eintritte aus anderen christlichen Konfessionen. Durch die Taufe in die Kirche aufgenommen wurden 2020 im Stadtdekanat 571 Menschen, 415 weniger als 2019. Die Katholikenzahl lag Ende des vergangenen Jahres bei 138.515 (2019: 140.960).

Einen deutlichen Rückgang gab es im vergangenen Jahr auch bei den Menschen, die sonntags die Messe mitfeiern. 2020 waren es 6.929 und damit 5.013 weniger als im Vorjahr. Aufgrund der Corona-Pandemie war die persönliche Teilnahme an Gottesdiensten lange nur sehr beschränkt bis gar nicht möglich. Viele der elf Pfarreien im Stadtdekanat boten den Menschen während der Corona-Pandemie daher auch Gottesdienst-Übertragungen ins Internet oder in Soziale Netzwerke an, die nicht in die Statistik einfließen. Massive Rückgänge gab es aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie auch bei Erstkommunionen (2020: 762; 2019: 967), Firmungen (2020: 346; 2019: 645) und kirchlichen Trauungen (2020: 73; 2019: 281). In etwa gleich geblieben ist die Zahl der Bestattungen (2020: 1.224; 2019: 1.197).

Stadtdechant Hagemann schließt sich der Meinung der Dogmatikerin Prof. Dr. Julia Knop von der Universität Erfurt an, die im Online-Portal katholisch.de betont hatte, dass es an der Zeit sei, dass die Institution Kirche den Katholikinnen und Katholiken „gute Gründe zum Bleiben geben“ müsse. „Ja, ich glaube, es gibt gute Gründe“, sagt Hagemann und gibt Beispiele: „Ich denke an die Begleitung und Beratung von Menschen in persönlicher und existentieller Not, an die Caritas und die Ehe-, Familien- und Lebensberatung und die wirklich gute Familienbildung, zum Beispiel im Haus der Familie. Ebenso sehe ich den Versuch, sich mit den Menschen an den Lebenswenden auf die Sinnsuche zu begeben.“ Dies geschehe in vielen Gesprächen, aber auch in gottesdienstlichen Feiern.

Gleichzeitig wisse er aber um „gute Gründe, unsere Kirche zu verlassen“ und nennt beispielhaft den Umgang mit Macht in der katholischen Kirche, die Tatsache, dass Betroffene sexualisierter Gewalt oft zu lange nicht im Zentrum standen, sowie „die nicht gelebte vollständige Geschlechtergerechtigkeit und den Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“. „Ich werbe mit meiner Person und in meiner Kirche dafür zu bleiben, um zu verändern“, betont der Stadtdechant und wendet sich an die Frauen und Männer, die darüber nachdenken, die Kirche zu verlassen: „Bleibt doch bitte, um sie, die Kirche, zu verändern.“

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen feiert 50-jähriges Bestehen

Pfarrer Friedrich Stahlhut (links) und Pfarrer André Sühling freuen sich auf die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Jugendkirche Münster – einem „Ort der Zukunft“, wie sie sagen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Einander besser kennenlernen, Missverständnisse abbauen und in Vertrauen und Offenheit miteinander umgehen: Seit 50 Jahren verfolgt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Münster diese Ziele unter dem Motto „Das Mögliche gemeinsam tun“. Auch wenn die ökumenischen Ursprünge sogar in die 1960er-Jahre zurückreichen, ist das Gründungsdatum klar notiert: Am 28. Juni 1971 schlossen sich acht Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften der Stadt zusammen, um die Vielfalt christlichen Glaubens in der Gesellschaft deutlich zu machen. Mit einem Podiumsgespräch und einem ökumenischen Festgottesdienst feiert der ACK am Sonntag, 27. Juni, sein goldenes Jubiläum.

Dank und Würdigung der vergangenen Jahre werde es sicherlich geben, sagen der katholische Pfarrer André Sühling als Vorsitzender der ACK und sein evangelischer Stellvertreter Pfarrer Friedrich Stahlhut. Der Fokus aber solle auf der Zukunft liegen. „Beim Podiumsgespräch wollen wir uns als hörende Kirche zeigen“, betont Stahlhut. Unter dem Motto „Wer nach vorne schaut, bleibt länger jung“ – nach einem Buchtitel des früheren Bremer Oberbürgermeisters Henning Scherf – berichten vier Gäste aus Politik und Gesellschaft von ihren Erfahrungen mit der ACK.

Neben Oberbürgermeister Markus Lewe und der Integrationsbeauftragten der Stadt, Maria Salinas, werden auch Matilda Kohnen von „Friday For Future“ sowie Professor Andreas Krebs von der Universität in Bonn erwartet. „Gleichzeitig wollen wir erfahren, welche Erwartungen an die christlichen Kirchen in Münster gestellt werden. Wir wollen hinhören und daraus Impulse für unsere zukünftige Arbeit gewinnen“, fasst Pfarrer Sühling das Ziel des Gespräches zusammen, das ab 16.30 Uhr live aus der St.-Martini-Kirche ins Internet übertragen wird.

Um 19 Uhr schließt sich ein ökumenischer Festgottesdienst an. Stahlhut freut sich über prominente Unterstützung: Kulturstaatsministerin Professorin Monika Grütters wird die Predigt halten. „Ein Bibelwort aus dem Buch des Propheten Jeremia, ‚Suchet der Stadt Bestes‘, wird Grundlage ihrer Gedanken sein“, kündigt der Pfarrer an. Der Festgottesdienst kann vor Ort in der St.-Martini-Kirche mitgefeiert werden, er wird zudem live ins Internet übertragen.

Die Jugendkirche Münster haben die Verantwortlichen der ACK bewusst gewählt: „Aus unserer Sicht ist dieser Ort ein Ort der Zukunft und spiegelt das Verständnis unseres Jubiläums wider: Wir wollen die Geschichte würdigen, aber vor allem deutlich machen, dass wir auch in Zukunft in ökumenischer Verbundenheit auf dem Weg sind“, verdeutlicht Sühling.

Die beiden Veranstaltungen am Sonntag, 27. Juni, werden auf dem Youtube-Kanal des Bistums Münster übertragen. Die Links sind auch auf der Homepage der ACK zu finden: www.ack-muenster.de.

Digitales Hearing zum Ehrenamt

Mit dem Projekt "Zukunft freiwilligen Engagements" im Bistum Münster soll das Ehrenamt fit und attraktiv für die Zukunft gemacht werden. Dieses Projekt ist auf die Beteiligung vieler Ehrenamtlicher aus dem Bistum angelegt. Eine Möglichkeit sich zu beteiligen, eigene Ideen, Erfahrungen und Wünsche rund um das Ehrenamt einzubringen, ist ein digitales Hearing in der Region Coesfeld/Münster/Warendorf am Samstag, 19. Juni 2021 um 9.30 Uhr via 'Zoom'. Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein! Hier können Sie sich online anmelden

GEISTZEIT: Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften – wo stehen wir?

Seit einigen Wochen ist an vielen verschiedenen Orten das Symbol einer Regenbogenfahne zu sehen. Es ist eine sichtbare Antwort auf das von Rom ausgesprochene Verbot, kirchliche Segnungsfeiern für homosexuelle Paare durchzuführen. Das Symbol ruft danach, sich inhaltlich tiefer mit der Problematik der Segnung gleichgeschlechtlicher Menschen bzw. generell dem Verhältnis von Kirche und Homosexualität aus theologisch-ethischer Sicht auseinanderzusetzen.

Der Pfarreiausschuss Verkündigung der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser lädt in der Reihe GEISTZEIT zu einem Abend ein, der einer fundierten Information zu dem Thema dienen soll. Die Argumente beider Seiten sollen zur Sprache kommen und ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung geleistet werden: Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften – wo stehen wir? Pfarrer Bernd Mönkebüscher, Hamm, stellt sich am Montag, 31. Mai 2021 um 20 Uhr den Fragen von Prof. Dr. Rudolf Hein, Moraltheologe, Münster. 

Unser Gast ist Pfarrer Bernd Mönkebüscher, Hamm, der sich vor einiger Zeit offen zu seiner Homosexualität bekannt hat. Er ist einer der Initiatoren der Segnungsfeiern, die am 10. Mai 2021 bundesweit stattfinden. Das Interview mit ihm führt Prof. Dr. Rudolf Hein OPraem, der an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster das Fach Moraltheologie lehrt. Die Veranstaltung wird live aus Pfarrzentrum Liebfrauen-Überwasser per Stream ausgestrahlt. Folgen Sie unkompliziert dem Link auf www.liebfrauen-muenster.de. Sie kommen direkt zur Veranstaltung. 

Wenn Sie sich durch Wortmeldungen direkt am Gespräch beteiligen möchten, können Sie alternativ per Zoom an der Veranstaltung teilnehmen. Dazu melden Sie sich bitte telefonisch oder per E-Mail in einem der Pfarrbüros an, um den Zugangslink zu erhalten.

Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde

Lieber Sharon Fehr,
liebe jüdische Mitbürger:innen,
von Herzen schließen wir uns als katholisch Christ:innen dem Gebetswunsch und der Aussage unseres Bischof an! Mit ganzen Herzen denken wir an die Opfer von Gewalt und Terror! Bleiben wir im Gebet mit IHM und untereinander verbunden. Auf das Frieden werde zwischen den Menschen so unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen!

 

 

#liebegewinnt - Segnungsgottesdienst für Liebende am 10. Mai

Am 15.03.2021 sagte die römische Glaubenskongregation einmal mehr „Nein“ zu Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare. „Wir segnen nicht die Sünde“ – das ist ein Schlag ins Gesicht für Menschen weltweit, die z.T. ein Leben lang um ihre Art zu lieben ringen und dafür lange genug diskriminiert wurden – auch von der Kirche. Es ist auch ein Schlag ins Gesicht für alle Seelsorger:innen und Theolog:innen, die Menschen in entscheidenden Situationen ihres Lebens den Segen Gottes zusagen, den Gott allein schenkt. Zur Realität dieser Kirche gehört bislang, dass eine Segensfeier für homosexuelle Paare und für Menschen, die nach einer zerbrochenen Ehe sich neu verlieben, meist heimlich passieren muss. Ein Segen durch die Hintertür jedoch ist beschämend – für die zu Segnenden und für die Kirche.

Daher: Am 10. Mai ist laut ökumenischem Heiligenlexikon einer der Gedenktage des Noah. Er ist in der Bibel der Stammvater aller Geschlechter. Gott sandte ihm den Regenbogen als Zeichen seines Bundes. Der Name Noah bedeutet übersetzt: der Ruhe Bringende, der Tröster.

Wir laden zum 10. Mai 2021 oder um den 10. Mai 2021 herum ein, mit vielen kreativen Zeichen sichtbar zu machen, wie sehr viele Menschen in der Kirche die bunte Vielfalt der verschiedenen Lebensentwürfe und Liebesgeschichten von Menschen als Bereicherung und Segen empfinden. Und wir laden ein, in zahlreichen Gottesdiensten Gottes Segen für alle Liebenden zu erbitten und ermutigen, an vielen Orten zu einem Segensgottesdienst einzuladen. Paare, die hieran teilnehmen, sollen den Segen bekommen, den Gott ihnen schenken will – ganz ohne Heimlichkeit.

Initiator:innen der bundesweiten Initiative: Jens Ehebrecht-Zumsande, Hamburg / Jörg Hagemann, Münster / Ursula Hahmann, Zeitfenster Aachen / Burkhard Hose, Würzburg / Stefan Jürgens, Ahaus / Carsten Leinhäuser, Winnweiler / Prof. Dr. Hubertus Lutterbach, Osnabrück / Maria 2.0 Rheinland / Bernd Mönkebüscher, Hamm / Armin Nagel, Konstanz / Christian Olding (Vision von Hoffnung) / Gertrud Knepper, Bochum-Wattenscheid / Christoph Simonsen, Citykirche Mönchengladbach / Dr. Hans-Werner Thönnes, Bochum-Wattenscheid / Dr. Uwe Gerstenkorn, Bochum-Wattenscheid / Daniel Schwarzmann, Bochum-Wattenscheid

Für das Stadtdekanat Münster feiert Stadtdechant Jörg Hagemann am Montag, 10. Mai um 19 Uhr einen Segnungsgottesdienst für Liebende in der St.-Nikolaus-Kirche. Eine Anmeldung ist erforderlich, zudem wird der Gottesdienst live übertragen (YouTube).

Segnung gleichgeschlechtlicher Paare – Aktionstag in St. Clemens

Das strikte Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare durch die Glaubenskongregation in Rom hat in breiten Kreisen von Kirche und Gesellschaft für großes Unverständnis und Entsetzen gesorgt. Auch viele Gemeindemitglieder berührt das Thema tief. Der Pfarreirat und das Seelsorgeteam haben sich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und sind zu dem Schluss gekommen, sich mit einer deutlichen Aktion gegen diese Entscheidung zu positionieren. Hierfür werden wir am Sonntag, 9. Mai um 16 Uhr mit dem Hissen der Regenbogenfahne auf dem Kirchplatz St. Clemens und an allen anderen Kirchen, sowie der Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung und den persönlichen Statements einzelner Mitglieder aus dem Pfarreirat und dem Seelsorgeteam, Stellung beziehen gegen jede Form der kirchlichen Herabsetzung und Diskriminierung von Partnerschaften zwischen zwei Menschen, die in Liebe Verantwortung füreinander übernehmen, und für eine umfassende Anerkennung und spürbaren Respekt für alle Menschen der diversen Geschlechtsidentifikationen. Wir laden alle Gemeindemitglieder und Interessierten ein, sich mit einem persönlichen schriftlichen Statement an dieser Aktion zu beteiligen. Wir planen, alle diese Statements zusammen mit denen aus Pfarreirat und Seelsorgeteam auf dem Kirchplatz der Pfarrkirche St. Clemens sichtbar aufzuhängen und so zugänglich zu machen. Wir planen ebenso, diese Statements über mehrere Tage ausgehängt zu lassen, um trotz aller Einschränkungen der Pandemiezeit vielen die Gelegenheit zu geben, daran teilzuhaben. Diese Statements müssten für die graphische Aufarbeitung bis Mittwoch, 5.5.21 per E-Mail oder analog auf Papier im Pfarrbüro oder bei Pfr. Netzler vorliegen. Wir freuen uns auf viele Unterstützer*innen.

Segensfeier für alle Liebenden in der Pfarrei St. Franziskus

Die Pfarrei St. Franziskus lädt ein, zur Segensfeier für alle Liebenden (Paare und Einzelpersonen!) am 10. Mai um 19 Uhr in der Thomas-Morus-Kirche. Der Gottesdienst wir von der Gruppe „Maria 2.0“ gestaltet. Alle Infos unter www.sankt-franziskus-muenster.de.

Kirchenfoyer wird Testzentrum

Rupert König, Irene Schur und Jörg Hagemann (von links) freuen sich über die Kooperation für das Testzentrum im Kirchenfoyer. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Im „normalen“ Alltag ist es eine Begegnungsstätte. In Zeiten der Corona-Pandemie möchte das Team dazu beitragen, dass möglichst bald wieder Begegnungen stattfinden können: Das Kirchenfoyer Münster ist seit dem 13. April offizielles Testzentrum. In einem Teil der Räumlichkeiten am Lambertikirchplatz können sich die Bürgerinnen und Bürger kostenlos auf das Covid-19-Virus testen lassen. Dafür arbeitet die citypastorale Einrichtung mit der gegenüberliegenden Adler-Apotheke zusammen, die die Antigen-Schnelltests organisiert und durchführt.

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, freut sich, dass seine Idee so schnell umgesetzt werden konnte: „Wir können unseren Dienst im Kirchenfoyer derzeit nur sehr eingeschränkt ausüben und stellen unseren Caféraum deshalb gerne kostenlos zur Verfügung.“ Vor allem, weil Münster voraussichtlich eine der Modellregionen sein wird, in denen Schritte zur Öffnung aus dem Lockdown geprobt werden sollen, sei es wichtig, möglichst viele Testmöglichkeiten anzubieten. „Wir haben mit unserem Standort zu Beginn der Salzstraße, mitten in der Einkaufszone, eine zentrale Lage“, erklärt er. 

Für Stadtdechant Jörg Hagemann nimmt die katholische Kirche in Münster mit diesem Schritt Verantwortung wahr: „Wir möchten den Menschen nahe sein und ihnen Leben ermöglichen. Indem wir zusammen mit der Adler-Apotheke ein Testzentrum in unseren Räumen einrichten, tun wir genau dies – angepasst an die Bedarfe in der Corona-Pandemie.“ Weil nur in einem Teil des Kirchenfoyers getestet wird, kann der Betrieb als Informations- und Pilgerstempelstelle sowie als Anlaufstelle für Wickel- und Stillmöglichkeiten parallel aufgenommen werden, sobald die Schutzmaßnahmen dies zulassen.

Die Adler-Apotheke hat ihr Testangebot komplett ins Kirchenfoyer verlagert. „Das entzerrt die räumliche Situation“, sagt Inhaberin Irene Schur, die sich über die Kooperation freut. Weil das Kirchenfoyer seine Räume kostenlos zur Verfügung stellt, hat die Apothekerin sofort eingewilligt, einen Teil der Leistungserstattungen durch den Bund für einen wohltätigen Zweck zu spenden. „Welcher das sein wird, das entscheiden Rupert König und ich noch gemeinsam“, sagt Irene Schur.

Das Testzentrum im Kirchenfoyer hat montags bis samstags von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Ein Termin kann online gebucht werden auf www.adlerapotheke-muenster.de in der Rubrik „Aktuelles“ oder auf www.testen-in-nrw.de. Sollten die Kapazitäten es zulassen, kann auch ohne Termin spontan vor Ort getestet werden.

WDR überträgt Radiogottesdienst aus St. Nikolaus in Münster

Aus der St.-Nikolaus-Kirche in Münster wird am Palmsonntag, 28. März, ab 10 Uhr der Gottesdienst auf WDR 5 und NDR Info übertragen. (Foto: Pfarrei St. Nikolaus)

Auf die traditionelle Prozession an Palmsonntag muss die Pfarrei St. Nikolaus in Münster corona-bedingt verzichten. Lebendig wird es am Sonntag, 28. März, trotzdem: Der WDR überträgt in Zusammenarbeit mit der Rundfunkarbeit des Bistums live den Gottesdienst um 10 Uhr aus der St.-Nikolaus-Kirche.

Pfarrer und Stadtdechant Jörg Hagemann wird die Heilige Messe leiten. Die Orgel spielt Thorsten Schwarte, der zudem das Ensemble TonArt leitet, das den Gottesdienst musikalisch gestaltet. Im Mittelpunkt steht der Palmsonntag, der für Christinnen und Christen der Auftakt der Karwoche ist, also der sieben Tage vor Ostern. An diesem Tag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht, mit dem sein Leidensweg begann. „Palmsonntag umfasst das Leben mit Höhen und Tiefen, mit Jubel und Gewalt“, erklärt Hagemann. Dazu gehöre auch Jesu scheinbares, zeitweises Scheitern auf dem Weg durch den Tod zum Leben, was an Palmsonntag besonders deutlich werde. 

Hagemann lädt ein, die Botschaft dieses Tages als Christen zu leben: „Wir sind aufgefordert, uns gegen vernichtende und zerstörerische Gewalt zu stellen.“ Er denkt dabei unter anderem an die Gewalt in der Kirche durch geistlichen oder sexuellen Missbrauch, aber auch an die aktuelle Situation: „Damit ist auch der Mangel an Solidarität in der Corona-Krise gemeint, wenn die reichen Staaten dieser Welt nicht mit den armen Ländern teilen wollen.“

Zur Pfarrei St. Nikolaus gehören vier Kirchorte. Der Gottesdienst wird aus der Pfarrkirche St. Nikolaus übertragen, die dem Schutzheiligen der Kaufleute geweiht ist, dem Heiligen Nikolaus von Myra. Von ihm gibt es mehrere Darstellungen in der Kirche zu sehen.

Der Gottesdienst kann über das Radio mitgefeiert werden ab 10 Uhr auf WDR 5 und NDR Info.    

An Verstorbene der Corona-Pandemie erinnern

Bischof Genn feiert am Samstag, 27. Februar, um 12.15 Uhr einen Gottesdienst im St.-Paulus-Dom zum Gedenken an die Verstorbenen der Corona-Pandemie. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Achim Pohl

Mehr als 68.300 Menschen sind in Deutschland seit Beginn der Pandemie nachweislich an oder mit Corona gestorben, weltweit wird von rund 2,66 Millionen Toten ausgegangen. Ihnen soll in den Gottesdiensten in ganz Deutschland am Samstag, 27. Februar, gedacht werden. Bischof Dr. Felix Genn feiert aus diesem Anlass um 12.15 Uhr die Heilige Messe für die Verstorbenen im St. Paulus-Dom. Der Gottesdienst kann im Internet auf www.bistum-muenster.de und www.paulusdom.de verfolgt werden sowie auf dem Facebook- und dem YouTube-Kanal des Bistums Münster.

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat dazu aufgerufen, an jedem Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land an die Opfer der Corona-Pandemie zu erinnern. Nachdem am 17. Februar in Albanien begonnen wurde, folgt Deutschland der Initiative am 27. Februar.

Dominik Rottmann aus Münster ist neu im Kirchensteuerrat

Die Kirchenvorstände aus den Pfarreien im Stadtdekanat Münster haben Dominik Rottmann neu in den Kirchensteuerrat des Bistums Münster gewählt. (Foto: privat)

„Thinking out of the box“: Für Dominik Rottmann ist diese Aufforderung zum freien und ungezwungenen Denken nicht nur eine hohle Phrase. Was er während seiner Tätigkeit beim Apple-Unternehmen positiv erfahren hat, möchte der 40-Jährige in sein Ehrenamt einbringen und wirbt für kreative Problemlösung auch im kirchlichen Bereich. Vor zwei Jahren beerbte der Münsteraner seinen Vater als Mitglied des Kirchenvorstands der Pfarrei Heilig Kreuz in Münster. Jetzt wählten die Kirchenvorstände aus den Pfarreien im Stadtdekanat Münster Rottmann in den Kirchensteuerrat des Bistums Münster – als Delegierten des Stadtdekanats.

Der Kirchensteuerrat berät die Bistumsleitung in den grundlegenden Haushalts- und Finanzfragen. Seine wichtigsten Aufgaben sind die Vorbereitung und die Verabschiedung des jährlichen Haushaltsplanes für das Bistum Münster. Außerdem setzt das 20-köpfige Gremium die „Hebesätze“ für die Kirchensteuer fest, bestimmt also, wie viel Prozent zum Beispiel der Einkommensteuer als Kirchensteuer zu zahlen sind. Zudem genehmigt er die Jahresrechnung und entscheidet über Anträge auf Erlass oder Aufschub der Kirchensteuer.

Rottmann, der am bischöflichen Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Hiltrup sein Abitur gemacht hat, war schon als Kind und Jugendlicher in der katholischen Kirche engagiert. Nach Stationen als Messdiener und Jugendgruppenleiter gehörte er bereits mit 16 Jahren dem Pfarreirat der damaligen Gemeinde Dreifaltigkeit an, die später mit der Pfarrei Heilig Kreuz zusammengelegt wurde. „Die Gremienarbeit ist mir vertraut“, sagt Rottmann, der mittlerweile den landwirtschaftlichen Familienbetrieb an der Gasselstiege übernommen hat und dort Wagyu-Rinder züchtet. Im Kirchenvorstand ist er Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss und im Verbandsausschuss der Zentralrendantur. Tätigkeiten, die ihn motiviert haben, für den Kirchensteuerrat zu kandieren.

Dem Münsteraner ist es ein Anliegen, die Herausforderungen, vor denen die katholische Kirche in den kommenden Jahren steht, aktiv mitzugestalten. „Es gilt das Gebot des Sparens und ich möchte mich mit meinen Kenntnissen im Bereich der Finanzplanung einbringen“, sagt Rottmann. Einen Schwerpunkt sieht er in der Digitalisierung. „Durch die Standardisierung und Anpassung bestimmter digitaler Prozesse kann die Arbeit für die Verantwortlichen in den Pfarreien und Zentralrendanturen sicherlich noch vereinfacht werden“, ist er überzeugt und freut sich, daran mitarbeiten zu können.

Zahnpasta, Kaffee und Süßigkeiten für Wohnungslose

Raffael Köchling vom Verein „draußen!“ freut sich über die Spenden, die Ingrid Hove, Maria Scheper und Ludger Hove (von links) vom Team der „Offenen Weihnacht“ bringen. © Bistum Münster

Rucksäcke, Zahnpasta, Kaffee und ein bisschen was zum Naschen: Dies und vieles mehr konnte das Team der „Offenen Weihnacht“ am 3. Februar an das Haus der Wohnungslosenhilfe (HdW) und den Verein „draußen!“ überreichen. Die großzügige Geldspende eines Unternehmens, das nicht genannt werden möchte, hatte es möglich gemacht: „Das Geld soll laut ausdrücklichem Wunsch des Spenders obdachlosen Menschen in Münster zu Gute kommen“, berichtet Maria Scheper. Gezielt hatten die Ehrenamtliche und ihre Kolleginnen und Kollegen deshalb bei den beiden Einrichtungen den Bedarf abgefragt – und entsprechend eingekauft.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die „Offene Weihnacht“ – seit Jahren eine feste Institution der katholischen Pfarreien an Heiligabend – den Wohnungslosen und Menschen, die diesen Abend alleine verbringen würden, nicht wie gewohnt für einige Stunde eine weihnachtliche Herberge geben. Das Team blieb aber nicht untätig: „Wir haben zum Heiligabend kleine Geschenke in die sozialen Einrichtungen für Wohnungslose und Alleinstehende gebracht“, berichtet Maria Scheper.

Dank der Geldspende geht die Hilfe auch nach Weihnachten weiter. „Das ist gerade in dieser besonderen Zeit wichtig“, meinen Ingrid und Ludger Hove, die sich seit mehreren Jahren bei der „Offenen Weihnacht“ engagieren. Denn Wohnungslose fielen derzeit buchstäblich durchs Raster. „Viele Einnahmequellen wie Pfandflaschen sammeln oder Kleingeld in der Fußgängerzone fallen weg“, fügt Ludger Hove an.

Um die Not der Obdachlosen wissen auch Thomas Mühlbauer vom HdW und Oliver Brand vom Verein „draußen!“. „Der Alltag von Wohnungslosen ist durch die Corona-Pandemie noch härter geworden, schon allein deshalb, weil viele Anlaufstellen wegfallen“, sagt Brand. Aufenthaltsorte wie Obdachlosen-Cafés oder andere Treffpunkten seien geschlossen. „Umso wichtiger ist es, dass wir mit Sachspenden unterstützen können“, freuen sich die beiden Verantwortlichen über die Spenden der „Offenen Weihnacht“. Hygieneprodukte wie Shampoo, Zahnbürsten und Rasierer sind darunter, „draußen!“ hat zudem um Lebensmittel wie Konserven und Süßigkeiten gebeten. „Mit den Spenden können wir viele Menschen glücklich machen“, sagt Brand.
Ann-Christin Ladermann 

Kirchenfoyer stellt Kunstwerke im Schaufenster aus

Rupert König (links) und Michael Rickert freuen sich über die Ausstellung im Schaufenster des Kirchenfoyers. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)

Eine Ausstellung, die 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche besichtigt werden kann: Das ermöglicht das Kirchenfoyer in Münster. Die citypastorale Einrichtung am Lambertikirchplatz zeigt in ihrer Schaufenster-Front die Ausstellung „Unendlich – endlich. Licht in der Finsternis“ mit Werken des bekannten münsterischen Malers Michael Rickert. 

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, ist es ein Anliegen, Menschen besonders in dieser Zeit Kunst anzubieten – im Rahmen des Möglichen: „Auch wenn die Innenstadt aufgrund des Lockdowns geisterhaft wirkt, laufen immer wieder Passanten hier vorbei. Wir möchten ihnen in Zeiten des Verzichts eine Freude machen und sie einladen, die Bilder von Michael Rickert auf sich wirken zu lassen.“ Das ist abends und nachts genauso möglich wie tagsüber, denn König und sein Team haben die Kunstwerke mit einer entsprechenden Beleuchtung versehen. „Das Licht wirkt dreidimensional, die Bilder sehen bei Dunkelheit anders aus als am Tag“, erklärt König.

Beeindruckt von der Möglichkeit, durch einen gestalteten Innenraum auf den Außenraum zu wirken, zeigt sich auch der Künstler selbst. „Es gibt im Moment nicht viele Gelegenheiten, Kunst zu zeigen und zu erleben“, ist Rickert dankbar für das corona-konforme Konzept des Kirchenfoyers. Kurz vor Ausbruch der Pandemie war bereits eine größere Ausstellung mit seinen Werken im Kirchenfoyer geplant. „Dazu kam es dann leider nicht mehr“, bedauert Rickert, der an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und als Kunstpädagoge am bischöflichen Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup unterrichtet hat. 

Der Münsteraner, der vor 19 Jahren als erster Künstler in der Einrichtung ausgestellt hatte, zeigt jetzt eine Auswahl verschiedener Werke im Kirchenfoyer. Mit dabei sind Entwürfe von Glasfenstern, aber auch Malereien auf Leinwand, teilweise in Lasurtechnik gefertigt. Dabei wird die Farbe in einem mühevollen und zeitaufwendigen Prozess in bis zu 30 Schichten dick aufgetragen. Rickert, der in seinen Bilder teilweise auch Materialien wie Vogelskelette einarbeitet, erklärt: „Die Lasurtechnik beinhaltet wochenlange Trocknungsprozesse.“ Die Wirkung ist groß. Weil Pinselstrukturen nicht zu erkennen sind, entsteht eine Dreidimensionalität, die je nach Lichteinfall unterschiedlich wirkt. 

Fast alle Werke von Rickert sind von einer intensiven blauen Farbigkeit gekennzeichnet. Kein Zufall: „Blau ist die Farbe, in der die Tiefe wirkt. Ob das Meer, der Himmel oder das Weltall – immer gibt es einen Bezug zur Unendlichkeit“, erklärt der Maler und lädt ein, tiefer zu blicken und die Bilder auf sich wirken zu lassen. 

Keine zentrale Rolle spielt die blaue Farbe dagegen bei dem Kunstwerk, das an der großen Wand im Inneren des Kirchenfoyers hängt. 24 quadratische und unsortiert durchnummerierte Kacheln ergeben ein großes Bild. Das Besondere: Rickert hatte bei der Entstehung nicht vor, ein Kunstwerk zu schaffen. „Es sollte ein Experiment sein, mit dem ich meinen Schülerinnen und Schülern beibringe, wie die Lasurtechnik funktioniert. Doch mit einem Mal ist ein Bild entstanden, das buchstäblich in die Unendlichkeit führt“, erklärt Rickert, der ausrechnen ließ, dass sich die 24 kleinen Leinwände in nahezu unendlichen Variationen miteinander kombinieren lassen. Auszüge davon sollen auch im Kirchenfoyer zum Ausdruck kommen. Das Kunstwerk wird deshalb in den kommenden Wochen immer wieder in neuer Form zusammengesetzt werden.

Ferdinand Schumacher im Alter von 78 Jahren gestorben

Der frühere Domkapitular und Stadtdechant Ferdinand Schumacher starb am 10. Januar im Alter von 78 Jahren. (Foto: Bistum Münster)

Früherer Domkapitular war zwölf Jahre Stadtdechant in Münster

Im Alter von 78 Jahren ist der frühere Domkapitular und Stadtdechant von Münster, Dr. Ferdinand Schumacher, am 10. Januar nach längerer Krankheit in Münster-Hiltrup gestorben.

Der 1942 in Münster geborene Schumacher wurde 1968 zum Priester geweiht. Nach Einsätzen als Kaplan in der Grevener Pfarrei St. Martinus und als Spiritual am Priesterseminar Borromaeum wechselte er 1975 an die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster, wo er zunächst promovierte und bis 1982 als wissenschaftlicher Assistent tätig war.

Sechs Jahre wirkte Schumacher anschließend als Präses am Collegium Johanneum in Ostbevern, bevor er 1988 Pfarrer in Münster St. Theresia wurde. Parallel war er Lehrbeauftragter für Homiletik im Fachbereich Katholische Theologie der WWU und Rektor der Hauskapelle in der katholischen Akademie Franz Hitze Haus. Von 2002 bis 2014 prägte er als Stadtdechant zwölf Jahre lang die Verbundenheit von katholischer Kirche, Politik und Stadtgesellschaft in Münster.

2010 wurde Schumacher zum nichtresidierenden Domkapitular am St.-Paulus-Dom ernannt und als solcher 2017 emeritiert. Von 2010 bis 2019 war er zudem geschäftsführender Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Münster.

Wann das Requiem für den Verstorbenen gehalten wird, steht noch nicht fest.  

 

 

Zeichen der Zuversicht und des Zusammenhalts

Zum Ende dieses besonderen Jahres sollen in Münster um Mitternacht alle Glocken läuten. Dies haben Oberbürgermeister Markus Lewe, Stadtdechant Jörg Hagemann und Superintendent Holger Erdmann kurz vor Weihnachten verabredet. Rund 20 Minuten sollen die Glocken erklingen, um den Bürgerinnen und Bürgern in Münster ein Zeichen der Kraft, der Zuversicht und des Zusammenhalts zu senden.

„Es neigt sich ein Jahr dem Ende zu, wie es zuvor keines gegeben hat. Seit fast zwölf Monaten hält uns die Covid 19-Pandemie in Atem“, sagt der Oberbürgermeister. Angesichts der vielfältigen Auswirkungen, die die Krise auf jeden Lebensbereich habe, habe er mit Blick auf den Umgang mit Corona in Münster eine „tiefe und ehrliche Hoffnung“.

Einig sind sich Oberbürgermeister, Stadtdechant Hagemann und Superintendent Erdmann, dass Münster es bislang sehr gut schafft, sich gegen Corona zu stemmen und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht zu verlieren. Gemeinsam erinnern sie an den selbstlosen Einsatz der Helfenden, die kreativen Ideen der Unternehmer, die Bereitschaft der Bürgerschaft, Einschränkungen zum Wohle aller in Kauf zu nehmen. Sie sind sich sicher: „Wir werden zusammen die Krise überwinden. Und wir werden stärker aus ihr hervorgehen.“

Offene Weihnacht informiert

Das Team der "Offenen Weihnacht" im Stadtdekanat Münster hatte bis zuletzt, immer in guter Abstimmung mit dem Ordnungsamt, gehofft, eine „Coronakonforme“ Form der Veranstaltung anbieten zu können. Für den „Lockdown light“ war bereits eine Möglichkeit gefunden, doch die weitgreifenden Kontaktverbote im öffentlichen Raum ermöglichen nun selbst eine kurze Begegnung nicht - auch zum Schutz aller anwesenden Gäste und Helfer*innen.

Die "Offene Weihnacht“ - seit Jahren eine feste Institution der katholischen Pfarreien am Heiligabend - gibt Wohnungslosen und Menschen, die diesen Abend alleine verbringen würden, eine weihnachtliche Herberge für einige Stunden. Mit Wärme, einem guten Essen, Gemeinschaft und kleinen Präsenten, engagiert koordiniert und durchgeführt von freiwillig engagierten Christinnen und Christen und durch Sach- und Geldspenden von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt unterstützt.

In 2020 lässt sich dieser Charakter nicht darstellen. Doch, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Das Team der Offenen Weihnacht bringt zum Heiligabend kleine Geschenke in soziale Einrichtungen für Wohnungslose und Alleinstehende, Gäste, die sich schon angemeldet hatten, werden angerufen oder angeschrieben und letztlich sind alle, die Weihnachten feiern, aufgerufen zu überlegen, ob nicht eine Aufmerksamkeit vor die Tür der Menschen gelegt sein kann, von denen man oft genug weiß: Bei denen ist heute sonst niemand.

So wird Verbindung gehalten. Auf ein Wiedersehen in 2021. 

Cityadvent in „smarter Version“ noch bis Sonntag, 20. Dezember

Eine Kerzeninstallation lädt in der Überwasserkirche zum Gedenken an einen geliebten Menschen ein. Foto: Markus Kortewille

Die katholische Überwasserkirche, die evangelische Apostelkirche und das Kirchenfoyer laden in diesen Tagen auf Abstand zum Verweilen und Beten ein. Noch bis Sonntag, 20. Dezember, finden Besucherinnen und Besucher beim Cityadvent in „smarter Version“ an diesen drei Orten Stille und Besinnung.

„Täglich werden in der Überwasserkirche auf der dafür vorgesehenen Fläche Kerzen entzündet“, berichtet Markus Kortewille, ehrenamtlicher Projektkoordinator. Dort gibt es die Möglichkeit, den Opfern der Pandemie zu gedenken oder für einen geliebten Menschen zu beten. „Die Menschen haben ein Bedürfnis danach, besonders in diesen unsicheren Zeiten“, sagt Kortewille. Das merkt er auch an den Rückmeldungen, die ihn teilweise auf schriftlichem Weg erreichen: „Die Kombination aus Musik und Kunst in der Überwasserkirche ist ein wirklich schönes Beispiel für Besinnung, auch in diesen doch so merkwürdigen Zeiten“, bedankt sich beispielsweise ein Besucher für die Möglichkeit des Innehaltens.

Der Reinerlös des Kerzenverkaufs kommt in diesem Jahr der Schoberstiftung für christliche Hospizarbeit zu Gute. Bis Sonntag, 20. Dezember, findet der Cityadvent in „smarter Version“ täglich von 11 bis 18 Uhr in der Überwasserkirche statt. Weitere Installationen gibt es in der Apostelkirche und im Kirchenfoyer.

Mit Playlist und Sternstunden das Warten auf Weihnachten gestalten

In der Jugendkirche symbolisieren vier aufgebaute Haltestellen das Warten auf Weihnachten. Foto: Eva Brambrink

Zu adventlichen Angeboten, die online und offline stattfinden, lädt die Jugendkirche Münster in diesen Tagen ein. Im Kirchenraum an der Neubrückenstraße symbolisieren vier aufgebaute Haltestellen das Warten auf Weihnachten. Zudem gibt es vier Stationen, an denen die Besucherinnen und Besucher täglich von 9.30 bis 18.30 Uhr die „Wartezeit“ überbrücken können.

„Alle Stationen sind zusammen mit unseren Ehrenamtlichen entstanden“, erklärt Eva Brambrink, pastorale Mitarbeiterin in der Jugendkirche. „Das Ziel der Jugendlichen ist in diesem Advent, zur Ruhe zu kommen, etwas für sich zu tun und vor allem nicht nur das Negative zu sehen, sondern auch über Sternstunden nachzudenken.“ Ihre ganz persönlichen Sternstunden können sie an einer Station aufschreiben und in Form von Sternen an eine Wand kleben. Kreativ werden darf man auch an einer weiteren Station: Hier können Weihnachtskugeln gestaltet werden. Sie schmücken an Weihnachten einen modernen Weihnachtsbaum in der Jugendkirche. Zudem sind die Besucher eingeladen, eine Playlist mit ihren Lieblingsweihnachtsliedern zu erstellen und sich an der vierten Station mithilfe von Impulskarten über Fragen rund um Advent und Weihnachten auszutauschen.

Doch nicht nur vor Ort, auch „online“ gestalten Ehrenamtliche das Warten auf Weihnachten. Nils Henning hatte die Idee einer digitalen Adventsgeschichte auf dem Instagram-Kanal der Jugendkirche: „Jeden Tag schreibt ein Jugendlicher die Adventsgeschichte weiter. Man hat 24 Stunden Zeit, seinen Abschnitt zu schreiben, bevor er gepostet wird“, erklärt der Ehrenamtliche. Der Vorteil für ihn und die Follower der Jugendkirche: „Man bekommt besonders in diesem Advent so viele digitale Impulse. Hier können wir aktiv etwas mitgestalten und uns beteiligen.“ Die Adventsgeschichte kann auf Instagram unter @jugendkirche.muenster verfolgt werden.

Ökumenische Friedensvesper erinnert an Westfälischen Frieden

Seit 1993 laden die katholische Pfarrei St. Lamberti und die evangelische Apostelgemeinde gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) zu dieser Friedensvesper ein, an der in diesem Jahr auch Bischof Dr. Felix Genn teilnahm. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Der Erinnerung Raum geben: Dazu hat Dr. Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, am 24. Oktober im St.-Paulus-Dom in Münster aufgerufen: „Auf dass wir unser Heute besser verstehen lernen und Mut gewinnen, unser Morgen gemeinsam zu gestalten.“ Kurschus sprach bei einer ökumenischen Friedensvesper, mit der an den Tag des Westfälischen Friedens, den 24. Oktober 1648, erinnert wurde. Seit 1993 laden die katholische Pfarrei St. Lamberti und die evangelische Apostelgemeinde gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) zu dieser Friedensvesper ein.

Auch Münsters Bischof, Dr. Felix Genn, nahm teil und hob die Verpflichtung der älteren Generation hervor, junge Menschen zu motivieren, weiterhin den Frieden zu suchen und für den Frieden zu arbeiten. „Das Gebet ist eine Weise unseres Friedensengagements als Christinnen und Christen“, sagte Genn. Es sei Ermutigung und Aufforderung, aber zugleich beseelt von dem tiefen Vertrauen, dass Gott den Frieden schenken könne.

75 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs räumte Kurschus in ihrer Predigt der Erinnerung einen besonderen Platz ein: „Sich erinnern ist keine leichte Übung.“ Die Erinnerung aber berge die Kraft, Böses mit Gutem zu überwinden, griff das Oberhaupt der westfälischen Landeskirche das Leitwort der Friedensvesper auf. Wie könne es gelingen, sich weiterhin an „einen Tag wie den heutigen“ zu erinnern, einen symbolischen Friedenstag für Münster? „Noch haben wir – wie Ida und Lotta – die Chance, Menschen zu fragen“, nahm Kurschus Bezug auf zwei junge Frauen, die zu Beginn per Video von ihren Freiwilligendiensten in der Gedenkstätte Oradour in Frankreich und in der Arbeit mit Holocaust-Überlebenden in Israel erzählt hatten. Beide hatten sich am meisten berührt gezeigt von den Geschichten der Zeitzeugen – von traurigen Momenten voller Schmerz der Opfer, aber auch von Glücksmomenten voller Dankbarkeit der Überlebenden.

Kurschus forderte dazu auf, die Erinnerung wach zu halten und weiterzugeben, besonders dann, wenn die Generationen der Eltern und Großeltern nicht mehr da seien. „Dann wird es an uns sein, die wir den Krieg nur vom Hörensagen kennen. An uns, die wir das Böse mit Gutem überwinden wollen. Damit Europa ein Haus des Friedens wird und bleibt; ein Haus des Friedens, in dem nicht nur wir gern und sicher leben; ein Haus, dessen Grenzen und Türen sich öffnen für Fremde in Not.“

Es gelte, sich für das Gute einzusetzen, was manchmal „eine enorme Anstrengung“ sein könne, verdeutlichte die Theologin. Zum Teil gebe es „verächtlichen Widerstand“ oder sogar „hasserfüllten Gegenwind in der Gesellschaft“. Doch aus der Erinnerung heraus könne Kraft gewonnen werden, um Böses mit Gutem zu überwinden. Kurschus ermutigte: „Gott will uns und braucht uns für sein Friedensprojekt. In Münster, in Deutschland, für Europa und die eine Welt.“

Musikalisch wurde die Vesper gestaltet von der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer.

Informationsabend: „Intervention vor Ort“

Das Thema des sexuellen Missbrauch in der Kirche ist seit Jahren immer wieder virulent. Das Bistum Münster hat hier in den letzten Jahren neben einer intensiven Präventionsarbeit auch den Blick auf die sogenannte Intervention gerichtet.

Im August 2020 hat sich Bischof Dr. Felix Genn mit dem Flyer „Nulltoleranz, Unterstützung und Prävention - Zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Münster" an die Pfarreien gewandt. Gerne möchten wir Sie durch den Interventionsbeauftragten Peter Frings darüber informieren, was das Bistum Münster konkret in diesem Bereich macht.

Hierzu laden wir Sie ganz herzlich zu einem Informationsabend am Mittwoch, 21. Oktober 2020, 20 Uhr in der Jugendkirche ein. An diesem Abend soll es nicht um konkrete Einzelfälle gehen, sondern zunächst wird Herr Frings allgemein etwas zu seiner Arbeit berichten und dann besteht die Möglichkeit zu (kritischen) Nachfragen und zum Austausch.

Aufgrund begrenzter Personenzahl nutzen Sie bitte das Anmeldeformular. Nur angemeldete Personen haben Zugang. Bitte denken Sie an Ihren Mund-/Nasenschutz!

Spuren auf dem Handy werden zu Kunst

(von rechts) Rupert König, Yoana Tuzharova, Karin Dame und Gabriele Sobke freuen sich auf die Ausstellung „Pentimentum – Refugium der Zukunft“ im Kirchenfoyer. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Yoana Tuzharova präsentiert Ausstellung im Kirchenfoyer in Münster. Es ist eine Bewegung, die für viele aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist: Sie „swipen“, also wischen und tippen, auf der Bedienoberfläche ihres Smartphones hin und her, um miteinander zu kommunizieren, Fotos aus ihrem Leben zu teilen oder virtuell einzukaufen. Yoana Tuzharova entlockt dem Chatten, Shoppen und Liken eine künstlerische Dimension: Im Kirchenfoyer stellt die visuelle Künstlerin aus Münster die Fettspur des Swipes auf dem Handy-Display als malerischen Rückstand des Alltags dar. Ihre Arbeiten sind noch bis Sonntag, 25. Oktober, täglich von 11 bis 16 Uhr zu sehen.

Die gebürtige Bulgarin, die in ihrer Heimat zunächst Wandmalerei lernte, hat in Münster die Kunstakademie besucht und dort „Kunst im öffentlichen Raum“ studiert. „Ich versuche eine Sprache zu finden, um das, was mich beschäftigt, in einem bestimmten Raum zum Ausdruck zu bringen“, erklärt die 33-Jährige. Neben verschiedenen eigenen Ausstellungen hatte Yoana Tuzharvoa 2018 anlässlich des Katholikentages auch bei der Ausstellung „Biete Frieden“ im und am St.-Paulus-Dom mitgewirkt. 

Bereits im vergangenen Jahr hat sie sich künstlerisch damit auseinandergesetzt, inwiefern sich die digitale und analoge Welt vermischen. „Unsere alltäglichen Entscheidungen in der virtuellen Welt werden gespeichert, aber nicht nur im Cache und in der Timeline, auch mit unserem Finger auf dem Display hinterlassen wir eine Spur“, erklärt Yoana Tuzharova. Für das Kirchenfoyer mit seiner Glasfassade hat die Künstlerin die Serie von Fotografiearbeiten weiterentwickelt. Immer wieder hat sie ihr Handy-Display abfotografiert, mit Licht und Spiegelungen gearbeitet, und schließlich die Bilder vergrößern lassen – teilweise auf bis zu 2,80 mal 1,40 Meter große Stoffbahnen.

Weil diese durch das Fensterglas von außen zu sehen sind, erinnert ihre Oberfläche wieder an ein Handy-Display. Und noch einen weiteren Effekt hat die Künstlerin eingebaut: Die Passanten, die die Bilder von außen betrachten, werden als Reflexionen ins Bild geholt. Das passt zum Titel der Ausstellung „Pentimentum – Refugium der Zukunft“. Der lateinische Begriff, angelehnt an den Begriff „Pentiment“, bezeichnet in der Kunst das Verändern von Grafiken und Gemälden während des künstlerischen Schaffensprozesses. Yoana Tuzharova greift diesen Gedanken auf: „Wenn wir uns mit dem Smartphone in der virtuellen Welt bewegen, impliziert das die Hoffnung, eine bessere Gestalt von sich selbst zu schaffen, sich über Facebook, Instagram und Co. zu optimieren.“

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, und Gabriele Sobke sowie Karin Dame vom Kunstkreis der Einrichtung freuen sich über die erste richtige Ausstellung in den Räumen seit März: „Während der Corona-Pandemie hat die Kunst- und Kulturszene stark gelitten. Wir möchten ein Zeichen setzen und es gerade jungen Künstlerinnen und Künstler ermöglichen, ihre Arbeit in die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt König.

Lambertusfest – dieses Jahr anders

Es ist ein einzigartiges Brauchtumsfest: Jedes Jahr treffen sich am Abend des 17. September Kinder und Erwachsene auf dem Kirchplatz der St.-Lamberti-Kirche, um gemeinsam den Heiligen Lambertus zu feiern. Treffpunkt ist der Brunnen, der im Jahr 1909 durch dieses aus Münster stammende Lambertus-Fest, seinen Namen bekam. Seit 1947 findet das Lambertus-Singen ohne Ausnahme statt. In diesem Jahr müssen der Stadtheimatbund und die Pfarrei St. Lamberti die traditionelle Veranstaltung jedoch aufgrund der Corona-Pandemie absagen. Doch es gibt einen Ersatz.

Die Veranstalter setzen eine Idee von Hermann Rottmann um, der die Veranstaltung seit vielen Jahren mit dem Akkordeon begleitet. So wird die Pfarrei mit Hilfe der Gärtnerei Dziuk die Pyramide neben dem Brunnen aufstellen, an der die Kinder sonst ihre selbst gebastelten Laternen befestigen. Der Betrieb des Schreinermeisters Steffen Niesing aus Sprakel hat lebensgroße Kinderfiguren aus Holzplatten hergestellt und gestiftet. Kinder der Martinischule sind dabei diese zu bemalen. Die Farben stellt der Obermeister der Malerinnung Christian Hilbk, ebenfalls aus Sprakel zur Verfügung. Am Donnerstag, 17. September, gegen 10 Uhr werden die Kinderfiguren im Kreis um die Pyramide aufgestellt und bleiben dort bis zum Abend stehen. Auch eine Musikbox wird bereitstehen, die per Knopfdruck Lambertus-Lieder spielt. Am Samstag, 19. September, den Tag an dem die Pfarrei ihr Patronatsfest feiert, soll die Aktion wiederholt werden.

Gute Wünsche zum jüdischen Neujahrsfest

Die fünf katholischen (Erz-)Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben ein gemeinsames Grußwort an die jüdischen Gemeinden zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana gesendet. Darin schreiben sie: „Möge sich für Sie alle der alte traditionelle Neujahrsgruß bewahrheiten, der vom ‚Eingeschriebenwerden im Buch des Lebens‘ spricht.“

Die Bischöfe – für das Bistum Münster Dr. Felix Genn – und Kirchenleitungen erklären zur Situation in Deutschland: „Wir stehen auch mit Blick auf die erschreckenden antisemitischen Entwicklungen entschieden an Ihrer Seite und wirken aktiv allen Formen judenfeindlicher Haltungen entgegen.“ Anlässlich des Festjahres „1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“, das im Jahr 2021 bundesweit begangen wird, möchten die Kirchen mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass jüdisches Leben als Teil unserer vielfältigen Gesellschaft erlebbar werde, heißt es weiter.

Mit dem jüdischen Neujahrsfest, das in diesem Jahr zwischen dem 18. und dem 20. September gefeiert wird, beginnt der wichtigste Festkreis im jüdischen Jahr. Er endet mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur. Mit Rosch HaSchana 2020 (wörtlich: Kopf des Jahres) beginnt nach jüdischer Zählung das Jahr 5781.

Informationen zum Festjahr „Jüdisches Leben in Deutschland“ gibt es unter https://2021jlid.de/.  

Gegenstände erzählen von ertrunkenen Flüchtlingen

„Wir laden die Besucherinnen und Besucher ein, sich von den Fotos berühren zu lassen.“: (von links) Alfons Rensing, Vertreter der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser, Paul Joachim Müller, Flüchtlingsinitiative Coesfeld, Stadtdechant Jörg Hagemann und Thomas Schlickum, Caritasverband Münster. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Ausstellung „Der letzte Besitz“ in der Überwasserkirche in Münster eröffnet.

Ein Handschuh mit einem Aufdruck der US-Basketball-Liga, ein Brustbeutel mit Geld und Medikamenten, ein Rosenkranz: In der Überwasserkirche in Münster bekommen namenlose Migranten, die im Mittelmeer ertrunken sind, wieder eine Identität. Mit Fotografien zeigt die Ausstellung „Der letzte Besitz“ wortwörtlich den letzten Besitz Ertrunkener aus einem Wrack im Mittelmeer. Der Italiener Mattia Balsamini hat die Gegenstände in Szene gesetzt, die Verantwortlichen der Flüchtlingsinitiative Coesfeld und der Caritas Münster bringen sie mit Unterstützung des Stadtdekanats Münster in den Kirchenraum – und damit zurück in die Köpfe der Menschen. Am 8. September wurde die Ausstellung eröffnet, begleitet mit Liedern von der Sängerin und Stimmkünstlerin Cora Schmeiser.

„Es war ein Zufallsfund im Magazin der Süddeutschen Zeitung“, berichtet Ludger Schulte-Roling von der Flüchtlingsinitiative Coesfeld. 2015 war die „Barca Nostra“ mit 700 Menschen an Bord gesunken, 2016 wurde das Schiff gehoben. Der Fotograf Balsamini hatte Fotos in Zusammenarbeit mit dem forensischen Institut der Universität Mailand von Gegenständen, die die Geflüchteten bei sich trugen, gemacht, die Süddeutsche Zeitung hatte sie im Mai 2019 abgedruckt. „Diese Gegenstände verraten keine Namen, aber sie erzählen von den Ertrunkenen“, betont Paul Joachim Müller, ebenfalls bei der Flüchtlingsinitiative Coesfeld engagiert. Er und seine Kollegen nahmen Kontakt mit den Redakteuren der SZ und dem Fotografen auf, lieferten letzterem ein Ausstellungskonzept – und freuten sich über seine Zusage. Im November 2019 feierte die Ausstellung in der Jakobikirche in Coesfeld Premiere, bis Freitag, 23. Oktober, sind die 16 Fotos der Habseligkeiten der ertrunkenen Flüchtlinge nun in der Überwasserkirche zu sehen.

„Uns geht es in der Ausstellung darum, in Begegnung mit den Geflüchteten selbst zu kommen“, erklärt Schulte-Roling. Die Ausstellung erzähle „eine Hoffnungsgeschichte“, die im direkten Bezug zwar gescheitert sei, aber durch den Besuch von Menschen, die sich von den Schicksalen berühren ließen, weitergeschrieben werden könne. Aus nahezu jedem Bild spreche die Trauer um die verlorene Heimat, ergänzt Müller. „In einer Tasche wurden zwei Säckchen Heimaterde gefunden. Das rührt fast zu Tränen, weil man darin die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber auch die starke Heimatverbundenheit erkennt.“ Der Ehrenamtliche gibt der Politik die Schuld, die Situation der Flüchtlinge nicht gelöst zu haben. Noch immer würden Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertrinken. „Wir möchten den Menschen mit der Ausstellung diese Realität in Erinnerung rufen und dazu auffordern, dagegen einzutreten“, betont Müller. 

Jörg Hagemann, katholischer Stadtdechant, und Thomas Schlickum, Vorstand der Caritas Münster, appellierten ebenfalls an die Besucherinnen und Besucher, sich von den „sprechenden Fotos“ berühren zu lassen. „Die Fotos erzählen von den Hoffnungen, mit denen die Menschen in das Schiff gestiegen sind“, sagte Schlickum. Hagemann ergänzte: „Sie wurden mitten in dieser Hoffnung aus dem Leben gerissen, aber wir können uns darauf einlassen und so die Hoffnung weitertragen, auch in der Begegnung mit anderen Geflüchteten in unserem Umfeld.“

Die Ausstellung endet am Freitag, 23. Oktober, um 20 Uhr mit einem Vortrag von Martin Kolek von der Crew der „Sea Watch“. Er spricht über den Tod im Meer und den Umgang mit der Erinnerungskultur.

Kandidaten-Check des Stadtkomitees

Wissen Sie schon, wem Sie in diesem Jahr Ihre Stimme geben? Haben Sie bereits einen der Kandidierenden um das Amt des Oberbürgermeisters bei einer Wahlveranstaltung kennenlernen dürfen? Viele Wahlplakate hängen in den Straßen unserer Stadt, doch die Corona-Pandemie führt dazu, dass der Wahlkampf in diesem Jahr bisher ganz anders verläuft.

Das Stadtkomitee der Katholiken in der Stadt Münster möchten Ihnen mit einer Broschüre Kandidierende um das Amt des Oberbürgermeisters vorstellen. Das Komitee hat in den vergangenen Jahren intensiv zu Fragen unserer Stadtgesellschaft gearbeitet und sich mit Fachexperten und Politikern ausgetauscht. Es ging dabei insbesondere um die Themen Wohnen, Bildung und Mobilität in Münster. Genau zu diesen Themenbereichen und zum Anliegen unseres Papstes in der Enzyklika Laudato Si hat der Vorstand des Stadtkomitees Kandidierende befragt und stellen Ihnen die Antworten im Magazin zur Kommunalwahl vor. Sie erhalten das gedruckte Magazin kostenfrei in vielen Kirchen und im Kirchenfoyer. Zudem können Sie es hier herunterladen: Magazin zur Kommunalwahl

Ökumenischer Gottesdienst am Christopher Street Day in Münster

Der Christopher Street Day (CSD) in Münster klingt am Sonntag, 30. August, um 18 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche in Münster aus. Dazu laden die Queergemeinde Münster, die alt-katholische Gemeinde Münster und der Ökumenische Arbeitskreis „CSD-Gottesdienst“ ein. Pastor Karsten Weidisch aus der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd begleitet den Gottesdienst seitens der katholischen Kirche im Bistum Münster.

Im Zeichen des Regenbogens wollen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie queere Menschen christliche Vielfalt zeigen, heißt es in der Ankündigung. Für einen geselligen Ausklang ist jeder eingeladen, ein eigenes Picknick mitzubringen. Zusätzlich werden Getränke gegen eine Spende vom Eine-Welt-Laden angeboten.

Stadtdekanat Münster veröffentlicht kirchliche Statistik für 2019

Stadtdechant Jörg Hagemann geben die regionalen Zahlen der kirchlichen Jahresstatistik, die das Bistum Münster am 26. Juni veröffentlicht hat, zu denken. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

„Die erneut deutlich gestiegenen Austrittszahlen machen deutlich, dass wir viele Menschen ganz offensichtlich nicht mehr erreichen.“ Stadtdechant Jörg Hagemann geben die regionalen Zahlen der kirchlichen Jahresstatistik, die das Bistum Münster am 26. Juni veröffentlicht hat, zu denken. Auch wenn er einen Anstieg der Austrittszahlen erwartet hat, erschrecken ihn die tatsächlichen Zahlen doch. 2.035 Menschen haben 2019 im Stadtdekanat Münster die katholische Kirche verlassen. Das sind 599 mehr als 2018. 

Laut Statistik lag die Katholikenzahl im Stadtdekanat Ende des vergangenen Jahres bei 140.960 (2018: 143.244). Mit 11.942 ist der Anteil derer, die den Gottesdienst besuchen, im Vergleich zum Vorjahr (2018: 11.910) ungefähr gleich geblieben. 

986 Menschen wurden durch die Taufe in die Kirche aufgenommen – 136 weniger als im Jahr zuvor. Mit 967 Erstkommunionkindern ist diese Zahl im Stadtdekanat Münster im Vergleich (2018: 974) nahezu unverändert. Die Zahl der Firmungen stieg um 63 auf 645 im Jahr 2019. Nur gering zurückgegangen ist die Zahl der kirchlichen Trauungen von 289 in 2018 auf 281 in 2019. Weniger geworden sind auch die Beisetzungen mit 1.197 in 2019 im Vergleich zu 1.301 im Vorjahr. Neun Personen aus dem Stadtdekanat sind 2019 in die katholische Kirche eingetreten (2018: 25). 43 erklärten ihre Wiederaufnahme nach einem früheren Austritt (2018: 40). 

„Wir erleben den notwendigen Übergang zu einer neuen Gestalt von Kirche“, erklärt Stadtdechant Hagemann mit Blick auf die Zahlen. Viele Menschen würden sich abwenden, wütend und enttäuscht über die ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle. Auch persönliche negative Begegnungen und Erfahrungen in kirchlichen Zusammenhängen seien nicht selten ein Austrittsgrund, weiß Hagemann aus Gesprächen. Hinzu komme, dass sich die katholische Kirche in Deutschland angesichts der vielen Diskussionen um innerkirchliche Reformfragen zerrissen und oftmals uneins darstelle.

„Wir müssen neue Wege finden, wie wir die Menschen erreichen, sie begleiten und ihnen nahe sein können“, sagt Hagemann. Dazu sei es entscheidend, die Erwartungen und Sorgen der Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche ernst zu nehmen. Die Zahlen seien gleichzeitig ein Ansporn dafür, die Herausforderung mutig und entschlossen anzugehen: „Wir müssen glaubhafter handeln, eine verständlichere Sprache sprechen und den unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen gerecht werden, damit wir die Hoffnung des Glaubens überzeugend weitergeben können.“

„Brauchen Versöhnung durch Gespräche und Zusammenarbeit“

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bringt seine Solidarität mit den Patriarchen und Kirchenführern von Jerusalem zum Ausdruck. Foto: Bistum Münster

Weihbischof Zekorn ist besorgt über Annexionspläne im Westjordanland. Die israelische Regierung hat angekündigt, ab Juli Teile des Westjordanlandes zu annektieren, also in ihr Staatsgebiet einzugliedern. Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Bischöflicher Beauftragter für die Weltkirche im Bistum Münster, bringt seine Solidarität mit den Patriarchen und Kirchenführern von Jerusalem zum Ausdruck: „Wie sie bedrückt auch mich die Sorge um die einschneidenden Konsequenzen eines solchen Schrittes“, erklärt Zekorn. Die Annexion könne die weitere Destabilisierung der ganzen Region zur Folge haben.

Aus Sicht des Weihbischofs sei vor allem der Dialog zentral: „Die Menschen im Heiligen Land brauchen Versöhnung durch Gespräche und Zusammenarbeit. Durch sie allein kann ein wirklicher Friede entstehen.“ Seine Gedenken gelten zudem den arabischen Christen: „Sie werden durch eine Eskalation der politischen Lage noch mehr zwischen den verschiedenen Fronten zerrieben.“

Zekorn ist nicht der einzige Bischof, der seine Sorge bezüglich der Annexionspläne im Westjordanland äußert. Bereits in der vergangenen Woche hatten sich die katholischen Bischöfe in Deutschland besorgt über die Ankündigung der israelischen Regierung gezeigt. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten, der Mainzer Weihbischof Udo Bentz, hatten von Bundesregierung, EU sowie den USA und Russland gemeinsame Anstrengungen für einen dauerhaften und gerechten Frieden gefordert. Die Bischöfe hatten zugleich einen Aufruf der Patriarchen und Kirchenführer Jerusalems unterstützt, die sich gegen einseitige Annexionspläne ausgesprochen hatten.

Israel plant die Eingliederung von bis zu 30 Prozent des besetzten Westjordanlandes, darunter den Großteil des Jordan-Tals sowie israelische Siedlungen. Erste Schritte stellte Israels Regierung zum 1. Juli in Aussicht. Gestützt wird dies durch den Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump.

Große Prozession 2020: „Ich bin da, wo du bist!“

Am Sonntag, 5. Juli 2020, findet die alljährliche Große Prozession statt. Sie steht unter dem Wallfahrtsmotto: „Ich bin da, wo du bist!“ (nach Ex 3,14)

Leider muss auf die althergebrachte Prozession durch die Straßen unserer Stadt Münster verzichtet werden, aber wir wollen gemeinsam mit Bischof Felix Genn auf dem Domplatz zu einem feierlichen Gottesdienst zusammenkommen. Der Bischof und der Oberbürgermeister werden gemeinsam von der Lamberti-Kirche aus mit dem traditionellen „Pestkreuz“ auf den Domplatz ziehen.

Für über 400 Gottesdienstbesucher ist Platz auf dem Domplatz. Das Pontifikalamt beginnt um 11 Uhr.

Wegen der besonderen Hygieneanforderungen in diesem Jahr wird darum gebeten, die Plätze auf dem Domplatz rechtzeitig einzunehmen.

Ewiges Gebet im St.-Paulus-Dom am Sonntag, 14. Juni

Es hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition und dauert – trotz seines Namens – nicht ewig im landläufigen Sinne: Am Sonntag, 14. Juni, sind alle Gläubigen zum Ewigen Gebet im St. Paulus-Dom Münster eingeladen.

Das Kapitelsamt, eine reguläre heilige Messe, findet wie immer um 11.45 Uhr statt. Anschließend wird das heiligste Sakrament ausgesetzt. Die Gegenwart Jesu in der Gestalt des eucharistischen Brotes erinnert an die Hingabe seines Lebens für die Menschen. Um 17 Uhr findet eine Vesper statt. Mit Sakramentsprozession und Segen wird sie das Ewige Gebet abrunden.

Katholische Pfarreien St. Gottfried und St. Joseph Münster-Süd fusionieren

An den Gottesdiensten nahmen Vertreterinnen und Vertreter des neuen Seelsorgeteams teil (hier v. l. vor der Stufe: Pastor Dr. Hans-Werner Dierkes, Pastoralreferentin Dr. Susanne Kolter, Pfarrer Dr. Stefan Rau, Pastoralreferentin Ute Kerpen) sowie die beiden Salvatorianer Pater Marek Bednarski und Pater Hubert Vogel. Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

„Christlicher Glaube wächst und lebt in der Vielfalt.“ Diesen Gedanken hat Pfarrer Dr. Stefan Rau am Tag der Fusion der beiden münsterischen katholischen Pfarreien St. Gottfried und St. Joseph Münster-Süd, am 11. Juni, in den Mittelpunkt gerückt. „Fusion heißt für mich nicht katastrophale, alles eindampfende Kernschmelze, sondern Wachstum und Entfaltung von bunter Vielfalt aus dem einen Samenkorn des Evangeliums“, betonte er in den Gottesdiensten am Fronleichnamstag.

Ursprünglich sollten die Pfarreien am Fusionstag in Prozessionen symbolisch aufeinander zugehen, aufgrund der Corona-Pandemie musste der Plan aufgegeben werden. Auch ein gemeinsamer Fusionsgottesdienst war aufgrund der beschränkten Plätze nicht möglich. Stattdessen fanden in den Kirchen St. Joseph und Heilig Geist sowie St. Gottfried und St. Maximilian Kolbe die regulären Gottesdienste statt. „Vielleicht ist diese Form der Feier aber auch viel näher am Alltag einer solchen Pfarrei als ein riesiges Fest“, verdeutlichte Pfarrer Rau. „Wann feiern wir tatsächlich mal gleichzeitig vom Bahnhof bis zur Autobahn, von der Annette-Allee bis nach Hiltrup?“, umriss er das neue Pfarreigebiet, das rund 21.000 Mitglieder umfasst. „Wir sind hier in St. Gottfried gerade ein Teil des Ganzen, so wie in den vielen anderen Gemeinden in unserer neuen Pfarrei.“

Dennoch machten die Bedingungen durch die Corona-Pandemie diese Fusion für ihn persönlich besonders schwer, erklärte Pfarrer Rau. „Geht es doch bei der Vorbereitung und am Tag der Fusion zu allererst um persönliches Begegnen, Zuhören, Ansehen, Kennenlernen, Vertrauen fassen – und genau das wird durch Corona so erschwert.“ Als gemeinsames Zeichen anlässlich der Fusion brannte in jeder Kirche eine besonders gestaltete Kerze neben dem Altar. Die Besucherinnen und Besucher konnten anschließend kleine Kerzen sowie Samenkörner mit nach Hause nehmen, als Zeichen für die gewachsene Glaubensgemeinschaft.

Vielfalt, so führte Pfarrer Rau aus, zeige sich in den Gemeinden und Gemeinschaften, an den vielen „Lebensorten des Glaubens, eben daran, wie die Menschen in Münsters Südstadt leben: bunt, urban, jung, fragend, traditionell, kritisch, engagiert, betagt, anonym, ökumenisch, wohlhabend, bedürftig, multikulturell, gläubig, interessiert…“. Genauso vielfältig erlebe er die Christen „im Süden“, wo sich rund 20 katholische Gemeinden deutscher und vieler anderer Sprachen in Kirchen, Kindergärten, Schulen, Gemeindezentren, Klöstern, Kliniken, Altenheimen treffen. „Hier kommen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Gruppen und Projekten zusammen, wir sorgen uns gemeinsam um Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger und Migranten, wir teilen Gottes Wort und empfangen seinen Segen in den Sakramenten, singen und sagen ihm unsere Fragen, Bitten und Dank“, gab Rau einige Beispiele.

Schon seit 2013 ist die Fusion der beiden Kirchengemeinden im Strukturplan des Bistums Münster vorgesehen. Vor drei Jahren dann hatten die Salvatorianer angekündigt, ihre Niederlassung in Münster zu schließen, deren Patres seit 1953 das Leben in St. Gottfried am Düesbergweg prägen. Mit dem angekündigten Weggang von Pater Marek Bednarski und Kaplan Pater Hubert Vogel war auch die Fusion der Kirchengemeinde beschlossen und für 2020 festgelegt worden.

Dankbar ist Pfarrer Rau dafür, dass die Gremien und Seelsorgeteams sich bereits in den vergangenen zwei Jahren bemüht hätten, die vielen Ehrenamtlichen beider Pfarreien miteinander ins Gespräch zu bringen und neue Begegnungsorte zu entwickeln. „Der eine Gott in drei Personen, der eine Geist in den vielen Begabungen und Lebenswegen, die eine Kirche in den vielen Kulturen – und die eine Pfarrei in den vielen Gemeinden und Projekten“, schlug Pfarrer Rau eine Brücke zum zurückliegenden Pfingstfest und Dreifaltigkeitssonntag. „Ich freue mich auf das Beten und Arbeiten, Planen und Feiern mit allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten unter dem Dach der neuen Pfarrei.“

Kirchenfoyer öffnet mit Still- und Wickelbereich

Bildunterschrift: Rupert König (links) und Thomas Kamm auf der Empore des Kirchenfoyers, wo ein Still- und Wickelbereich für Eltern eingerichtet worden ist. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Als Treffpunkt und Begegnungsstätte kann das Kirchenfoyer in Münster aufgrund der Corona-Pandemie momentan nicht genutzt werden. „Wir möchten unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen ein Großteil besonders gefährdet ist, schützen“, sagt Rupert König, Leiter der citypastoralen Einrichtung am Lamberti-Kirchplatz. Zu begrenzt sind die Räumlichkeiten, zu eng wäre der Kontakt zu den Besuchern, Passanten und Touristen. 

Doch König und seinem Kollegen Thomas Kamm ist es wichtig, auf Bedarfe zu reagieren. „Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder beobachtet, dass Mütter keinen ruhigen Platz finden, um ihr Kind zu stillen, oder Eltern, um ihr Kind zu wickeln“, berichten sie. Vor der Corona-Pandemie wurde von dem eigens eingerichteten Still- und Wickelraum in der unteren Etage des Kirchenfoyers mehrmals täglich Gebrauch gemacht. „Das ist ein Geheimtipp mitten in Münster“, verrät König. Und dieses Angebot soll Müttern und Vätern trotz des auf unbestimmte Zeit geschlossenen Kirchenfoyers ermöglicht werden.

Dafür kooperiert die Einrichtung in den Sommermonaten mit der benachbarten Pfarrei St. Lamberti. Montags bis samstags zwischen 11 und 19 Uhr werden – gutes Wetter vorausgesetzt – Sitzmöglichkeiten auf dem Kirchplatz aufgestellt – mit Blick in Richtung Sonne. Passanten können Platz nehmen, inmitten des Trubels einen Moment verschnaufen und die kleine Auszeit genießen. Ein Haupt- oder Ehrenamtlicher der Pfarrei soll durchgängig an der sogenannten „Sommer-Lounge“ ansprechbar sein – auch für Eltern, die auf der Suche nach einem Platz zum Wickeln oder Stillen sind. „Sie können diese Person ansprechen“, schildert Thomas Kamm, „und wenn die notwendigen Daten in aller Kürze aufgenommen worden sind, wird der Schlüssel zum Kirchenfoyer ausgehändigt.“ Dort wurde der Still- und Wickelbereich auf die helle Empore verlagert, wohin sich die Mutter und/oder der Vater mit dem Kind dann in Ruhe zurückziehen kann.

Darüber hinaus werden König und Kamm in den nächsten Wochen verschiedene Kunstaktionen umsetzen, die durch die Glasfronten des Kirchenfoyers einsehbar sein werden und so ein Stück weit „Verkündigung durch das Schaufenster“ betreiben. Auch sollen die kommenden Wochen der Schließung für einige zweckmäßige Umbauten genutzt werden. „Wir hoffen, dass wir dann bald wieder in gewohnter Form für unsere Besucher da sein können“, sagt König. 

Pater Marek Bednarski bei Pfarrerkonferenz verabschiedet

Stadtdechant Jörg Hagemann (4. von links), Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (rechts) und die Leitenden Pfarrer Münsters verabschiedeten Pater Marek Bednarski (4. von rechts) bei der Pfarrerkonferenz. © Bistum Münster

„Mit großer Zuverlässigkeit, mit Bedacht und Klarheit warst Du als Pfarrer in Münster tätig, dafür danken wir dir.“ Mit diesen Worten hat Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Regionalbischof für das Stadtdekanat Münster, zusammen mit Stadtdechant Jörg Hagemann am 8. Juni Pfarrverwalter Marek Bednarski verabschiedet. Bei der Pfarrerkonferenz, an der alle Leitenden Pfarrer aus Münster teilnehmen, dankten sie dem Salvatorianer-Pater, der noch bis Fronleichnam, 11. Juni, die Pfarrei St. Gottfried in Münster leitet. Dann wird diese mit der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd fusionieren. Die Niederlassung der Salvatorianer in Münster wird geschlossen, Pater Marek Bednarski und Kaplan Pater Hubert Vogel werden Ende Juni die Stadt verlassen.

Seit 1953 prägen die Patres der sogenannten Societas Divini Salvatores, übersetzt Gesellschaft des Göttlichen Heilands das Leben in St. Gottfried am Düesbergweg. Zur Pfarrei gehört auch die Maximilian-Kolbe-Kirche in Berg Fidel. Die Gemeinde hatte Zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen. Bereits vor drei Jahren hatte das Provinzkapitel des Ordens in München das Ende des Klosters in Münster beschlossen. Die Patres werden älter, es fehlt der Nachwuchs. Aus acht Niederlassungen der Salvatorianer in Deutschland werden vier. Mit dem angekündigten Weggang der Patres aus St. Gottfried war auch die Fusion der Kirchengemeinde beschlossen.

Pater Marek kam 1995 als Kaplan nach Münster, später wurde er Pfarrer. Ein Vierteljahrhundert hast Du die Kirche in Münster mitgestaltet“, betonte Weihbischof Zekorn, „hast dich – unter anderem im säkularisierten Stadtteil Berg Fidel – dafür eingesetzt, dass die Menschen deine Freude am Glauben teilen.“ Auch Jörg Hagemann stellte die lange Wirkungszeit Pater Mareks ins Zentrum: „Du hast miterlebt, wie sich die Stadt Münster verändert, wie sich Pfarreigrößen durch Fusionen und damit verbundene Zuständigkeiten entwickelt haben. Dein Mittun und deine Spiritualität werden uns fehlen“, sagte Hagemann und dankte dem Ordensmann, der unter anderem zwei Jahre als Dechant gewirkt hat, für seinen Dienst in der Pfarrei und auf Stadtdekanatsebene.

Pater Mareks neues Zuhause steht bereits fest: Er wird ins Provinzhaus nach München wechseln und das Team der Pfarrei St. Willibald unterstützen. Pater Hubert wird nach Berlin ziehen. Vorher aber werden die beiden sich von Münster verabschieden: mit einem Gottesdienst am Samstag, 27. Juni, an dem auch Bischof Dr. Felix Genn teilnehmen wird. Ebenfalls zum letzten Mal bei einer Pfarrerkonferenz in Münster dabei war Pater Égide Muziazia. Auch ihm dankten Hagemann und Zekorn für seinen Einsatz. Seit Oktober ist er Pfarrverwalter in der Pfarrei Heilig Kreuz. Am Mittwoch, 24. Juni, wird Siegfried Kleymann als neuer Pfarrer dort eingeführt.  

Keine AfD-Vertreter zu Veranstaltungen einladen

„Kein Forum für rechtsradikale Hetzer im Bistum!“, fordert das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster. Die AfD und einige ihrer prominenten Vertreterinnen und Vertreter propagierten politische Vorstellungen und Programme, die mit einem christlichen Menschenbild und christlichen Werten nicht vereinbar seien, sagt Kerstin Stegemann, Vorsitzende des obersten Laiengremiums der Katholischen Kirche im Bistum.  

„Mitglieder und Kandidatinnen und Kandidaten der AfD sind in vielfacher Weise bemüht, sich in sozialen Netzwerken und in der Öffentlichkeit als Politikerinnen beziehungsweise Politiker darzustellen, die die bürgerliche Mitte repräsentieren. Sie werden jede Einladung einer kirchlichen Organisation oder Gruppe dazu nutzen, über den wahren Inhalt und die Bedeutung ihrer menschenverachtenden Programmatik hinwegzutäuschen“, erläutert Stegemann. Die katholische Kirche im Bistum dürfe ihnen deshalb keine Gelegenheit dazu geben und kein Forum für die Verbreitung der Positionen der AfD bieten, meint sie. 

Der Vorstand des Diözesankomitees beschließt deshalb, bei eigenen Veranstaltungen keine Vertreterinnen und Vertreter der AfD einzuladen. Das Diözesankomitee empfiehlt seinen Mitgliedern dringend, bei Veranstaltungen keine Vertreter der AfD einzuladen und darauf hinzuwirken, dass bei keiner kirchlichen, verbandlichen oder pfarrlichen Veranstaltung AfD-Mitgliedern oder -Funktionäre eine Bühne oder ein Podium geboten wird. Wenn Vertreter der AfD um Teilnahmemöglichkeiten ersuchen, sollten diese unbedingt abgelehnt werden.

Das „Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster“ ist der Zusammenschluss der organisierten Laien auf Bistumsebene. Ihm gehören Vertreter aus diözesanen Verbänden und Organisationen, den Räten der Kreis-, Stadt- und Landeskomitees der Katholiken sowie weitere katholische Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft an. Das Diözesankomitee im Internet: www.dioezesankomitee.de  

Pfarreien in Münster feiern gemeinsame Osternacht

Für die Verantwortlichen der katholischen Pfarreien in Münster steht fest: „Ostern fällt nicht aus.“ Deshalb haben sie sich zusammengetan und werden erstmals gemeinsam die Osternacht am Karsamstag, 11. April, um 20 Uhr feiern. In Zeiten der Corona-Krise, in denen öffentliche Gottesdienste nicht stattfinden dürfen, können die Gläubigen die Feier des höchsten Festes in der katholischen Kirche im Internet verfolgen. Übertragen wird die Feier aus der St.-Martini-Kirche. Beteiligt sind jedoch alle Pfarreien: Die Pfarrer übernehmen je ein Element des Gottesdienstes in ihrer Kirche, das dann in die Übertragung eingebunden wird. 

Hans-Bernd Köppen, Pfarrer der St.-Lamberti-Pfarrei, gibt Beispiele: „Eine Lesung trägt Pfarrer Jürgen Streuer aus Handorf vor, eine weitere Pfarrer Rudi Gehrmann aus der St.-Mauritz-Kirche. Schulseelsorger Hendrik Drüing predigt aus der Kapelle des Mauritz-Gymnasiums.“ 17 verschiedene Orte werden auf diese Weise eingebunden, auch die Jugendkirche „effata“ ist dabei sowie die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde. Besonders freut sich Köppen über die Beteiligung der evangelischen Apostelgemeinde. „So gibt es für alle Gläubigen in Münster an diesem besonderen Fest einen Bezug zu ihrer Heimatpfarrei“, verdeutlich Köppen.

An jedem Ort werden nur zwei Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden in einem Abstand von mindestens zwei Metern anwesend sein, zusätzlich in einigen Fällen ein Kirchenmusiker an der Orgel. „Wir freuen uns, trotz dieser für uns alle nicht leichten Situation mit den Menschen in Münster auf diese neue Art Ostern zu feiern“, betont Pfarrer Köppen.

Auch die Feier der Karwoche ermöglichen die Innenstadtpfarreien den Gläubigen via Internet. Am Palmsonntag, 5. April, wird um 10 Uhr ein Familiengottesdienst aus der St.-Clemens-Kirche in Münster-Hiltrup übertragen, um 18 Uhr ein Gottesdienst aus der St.-Lamberti-Kirche. Am Gründonnerstag, 9. April, haben alle Gläubigen die Möglichkeit, die Feier mit Bischof Dr. Felix Genn aus dem St.-Paulus-Dom zu verfolgen. Für Karfreitag, 10. April, ist die Übertragung der Liturgie um 15 Uhr aus der St.-Martini-Kirche geplant. Um 18 Uhr gibt es eine Andacht aus der St.-Lamberti-Kirche. Die Kirchengemeinden der Stadt werden an diesem Tag besondere Aktionen und Hilfen zur Gestaltung des Karfreitags im Internet veröffentlichen. Zusätzlich erscheint am Gründonnerstag, herausgegeben von den katholischen Kirchengemeinden, eine Beilage in den Zeitungen zum Thema „Ostern gestalten“.

Wer die Gottesdienste mitfeiern möchte, findet die Links zu den Plattformen Youtube, Facebook und BibelTV auf den Homepages der Pfarreien, auf www.katholisch-in-muenster.de oder auf www.sanktlamberti.de.

Corona: Maßnahmen des Bistums Münster gelten vorerst bis 1. Mai

Da die Bundesregierung und die Länderregierungen erst in der Osterwoche das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus festlegen werden, hat das Bistum Münster derzeit geltende Maßnahmen vorerst bis zum 1. Mai verlängert. Dies hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am 2. April in einer Mail an Mitarbeitende und Kirchengemeinden mitgeteilt.

Konkret bedeutet dies unter anderem, dass bis dahin keine Gottesdienste und ähnliche Feiern stattfinden dürfen. Auch Erstkommunionfeiern, Firmungen, Taufen und Trauungen sowie sonstige Feste und Veranstaltungen sind zu verschieben. Bei Trauerfeiern, die im Freien stattfinden sollen, sind weiterhin nur höchstens 20 Personen zugelassen, unter Beachtung der nötigen Hygienevorschriften.

Beibehalten wird bis mindestens 1. Mai auch das tägliche Glockenläuten aller Kirchenglocken im Bistum um 19.30 Uhr als Zeichen einer bleibenden Gebetsgemeinschaft. Die Kirchen sollten darüber hinaus nach Möglichkeit weiter zum persönlichen Gebet geöffnet bleiben. Ebenso soll die Seelsorge – im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten – aufrecht erhalten werden. Über besondere Angebote in dieser Zeit informiert das Bistum Münster im Internet unter www.bistum-muenster.de/seelsorge_corona/.  

Winterkamp weist abschließend darauf hin, dass über den 1. Mai hinaus zurzeit keine Aussagen getroffen werden können. Dies betreffe beispielsweise im Sommer geplante Ferienmaßnahmen. Der Generalvikar bittet um Verständnis, dass angesichts der sich täglich ändernden Situation keine längerfristigen Aussagen möglich sind.

Thorsten Löhring wird neuer Leiter der Jugendkirche „effata“

Thorsten Löhring übernimmt nach den Sommerferien die Leitung der Jugendkirche „effata“ in Münster. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)

Thorsten Löhring wird neuer Leiter der Jugendkirche „effata“ in Münster. Erstmals steht damit nicht mehr ein Priester an der Spitze des derzeit fünfköpfigen Teams. Der Pastoralreferent folgt auf Holger Ungruhe, der nach den Sommerferien in die Priesterausbildung wechselt und Subregens im Priesterseminar Borromaeum wird (s. gesonderte Pressemitteilung). Löhring gehört auch derzeit schon zum hauptamtlichen Team der Jugendkirche. Seit 2016 ist er als Pastoralreferent in der Bistumseinrichtung tätig und leitet das angegliederte Schülercafé Lenz. Diese Aufgabe wird er weiterhin beibehalten.

Aufgewachsen in Nordwalde, studierte Löhring an der Katholischen Hochschule in Paderborn Religionspädagogik. Seine anschließende Ausbildungszeit verbrachte er in der Pfarrei St. Reinhildis in Hörstel. Derzeit absolviert der 30-Jährige, der verheiratet und Vater einer Tochter ist, berufsbegleitend ein Masterstudium in Organisationsentwicklung mit dem Schwerpunkt Sozialmanagement.

Löhring weiß um die Bedeutung der Jugendkirche: „Jugendliche können diesen Ort nach ihren Wünschen und Vorstellungen gestalten.“ Die Aufgabe der hauptamtlich Tätigen bestehe darin, sie in der Umsetzung zu unterstützen, ihnen ihre Visionen zu ermöglichen und ihnen zur Seite zu stehen. Seit September 2019 unterzieht sich die Jugendkirche einem „Re-Launch“ und entwickelt gemeinsam mit der Zielgruppe neue Ideen. „Die jungen ehrenamtlichen Engagierten haben ganz unterschiedliche Kirchenbilder und Vorstellungen, denen wir Raum geben“, schildert Löhring und stellt fest: „Ich merke immer wieder, dass es in der Neukonzeptionierung der pastoralen Arbeit der Jugendkirche um Vielfalt geht: Kirche, wie Jugendliche sie sich vorstellen, wie sie sie wollen – mit aller Unterschiedlichkeit, die junge Menschen mitbringen.“

Der Pastoralreferent freut sich darauf, die Schritte der vergangenen Monate gemeinsam mit dem Team weiterzugehen. „Eine wichtige Aufgabe für mich wird sein, immer wieder neue Räume zu schaffen, in denen sowohl die ehrenamtlich Engagierten als auch die hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen ihre Fähigkeiten, ihre Visionen einbringen können.“ Auch über neue Leitungsformen werde im Zuge der Neukonzeptionierung nachgedacht.

Bistum Münster schreibt Ehrenamtspreis aus

Diözese will mit Wettbewerb und 10.000 Euro Preisgeld freiwillige Hilfe würdigen

Das Bistum Münster schreibt zum vierten Mal einen Ehrenamtspreis aus, um Initiativen und Projekte auszuzeichnen. Damit sollen diejenigen gewürdigt werden, die freiwillig und mit viel Engagement und Phantasie anpacken, wo Hilfe nötig ist. 

Bischof Felix Genn und Kerstin Stegemann, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, schreiben in einer gemeinsamen Erklärung zum Ehrenamtspreis: „Sie engagieren sich mit viel Herzblut und Kompetenz für andere. Das ist wunderbar, denn so tragen Sie dazu bei, die Welt ein wenig besser zu machen.“ Und sie führen aus: „Ohne ihr Engagement würde nicht nur der Kirche etwas fehlen, sondern der ganzen Gesellschaft.“ Das Engagement bringe Gerechtigkeit hervor, übe Natur- und Umweltschutz, unterstütze Benachteiligte und Menschen mit Behinderung, weltweit oder in der Nachbarschaft. „Sie machen sich stark für eine bessere Welt, denn auch aus dem Glauben erwächst eine Verantwortung für die Welt.“ Dieses Engagement wolle das Bistum unterstützen.

Mitmachen können Initiativen und Projekte aus dem Bistum Münster, die von Ehrenamtlichen getragen werden. Auch nicht-kirchliche Bewerbungen sind willkommen. Einzelpersonen können ebenfalls für ihr Engagement ausgezeichnet werden, wenn sie von Dritten vorgeschlagen werden. Die Projekte und Initiativen, die sich um den Preis bewerben, sollten innovativ, nachhaltig oder modellhaft sein. Es werden drei Preise vergeben, die wie folgt dotiert sind: 1. Preis: 5.000 Euro, 2. Preis 3.000 Euro und 3. Preis: 2.000 Euro.  

Wie kann man sich bewerben? Ganz einfach: Ein Online-Anmeldeformular und ein Bewerbungsbogen zum Download und handschriftlichen Ausfüllen findet sich auf: www.dioezesankomitee.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eingesandte Materialien können leider nicht zurückgesandt werden.

Über die Preisträger entscheidet eine vierköpfige Jury: Kerstin Stegemann als Vorsitzende und Susanne Deusch als Vorstandsmitglied des Diözesankomitees der Katholiken, der Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Klaus Winterkamp, und Dr. Christof Haverkamp, Chefredakteur der Bistumszeitung „Kirche+Leben“.

Fragen zum Ehrenamtspreis beantwortet die Geschäftsführerin des Diözesankomitees der Katholiken, Lisa Rotert, Rosenstraße 17, 48143 Münster, Tel. 0251495-17080. Oder per E-Mail: dioezesankomitee@bistum-muenster.de. Einsendeschluss ist am 17. Mai 2020.

Downloads: Informationsflyer / Bewerbungsbogen

"In den Herausforderungen dieser Tage gibt es viele Lichtblicke"

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn möchte den Gläubigen im Stadtdekanat Münster Mut machen. „In all den Herausforderungen dieser Tage gibt es viele Lichtblicke, wo Menschen fantasievoll Solidarität und Sorge füreinander zeigen“, ist der Regionalbischof für Münster und die Kreise Coesfeld und Warendorf beeindruckt. Damit spielt er auf die vielen Hilfsinitiativen an, die sich in den vergangenen Tagen gegründet haben. „Es ist doch toll, wenn sich Menschen auf kreative Weise helfen, die sich bisher nicht kannten.“ Sein ausdrücklicher Dank gilt den spontanen Helferinnen und Helfern ebenso wie denen, die in Krankenhäusern, in der Politik, den Behörden und anderen Bereichen derzeit schwere Herausforderungen meistern.

Weihbischof Zekorn ist bewusst, dass gerade jetzt viele gläubige Christen gemeinsame Gottesdienste und den Empfang der Sakramente vermissen. „Die Einschränkungen, die wir in diesem Zusammenhang auf uns nehmen müssen, sind enorm. Für viele ist die Erfahrung der Nähe Gottes in den Sakramenten von zentraler Bedeutung für ihr Leben“, weiß er. Sein Trost: „Der Heilige Geist überwindet alle räumlichen Grenzen und die Verbindung mit Gott und untereinander wirkt immer.“ Auch seien Christen durch die Zeichen ihres Glaubens oftmals gut für Krisen gerüstet: „Die vielen Kreuze in unseren Kirchen und Wohnungen, an Straßen und Wegen erinnern uns daran, dass Gott sich nicht gescheut hat, seinen Sohn Jesus Christus durch Leid und Tod hindurchgehen zu lassen, um auch uns in Krisen, Leid und Tod ins Leben zu führen.“

Wie auch sonst bei Krisen in seinem Leben, habe er sich im Hinblick auf das Coronavirus gefragt, ob auch diese Krise eine Botschaft für ihn enthalte. „Vielleicht ist es diese: Die Ansammlung von ein paar Molekülen in einem neuen Virus kann einen großen Teil der Welt lahmlegen. Das zeigt: Auch wenn wir Menschen und insbesondere Wissenschaftler und Forscher viel können: Wir haben die Welt nicht in der Hand.“ Diese Erkenntnis menschlicher Demut könne überlebenswichtig sein, wenn es während und nach der Corona-Krise um die Bewahrung der Schöpfung und den Umgang mit Notleidenden, vor allem in südlichen Ländern, gehe.

Krisen-Kompass der TelefonSeelsorge ist da

Digitale Suizidprävention der TelefonSeelsorge Deutschland ab jetzt als App erhältlich.

Erleichtert und auch etwas stolz zeigte sich heute Rita Hülskemper, Leiterin der TelefonSeelsorge Münster und Mitinitiatorin der App: „Wir haben ein neues digitales Angebot zur Suizidprävention entwickelt und heute zum Download bereitgestellt.“ Diese App soll sich besonders an die Gruppe richten, die häufig suizidalen Krisen betroffen sind: Kinder und junge Menschen bis 29 Jahre. Diese sind mit 23% besonders zahlreich vertreten unter den rund  100300 Personen, die sich  im letzten Jahr deutschlandweit die TelefonSeelsorge mit suizidalen Gedanken kontaktiert haben. „Und da junge Menschen mit ihren Themen vor allem digital unterwegs sind, ist die App ein Angebot, das hoffentlich von vielen genutzt wird“, so Hülskemper weiter.

Die App richtet sich an drei Personenkreise, zum einen an diejenigen, die sich in einer suizidalen Krise befinden, zum anderen an Familie und Freunde, die jemanden unterstützen wollen. Und auch diejenigen, die einen Menschen durch Suizid verloren haben, werden durch das Angebot angesprochen. Die App bietet nicht nur Informationen zum Thema Suizid, sondern auch Erfahrungen aus der digitalen Therapie, wie etwa Stimmungsbarometer oder Achtsamkeitsübungen.

Die App steht ab sofort kostenlos im Download zur Verfügung:

 

 

Nach Hanau darf es kein ‚Weiter so‘ geben

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme reagieren die Kreisdechanten und der Stadtdechant im Bistum Münster auf den Anschlag in Hanau.

Die Stellungnahme unterstützen: Christoph Rensing (Borken), Johannes Arntz (Coesfeld), Johannes Mecking (Kleve), Jörg Hagemann (Münster), Jürgen Quante (Recklinghausen), Dr. Jochen Reidegeld (Steinfurt), Peter Lenfers (Warendorf) , Stefan Sühling (Wesel).

Die Stellungnahme lautet im Wortlaut: „Wir müssen uns dem Grauen dieses fürchterlichen Verbrechens stellen, um zu begreifen, dass es kein ‚Weiter so‘ geben darf. Zehn Menschen – viele von ihnen hatten noch ihr ganzes Leben vor sich – sind ermordet worden. Ihnen und ihren Familien gelten in diesen Stunden unsere Gebete und unsere Anteilnahme. Wir schließen darin auch die Verletzten ein.

Mit Worten ist diese Tragödie kaum zu fassen und doch können wir bei Trauer und Betroffenheit nicht mehr stehen bleiben. Der sinnlose Tod dieser Menschen und das dadurch verursachte Leid haben genau wie die zahlreichen Morde und Anschläge der letzten Jahre einen klar erkennbaren Nährboden. Er besteht in einem wachsenden Klima der Intoleranz und des Hasses, das populistische Parteien und rechtsextreme Gruppierungen in die Mitte der Gesellschaft getragen haben. 

Alle Demokratinnen und Demokraten sind aufgefordert, eindeutig zu reagieren. Wir haben es zu lange hingenommen, dass in sozialen Medien, in politischen Reden von Populisten und Rechtsradikalen ungestraft gegen Menschen mit Migrationshintergrund gehetzt werden kann. Der sachliche und tolerante Austausch von Meinungen und Weltanschauungen ist zu oft einer Unkultur der Hetze, Empörung und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden gewichen.

Die Lehre aus diesem schrecklichen Verbrechen kann nur sein, dass wir aufwachen und gemeinsam für das eintreten, was unsere freiheitliche Demokratie ausmacht: für eine Kultur der gegenseitigen Achtung; für die Bereitschaft Menschen, die anders leben und denken, zu verstehen und zu tolerieren. Lassen Sie uns gemeinsam neu nach dem suchen, was uns in der Gesellschaft verbindet. Geben wir denen, die spalten und hetzen, keinen Raum. Hass, Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen sich nicht weiter breitmachen. Das sind wir den Opfern von Hanau schuldig. “

Studentin zeigt Architekturentwürfe im Kirchenfoyer

Svenja Möller und Rupert König vor den Entwürfen für das Turmbüro auf St. Lamberti. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Johanna Müller

Die Idee kam Svenja Möller bei einer Führung durch Münster mit dem Nachtwächter, der von den „wahren Nachtwächtern“ erzählte, den sogenannten Türmern. Wie sieht es dort oben, im Turm der St.-Lamberti-Kirche wohl aus, fragte sich die gebürtige Münsteranerin, die in Detmold Innenarchitektur studiert. Die 24-Jährige nahm Kontakt mit der Türmerin Martje Saljé auf – und durfte sie in ihrer Stube hoch über den Dächern von Münster besuchen.

Seit dem 14. Jahrhundert ist das Türmeramt in der Stadtgeschichte Münsters belegt. Noch heute wacht die Türmerin auf Lamberti nachts über die Stadt, warnt vor Bränden und kündet den Bürgern mit dem typischen Tuten des Horns die Uhrzeit. Einen kleinen Raum fand Svenja Möller bei ihrer Besichtigung vor, darin ein Schreibtisch, zwei Regale und Musikinstrumente, denn Türmerin Saljé ist Musikwissenschaftlerin.

Die Studentin war begeistert von dem ungewöhnlichen Dienstzimmer. „Die Türmerin gehört zu Münster und die Tradition fasziniert die Bürgerinnen und Bürger bis heute. Das Projekt hat mich gereizt“, berichtet Svenja Möller. Für ihre Bachelorarbeit fertigte sie Entwürfe für das Turmbüro auf St. Lamberti an – mehr Funktionalität, außerdem eine Kombination von modernem Mobiliar in einer historischen Umgebung. Ihre Abschlussnote: eine 1,1. 

Nachdem ihre Pläne zuletzt in der Hochschule in Detmold aushingen, werden sie nun bis Mittwoch, 26. Februar, im Kirchenfoyer am St.-Lamberti-Kirchplatz zu sehen sein. Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, freut sich über die Kooperation: „Das ist eine außergewöhnliche, kleine Ausstellung und sehr sehenswert“, kündigt er an.

Kleine und große Könige sammeln 190.153 Euro

Engagiert zogen die Sternsinger im Stadtdekanat Münster von Haus zu Haus – und sammelten auch vor der St.-Lamberti-Kirche für Kinder in Not. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

„Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“. Unter diesem Leitwort sind im Stadtdekanat Münster rund 1.500 Sternsingerinnen und Sternsinger rund um den 6. Januar von Haus zu Haus gezogen, um für Kinder in Not zu sammeln. Dank des Engagements der kleinen und großen Könige kamen im Stadtdekanat 190.153 Euro (Vorjahr 201.135 Euro) zusammen.

Träger der bundesweiten Aktion Dreikönigssingen, wie das Sternsingen auch genannt wird, sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Die Sternsinger wollen mit dem Fokus auf den Libanon, in dem der Bürgerkrieg tiefe Wunden hinterlassen hat, darauf aufmerksam machen, wie wichtig der Frieden überall auf der Welt ist. Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt.  

Botschaft des Friedens in die Welt hineinrufen

Stadtdechant Jörg Hagemann rief beim Ökumenischen Friedensgebet zum Einsatz für Menschenwürde und Gerechtigkeit auf. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Stadtdechant ruft bei ökumenischem Gebet zum Einsatz für Menschenwürde und Gerechtigkeit auf

„Wir als Christinnen und Christen, als Menschen guten Willens können nicht still sein, wenn der Hass wieder alltäglich wird. Wir beten um Frieden, weil wir noch immer hoffen, dass wir Menschen eine Berufung zum friedlichen Miteinander haben, dass wir ein Leben in Toleranz, Dialogbereitschaft, Fremdenfreundlichkeit, Frieden und Menschenwürde leben können und leben sollen.“ Mit diesen Worten hat Stadtdechant Jörg Hagemann bei einem ökumenischen Gebet für Frieden in Münster und in der Welt am 7. Februar in der Apostelkirche dazu aufgerufen, die „unfassbar große Botschaft des Friedens“ in die Welt hineinzurufen.

„Auch wenn ich mich wiederhole, wenn ich meine Worte aus dem vergangenen Jahr, gerade auch nach den politischen Entwicklungen in unserem Land am vergangenen Mittwoch wiederholen muss: Wir schreien unseren Wunsch nach Frieden hinein in eine Welt, in der Politiker das Denkmal für die ermordeten Juden Europas als Denkmal der Schande bezeichnen“, betonte er. Hagemann erinnerte auch an den tödlichen Angriff auf den Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der „wegen seines Einsatzes für Frieden und Menschlichkeit von einem Mörder mit rechtsradikalem Hintergrund erschossen wurde“.

Zu dem Friedensgebet hatten neben dem katholischen Stadtdekanat der evangelische Kirchenkreis mit Pfarrer Thomas Groll und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) mit der Vorsitzenden Annethres Schweder eingeladen. Viele Bürgerinnen und Bürger folgten dem Aufruf und setzten so ein Zeichen, wie Hagemann es betonte, für „ein friedliches Miteinander“ und „eine vielfältige und bunte Welt“.

„Wie oft haben wir gesagt, so etwas darf es nie wieder geben. Wie oft haben wir geschrien, nie wieder. Und nun müssen wir hier in Münster, in Deutschland und in der ganzen Welt wieder erleben, dass Unfriede, dass Hass, dass Mordlust wieder salonfähig werden“, kritisierte der Stadtdechant. Er betonte die geschwisterliche Verbundenheit mit den jüdischen Gemeinden und verurteilte scharf die Attacken auf Synagogen: „Wir ringen um Frieden in einer Zeit, in der unsere jüdischen Schwestern und Brüder in Halle erleben mussten, wie sie an ihrem höchsten Festtag Jom Kippur, während ihres Gottesdienstes um ihre Leben fürchten mussten und nur durch eine stabile Tür ihr Leben retten konnten.“

Beim „großen Ziel des Friedens“ gehe es nicht „um den Schutz für eine gesichtslose und undefinierte Masse von Unbekannten“, sondern um Menschen, um Individuen. „Es geht um den Frieden für Menschen, die leben wollen, leben sollen und von Gott ins Leben gestellt wurden“, verdeutlichte der Stadtdechant. 

Symbolisch entzündeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Friedenslichter, von denen einige ihr Licht im Anschluss zu den Protestveranstaltungen gegen den Neujahrsempfang der AfD (Alternative für Deutschland) im Rathaus trugen. „Es ist ein kleines Licht für einen jeden Menschen, es ist aber auch ein großer lichter Wunsch nach Frieden für unsere Stadt Münster und für diese Welt“, schloss Hagemann. 

Die Predig von Stadtdechant Jörg Hagemann finden Sie hier.

Ökumenisches Gebet für Frieden in Münster und der Welt

Es soll ein Zeichen für Toleranz, Dialogbereitschaft, Fremdenfreundlichkeit und die unantastbare Würde jedes Menschen sein: Zu einem ökumenischen Gebet für den Frieden in Münster und der Welt laden das katholische Stadtdekanat, der evangelische Kirchenkreis und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) am Freitag, 7. Februar, um 16 Uhr in die münsterische Apostelkirche ein.

An dem Friedensgebet nehmen neben Stadtdechant Jörg Hagemann, der die Predigt halten wird, auch Pfarrer Thomas Groll, kommissarischer Leiter des evangelischen Kirchenkreises, und Annethres Schweder, Vorsitzende der ACK, teil.

Stadtdechant Jörg Hagemann möchte zusammen mit vielen eine „helle Flamme des Friedens“ weitergeben: „Gerade in dieser politisch und gesellschaftlich so unfriedlichen Zeit ist es uns Christinnen und Christen aller Konfessionen in Münster wichtig, ein Zeichen für Toleranz, Dialogbereitschaft, Fremdenfreundlichkeit und die unantastbare Würde jedes Menschen zu setzen.“

Tagtäglich und weltweit sei der Frieden gefährdet, betont Pfarrer Thomas Groll. „Als Christen bitten wir Gott um Frieden in der Welt, um Stärkung aller, die sich für Frieden, Verständigung und Versöhnung einsetzen.“ Sie möchten auf diesen Gottesdienst aufmerksam machen? Plakat zum Download

Über das unordentliche Gefühl der Liebe

(von links) Beate Orschel und Ursula Demmel von der EFL Beratungsstelle in Münster und Edith Thier und Katharina Ferber vom Haus der Familie in Münster haben die Veranstaltung zum Valentinstag konzipiert. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Es ist der Tag der Verliebten: der Valentinstag. Kommerz oder eine romantische Tradition? „Was auch immer, die Bedeutung dieses Tages nimmt gerade bei jüngeren Menschen zu.“ Dessen sind sich Edith Thier, Leiterin des Hauses der Familie, und Ursula Demmel, Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL), sicher. Grund genug für die beiden münsterischen Bistumseinrichtungen, erstmals im kulturellen Bereich miteinander zu kooperieren und am Freitag, 14. Februar, um 19.30 Uhr zu einem Lieder- und Gedichteabend einzuladen.

„Es soll ein leichter, humorvoller und vielleicht auch ein zum Nachdenken anregender Abend werden“, erklärt Ursula Demmel. Wichtig ist ihr, dass der Abend frei von aller Schwere bleibt, die häufig im Beratungsalltag eine Rolle spielt. „Einfach ein schöner Abend rund um das unordentliche Gefühl der Liebe“, verspricht die Einrichtungsleiterin, die damit Bezug nimmt auf das Thema des Abends „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Über das unordentliche Gefühl der Liebe.“ So hat das münsterische Künstler-Duo Nikola Materne und Frank Konrad, die den Abend musikalisch gestalten, sein Programm betitelt. Texte werden zwischendurch von Mitarbeiterinnen des Hauses der Familie und der EFL vorgetragen.

Ursula Demmel und Edith Thier geht es an dem Abend auch um eine Form von Öffentlichkeitsarbeit. „Die Besucherinnen und Besucher sollen die Einrichtungen mit Gesichtern kennenlernen“, verdeutlichen sie. Besonders bei jüngeren Menschen komme der Kontakt über emotionale Erfahrungen zustande, wissen sie. „Ein solcher Abend kann den Weg ebnen, kurz- oder langfristig eines der beiden Häuser zu besuchen.“ Eingeladen zum Valentinsabend sind Paare in allen gelebten Formen, aber auch Gruppen oder Einzelpersonen, die einfach einen schönen Abend verleben möchten.

Der Lieder- und Gedichteabend beginnt um 19.30 Uhr im Forum der EFL, Antoniuskirchplatz 21 in Münster. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Jahresrückblick der TelefonSeelsorge

Mehr Anrufe zum Thema Einsamkeit Knapp 14000 Anrufe konnte die TelefonSeelsorge Münster im vergangenen Jahr verzeichnen. Das ist zwar ein Rückgang in absoluten Zahlen, bedeutet aber gleichzeitig einen Anstieg an Seelsorge- und Beratungsgesprächen um 10%. „Hier setzt sich eine Entwicklung der letzten Jahre fort", so Rita Hülskemper, Leiterin der TelefonSeelsorge Münster, „für immer mehr Anrufende sind die Gespräche mit unseren Ehrenamtlichen die einzig ernsthaften sozialen Kontakte am Tag. Hier am Telefon erhalten die Anrufenden Zeit und Aufmerksamkeit, Interesse und Wertschätzung, dies alles fehlt immer mehr Menschen in ihrem Leben."

Das Thema Einsamkeit betrifft alle Altersgruppen und Frauen wie Männer. Im Jahr 2019 stieg der Anteil anrufender Männer um 5%, sie machten insgesamt 30% der Anrufenden aus.
Die Anrufenden, die die TelefonSeelsorge Münster erreichen, stammen aus dem Einzugsgebiet der Stadt Münster, der Kreise Warendorf, Coesfeld, Steinfurt sowie dem nördlichen Kreis Borken.

Die TelefonSeelsorge Münster in Trägerschaft des Stadtdekanat Münster e.V. und des Ev. Kirchenkreises Münster besteht seit 1972 und bietet rund um die Uhr eine kompetente, anonyme und gebührenfreie Beratung für Menschen in belasteten Situationen an.

Die TelefonSeelsorge ist erreichbar unter: 0800-111 0 111 & 0800-111 0222
und per E-Mail und Chat über www.telefonseelsorge-muenster.de  

Gottesdienste an Heilig Abend

In einer Übersicht informieren wir über alle Gottesdienste in den katholischen Kirchen in Münster. Die Übersicht kann hier heruntergeladen werden. Zudem liegt Sie im Kirchenfoyer und einigen Innenstadtkirchen zur Mitnahme aus.

Download Gottesdienste am Heiligen Abend
Download Gottesdienste in anderen Muttersprachen

Offene Weihnacht

Die Zahl der alleinstehenden Menschen in Münster ist beträchtlich. Viele von ihnen wissen nicht, mit wem sie den Heiligen Abend verbringen können. Seit über 40 Jahren lädt das Stadtdekanat ein, in gemütlicher und stimmungsvoller Atmosphäre gemeinsam zu feiern. An verschiedenen Standorten in der Stadt Münster wird mit Weihnachtsliedern und der Weihnachtsbotschaft, mit Essen und Getränken dieser besondere Abend begangen.

Dank der Unterstützung zahlreicher Münsterscher Firmen und der Bundeswehr, die das Essen liefert, sowie der Mitarbeit von über 50 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wird diese Feier ermöglicht.

Für die Offene Weihnacht 2019 haben von 19 bis 22.30 Uhr das Pfarrheim St. Martini am Theater, das Pfarrheim an der Herz-Jesu-Kirche (Pfarrer-Eltrop-Heim), der Hansahof am Aegidiimarkt und das Pfarrzentrum St. Clemens in Münster-Hiltrup geöffnet.

CityAdvent öffnet am Donnerstag

Überdimensional große Kugeln aus verchromtem Blech ziehen die Blicke in der Mitte der Überwasserkirche auf sich. Noch kann man sie anfassen. Spätestens am Donnerstag, 28. November, aber, wenn der ökumenische Cityadvent um 20 Uhr eröffnet wird, hängen sie weit oben im Gewölbe. Die Menschen, die im Kirchenraum umhergehen, werden sich in ihnen verzerrt spiegeln. „Wir bringen triviale Christbaumkugeln in einen theologischen Zusammenhang“, erklärt Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, voller Vorfreude. Mit „Himmel im Spiegel“ ist die diesjährige Installation überschrieben und beschäftigt sich mit dem Thema „Erwartung“.

„Advent ist der Inbegriff von Erwartung“, sagt König. „Wir erwarten das Kommen Gottes und dafür gibt es Vorzeichen, die uns hoffen lassen, die aber auch von Zweifeln begleitet sind.“ Ausdrücklich möchte der Cityadvent keinen Kontrapunkt zum Weihnachtsmarkt setzen, wohl aber zum Innehalten einladen – eine Oase inmitten des adventlichen Getümmels in der Stadt sein, betont der Organisator. Dafür hat sich das ökumenische Team des Kirchenfoyers, des katholischen Stadtdekanats und des evangelischen Kirchenkreises einiges einfallen lassen.

Bei der Hauptinstallation in der Mitte stehen die formale Vollkommenheit und der Glanz der Kugeln im Kontrast zu den schemenhaften und verzerrten Umrissen der Personen, die sich im Blech spiegeln. Unter der Installation liegt ein Spiegel. Wer hineinschaut, bekommt den Eindruck, von oben auf die Kugeln zu blicken. Klaus Herold aus dem Vorbereitungsteam erklärt: „Die Grenze zwischen oben und unten verschwimmt. Die Frage „Wo gehöre ich hin?“, begleitet den Betrachter.“ Mit den Kugeln und Spiegeln will sie das thematisieren, was über das irdische Leben hinausreicht, das endgültige Leben bei Gott. 

Die Vielfalt von verschiedenen Spiegeln lässt sich auf einer 2,50 x 7 Meter großen Wand erleben. Die Mitarbeiter des Cityadvents haben ihre Spiegel zusammengesucht, die nun den Bibelvers „Als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild erschuf er die Menschen“ einrahmen. „Durch die Spiegel zeigt sich auch die Vielfalt der Menschen, ja die Weite der Schöpfung Gottes“, erklärt Herold. 

Kleinteilig wird es im Seitenschiff der Überwasserkirche: 500 Spiegelfliesen aus Plexiglas sorgen für Reflexionen im Raum. In dem Meer von Spiegeln lassen sich Sprüche und Verse finden, die zur Auseinandersetzung mit dem Thema „Erwartung“ einladen.

Vorne im Chorraum dominieren Stille und Anbetung. Auf einer großen Fläche in Form eines Davidsterns können die Besucher eine Kerze entzünden – vielleicht für einen Menschen, den sie im Advent in Gedanken besonders begleiten.

Katharina Fröhle, Pastoralreferentin in der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser, die den Organisatoren den Kirchenraum zur Verfügung stellt, freut sich auf die kommenden Wochen: „Die Kirche erscheint buchstäblich in einem anderen Licht. Darin liegt auch eine Chance, weil viele Menschen, die sich sonst weniger in Kirchen bewegen, den Raum aufsuchen und angesprochen werden.“ Im vergangenen Jahr konnte der Cityadvent rund 50.000 Besucher verzeichnen.

Der Cityadvent kann von Freitag, 29. November, bis Sonntag, 22. Dezember, täglich in der Überwasserkirche besucht werden. Erstmals orientieren sich die Veranstalter an den Zeiten der Weihnachtsmärkte und öffnen von 11 bis 20 Uhr. Ebenfalls neu sind in diesem Jahr Führungen für Schulklassen.

Plakat zum Download.

Veranstaltungen in den Innenstadtkirchen

Mit einem Flyer informiert das Stadtdekanat über Konzerte, Andachten und Veranstaltungen in den Innenstadtkirchen. Der Flyer lieg im Kirchenfoyer und den beteiligten Innenstadtkirchen aus und kann hier heruntergeladen werden: Flyer Innenstadtkirchen.

 

 

Offener Brief von Bischof Genn zum Thema ‚Sexueller Missbrauch‘

In einem Offenen Brief zum Thema ‚Sexueller Missbrauch‘ wendet sich Bischof Felix Genn an die Katholikinnen und Katholiken im Bistum Münster.

Den Offenen Brief finden Sie hier.

 

 

Friedhofsandachten

An Allerheiligen und am Ewigkeitssonntag laden das Stadtdekanat, der Evangelische Kirchenkreis und die ACK gemeinsam zu den Friedhofsandachten auf dem Zentralfriedhof und dem Waldfriedhof Lauheide ein.

Die Andachten beginnen an Allerheiligen, 1. November 2019 auf beiden Friedhöfen um 15 Uhr.

Am Ewigkeitssonntag, 24. November 2019 beginnen die Andachten ebenfalls auf beiden Friedhöfen um 15 Uhr.

Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Toten und Verletzten des Straßenverkehrs

Die Verkehrswacht Münster, die Polizeiseelsorge der evangelischen und katholischen Kirche, die Notfallbegleitung Münster und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen laden am Samstag, 2. November zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Toten und Verletzten im Straßenverkehr des vergangenen Jahres ein. In diesem Jahr wird der Gottesdienst unter dem Motto "AppGelenkt" um 15 Uhr in der St.-Lamberti-Kirche beginnen.

Der Gottesdienst will neben dem Gedenken auch ein Dankeschön an die Menschen in der Rettungskette - Feuerwehr, Polizei und Notfallbegleitung - sein, ohne die alle Unfälle und Unglücksfälle noch viel schlimmer wären.

Künstlerisch gestaltet wird der Gottesdienst durch den Jungen Chor Münster unter der Leitung von Tabea Naeven & Julius Brühl, den Blechbläser*innen aus dem Ev. Kirchenkreis Münster unter der Leitung von Volker Grundmann und durch Burkhard Führer an der Orgel.

Ökumenischen Friedensvesper

Die ACK Münster lädt am Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18 Uhr zur ökumenischen Friedensvesper zum Tag des Westfälischen Friedens unter dem Motto „Ihr seid das Salz der Erde“ in die St.-Lamberti-Kirche ein.
Es predig Superintendent Dr. Joachim Jeska aus Osnabrück.

Tag der offenen Moschee

Die fünf großen Moschee-Gemeinden sowie die Sufigemeinschaft Tariqa Burhaniya in Münster laden in Zusammenarbeit mit dem Christlich-Islamischen Arbeitskreis (CIAK) die Münsteraner Bevölkerung zum Tag der offenen Moschee ein. Eine besondere Einladung erfolgt für Donnerstag, 3.Oktober 2019 in die Räume der DITIB-Zentralmoschee, Bremerplatz 42, 48155 Münster. Beginn ist um 15 Uhr mit einem christlichen und islamischen Gebet zum Thema ‚HEIMAT – mehr als ein Ort‘. Am Vormittag besteht zudem die Möglichkeit, an einer Moschee-Führung – auch in den übrigen Moscheevereinen und dem Sufiorden in Münster - teilzunehmen. Mit Ihrer Anwesenheit können Sie ein sichtbares Zeichen Ihres Interesses an einem friedlichen Zusammenleben der Menschen verschiedener Religionszugehörigkeiten und Kulturen in Münster setzen. 

Gottesdienst zur Interkulturellen Woche

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, feiert als Auftakt der Interkulturellen Woche am Samstag, 28. September 2019, 11 Uhr in der Apostelkirche in Münster einen Ökumenischen Gottesdienst. Mitglieder aus Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen und Nationen gestalten ihn mit.

„Zusammen leben, zusammen wachsen“ – entlang dieses Leitwortes wird Frau Pfarrerin Beate Heßler vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Ev. Kirche von Westfalen die Predigt halten. Musikalisch wird der Gottesdienst von dem Kirchenmusiker Herr Dr. Winfried Müller und dem Saxophonisten Herrn Witold Grohs mitgestaltet.

Im Anschluss an den Gottesdienst lädt der Integrationsrat der Stadt Münster zu einem Interkulturellen Fest im Rathausinnenhof ein.

1.500 stille Spender

Von links: Ralf Bisselik (Flüchtlingshilfe), Jo Riemann (Stellvertretender Vorsitzender ACK) , Annethres Schweder (Vorsitzende ACK) , Matthias Eichbauer (Leiter Treffpunkt) und Sabrina Schulz (Fundraising)

Treffpunkt „An der Clemenskirche“ und Flüchtlingshilfe Münster SüdOst erhalten Spende von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

1.500 Besucher nahmen am ökumenischen Pfingstgottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf dem Domplatz in Münster teil. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt zwei gemeinnützigen Organisationen in Münster zugute – dem Treffpunkt „An der Clemenskirche“ und der Flüchtlingshilfe Münster SüdOst. Insgesamt spendeten die Besucher 4318,72 Euro. Die ACK teilte diese Spende und überreichte sie zu gleichen Teilen den sozialen Einrichtungen. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Jeder hörte sie in seiner Muttersprache reden“ mit Blick auf die Vielseitigkeit der Religionen. „Zum Gottesdienst waren Angehörige aller christlichen Konfessionen und anderer Weltanschauungen eingeladen, denn es geht um den Menschen selbst“, erklärte die Vorsitzende der ACK, Annethres Schweder. Auch Ralf Bisselik von der Flüchtlingshilfe Münster SüdOst  ist davon überzeugt „in Münster steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht die Konfession“.

Durch den Gottesdienst möchte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster auf Projekte aufmerksam machen, die mithilfe der Kollekte unterstützt werden sollen. Der Treffpunkt „An der Clemenskirche“ ist eine Anlaufstelle für Menschen in sozialer Notlage. 45 Stammgäste finden hier Zuflucht, eine warme Mahlzeit und viele andere Arten der Unterstützung. Die Flüchtlingshilfe wird mit der Spende Sprachkurse für die Geflüchteten realisieren. Die Spende wurde symbolisch in Form von geschreddertem Geld überreicht.

Gemeinsames Schreiben an Oberbürgermeister Markus Lewe

Ein gemeinsames Schreiben „Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen“ von Stefan Weber (Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion), Otto Reiners (Fraktionssprecher Bündnis 90/DIE GRÜNEN/GAL), Karl-Heinz Neubert (Stadt der Zuflucht), Jörg Hagemann (Stadtdechant von Münster) und Ulf Schlien (Superintendent Ev. Kirchenkreis Münster) an den Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe.

In diesem Schreiben heißt es unter anderem: “...Deshalb bitten wir Sie in diesem Fall, bei den zuständigen Stellen beim Land und Bund deutlich zu machen, dass Münster Flüchtlinge zusätzlich aufnehmen will und auf eine Anrechnung verzichtet. Wir möchten darauf hinweisen, dass für die Gruppe der besonders schutzbedürftigen Geflüchteten ein Asylverfahren entfällt und diese direkt den Kommunen zugewiesen werden können. Damit knüpft die Stadt Münster an die Forderung des Deutschen Städtetages und der Kirchen an, die politischen Anstrengungen zu intensivieren, um den Menschen, die auf der Flucht sind, bestmöglich zu helfen..."

Den kompletten Brief können Sie hier herunterladen. 

Caritasmitarbeiter gestalten im Jubiläumsjahr drei Stationen

Caritasmitarbeiterinnen und -mitarbeiter nahmen anlässlich des 50-jährigen Bestehens ihres Ortsverbandes an der Stadtwallfahrt teil. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Jürgen Flatken

Bevor sie zu sehen waren, hörte man sie schon: „Mutter Gottes, wir rufen zu dir.“ Knapp 80 Katholiken aus Münster haben sich am 1. September morgens um 7 Uhr vom St.-Paulus-Dom aus auf den 14 Kilometer langen Pilgerweg nach Telgte gemacht. Unter den Pilgern waren auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes für die Stadt Münster. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens ihres Ortsverbandes haben sie Impulse für die drei Stationen gestaltet und damit Menschen in den Fokus gerückt, die sonst am Rand der Gesellschaft stehen: Arme, Geflüchtete, Kranke.

Begleitet wurden die Pilgerinnen und Pilger von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Regionalbischof für Münster und die Kreise Coesfeld und Warendorf. An der rund 750 Jahre alten Linde wurden sie von den Mitgliedern der Telgter Wallfahrtsgilde erwartet. Gemeinsam gingen sie zum Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, wo sie unter dem Motto „Herr, wohin sollen wir gehen?“ (Joh 6, 68) einen Gottesdienst feierten.

Im Alltag stelle sich oft die Frage: „Herr, wohin soll ich gehen“, nahm Weihbischof Zekorn Bezug auf das Leitwort. Eine drängende Frage auch angesichts des Klimawandels und der demographischen Entwicklung, die das Sozialsystem durcheinanderbringe. „Und wie gehen wir mit der Pränataldiagnostik um? Wir sind nicht mehr weit vom Designbaby entfernt“, machte Zekorn auf grundlegende ethische Fragen aufmerksam.

Maria selbst habe in Abgründe geschaut. „Viele Menschen zieht es hier nach Telgte, gerade wenn sie die Abgründe ihres Lebens erfahren. Denn hier begegnen wir Maria, die auch in allen Dunkelheiten ihres Lebens ihre Hoffnung auf Gott gesetzt hat“, betonte Weihbischof Zekorn.

„Unsere Welt braucht Zeugen der Hoffnung, so wie Maria es war“, appellierte er an die Gemeinde, „Menschen, die die Hoffnung weitergeben, vielleicht nachmittags beim Kaffee, oder beim Stammtisch, beim Kegelclub oder wo auch immer.“ Zekorn bezeichnete die Mitarbeiter der Caritas als eben solche „Zeugen dieser Hoffnung“. „Ich danke Ihnen für diesen überzeugenden Einsatz.“

Für Andreas Moorkamp, Mitarbeiter der Krisen- und Gewaltberatung des Caritasverbands, war es die erste Wallfahrt: „Es war eine gute Mischung aus Gebet und Gesang und guten Möglichkeiten, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen.“ Moorkamp hat besonders der Leitspruch des Caritas-Gründers Vinzenz von Paul bewegt: „Wir sind niemals am Ziel, sondern immer auf dem Weg“, zitierte er. Die Stadtwallfahrt sei eine von mehreren Aktionen gewesen, um als Caritas in der Stadtgesellschaft sichtbar zu sein. 

„Herr, wohin sollen wir gehen?“

Stadtwallfahrt nach Telgte. Der Caritasverband Münster und das Stadtdekanat laden am Sonntag, 1. September 2019 zur Stadtwallfahrt nach Telgte ein.

Die Wallfahrt beginnt um 7 Uhr vor dem Paradies des St.-Paulus-Domes mit einer Statio. Von dort aus geht der Wallfahrtsweg vorbei an der St.-Mauritz-Kirche und der Pleistermühle nach Telgte. Unterwegs können sich weitere Gruppen oder Einzelpilger anschließen. Um 8:30 Uhr beginnen die Fahrradpilger mit einer Statio an der Pfarrkirche St. Clemens in Münster-Hiltrup die Wallfahrt. Die gemeinsame Pilgermesse in Telgte mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn wird um 11:30 Uhr gefeiert, um 13:30 Uhr besteht die Rückfahrmöglichkeit für die Fußpilger mit dem Bus vom Bürgerhaus aus. Die Wallfahrt wird von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Pfr. Ulrich Messing und Pfarrer Daniel Zele geistlich begleitet. 

Pfarreien im Stadtdekanat arbeiten vernetzt an Schutzkonzept

Vertreter der Pfarreien im Stadtdekanat Münster vernetzen sich bei der Erstellung und Umsetzung von Institutionellen Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt. Foto: Felizitas Schulte

Dass Prävention von grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt ein zentrales Thema ist, steht für alle Pfarreien im Stadtdekanat Münster fest. Seit 2017 arbeiten sie vernetzt an der Erstellung von Institutionellen Schutzkonzepten (ISK). Zum sechsten Mal kamen Vertreter der Pfarreien zu einem Austauschtreffen zusammen. Die ersten Pfarreien haben ihr Konzept bereits veröffentlicht und setzen es in die Praxis um, andere sind kurz vor der Vollendung: „Es ist sinnvoll, dass wir in der Stadt Münster nach standardisierten Verfahren vorgehen, uns vernetzen und voneinander lernen“, sagt Martin Grüner, Pastoralreferent in St. Marien und St. Josef.

Er ist einer von vielen haupt- und ehrenamtlich Tätigen im Bistum, die gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen: den Schutz vor Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt. Zur Erstellung eines ISK hat das Bistum Münster alle Träger katholischer Einrichtungen, darunter auch die Pfarreien, verpflichtet. Seither haben im gesamten Bistum mehr als 50.000 Menschen an Präventionsschulungen teilgenommen – einer von sieben Bausteinen des ISK.

„Uns ist es wichtig, dass das ISK kein Papiertiger wird, der in einer Schublade verschwindet, sondern dass Prävention im Alltag unserer Pfarrei aktiv gelebt wird“, beschreibt Louisa Helmer, Pastoralreferentin in St. Clemens Hiltrup. Von Anfang an wurden Haupt- und Ehrenamtliche aus den Pfarreien in die Erarbeitung der Schutzkonzepte einbezogen. „Der Bedarf nach mehr Austausch, Sicherheit und Hilfe im Umgang mit Grenzverletzungen und Gewalt sowie die Bereitschaft, sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen stark zu machen, ist sehr groß“, weiß Doris Eberhardt. Als Präventionsfachkraft des Bistums Münster begleitet und berät sie die Pfarreien in den Regionen Münster und Warendorf bei der Erstellung der Konzepte.

„Was tun, wenn ich etwas beobachte, das mir komisch vorkommt, mir ein Kind von sexuellen Gewalterfahrungen erzählt oder ich vermute, dass jemand Täterin oder Täter ist“, formuliert Doris Eberhardt Fragen, die Haupt- und Ehrenamtliche sich stellen könnten. Die Schutzkonzepte beinhalten Handlungsleitfäden und -vorgaben für den Umgang mit Verdachtsfällen, niedrigschwellige Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten, verbindliche Standards für alle, die in der Pfarrei arbeiten, sowie eine klare Positionierung gegenüber Grenzverletzungen und Gewalt.

Konkret zeigt sich diese Positionierung in den gemeinsam entwickelten und für alle Haupt- und Ehrenamtlichen verbindlichen Leitlinien, dem sogenannten Verhaltenskodex. „Durch die gemeinsame Erarbeitung können sich die Menschen in unserer Pfarrei damit identifizieren, wodurch wir die Gefahr eines Papiertigers minimieren“, berichtet Helmer. Über diese und weitere erste Erfahrungen, Tipps und Bedarfe tauschten sich die Pfarreivertreter aus, ein weiteres Treffen ist für April 2020 geplant.

Weitere Informationen zum ISK sowie eine Übersicht über erfahrene Einrichtungen und Dienste im kirchlichen wie außerkirchlichen Bereich zur professionellen Beratung in Fragen von sexueller Gewalt gibt es im Internet unter www.praevention-im-bistum-muenster.de.

Große Prozession

Das Leitwort des Deutschen Evangelischen Kirchentages, der in Dortmund gefeiert wurde, greift in diesem Jahr die Große Prozession in Münster auf. Auch sie steht unter dem Titel „Was für ein Vertrauen“ und findet am Sonntag, 7. Juli, statt. 

Die Teilnehmer beginnen die Prozession in der St.-Lamberti-Kirche. Der Stationsgottesdienst dort beginnt um 10 Uhr. Danach zieht die Prozession über die Salzstraße, Klosterstraße, Verspoel, Ludgeristraße und Prinzipalmarkt zum Domplatz. Im St.-Paulus-Dom wird Bischof Dr. Felix Genn um 11 Uhr eine Heilige Messe feiern. Die 10-Uhr-Messe im Dom fällt an diesem Tag aus.Der Brauch der Großen Prozession reicht zurück bis ins Jahr 1382. Damals starben in Münster mehr als 8.000 Menschen an der Pest. Im Jahr darauf verwüstete ein Großbrand weite Stadtgebiete. Seitdem ziehen aufgrund eines damaligen Gelöbnisses jedes Jahr Gläubige mit dem Allerheiligsten zu einer überpfarrlichen Buß- und Bittprozession durch die Altstadt. Aufgrund dieses Ursprungs wird eine Nachbildung des historischen Pestkreuzes, dessen Original im Stephanschor des Doms hängt, der Prozession vorausgetragen.Unter dem Einfluss der religiösen Barockkultur des 17. Jahrhunderts wandelte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen (1650 bis 1678) die schlichte Buß- und Bittprozession in eine triumphale Sakramentsprozession, ohne die Buß- und Bittgebete in den Stationskirchen anzutasten. Im Nationalsozialismus unter dem seligen Bischof Clemens August Kardinal von Galen galt die Prozession mit nie zuvor und nie nachher erreichten Teilnehmerzahlen als überwältigende Demonstration der Katholiken Münsters für den christlichen Glauben und seine Werte – bis heute.

Die Botschaft in seiner Sprache hören

Die direkte Begegnung stand im Mittelpunkt des elften Ökumenischen Pfingstmontag der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster. Im digitalen Zeitalter sollte das analoge Miteinander nicht abgeschaltet werden, unterstrich Annethres Schweder, Vorsitzende der ACK Münster, zu Beginn des Festgottesdienstes auf dem Domplatz. Rund 1500 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um an dem ökumenischen Fest unter dem Leitwort „Jeder hörte sie in seiner Sprache reden“ teilzunehmen. Schweder drückte mit Blick auf den Kirchenstreit zwischen der Ukraine und Russland und dem anwesenden orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron die Hoffnung aus, dass die Herzen der orthodoxen Kirchenleitungen sich versöhnen mögen: „Wir fühlen uns mit der orthodoxen Kirche besonders verbunden.“ 

Bei strahlendem Sonnenschein feierten Miron, Vorsitzender der ACK in Deutschland, der stellvertretende katholische Stadtdechant, Pfarrer André Sühling, und der evangelische Superintendent Ulf Schlien, den Gottesdienst. Miron, erster orthodoxer Christ in diesem Amt, nahm vor dem Hintergrund des Leitworts in seiner Predigt den Beginn des Johannes-Evangeliums in den Blick: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ Der Erzpriester wunderte sich: „Warum sind wir uns nicht einig, wohin dieser Text unseres Glaubensschatzes gehört – zu Ostern oder zu Weihnachten?“, fragte er. Der biblische Text werde mit den Ohren und Augen der eigenen Konfession aufgenommen, so seine Erkenntnis. „Es ist, wenn wir die Bibel lesen, alles wie gehabt – in unserer Sprache“, stellte er fest und überlegte, ob es eigentlich eine gemeinsame Sprache aller Christen gibt. „Die Brille des anderen aufsetzen – vielleicht ist das die wahre Ökumene“, mutmaßte er. 

Auf der Suche nach der Bedeutung von „Logos“ (Wort, Vernunft, Sinn) zog Miron vor, sie aus seiner rumänischen Muttersprache abzuleiten. Danach geht es um das Konvenieren, das Zusammenkommen. Er forderte auf: „Mach’s wie Gott. Rede jeden so an, dass er die Botschaft in seiner Sprache hört.“

Die Musik als Sprache traf beim Ökumenischen Pfingstmontag den richtigen Nerv: die christliche Pop- und Gospelsängerin Geraldine Latty aus London ebenso wie ein Projektchor unter Leitung der Regionalkantorin Jutta Bitsch und die Posaunenchöre des Evangelischen Kirchenkreises unter der Leitung von Ulrich Dieckmann. Sie alle hauchten dem Leitmotiv im Gottesdienst Leben ein. Danach standen an 16 Ständen des Ökumenischen Marktes Ansprechpartner für Gespräche bereit. Ob die ACK, die Telefonseelsorge, die Fairhandelsgruppe, die  Alt-Katholische Pfarrgemeinde, der Christlich-Islamische Arbeitskreis oder eine „Bude zum Kirchentag Dortmund“, der vom 19. bis 23. Juni stattfindet. Sie alle stellten sich und ihre Projekte vor.

Über das große Interesse an seiner Kunstaktion im Paradies des Doms freute sich Pfarrer Thomas Schulz. Er zeichnete die Umrisse von Menschen auf eine 20 Quadratmeter große Leinwand, um ihre Vielfalt zu vergegenwärtigen. „Ich finde es wichtig mitzumachen“, sagte Susanne Hoffmann aus Münster. Die Menschen seien zwar alle Individuen, hätten aber eine gemeinsame Kraft. Maria Picker aus Ennigerloh ließ sich zeichnen, um mutiger zu werden und zu signalisieren, sich mit ihren Talenten mehr in den Vordergrund stellen zu wollen. „Mir liegt das Wort nicht so“, gab die Münsteranerin Barbara Deters zu, „dies hier ist eine andere Kommunikationsart und es hat viel Symbolkraft.“

Beim späteren Bühnenprogramm vor der Kirche trat noch einmal Geraldine Latty auf, begleitet von der Musicaltanzschule „Dance a story“ aus Münster. Gleichzeitig fand ein Podiumsgespräch zum Thema „Ökumenische Perspektiven nach dem Jahr 2017“ statt. Eine Vesper im St.-Paulus-Dom beendete den Tag.

„Jeder hörte sie in seiner Sprache reden“

Die ACK Münster lädt zur Mitfeier des Ökumenischen Pfingstmontags am 10. Juni ein.

Das ökumenische Fest beginnt mit einem Gottesdienst (mit Kinderkirche) um 11:30 Uhr auf dem Domplatz, es predigt Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der ACK Deutschland.

Anschließend laden der Ökumenische Markt, Essen und Trinken und das Bühnenprogramm zur Begegnung ein. Das Podiumsgespräch „Gemeinsam Zukunft gestalten“ mit Prof.´in Dr. Dorothea Sattler in der Bezirksregierung Münster und eine Mitmach-Kunst-Aktion mit dem Künstler Thomas B. Schulz im Dom sind zwei Schwerpunkte des Nachmittages, bevor der Ökumenische Pfingstmontag mit einer Táize-Vesper um 16 Uhr im St.-Paulus-Dom endet.

Der Festgottesdienst und die Vesper werden von Geraldine Latty & Band aus London musikalisch begleitet.

Aufnahme der Neuapostolischen Gemeinde in die ACK

Von links: Jo Riemann, (stellvertr. Vorsitzender der ACK); Annethres Schweder, (Vorsitzende der ACK); Reiner Schiwek, (Gemeindevorsteher der NAK); Frank Thiel (Delegierter der NAK)

In ihrer 225. Delegiertenkonferenz, am 22. Mai 2019, hat die ACK Münster - nach einer intensiven Vorbereitungszeit durch Gespräche und Begegnungen mit der Neuapostolischen Gemeinde in Münster - diese als Gastmitglied aufgenommen.

Der Gemeindevorsteher der NAK, Reiner Schiwek, bekräftigte im Rahmen eines Gottesdienstes zur Aufnahme, dass seine Gemeinde - auf der Grundlage des 2012 von der NAK veröffentlichten Katechismus - die Autorität der Bibel für alle kirchlichen Ordnungen und Ämter bekennt und verbindlich annimmt, einschließlich der Anerkennung der altkirchlichen Glaubensbekenntnisse, der Basisformel des Ökumenischen Rates der Kirchen, sowie der Satzung der ACK Münster.

Der Katechismus der NAK lehrt, dass es die Kirche Jesu Christi auch außerhalb de NAK in der Geschichte gab und gibt. In diesem Sinn hat die NAK schon 2006 ausdrücklich die Anerkennung der in den anderen Kirchen gespendeten Taufen ausgesprochen.

Gleichwohl bestehen weiterhin aus ökumenischer Sicht Anfragen hinsichtlich des Verhältnisses von Taufe und Versiegelung wie auch der spezifischen Eschatologie der NAK.

Das sind Themen, über die theologisch gesprochen werden wird. Sie stellen aber kein Hindernis für ökumenische Kontakte dar.

Ökumenische Zusammenarbeit trägt dazu bei, einander besser kennen zu lernen, Missverständnisse abzubauen und in Vertrauen und Offenheit miteinander umzugehen, gemäß dem Slogan der ACK MÜNSTER: „Das MÖGLICHE gemeinsam tun“.

Katholische Laien in NRW rufen zur Wahl auf

Die katholischen Laienvertretungen in den fünf nordrhein-westfälischen Diözesen setzen ein klares Zeichen für das Friedensprojekt Europa und fordern zur Teilnahme an der bevorstehenden Europawahl auf.

Die katholischen Laienvertretungen in den fünf nordrhein-westfälischen Diözesen setzen ein klares Zeichen für das Friedensprojekt Europa und fordern zur Teilnahme an der bevorstehenden Europawahl auf.  Besonders betonen die demokratisch legitimierten Gremien die Verantwortung von Christinnen und Christen für den europäischen Zusammenhalt. Der Wahlaufruf für Nordrhein-Westfalen ist das Ergebnis von einem vielfältigen proeuropäischen Engagement. Erst am vergangenen Wochenende beschloss das Zentralkomitee der deutschen Katholiken bei der Vollversammlung in Mainz ein Positionspapier zur Europäischen Union und zur Europawahl.

Die katholischen Laien sehen in der pluralen, multinationalen Gesellschaft Europas keine Gefahr, sondern eine bereichernde Herausforderung. Europas Stärke liege in dem kulturellen und regionalen Reichtum. „Gerade in Zeiten, in denen wir in vielen europäischen Ländern Populismus und Nationalismus wahrnehmen, ist uns wichtig, für ein menschenfreundliches, weltoffenes Europa einzutreten“, betont Dorothé Möllenberg vom Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen und Mitglied im Sprecherrat der diözesanen Räte im Zentralkomitee der Katholiken.

Die demokratischen Rechte des Europäischen Parlaments möchten sie gestärkt wissen. Gleichzeitig soll die Subsidiarität bei politischen Entscheidungen gewahrt werden.

Deshalb rufen die katholischen Laienvertretungen dazu auf, sich mit der Stimmabgabe am 26. Mai für die Europäische Union, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen. „Die EU ist sicher nicht perfekt, aber in den vergangenen Jahrzehnten wurde viel erreicht. Die Erfolgsgeschichte des demokratischen, geeinten und starken Europas gilt es weiter zu schreiben“, so Jan Hilkenbach, Vorsitzender des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn.

Weitere Informationen zum Engagement von Christinnen und Christen für Europa: www.europa-stimmt.eu  

„Seenotrettung ist eine sebstverständliche menschliche Pflicht“

Die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (3. von links), Superintendent Ulf Schlien (3. von rechts) und Stadtdechant Jörg Hagemann (2. von rechts) unterstützen die Initiative „Seebrücke“, vertreten durch Jonas Erulo (links), Kathrin Bücker und Malte Wulfinghoff. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Katholische und evangelische Kirche in Münster unterstützen Initiative „Seebrücke“

Die katholische und die evangelische Kirche in Münster unterstützen den Einsatz des internationalen Aktionsbündnisses „Seebrücke“. In der Domstadt macht die Initiative seit Juli vergangenen Jahres mit Demonstrationen, Lesungen und Infoständen auf die Situation von Menschen aufmerksam, die über das Mittelmeer fliehen.

„Seenotrettung ist eine selbstverständliche menschliche Pflicht, die nicht verhandelt, nicht politisch diskutiert werden muss, sondern sofort umzusetzen ist“, betonte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn am 13. Mai bei einem Treffen am Domplatz. Gemeinsam mit Stadtdechant Jörg Hagemann und Superintendent Ulf Schlien informierte er sich über die „Seebrücke“, deren Forderungen von Jonas Erulo, Malte Wulfinghoff und Kathrin Bücker vorgestellt wurden.

Das Bündnis fordert sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten. Zudem setzen sich die Mitglieder dafür ein, dass die Stadt Münster zu einem sogenannten „Sicheren Hafen“ erklärt wird. „Das bedeutet, dass sich die Stadt bereit erklärt, aus Seenot gerettete Menschen – beispielsweise durch ein ziviles Seenotrettungsboot – direkt aufzunehmen und unterzubringen“, erklärt Wulfinghoff. Die Aufnahme geschehe zusätzlich zur vom Bund ermittelten Verteilung. 55 Städte in Deutschland haben sich dazu bereits bereiterklärt und sind somit „Sichere Häfen“.

Als einen „großen dunklen Schatten über unserer Zeit“ bezeichnete Zekorn die Tatsache, dass seit 2015 mehr als 14.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken seien. „Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer sterben zu lassen, tritt jegliche Humanität mit Füßen“, verdeutlichte er. Hagemann unterstrich die christliche Dimension dieses Gedankens: „Wir als Kirche dürfen Menschen auf dem Mittelmeer nicht einfach verrecken lassen.“ Die Seebrücke sei ein Zeichen dafür, betonte Schlien, dass Menschen nicht einfach wegschauen, sondern Wege ebnen und ein Bewusstsein für die Thematik schaffen.  

Kirchenfoyer zeigt Schmerzensmann

Die Hände des Christus sind mit Fesseln zusammengebunden, die mit Zeitungsartikeln über die Missbrauchsfälle in der Kirche gestaltet sind. © Bistum Münster

Gekrümmt, leidend, entblößt – so steht die Christusfigur des Holzbildhauers Ernst Franz aus Unterammergau im Kirchenfoyer in Münster. Von Palmsonntag, 14. April, an wird sie in der citypastoralen Einrichtung an der Ecke Salzstraße und Lambertikirchplatz zu sehen sein und an das Leiden und Sterben Jesu erinnern.  

Franz hatte die Christusfigur während des Katholikentages im vergangenen Mai zum Leitwort „Suche Frieden“ öffentlich geschnitzt. Nach dem Glaubensfest nahm er die Figur des Schmerzenmannes mit in seine Heimat und feilte mehrere Monate weiter an ihr. Nicht nur künstlerisch, auch inhaltlich hat sich der bayerische Künstler mit der Figur beschäftigt – und Botschaften untergebracht. So steht die Christusfigur auf einem Sockel, der mit Zeitungsartikeln über die Christenverfolgung im Nahen Osten gestaltet ist. Die Fesseln an den Händen Christi zeigen Ausschnitte der Berichterstattung zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Die Dornenkrone ist aus Stacheldraht geformt.

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, hat diese Christus-Darstellung bewusst für die Karwoche ausgewählt: „Sie zeigt einerseits, dass unser Glaube an Christus ein Fundament ist, für das noch heute Menschen verachtet und verfolgt werden. Gleichzeitig verdeutlichen die Fesseln, dass der befreienden Kraft Gottes durch Missbrauchstaten und menschliches Versagen die Hände gebunden sind.“ Er macht außerdem auf die Nacktheit Christi aufmerksam: „Er steht entblößt und gedemütigt da. Damit stellt er sich auf eine Ebene mit denen, die ihrer menschlichen Würde beraubt sind. Und hierzu gehören auch die Betroffenen der Missbrauchstaten“, verdeutlicht König.

Die Christusfigur ist in den Kar- und Ostertagen im Kirchenfoyer zu sehen. Begleitet wird die Darstellung von Bildern zur Passion des Coesfelder Künstlers Rainer Fietzek. Unter den Schlagworten „Gelitten, gekreuzigt, gestorben und begraben“ schuf er vier großformatige Bilder, die das Leiden und den Tod Jesu Christi darstellen, der verwundbar und ohnmächtig menschlicher Aggressivität unterlag. Das fünfte Bild mit dem Titel „Auferstanden“, das die christliche Hoffnung auf Auferstehung zum Ausdruck bringt, wird ab Ostersonntag im Kirchenfoyer aufgehängt.

Eine weitere Aktion hat König für Karfreitag geplant. In Großbuchstaben wird er an die Wand im Kirchenfoyer das Wort „INRI“ schreiben. Übersetzt bedeutet das „Jesus von Nazareth, der König der Juden“. In der Osternacht folgt dann die Wandlung: „Aus dem ersten I wird das christliche Symbol PX, das optisch als x im P gezeichnet wird. Und so wird aus ‚Jesus von Nazareth, der König der Juden‘ ein ‚Christus von Nazareth, der König der Juden‘“, erklärt der Leiter des Kirchenfoyers. Eine Osterbotschaft, die auch von außen zu sehen sein wird. 

Literarischer Karfreitag

Am Karfreitag veranstaltet das Kirchenfoyer in Münster zusammen mit dem Schauspieler Sebastian Aperdannier eine Lesung in der Liebfrauen-Überwasser-Kirche. Ab 20 Uhr wird Aperdannier am 19. April aus dem Roman „Das dritte Licht“ von Claire Keegan rezitieren. Begleitet wird er von dem Percussionisten Boris Becker. Der Kirchenraum wird stimmungsvoll illuminiert.   

In dem Roman „Das dritte Licht“ geht es um Verwahrlosung und Zuwendung. Ein Vater bringt seine Tochter zu Verwandten, die in Wexford in Irland eine kleine Landwirtschaft betreiben. Seine Frau erwartet ein weiteres Kind, er ist froh, wenn die Älteste eine Weile weg ist. Für Liebe ist in dem Haushalt wenig Platz. Das Mädchen findet sich an einem fremden Ort wieder, wo es einen Brunnen gibt, der nie austrocknet, und wo es Zuwendung im Überfluss gibt. Aber auch ein trauriges Geheimnis, das einen Schatten auf die leuchtend leichten Tage wirft. Einen Sommer lang lernt das Mädchen, was Familie auch bedeuten kann. Claire Keegan erzählt, was Kinder brauchen, um sicher groß zu werden.

Ehemaliger Geschäftsführer Paul Hartz verstorben

Am 8. April 2019 verstarb Paul Hartz im Alter von 87 Jahren. Paul Hartz trat 1968 in den Dienst des Bistums Münster ein und war seit 1978 in der Geschäftsführung des Stadtdekanats Münster tätig. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres schied Herr Hartz 1997 aus dem aktiven Dienst des Bistums aus.

Aufruf zur Europawahl

Die Mitgliederversammlung der ACK NRW hat im Rahmen ihrer Delegiertenversammlung und Studientagung vom 7. bis 8. März 2019 einen Aufruf für ein liberales und offenes Europa verabschiedet. Sie bringt damit zum Ausdruck, dass die christlichen Kirchen in Nordrhein-Westfalen Verantwortung übernehmen für ein gutes Miteinander in Europa. Dies wurde in der Vergangenheit mehrfach durch Studientagungen zu den Themen Flucht und Asyl, Islam und Europa zum Ausdruck gebracht und versteht sich als Konsequenz aus der Selbstverpflichtung in der Charta Oecumenica. Bitte werben Sie für die Teilnahme an den Europawahlen, die am 26. Mai stattfinden, diese Wahl wird entscheidend das zu künftige Gesicht Europas prägen. Den Aufruf der ACK zur Europawahl finden Sie hier.

 

 

Jetzt bewerben für Ehrenamtspreis - 10.000 Euro Preisgeld

Sie engagieren sich für andere und tragen dazu bei, die Welt ein wenig besser zu machen: Ehrenamtliche, die sich mit viel Herzblut, Kompetenz und Einsatzbereitschaft um andere kümmern. Dieses Engagement wollen das Bistum Münster und das Diözesankomitee der Katholiken mit dem Ehrenamtspreis würdigen. Er wird in diesem Jahr zum dritten Mal ausgeschrieben.

„Ohne Ehrenamtliche oder freiwillig Engagierte sind Kirche und Gesellschaft undenkbar“, erklären Bischof Felix Genn und Beatrix Bottermann, die stellvertretende Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster. Daher wollen sie dieses Engagement durch die Ausschreibung des Ehrenamtspreises unterstützen, wertschätzen und in den Fokus der Öffentlichkeit stellen. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich so viele engagieren“, betonen Genn und Bottermann.

Mit dem Ehrenamtspreis sollen Initiativen und Projekte ausgezeichnet und die Menschen gewürdigt werden, die freiwillig und mit viel Engagement und Fantasie anpacken, wo Hilfe nötig ist. „Die Motivation zur Hilfe kann aus dem Glauben heraus kommen oder aus der Verantwortung für andere“, unterstreichen der Bischof und die stellvertretende Vorsitzende des Diözesankomitees. Die Ausschreibung ist nicht auf katholische Initiativen beschränkt.

Die Auszeichnung ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert – 5.000 Euro für den ersten Preis, 3.000 Euro für den zweiten und 2.000 Euro für den dritten Preis. Über die Preisträger entscheidet eine Jury. Ihr gehören an: Generalvikar Klaus Winterkamp, Beatrix Bottermann und Susanne Deusch vom Diözesankomitee sowie der Chefredakteur von „Kirche+Leben“, Christof Haverkamp. Bewerbungsschluss ist der 16. Juni 2019.

Der Bewerbungsbogen zum Download und Ausfüllen finden Sie hier. Er kann geschickt werden an dioezesankomitee@bistum-muenster.de oder Diözesankomitee der Katholiken, Rosenstraße 17, 48143 Münster, Tel. 0251 495-17080. Fragen zum Ehrenamtspreis beantwortet die Geschäftsführerin des Diözesankomitees, Lisa Rotert.

Erstmals hatten Bistum und Diözesankomitee den Preis 2017 ausgeschrieben. Im Jahr 2018 wurde mit dem ersten Preis die ehrenamtliche Tätigkeit von Uwe Holtgreve aus Münster gewürdigt, der jede Woche Menschen besucht, die als Straftäter keine Lobby in der Gesellschaft haben. Den zweiten Preis erhielt die Initiativgruppe „Sonntagsgottesdienste im Klinikum Ibbenbüren“, und der dritte Preis ging an den Verein DJK Eintracht Stadtlohn, der seit Jahren integrative Ferienlager in Hönningen an der Ahr anbietet.

Download: Flyer Ehrenamtspreis | Bewerbungsbogen Ehrenamtspreis

Ökumenischer Pfingstmontag

Am Pfingstmontag (10. Juni) wird auf dem Domplatz unter dem Thema „Jeder hörte sie in seiner Sprache reden“ (Apg.2, 6 b) ökumenisch gefeiert.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen möchte Sie zur Beteiligung am Ökumenischen Markt einladen, der nach dem Festgottesdienst zwischen ca. 12:30 und 15:45 Uhr stattfinden soll. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Kirchengemeinde, Gruppe oder Initiative durch einen Stand auf dem Domplatz zu präsentieren. Durch Stände, Schautafeln, Handzettel, Mitmach-Aktionen oder sonstige kreative Präsentationen können Sie mit vielen interessierten Menschen aus Münster und Umgebung ins Gespräch kommen. Bitte beachten Sie hierzu das Anschreiben zum Ökumenischen Markt und das Anmeldeformular, Sie finden beide Schreiben hier auf der Internetseite der ACK Münster.  

Stadtdechant ruft bei ökumenischem Gebet zum Einsatz für Menschenwürde und Gerechtigkeit auf

„Leistet passiven Widerstand.“ An diese Worte der Geschwister Scholl hat Stadtdechant Jörg Hagemann bei einem ökumenischen Gebet für Frieden in Münster und in der Welt am 22. Februar erinnert. In der St.-Lamberti-Kirche ermutigte er am Jahrestag ihrer Hinrichtung 1943 dazu, dem Beispiel von Sophie und Hans Scholl zu folgen und sich für Menschenwürde und Gerechtigkeit einzusetzen. Während zeitgleich an mehreren Plätzen in der Stadt Protestveranstaltungen gegen den Neujahrsempfang der AfD (Alternative für Deutschland) im Rathaus stattfanden, hatten der Evangelische Kirchenkreis mit Superintendent Ulf Schlien, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) mit der Vorsitzenden Annethres Schweder und das katholische Stadtdekanat zum Gebet eingeladen. Viele Bürgerinnen und Bürger folgten dem Aufruf und setzten so ein Zeichen, wie Hagemann es betonte, für „ein friedliches Miteinander“ und „eine vielfältige und bunte Welt“. 

Der Stadtdechant rief dazu auf, die „unfassbar große Botschaft des Friedens“ in die Welt hineinzurufen. „In eine Welt, in der Politiker das Denkmal für die ermordeten Juden Europas als Denkmal der Schande bezeichnen“ und „in eine politische Wirklichkeit, in der Hitler und die Nazis als ein Vogelschiss in der 1000-jährigen Geschichte Deutschlands beschrieben wurden“, führte er aus. Friedensworte seien notwendig in einer Zeit, „in der es politisch opportun zu sein scheint, dass an den Grenzen unseres Landes Frauen und Kindern mit aktiver Waffengewalt der Zugang verwehrt werden soll“.

An diesen Beispielen werde deutlich, betonte Hagemann, dass die fundamentalen Werte von Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde gefährdet seien. „Macht diese unsere politische und gesellschaftliche Wirklichkeit in Deutschland und in Europa nicht deutlich, dass wir uns als Christinnen und Christen, als gläubige Menschen, wieder deutlicher für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen müssen?“, fragte er. Als beispielhafte Personen nannte er neben den Geschwistern Scholl auch den früheren Bischof von Münster, Kardinal von Galen, der sich 1941 in seinen Predigten in der St.-Lamberti-Kirche „für das hohe Gut der Menschlichkeit“ eingesetzt hatte.

Stadtdechant Hagemann erinnerte besonders aber an den Widerstand von Sophie und Hans Scholl, die als Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ auf Flugblättern „die Grundlagen des neuen Europas“ gefordert hatten. Dazu zählten sie „Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten“. Hagemann schlug eine Brücke zur gegenwärtigen Situation: „Wie passend ist diese Aussage im Wissen um das Bekenntnis zu Europa durch die Europafahnen, die am Prinzipalmarkt und an der Lambertikirche wehen.“

Die Predigt von Stadtdechant Jörg Hagemann können Sie hier nachlesen oder anhören.    

ökumenisches Gebet für Frieden in Münster und der Welt

Mit einem ökumenischen Gebet für den Frieden in Münster und der Welt wollen das katholische Stadtdekanat, der evangelische Kirchenkreis und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) am Freitag, 22. Februar, um 16.30 Uhr ein Zeichen setzen. Während zeitgleich an mehreren Plätzen in der Stadt Protestveranstaltungen gegen den Neujahrsempfang der AfD (Alternative für Deutschland) im Rathaus beginnen, laden die Veranstalter zum Friedensgebet in die St.-Lamberti-Kirche in Münster ein.

Stadtdechant Jörg Hagemann möchte zusammen mit vielen eine „helle Flamme des Friedens“ weitergeben und so ein Zeichen für Toleranz, Dialogbereitschaft, Fremdenfreundlichkeit und die unantastbare Würde jedes Menschen setzen: „Gerade in dieser politisch und gesellschaftlich so unfriedlichen Zeit ist es uns Christeninnen und Christen aller Konfessionen in Münster wichtig, für den Frieden, für die Würde eines jeden Menschen, egal woher er kommt, für Buntheit und Vielfalt einzutreten.“

Plakat zum Download und weiterverteilen.  

 

 

„Es geht um eine bewusste Haltung“

Vertreter von acht Pfarreien im Stadtdekanat haben sich vor gut einem Jahr vernetzt, um sich gegenseitig bei der Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzeptes zu unterstützen. Foto: Doris Eberhardt

Erste Pfarreien im Stadtdekanat legen Institutionelles Schutzkonzept vor. Grenzverletzung, Übergriffigkeiten, sexueller Missbrauch – dem wollen die Pfarreien im Stadtdekanat Münster vorbeugen. Mit einem Institutionellen Schutzkonzept (ISK), zu dessen Erstellung das Bistum Münster alle Pfarreien und Einrichtungen verpflichtet hat. Acht Pfarreien haben sich dafür vor gut einem Jahr miteinander vernetzt, sich seitdem regelmäßig ausgetauscht und gemeinsam Ideen und Strategien entwickelt. Begleitet wurden sie von Doris Eberhardt, Präventionsfachkraft des Bistums. 

Als „echten Gewinn“ bezeichnen die Vertreter der Pfarreien St. Franziskus und St. Joseph Münster-Süd dieses Vorgehen. Dank des klaren Rahmens durch die Vernetzung auf der Ebene des Stadtdekanats konnten sie den Prozess der Erstellung Anfang Januar als erste Pfarreien abschließen und mit der Umsetzung beginnen. Beide haben jeweils auf mehreren Seiten präventive Maßnahmen festgehalten, damit Kinder, Jugendliche und alle Schutzbedürftigen in den Pfarreien sicher sind.         

Pastoralreferent Andreas Rehm aus der Pfarrei St. Franziskus war es wichtig, nicht nur ein neues Konzept aufs Papier zu bringen: „Es geht dabei insgesamt um eine bewusste Haltung, zu der auch ein neuer Umgang mit Sexualität, mit Macht und mit Kommunikation und Feedback gehört.“ Sieben Personen, darunter Vertreter aus Kirchenvorstand, Pfarreirat, Offener Arbeit und der Pfadfinder haben mitgearbeitet, das Risiko zu minimieren, in der Pfarrei zum Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Gleichzeitig soll die Chance erhöht werden, im Falle eines Missbrauchs qualifizierte Hilfe zu erhalten. Der Risikoanalyse und dem Verhaltenskodex haben die Verantwortlichen die meiste Aufmerksamkeit gewidmet. 

Diese Abschnitte bilden auch das Kernstück im ISK der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd, erklärt Pastor Karsten Weidisch. „Wo gibt es bei uns Kontakt zu Kindern und Jugendlichen? Was läuft in Sachen Prävention schon gut und wo müssen Regeln und Abläufe optimiert werden? Mit diesen Fragen haben wir uns unter anderem beschäftigt“, berichtet er. Weidisch ist nicht nur die Präventionsfachkraft der Pfarrei, sondern auch Schulungsreferent zur Prävention sexualisierter Gewalt im Bistum Münster. Ihm ist es ein Anliegen, dem Generalverdacht, unter dem die katholische Kirche seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle steht, entgegenzuwirken: „Wir haben mehr denn je die Verpflichtung, Schutzkonzepte vorzulegen. Aber nicht nur, um zu zeigen, dass wir bei dem Thema aktiv sind, sondern zum Schutz der Kinder und Jugendlichen.“ Mit dem ISK soll eine Kultur der Achtsamkeit gefördert und das klare Signal ausgesendet werden, dass grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt nicht tabuisiert werden.

Das ist auch Stadtdechant Jörg Hagemann wichtig: „Neben dem persönlichen Umgang mit Betroffenen sind die institutionellen Schutzkonzepte ein Baustein im Umgang mit der gesamten Thematik“, betont er. Alle Pfarreien im Stadtdekanat würden an einem solchen Konzept arbeiten – „ein wertvoller Einsatz für ein schweres Thema“, weiß Hagemann und dankt allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich in den Projektgruppen einbringen.

In den Pfarreien St. Franziskus und St. Joseph gilt es nun, das Konzept in den Pfarreialltag einzubinden. In allen Gruppen und Gremien wird es vorgestellt, auch bei den Kindern und Jugendlichen, für die die Verantwortlichen aus St. Franziskus extra eine Fassung in „Leichter Sprache“ verfasst haben. Außerdem werden Führungszeugnisse eingeholt, der Verhaltenskodex unterschrieben und Präventionsschulungen besucht. Immer wieder zur Sprache bringen, das ist die Idee der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd. Neben Basis- und Intensivschulungen plant Pastor Weidisch in regelmäßigen Abständen dreistündige Informationsveranstaltungen zum ISK. „Daran können diejenigen teilnehmen, die nur sporadisch Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, zum Beispiel als Betreuungsperson bei der jährlichen Sternsingeraktion oder bei der Bücherei-Arbeit“, erklärt er.

Die institutionellen Schutzkonzepte der beiden Pfarreien gibt es im Internet unter www.st-joseph-muenster-sued.de/aktuell/institutionelles-schutzkonzept und www.sankt-franziskus-muenster.de/isk.

Professionelle Hilfe- und Beratungsangebote im kirchlichen wie außerkirchlichen Bereich zu Fragen von sexueller Gewalt sind auf der Homepage www.praevention-im-bistum-muenster.de/praevention/beratung-und-hilfe/ zu finden.

Sternsinger sammeln 201.135 Euro

Engagiert zogen die Sternsinger im Stadtdekanat Münster von Haus zu Haus – und statteten auch Bischof Dr. Felix Genn einen Besuch ab. - Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Die Sammeldosen sind geleert, das Geld ist gezählt. Mehr als 1.500 Sternsingerinnen und Sternsinger waren rund um das Dreikönigsfest im Stadtdekanat Münster unterwegs. Unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ sammelten sie Geld für Projekte, in diesem Jahr besonders für Kinder mit Behinderungen in Peru. Dank des Engagements der kleinen und großen Könige kamen im Stadtdekanat 201.135 Euro (Vorjahr: 209.811 Euro) zusammen.

Stadtdechant Jörg Hagemann freut sich über das Engagement der Sternsinger und dankt ihnen sowie den Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. „Mich hat es sehr beeindruckt, dass so viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene trotz des ungemütlichen Wetters unterwegs waren. Vielleicht hat neben dem schlechten Wetter auch die tolle Kampagne des Sternsingerwerkes für Kinder in Peru und besonders auch für Kinder mit Behinderungen in Peru dazu geführt, dass wir so ein tolles Ergebnis haben!“

Träger der bundesweiten Aktion Dreikönigssingen, wie das Sternsingen auch genannt wird, sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt.

Gottesdienste an Heilig Abend

Hier finden Sie auf einen Blick die katholischen Gottesdienste an Heilig Abend in Münster.

Zudem informiert eine Übersicht über die Gottesdienste in den muttersprachlichen Gemeinden, Informationen zur Offenen Weihnacht finden Sie hier.

 

 

Cityadvent

Sterne aber, ferne Lichtpunkte im Dunkel der Nächte, Hoffnungszeichen in den Labyrinthen unseres Lebens, Signale unvorstellbar weiter kosmischer Räume, Symbole Gottes, dessen Ankunft in Jesus Christus wir Weihnachten feiern, wollen gesucht sein…
Fühlen wir uns nicht bisweilen wie in einem Labyrinth? Sehnen wir uns nicht nach Wegen, die aus der der Enge unseres Alltags, unseres oft so kleinen Glaubens führen? Suchen wir nicht den Stern, der für uns aufgeht? Seinen Stern?

Der Cityadvent 2018 mit seinen Projektionen und Installationen in der Liebfrauen-Überwasserkirche will Enge aufbrechen und etwas von der Weite und Schönheit der Sternenhimmel ahnen lassen, deren Teil wir doch sind. Muss dieser Gott, der das alles, der auch uns geschaffen hat, der Weihnachten in Jesus Christus zu uns kommt, nicht ein großer, ein wunderbarer Gott sein?

Eröffnung: 29. November, 20 Uhr
täglich geöffnet von 16 bis 20 Uhr in der Liebfrauen-Überwasserkirche (Ausstellungsende am 20. Dezember)

#erscheintuns in der Überwasserkirche

Freuen sich auf den diesjährigen Cityadvent in der Überwasserkirche in Münster: (von links) Marie-Luise Rettung (Kunstkreis Kirchenfoyer), Rupert König, Markus Kortewille (Kunstkreis Kirchenfoyer), Dr. Björn Voß, Gabriele Sobke (Kunstkreis Kirchenfoyer), Monika Wedig und Katharina Fröhle (beide Pfarrei Liebfrauen-Überwasser). Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Sternsinger, Sternenbilder, Sternenhimmel: Ein Besuch in der Überwasserkirche in Münster gleicht in den kommenden vier Wochen einem Ausflug ins Universum. Als Vorbild dienen den Organisatoren des ökumenischen Cityadvents die drei Sternendeuter aus der Zeit Jesu, die einer besonderen Himmelserscheinung gefolgt waren, die sie als Zeichen für die Geburt eines neuen Königs deuteten. Nachdem im vergangenen Jahr rund 25.000 Menschen die Installation mit 3.333 goldenen Vögeln besucht hatten, laden das katholische Stadtdekanat Münster, das Kirchenfoyer und der evangelische Kirchenkreis unter dem doppeldeutigen Titel „#erscheintuns – Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“ in die Überwasserkirche ein. Mit einem ökumenischen Gottesdienst am Donnerstag, 29. November, um 20 Uhr wird der Cityadvent eröffnet.

„Wir möchten den vielen Menschen in der Stadt einen anderen Adventsimpuls fernab des Trubels mitgeben“, erklärt Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers. Dafür sind sie eingeladen, in die Welt der Sterne einzutauchen. Zum Beispiel im Gewölbe des Chorraums, der zu einem Sternenhimmel wird. Ermöglicht durch die Firma ZEISS aus Jena wird dort das Sternenbild des Orions projiziert. „Möglichst wissenschaftlich korrekt“, betont König. Das bedeutet: „Wie beim Betrachten des echten Sternenhimmels müssen sich die Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen. Das kann auch schon mal einige Minuten dauern.“ Liegestühle, Teppiche und Decken laden zum Verweilen ein.

Beim Thema Astronomie darf ebenfalls die Wissenschaft nicht fehlen. Darum bekommen die Veranstalter fachmännische Unterstützung durch das Planetarium, das Teil des LWL - Museum für Naturkunde in Münster ist. Eine Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra zeigt, wie Menschen die Erde schon immer als Teil eines sie übergreifenden Kosmoses betrachtet haben. „Hier ist das gesamte Sternenwissen der damaligen Zeit zusammengefasst“, beschreibt Dr. Björn Voß vom Planetarium. 20 großformatige Bilder, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble, wollen den Blick weiten. „Wenn wir das sehen, fragen wir uns, ob irgendwo in dem unendlichen Weltraum Gott zu finden ist“, ergänzt König. 

Eine Lichtkugel mit Spiegelscherben, über der eine Christusfigur schwebt, reflektiert Lichter in den Kirchenraum hinein. „Hier sind die Besucher eingeladen, eine Kerze anzuzünden zum Ausdruck der Wünsche und Sehnsüchte, die wir im Advent und an Weihnachten Gott entgegenbringen“, sagt König. Ergänzt wird der Cityadvent um ein sternenförmiges Labyrinth im Turm, eine Station zur Sternsingeraktion im Januar und eine Infoaktion für Sternenkinder, die vor oder unmittelbar nach der Geburt gestorben sind.

Der Cityadvent ist von Freitag, 30. November, bis Donnerstag, 20. Dezember, täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Die Veranstalter laden besonders zur ökumenischen Eröffnung am Donnerstag, 29. November, um 20 Uhr ein.

Christmas Carol Service am 3. Dezember

Foto: Hubert Kemper

Mit seiner über 20-jährigen Tradition erfreut er sich in jedem Advent großer Beliebtheit: der deutsch-englische Weihnachtsliedergottesdienst (Christmas Carol Service) im St. Paulus-Dom in Münster. In diesem Jahr findet er am Montag, 3. Dezember, um 18 Uhr statt. 

Die Veranstalter – der Arbeitskreis Christlicher Kirchen Münster (ACK) und das Domkapitel – greifen dabei eine Tradition der englischen Kirchen auf. Markenzeichen ist die Kombination aus gemeinsam zweisprachig gesungenen Weihnachtsliedern (Christmas Carols), biblischen Lesungen von Muttersprachlern beider Seiten sowie Instrumentalstücken.

Ursprünglich feierten vor allem die britischen Streitkräfte mit ihren Familien den Carol Service. Nach und nach kamen viele weitere Gottesdienstbesucher hinzu, die den britischen Familien verbunden waren oder diese Art von Gottesdiensten in Großbritannien schätzen gelernt hatten. Auch die 1957 geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Münster und York – eine der ältesten Städtepartnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg – trug zur Stärkung dieser Tradition bei. Auf dieser Grundlage hat sich der Carol Service auch nach dem Abzug des britischen Militärs aus Münster gehalten.

Musizieren wird das Luftwaffenmusikkorps Münster der Bundeswehr. Sprecherinnen und Sprecher der ACK, Gemeinden und Gemeinschaften Münster sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens werden die Lesungen und Gebete vortragen.

Offene Weihnacht

Mit neuem Schwung und bei bester Stimmung geht das Vorbereitungsteam der „Offenen Weihnacht“ wieder an die Organisation des Heiligen Abends in Münster. Auch in Hiltrup wird es wieder dieses Angebot geben, nach einer Pause im vergangenen Jahr. Der Projektleiter Hans-Josef Rossi begrüßte die Hiltruperinnen  Felizitas Schulte und Uta Hoffman beim ersten Treffen der Vorbereitungsgruppe, bei dem die Weichen für eine gute Zusammenarbeit gestellt wurden.

Bei der „Offenen Weihnacht“ ist jeder willkommen, der diese Stunden nicht allein, sondern in Gemeinschaft verbringen möchte.

Vier Standorte stehen in diesem Jahr zur Wahl: Das Pfarrheim St. Martini neben dem Theater, der Seniorentreff Hansahof am Aegidii-Markt, das Pfarrer-Eltrop-Heim an der Herz-Jesu-Kirche und das Pfarrheim St. Clemens in Hiltrup. Bis zu 350 Gäste nehmen pro Jahr am Heiligen Abend daran teil.

Die Feiern beginnen jeweils um 19 Uhr und enden gegen 22.30 Uhr. In stimmungsvoller Atmosphäre wird die Weihnachtsbotschaft vorgetragen, eingerahmt von Weihnachtsliedern und weihnachtlicher Musik. Auch ein Besuch von Regionalbischof Stefan Zekorn an zwei Standorten ist geplant. Die Bundeswehr wird ein weihnachtliches Essen liefern, das von der Küche in Handorf zubereitet wird. 

„Für viele Gäste ist es nach unserer Erfahrung aber vor allem auch wichtig, an diesem Tag mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen“, betont Rossi, der Diakon in Sankt Mauritz ist.        

Finanziert wird diese Veranstaltung im besonderen weihnachtlichen Rahmen durch Geld- und Sachspenden von münsterschen Firmen und Einzelpersonen. Die Durchführung der „Offenen Weihnacht“ wäre allerdings undenkbar, wenn sich nicht in jedem Jahr freiwillige Helfer bereit erklären würden, verschiedene Dienste im Rahmen der Veranstaltung zu übernehmen. „Dieses Engagement – besonders an einem Tag, an dem es nicht selbstverständlich ist – sorgt bei der Durchführung für einen guten Geist, der alle beflügelt und in Fröhlichkeit zusammenhält“, wie Rossi betont. Das Projekt ist inzwischen aus dem sozialen Leben der Stadt Münster nicht mehr wegzudenken.  

Andachten auf den Friedhöfen

Auf vielen katholischen Friedhöfen in der Stadt Münster finden an Allerheiligen und Allerseelen Andachten für die Verstorbenen statt. Eine Übersicht aller Friedhöfe in katholischer Trägerschaft finden Sie hier. Auf der Internetseite der jeweiligen Pfarreien finden Sie weitere Informationen zu den jeweiligen Andachten.
Auf dem Zentralfriedhof und auf dem Waldfriedhof Lauheide finden an Allerheiligen und am Ewigkeitssonntag die Andachten jeweils um 15 Uhr statt.

Abschied von Weihbischof em. Ostermann

Aufbahrung, Kondolenzbuch, Vesper und Requiem

Der am 22. Oktober im Alter von 86 Jahren verstorbene Münsteraner Weihbischof Friedrich Ostermann wird am Freitag, 2. November, beigesetzt. In den kommenden Tagen besteht für die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden.

Er wird von Mittwoch, 24. Oktober, bis Freitag, 26. Oktober, im offenen Sarg aufgebahrt. Dieser ist im Abschiedsraum im Begegnungszentrum auf dem Zentralfriedhof in Münster im genannten Zeitraum täglich von 10 bis 15 Uhr zugänglich.

Ebenfalls von 10 bis 15 wird der Abschiedsraum von Montag, 29. Oktober, bis Mittwoch, 31. Oktober, täglich geöffnet sein. In diesem Zeitraum können sich die Menschen am geschlossenen Sarg von Weihbischof Ostermann verabschieden.

Die Totenvesper findet am Dienstag, 30. Oktober, um 17.15 Uhr im St.-Paulus-Dom Münster statt. Dompropst Kurt Schulte wird sie leiten.

In der Maximuskapelle des Doms wird in den kommenden Tagen ein Kondolenzbuch ausliegen. Hier kann man sich zu den Öffnungszeiten des Doms täglich von 6.30 Uhr bis 19 Uhr sowie sonn- und feiertags bis 19.30 Uhr eintragen.

Das Pontifikalrequiem für Weihbischof Ostermann ist am Freitag, 2. November, um 15 Uhr im St.-Paulus-Dom. Bischof Dr. Felix Genn wird es zelebrieren. Ostermann wird anschließend auf dem Domherrenfriedhof beigesetzt.

Auslaufmodell Rücksicht?

 Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Toten und Verletzten des Straßenverkehrs

Die Verkehrswacht Münster, die Polizeiseelsorge der evangelischen und katholischen Kirche, die Notfallbegleitung Münster und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen laden am Samstag, 3. November, zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Toten und Verletzten im Straßenverkehr des vergangenen Jahres ein. In diesem Jahr wird der Gottesdienst um 15 Uhr in der evangelischen Apostelkirche in der Neubrückenstraße beginnen.

Das Thema des diesjährigen Gottesdienstes "Auslaufmodell Rücksicht?" will darauf aufmerksam machen, wie tröstend und aufbauend es ist, wenn Zeugen und Passanten eines Unfalls achtsam mit den Betroffenen umgehen, und wie verletzend Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit sind. Ist Rücksicht tatsächlich ein Auslaufmodell oder werden Menschen gerade sensibler für ihre Mitmenschen?

Der Gottesdienst will neben dem Gedenken auch ein Dankeschön an die Menschen in der Rettungskette - Feuerwehr, Polizei und Notfallbegleitung - sein, ohne die alle Unfälle und Unglücksfälle noch viel schlimmer wären.

Künstlerisch gestaltet wird der Gottesdienst durch den Jungen Chor Münster unter der Leitung von Harald Berger, dem Posaunenchor der Epiphanias Kirchengemeinde unter Leitung von Brunhild Bachmann und durch Burkhard Führer an der Orgel.  

Ökumenisches Friedensgebet erinnert an die Bombardierung

Stadtdechant Jörg Hagemann, Superintendent Ulf Schlien, Dompropst Kurt Schulte und Jo Riemann von der ACK Münster (von links) beteten mit den Teilnehmenden um den Frieden in der Welt. Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

„Nie mehr Bomben, nie mehr Gewalt, sondern als Kinder Gottes friedlich diese Welt gestalten.“ Mit diesen eindringlichen Worten hat Dompropst Kurt Schulte das ökumenische Friedensgebet zum 75. Jahrestag der Bombardierung der Stadt Münster im St.-Paulus-Dom eröffnet.

Der 10. Oktober 1943 gilt als einer der schwärzesten Tage in der Stadtgeschichte. Mehr als 20.000 Bomben wurden über der Stadt abgeworfen, 670 Menschen starben. Unter den Teilnehmern der Andacht waren auch viele Clemensschwestern, die ihrer 52 bei dem Angriff getöteten Mitschwestern gedachten. Neben Schulte beteten auch Stadtdechant Jörg Hagemann, Superintendent Ulf Schlien vom Evangelischen Kirchenkreis und Jo Riemann von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Münster (ACK) mit den Teilnehmenden um Frieden in der Welt.

In seiner Predigt betonte der Superintendent, dass es nicht nur um das zerstörte Münster, um alte Gebäude und Straßen gehe: „Es geht um Menschen, um das Grauen und den Schmerz und um das, was wir aus dem Erschrecken mitnehmen können in unseren Alltag mit seinen Herausforderungen.“ In der heutigen Gesellschaft sei das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft glücklicherweise zur Regel geworden. „Das kann Hoffnung auf Frieden machen“, sagte Schlien. Doch der Eindruck täusche oftmals, denn wieder drohe „die Welt aus den Fugen zu geraten“, wenn sich Staaten „in blankem Nationalismus verbiegen“ und alte, scheinbar gelöste Konflikte neu entfacht werden. „Wir nehmen Vieles zu oft als selbstverständlich, was immer noch brüchig und gefährdet ist“, mahnte er.

Der Superintendent verwies darauf, dass das Eintreten für Frieden und Versöhnung nicht ohne die Erinnerung an den Abgrund menschlicher Bosheit geschehen könne. „Denn nur diese Erinnerung gibt uns das Recht und die Zuversicht, dass nicht Krieg und Gewalt das letzte Wort haben.“ Die Erinnerung mache dankbar für das Erreichte und verpflichte dazu, den Frieden nicht leichtfertig zu verspielen, sondern weiterzugeben. Er rief dazu auf, die Haltung der Gleichgültigkeit zu beenden. „Keine Gleichgültigkeit gegenüber dem Unrecht, gegenüber der Spaltung unserer Welt in arm und reich, gegenüber der Missachtung der Fremden.“ Schlien appellierte an die Teilnehmenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung einzutreten und den Frieden zu wahren.

Ihren Bitten Ausdruck verleihen konnten die Gottesdienstteilnehmer bei den Fürbitten, die von der Dommusik mit dem Liedruf „O Lord hear my prayer“ („Oh Herr, erhöre unsere Gebete“) begleitet wurden. Jeder war eingeladen, Weihrauchkörner auf glühende Kohlen zu legen.

Friedensgebet anlässlich der Bombardierung der Stadt Münster

Er gilt als einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Münsters: der 10. Oktober 1943. Mehr als 20.000 Bomben wurden an jenem Tag über der Stadt abgeworfen, 670 Menschen starben, das Stadtinnere glich einem Trümmerfeld. Auch der St.-Paulus-Dom wurde fast vollständig zerstört.

Anlässlich des 75. Jahrestags der Bombardierung der Stadt Münster findet am Mittwoch, 10. Oktober, um 18 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet im St.-Paulus-Dom statt. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster, das Bistum Münster, der Evangelische Kirchenkreis und das Stadtdekanat laden zu dem Wortgottesdienst ein, in dessen Zentrum das Gebet um den Frieden steht. Verdeutlicht werden soll dies bei den Fürbitten: Jeder ist eingeladen, Weihrauchkörner auf glühende Kohlen zu legen.
Den Gottesdienst leiten Dompropst Kurt Schulte, Stadtdechant Jörg Hagemann und der evangelische Superintendent Ulf Schlien. Die Predigt hält der Superintendent

Auftakt der Interkulturellen Woche

„Wir sind Hoffnung, Zuflucht, Vielfalt.“ Unter diesem Leitwort lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster zu einem ökumenischen Gottesdienst als Auftakt der Interkulturellen Woche am Samstag, 29. September 2018, 11 Uhr in die St.-Lamberti-Kirche ein.

Wir leben in Zeiten, in denen die Fundamente unseres Zusammenlebens in Frage gestellt werden. Zivilisatorische Errungenschaften, wie das friedliche Miteinander in einem geeinten demokratischen Europa, sogar die universelle Geltung der Menschenrechte, scheinen an Gewicht zu verlieren. Rechtspopulistische, ja rassistische Strömungen gewinnen an Zulauf. Ablehnung von Fremden, anderen Meinungen, von Angehörigen jüdischer und islamischer Gemeinden oder von anderen Lebensentwürfen äußert sich viel zu oft in gewalttätigen, menschenfeindlichen Übergriffen. Menschen guten Willens und Betende sind aufgerufen, dagegen einen Kontrapunkt zu setzen. Der Gottesdienst will einen Beitrag dazu leisten.

Musikalisch wird er gestaltet u.a. von der Musikgruppe der spanischsprachigen katholischen Gemeinde in Münster. Die Predigt hält der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Herr Ulf Schlien.

„Wir wollen eine sprechende Kirche sein“

Stadtdechant Jörg Hagemann fühlte sich in seine Kindheit zurückversetzt: „Ich habe auch unter der Bettdecke gelegen und heimlich ein Buch gelesen“, gestand er mit Blick auf das Plakat, das zu seinen Lieblingsmotiven zählt. Mit dem Slogan „Rauben Kindern den Schlaf“ und dem Bild eines Jungen, der mit einer Taschenlampe im Bett liest, wirbt die katholische Kirche im Bistum Münster künftig für ihre 313 Büchereien mit mehr als 1,4 Millionen Medien. 

Mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn stellte Stadtdechant Hagemann am 7. September das neue Logo, den neuen Slogan und damit auch die neue Imagekampagne des Bistums in der Friedenskapelle in Münster vor. Die rund 180 Ehren- und Hauptamtlichen aus dem Stadtdekanat zeigten sich dabei vor allem von den teils provokanten, humorvollen und überzeichneten Fotos und Sprüchen der groß angelegten Plakataktion überrascht. Die Kampagne hat das Ziel, über die Vielfalt der Angebote der katholischen Kirche im Bistum zu informieren. 

Das Thema sexueller Missbrauch, das die katholische Kirche zurzeit einmal mehr erschüttert, wollten die beiden Kirchenvertreter an diesem Abend nicht ausklammern. Notwendig sei eine „Haltung der Nulltoleranz gegenüber diesen Verbrechen“, hatte Bischof Dr. Felix Genn bereits am Mittwoch in einer Stellungnahme gefordert. Diese konsequente Haltung bekräftigten Zekorn und Hagemann und richteten den Blick besonders auf die Opfer, „die wir ansehen müssen, um ihnen ihr Ansehen ein Stück weit zurückzugeben“, sagte der Stadtdechant. Zekorn forderte eine transparente und unabhängige Aufklärung, einen klaren und konsequenten Umgang mit den Tätern und eine Bewusstseinsbildung innerhalb der Gesellschaft. 

Um Beziehung ging es bei der anschließenden Vorstellung von Logo, Claim und Kampagne. „Wo katholische Kirche drin ist, soll auch katholische Kirche draufstehen“ – das war ein Ergebnis der vor mehr als drei Jahren vom Bistum in Auftrag gegebenen Zufriedenheitsstudie. Ein neues Logo samt Claim soll mehr Verbindung schaffen und Identität stiften. Weihbischof Zekorn lobte die Klarheit des neuen Markenzeichens: „Das Kreuz ist das zentrale Symbol von uns Christen. Und Rot ist die Farbe der Beziehung schlechthin, weil es die der Liebe ist und die katholische Kirche stets versucht, daraus zu leben, dass Gott die Liebe ist.“ Die angedeutete Sprechblase anstelle des rechten Kreuzbalkens hatte es Stadtdechant Hagemann besonders angetan: „Wir als katholische Kirche möchten eine sprechende Kirche sein. Es geht darum, in den Kontakt zu kommen, das Gespräch zu suchen, auch mit denen, die an den Rändern stehen.“ 

Der neue Claim „Für dein Leben gern.“ bringe diese Botschaft buchstäblich auf den Punkt: „Wir sind eine Kirche, die mit ihren unterschiedlichen Einrichtungen Menschen Leben ermöglichen möchte.“ Weihbischof Zekorn verband mit jedem der vier Wörter einen eigenen Gedanken. Das „Für“ verdeutliche, dass Kirche kein Selbstzweck sei, sondern so wie Christus für die Menschen da sein wolle. „Dabei geht es um dich, um dein Leben, nicht um mich“, betonte er und fügte überzeugt hinzu: „Und dieses Leben von Beziehungen, das macht wirklich Freude!“

Für Gesprächs- und Diskussionsbedarf sorgte die Kampagne. Nicht allen gefielen alle Plakatmotive, doch unterm Strich gab es viel Zustimmung – vor allem für den Mut, eine solche Kampagne zu starten und deutlich zu machen, wo die katholische Kirche im Bistum Münster für die Menschen da ist.

Und weil es dem Bistum darum geht, Beziehungen zu stärken, hatten die Ehren- und Hauptamtlichen nach der Präsentation ausreichend Zeit, bei Gegrilltem und Getränken Kontakte zu pflegen und ins Gespräch zu kommen.

Seziertisch in Klinikkirche

Rupert König, Markus Kortewille, der bei der technischen Umsetzung unterstützt, Marius Stelzer und Pfarrer Ulrich Laws (von links) freuen sich auf viele Besucher der Kunstinstallation in der Klinikkirche mit dem Titel „Saluto Genesis“. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Kunstinstallation lässt Raum mit allen Sinnen erfahren. Da ist die Hoffnung auf Heilung, aber auch die Einsicht oder das Verstehen, dass menschliches Leben endlich ist: Es sind konträre Gefühle, die den Alltag im Universitätsklinikum Münster (UKM) ausmachen. Diese Wirklichkeit soll am Freitag, 7. September, sowie in den folgenden zwei Wochen mit einer Kunstinstallation in der Klinikkirche „Maria Heil der Kranken“ mit allen Sinnen erfahrbar gemacht werden. Mit einer Laserinstallation, blauem Licht, einem riesigen Mosaik sowie einem Duft und leiser Musik wird die Klinikkirche an der Waldeyerstraße im Rahmen der „Langen Nacht der Universitätsmedizin Münster“ in einen mystisch-emotionalen Raum verwandelt. Initiatoren sind die Konzeptkünstler Rupert König und Marius Stelzer, die als Pastoralreferenten in Münster tätig sind und im vergangenen Jahr bereits die Kunstinstallation „Vitamorphose“ in der St.-Lamberti-Kirche umgesetzt haben.

Für Ulrich Laws, leitender Klinikpfarrer, schafft die Kunstinstallation mit dem Titel „Saluto Genesis“ („Werden von Gesundheit“) eine Verbindung zwischen Medizin, Wissenschaft und Glaube. „Wir begleiten nicht nur die Patienten, ihre Angehörigen und die Mitarbeitenden, sondern wir sind auch – abhängig von der Schwere der Erkrankung – an der Seite sterbender Menschen.“ Gemeinsam mit ihnen begebe man sich in Gesprächen auf die Suche nach der spirituellen Wirklichkeit. „Und Spiritualität geht über Religion hinaus“, betont Laws. Wie die Kunstinstallation auf die Besucher wirkt, hänge von der jeweiligen Situation ab: „Stehe ich mitten im prallen Leben oder befinde ich mich in einer Grenzsituation? Das wird sich auf das Erleben des umgestalteten Kirchenraums auswirken“, ist der Geistliche überzeugt.

Welche Elemente zum Erleben mit allen Sinnen beitragen, erklären die Künstler selbst. Schon draußen auf dem Kirchplatz treffen die Besucher auf einen „verdrehten Christus“. Mit Hilfe der Mitarbeiter in der Radiologie hat Rupert König einen alten Holzkorpus in der Computertomographie, kurz CT, eingescannt. Die Daten bildeten die Vorlage für 62 Körperscheiben, die auf Plexiglas gezogen und wieder zu einer Figur zusammengefügt wurden. „Theologisch wird der Betrachter im Sinne eines Leidensweges Christi auf die Installation eingestimmt“, erklärt König. 

Im Kircheninnern ist ein Seziertisch aus dem UKM platziert, auf dem eine hinterleuchtete Reproduktion des Grabtuches von Turin zu erkennen ist. Es wird bis heute als Totentuch Jesu verehrt, obwohl wissenschaftlich umstritten. „Auch hier wird die Spannung zwischen Kunst, Wissenschaft und Theologie spürbar“, erklärt Marius Stelzer. Durch einen blauen Lasertunnel gehend stößt der Besucher auf ein großes Mosaik, fünf Meter breit und mehr als sechs Meter hoch. „Wer das Transparent länger beobachtet, wird Konturen eines menschlichen Gesichts erkennen, das je nach Einstellung der farbigen Scheinwerfer als Auferstehungsdarstellung betrachtet werden kann“, ergänzt Rupert König. Das Erlebnis vervollständigen wird ein eigener Duft mit dem Titel „Incense 2.0 Sakral Smoke“, der schon 2016 im Kölner Dom und 2017 bei der Kunstinstallation „Vitamorphose“ in der St.-Lamberti-Kirche in Münster zum Einsatz kam. Entwickelt wurde der Duft, der medizinisch untersuchte Duftstoffe enthält, mit Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt, Zellphysiologe und Riechforscher an der Ruhr-Universität Bochum.

„Im Uniklinikum werden Kunst und Wissenschaft angewandt, um Menschen zu heilen“, erklärt Marius Stelzer. „Diese Hoffnung, aber auch das Zulassen der Endlichkeit sollen in der Kunstinstallation zum Ausdruck kommen.“ Dabei stehe nicht nur der katholische Glauben im Mittelpunkt. „Sinnfragen in Grenzsituationen entstehen so oder so, unabhängig von der Religion“, fügt der Künstler hinzu. Darum sind alle Interessierten eingeladen, am Freitag, 7. September, von 16 bis 22 Uhr, sowie in den folgenden Tagen bis Freitag, 21. September, jeweils tagsüber die multisensuale Kunstinstallation zu besuchen.

Bei der „Langen Nacht der Universitätsmedizin Münster“ öffnen erstmals die Medizinische Fakultät der Universität Münster und das Universitätsklinikum Münster gemeinsam ihre Türen. Dabei wird das gesamte Leistungs- und Tätigkeitsspektrum gezeigt. 

Pfarrer em. Michael Scharf verstorben

Am Samstag, dem 1. September 2018, verstarb Pfarrer em. Michael Scharf. Der Verstorbene wurde am 5. Januar 1934 in Wuppertal geboren. Die Priesterweihe empfing er am 29. Juni 1962 in Münster. Nach seiner Priesterweihe übernahm er zunächst eine Vertretungsstelle in Hamm (Heessen) St. Stephanus und anschließend die Aufgabe eines Kaplans in Recklinghausen St. Paulus. Im Jahr 1964 wurde er Religionslehrer am Staatlichen Gymnasium für Jungen in Kleve und Subsidiar an der Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt. 1967 wurde er Dozent an der Staatlichen Ingenieurschule in Münster, Steinfurt (Burgsteinfurt) und Recklinghausen sowie Subsidiar in Münster St. Lamberti. Ein Jahr darauf wurde er zusätzlich Studentenpfarrer an der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen und an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenbau und im Jahr 1971 zusätzlich Studentenpfarrer an der Katholischen Fachhochschule NRW, Abteilung Münster. Zum Pfarrer in Münster (Gievenbeck) St. Michael wurde er im Jahr 1974 ernannt. Dechant im Dekanat Münster-Liebfrauen wurde er zum ersten Mal im Jahr 1982 und 1988 ein weiteres Mal. 1989 bis 2002 war er Stadtdechant im Stadtdekanat Münster. Im Jahr 1998 wurde er zum Pfarrer in Münster St. Lamberti ernannt. Zusätzlich wurde er von 2004 bis 2005 zum Pfarrverwalter in Münster St. Martini beauftragt. 2008 wurde er zum Geistlichen Beirat des KKV Hansa Münster e. V. (Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e. V.) berufen. Seit seiner Emeritierung im Jahre 2007 lebte er weiterhin in Münster, zuletzt im Seniorenzentrum Haus Maria Trost. Sein Goldenes Priesterjubiläum konnte er im Juni 2012 feiern.

Das Requiem feiern wir am Donnerstag, den 6. September 2018 um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Lamberti Münster. Um 11 Uhr erfolgt die Beisetzung auf dem Zentralfriedhof in Münster.

„Ökumene als gegenseitige Bereicherung“

Es war eine Begegnung, die vor 400 Jahren nicht denkbar gewesen wäre: Am 23. Mai 1618 löste der „Prager Fenstersturz" den dreißigjährigen Krieg aus, bei dem Katholiken und Protestanten um die Vorherrschaft in Europa kämpften. Auf den Tag genau 400 Jahre später hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster (ACK) eingeladen. Es war das erste Treffen der Vorstandsmitglieder Jo Riemann, Margret Dick, Annethres Schweder und Karl-Heinz Gehrt sowie dem katholischen Stadtdechanten Jörg Hagemann und Ulf Schlien nach dessen Wahl zum Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Münster. 

Die Begegnung stand unter dem Leitwort „so sollen wir alle zur Einheit im Glauben und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen … und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen". Diesen Anspruch aus dem Epheserbrief diskutierten die Teilnehmer zwei Stunden lang praktisch. 

Auf dem Programm standen ein gemeinsamer Gruß an die münsterische Moscheegemeinde im Monat Ramadan, außerdem die Planungen zum Internationalen Friedenstag am Freitag, 21. September, und zum ökumenischen Fest am Pfingstmontag 2019 auf dem Domplatz. Thematisiert wurde auch die ökumenische Begleitung von Ehrenamtlichen, die im Krankenhausbesuchsdienst tätig sind. Darüber hinaus stand die Kontaktpflege zur ACK Osnabrück sowie zu Christen anderer Konfessionen in Münster, die nicht Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind, im Fokus. „All diese Themen zeigen beispielhaft, wie vielfältig die Aufgaben sind, die Christen gemeinsam angehen können", erklärte die ACK-Vorsitzende Schweder. Weitere Vernetzungen seien angedacht, „damit Ökumene nicht als Mehrarbeit, sondern als gegenseitige Entlastung und Bereicherung erfahren wird".

„Citypastoral, wie wir uns sie immer wünschen“

Künstler Ernst Franz aus Unterammergau schnitzte während des Katholikentags eine Christusfigur vor dem Kirchenfoyer. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)
Auch Hilfsmittel wie eine Leiter benutzten die Katholikentagsbesucher, um ihre Sehnsucht nach Frieden auf die Wand des Kirchenfoyers zu schreiben. (Foto: Rupert König)

Kunstaktionen des Kirchenfoyers begeistern Katholikentagsbesucher.

„…Freiheit, die mich beflügelt, ohne dich einzugrenzen“, „…Gemeinschaft von Katholiken und Protestanten“, „…ein Auftrag, der rockt und für den es sich lohnt, einzustehen“. Diese und weitere Schriftzüge schmücken derzeit die Wände im Kirchenfoyer in Münster. Die Besucherinnen und Besucher des Katholikentages waren eingeladen, die Aussage „Meine Sehnsucht nach Frieden ist…“ mit einem blauen Stift zu vervollständigen. Auch in den kommenden Tagen besteht dazu noch die Möglichkeit.

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, ist von der Resonanz während des Katholikentages überwältigt: „Es war immer etwas los, die Besucher hatten regelrecht den Wunsch, ihre Sehnsucht nach Frieden aufzuschreiben.“ Nicht nur Deutsche haben das Angebot angenommen, auf der Wand sind auch englische und spanische Sätze zu lesen, selbst arabische Schriftzeichen sind zu sehen. Und hohen Besuch gab es auch, erzählt König nicht ohne Stolz: „Der Erzbischof von Mexiko City, Carlos Kardinal Aguiar Retes, hat vorbei geschaut.“

Zur Kunstaktion inspiriert wurden die Besucher von einer weiteren Aktion, die das Kirchenfoyer anlässlich des kirchlichen Großereignisses ins Leben gerufen hatte. Der Holzschnitzer Ernst Franz aus Unterammergau, der vor zwei Jahren bereits eine Kopie des Telgter Gnadenbildes geschnitzt hat, war aus dem Süden angereist, um erneut fünf Tage lang live vor dem Foyer zu arbeiten. Dieses Mal die Figur eines leidenden Menschen, der ausgeliefert und entblößt dasteht. Verdeutlicht werden soll die Situation kurz vor der Kreuzigung Jesu.

„Jesu Leiden in dieser Figur ist Ausdruck des Leidens so vieler Menschen“, erklärt König die Idee dahinter. Die Kopfbedeckung aus modernem Stacheldraht, die die Figur trägt, solle ebenfalls auf die heutige Folter hinweisen. Der Blick der Christusfigur sei bewusst auf das nebenstehende geschnitzte Telgter Marienbild gerichtet: „Der Gedanke der Hoffnung auf Gott entsteht erst im Dialog der beiden Plastiken“, sagt König.

Zwischen 5.000 und 6.000 Besucher seien während des Katholikentages ins Kirchenfoyer gekommen, schätzt König. „Das war Citypastoral, wie wir uns sie immer wünschen“, freut er sich über den Andrang und das Interesse. Noch bis Ende Mai werden die geschnitzten Figuren im Kirchenfoyer stehen.

"Ein Programm, das zum Bleiben einlädt"

Moderator Christoph Tiemann mit Schauspieler Leonard Lansink und Gudrun Bruns im Gespräch.
Die A-capella-Band „6-Zylinder“ brachte die Gäste an der Bühne des Stadtdekanates Münster in Stimmung.
Domvikar Reidegeld berichtete beim „Abend der Begegnung“ von seinem Hilfseinsatz im Nordirak und Syrien.
Eine entspannte Atmosphäre herrschte bei untergehender Sonne an der Bühne des Stadtdekanates Münster auf dem Domplatz.

Stadtdekanat Münster bringt Besucher mit „6-Zylinder“ in Stimmung.

Frühsommerliche Temperaturen, fröhliche Katholikentags- besucherinnen und -besucher, dazu der unverwechselbare Klang der „6-Zylinder“: Es passte alles beim „Abend der Begegnung“ am 9. Mai, bei dem sich das Stadtdekanat Münster mit einem abwechslungsreichen Programm auf der großen Bühne auf dem Domplatz den heimischen und auswärtigen Gästen vorstellte.

„Ein Programm, das zum Bleiben einlädt“, fasste Reinhard Kretschmann zusammen. Der Münsteraner schwärmte von der wunderbaren Atmosphäre auf dem Domplatz sowie von den kurzen Wegen beim „Abend der Begegnung“. Gemeinsam mit Ehefrau Marja Kretschmann-Weeling bewegte er sich zur Musik von Udo Jürgens Klassiker „Griechischer Wein“, den die A-capella-Band in eine Hommage an Gebäck verwandelte und mit „Frankfurter Kranz“ betitelte. Auch in weiteren Stücken setzten die „6-Zylinder“ auf humoristisches Entertainment mit westfälischem Charakter und brachten ihre Zuhörer so zum Mitsingen und Mitklatschen. 

Die volle Aufmerksamkeit der Gäste hatte Moderator Christoph Tiemann, als Leonard Lansink alias Privatdetektiv Wilsberg die Bühne betrat. Und dem Publikum direkt seinen Lieblingsort in Münster verriet: „Auf der Terrasse des Gasthauses Stuhlmacher am Prinzipalmarkt sitze ich am liebsten.“ Bedingt durch Drehtermine hat der bekannte Schauspieler schon viel Zeit in der Domstadt verbracht – und sich darum auch ehrenamtlich an die Stadt gebunden: Gemeinsam mit Gudrun Bruns von der Krebsberatungsstelle Münsterland berichtete Lansink über ihr jährliches Projekt, das Wilsberg-Promi-Kellnern am Aasee. Viele Prominente finden sich dazu immer wieder ein, um Gäste mit Getränken zu versorgen – und das natürlich für den guten Zweck, für den Verein der Krebsberatung Münsterland.

Ganz im Zeichen des sozialen Engagements standen zwei weitere Talkrunden: Tobias Engelkamp ist Mitglied von „skate-aid“, eine Hilfsorganisation, die vom münsterischen Skateboard-Pionier Titus Dittmann gegründet wurde. Sie unterstützt Projekte, die mittels des sinn- und identitätsstiftenden Skateboardens weltweit Entwicklungshilfe für Kinder und Jugendliche leisten. Von konkreter Hilfe vor Ort konnte Domvikar Dr. Jochen Reidegeld berichten. Vor wenigen Wochen war der stellvertretende Generalvikar des Bistums zu einem Hilfseinsatz in den Nordirak und nach Syrien gereist. „Diese Begegnungen dort gehen mir bis heute nach und machen das Ausmaß des Krieges deutlich“, berichtete Reidegeld. Den Katholikentagsgästen gab er eine Botschaft mit: „Krieg ist zu einem Mittel der Politik geworden und dem müssen wir als Christinnen und Christen entgegenwirken.“ 

Auch kulinarisch präsentierte sich das Stadtdekanat in vielfältiger Art und Weise: Neben Erbseneintopf und Blutwurst für die Katholikentagsbesucher wurde auf der Bühne Kaffee gekocht. Moderator Tiemann begrüßte die Inhaber der münsterischen Kaffeerösterei „roestbar“, Sandra Götting und Mario Joka, die mit mittlerweile fünf Filialen in Münster vertreten sind. Frisch gebrühten Kaffee gab es schließlich von Erna Tosberg, der amtierenden Deutschen Barista-Meisterin. Tosberg leitet außerdem die Kaffeeschule der „roestbar“.

Nach einem Konzert der Big-Band Dorsten, die auch das abschließende Abendgebet musikalisch begleiteten, machte Stadtdechant Jörg Hagemann den Besuchern Lust auf „mehr Katholikentag“: „In den nächsten Tagen werden wir diskutieren und streiten, lachen und feiern – und hoffentlich werden wir einen Weg finden, was Frieden heißt.“

 

 

Flügel für den Frieden

Stadtdechant Jörg Hagemann, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Bernadette Spinnen sprachen mit Moderatorin Anja Brukner über Kirche und Kultur im Stadtdekanat Münster.
Musikalisch gestaltete die Big Band des Gymnasiums St. Mauritz die Präsentation des Stadtdekanates.

Ein Frieden, der beflügelt: Mit dieser Botschaft hat sich das Stadtdekanat Münster am 11. Mai beim Katholikentag präsentiert. Und zwar ganz praktisch: Aus Bibelseiten falteten die Gäste auf dem Liebfrauen-Überwasser-Kirchplatz Friedenstauben. Die Mitmachaktion entstammt einer Kunstinstallation in der benachbarten Überwasserkirche, die im Rahmen des ökumenischen Cityadvents vom Kirchenfoyer initiiert wurde. Seit dem Advent hängen dort 3333 goldfarbene Tauben vom Gewölbe herab. Die Aktion passt zum Leitwort des Katholikentages „Suche Frieden“, befand das Team, und nahm sie in die Bistumspräsentation des Stadtdekanates Münster auf.

Das Motto, unter dem sich die katholische Kirche in Münster den Gästen vorstellte, ist Programm in der Stadt: „Zwischen Kiepenkerl und Uni“, ergänzt um den Untertitel: „Münster: Fahrräder, Tatort, Kunst und Kirche?!“. „Die Stadt lebt von den Menschen – ganz besonders in diesen Tagen, in denen so viele Menschen zu Gast sind“, sagte Bernadette Spinnen, Leiterin des Münster Marketing. Vom Zusammenwirken von Kirche und Kultur im Alltag sowie aktuell beim Katholikentag berichteten die Talkgäste auf der Bühne: Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Stadtdechant Jörg Hagemann, Udo Schonhoff von der „ökofairen“ Pfarrei St. Joseph Münster-Süd sowie Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers Münster und Konzeptkünstler. Moderiert wurde die Runde von Anja Brukner.

„Es herrscht eine super Atmosphäre in der Stadt“, sagte Weihbischof Zekorn und fügte hinzu: „Es wird deutlich, was Glauben bewirken kann.“ Stadtdechant Hagemann dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich in diesen Tagen einbringen oder Gäste bei sich beherbergen: „Die Münsteraner lassen sich auf die vielen Besucher, die zunächst Fremde sind, ein. Und dann merken wir: Sie sind nicht fremd, denn wir haben ein gemeinsames Fundament.“ Diese Toleranz zeige sich auch im alltäglichen Miteinander der Weltreligionen, die in der Stadt vertreten seien, erklärte Zekorn. „Es ist gut, dass jeder seinen Glauben und seine Werte hat, aber wir leben das nicht abgrenzend, sondern offen für alle.“

Bezeichnend für das Stadtdekanat sei außerdem ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, hob Bernadette Spinnen hervor. Das zeige sich schon in der Tatsache, dass es in Münster doppelt so viele Fahrräder wie Einwohner gebe. Längst sei Fahrradfahren in Münster keine Privatsache mehr. Auf ökologische Nachhaltigkeit setzten auch immer mehr Unternehmen. Und Pfarreien wie St. Joseph Münster-Süd. Seit vielen Jahren setzen sich die Verantwortlichen für einen verstärkten fairen Handel ein. Der Veränderungsprozess werde von der ganzen Gemeinde mitgetragen, berichtete Udo Schonhoff. „Das leidenschaftliche Engagement beispielsweise der Jugendlichen in der Katholischen Jungen Gemeinde ‚Fairer Handel‘ sorgt seit vielen Jahren dafür, dass hier von der Basis her der Gedanke des fairen Handels und der Verantwortung für eine gerechtere Welt lebendig ist.“ Im vergangenen Jahr wurde St. Joseph Münster-Süd als „ökofaire Kirchengemeinde“ ausgezeichnet.

Über die Frage „Kann Kirche Kunst?“ sprach anschließend Rupert König. Als Konzeptkünstler hat der Leiter des Kirchenfoyers bereits an einer Kunstinstallation mit dem Titel „silentMod“ im Kölner Dom anlässlich der Computerspielmesse „GamesCom“ mitgewirkt, zu der an drei Abenden mehr als 50.000 Jugendliche und Erwachsene kamen. „Kunst macht Kirche interessant“, betonte König. Als Beispiel nannte er die Kunstinstallation „VitaMorphose“ im vergangenen Oktober in der St.-Lamberti-Kirche in Münster, bei der er und sein Team die Kirche in einen mystisch-emotionalen Raum verwandelt hatten. „Wir versuchen das, was schon da ist, auf moderne Art und Weise in Szene zu setzen.“

Für musikalische Unterhaltung sorgte die Big Band des Bischöflichen Gymnasiums St. Mauritz mit jazzigen Rhythmen, die die Zuschauer vor der Bühne zum Mitsingen und Mitklatschen einluden.

Versöhnung unter den Täuferkäfigen

Sie feierten Versöhnung (von links) Jörg Hagemann, Keith Blank, Andrea Lange, Jacob Schiere und Ulf Schlien. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Martin Wißmann

Draußen hängen Käfige, Symbole für die Gefangenschaft derer, die in einem Streit verloren haben. Drinnen reichen Menschen unterschiedlichen christlichen Glaubens einander die Hände – Versöhnungsgeste einige Jahrhunderte nach dem Streit. So sah es am 11. Mai in der Lambertikirche in Münster aus. Dort haben im Rahmen des Katholikentags Vertreter der täuferischen Freikirche der Mennoniten, der römisch-katholischen sowie der evangelischen Kirche gemeinsam einen Versöhnungsgottesdienst gefeiert. Er stand unter dem Titel „Umkehr und Versöhnung unter den Täuferkäfigen. Heilung der Erinnerungen angesichts eines historischen Traumas“.

Mit dem Gottesdienst machten die Veranstalter einen Rückgriff in die Geschichte. Denn die drei Täuferkäfige, die noch heute am Turm der Münsteraner Lambertikirche hängen, sind sichtbare Spuren der Täuferherrschaft von 1534 bis 1535. In den Käfigen wurden seinerzeit die Leichen der hingerichteten Wiedertäufer zur Schau gestellt. „Wir wollen Gott und einander um Versöhnung bitten für die wechselseitige Gewalt und Verfolgung zwischen römisch-katholischen, evangelischen und täuferischen Christen“, sagte eingangs die mennonitische Theologin Andrea Lange.

Zunächst gaben die Veranstalter – neben Lange Keith W. Blank, Mennonit aus Lancaster/USA; Jörg Hagemann, katholischer Stadtdechant aus Münster, Jacob Schiere, Mennonit aus Drachten/Niederlande, sowie  Ulf Schlien, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Münster – einen Überblick über die historischen Ereignisse. Dabei ordneten sie in der voll besetzten Lambertikirche die Ereignisse rund um das Täuferreich in die Geschichte der Reformation ein. „Das radikale Experiment des Königreichs von Münster, als Täufer die Herrschaft in Münster errangen und Andersgläubige vertrieben, bestärkte sowohl katholische als auch lutherische Obrigkeiten in ihrer Furcht vor den Täufern als einer ernsten Bedrohung für Kirche und Gesellschaft“, sagte Hagemann.

In einem Schuldbekenntnis übernahmen alle Seiten die Verantwortung ihrer jeweiligen Religion für die damaligen Ereignisse. Hagemann stellte mit Blick auf Gegenwart und Zukunft fest: „Nicht alle Fragen zwischen uns sind geklärt, es bleibt noch manches zu tun. Aber wir sind heute gemeinsam berufen, Friedensstifterinnen und -stifter zu sein.“

Starke symbolische Geste dieses Gottesdienstes, den das Duo Bohemico aus Erfurt musikalisch gestaltete, war der Friedensgruß. Dazu umarmten die Religionsvertreter einander, während sich die Gottesdienstbesucher gegenseitig die Hände schütteln. Darunter auch Hildegard Krepp, Katholikentagsbesucherin aus Köln: „Die Türme an Lamberti kennt man ja als Münster-Besucher. Aber jetzt weiß ich besser, wofür sie stehen und was sie für heute zu sagen haben.“

 

 

Diakone bieten „Friedensgebet im öffentlichen Raum“

Wie hier die Diakone Markus Damwerth (links) und Guido Zimmermann am Freitagmorgen luden und laden während des gesamten Katholikentags Diakone aus dem Stadtdekanat Münster zu Friedensgebeten im öffentlichen Raum ein. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Matthias Kaiser

Ein paar Menschen, betend, schweigend, im Licht der aufgehenden Sonne, inmitten der mittäglichen Betriebsamkeit oder eingehüllt von der abendlichen Dämmerung: Mehr braucht es manchmal nicht, um beim Katholikentag in Münster mit seinem Leitwort „Suche Frieden“ Friedensstifter zu sein. Jedenfalls dann nicht, wenn man eines der „Friedensgebete im öffentlichen Raum“ besucht, die die Diakone im Stadtdekanat Münster während des Katholikentags anbieten.

Sie finden bewusst an Orten statt, die für Krisen und schwierige Lebensphasen stehen. Unter dem Obertitel „Suchet das Wohl der Stadt“ wird dabei für Menschen gebetet, die solche Krisen erlebt haben oder noch mittendrin stecken. Die von je zwei Diakonen gestalteten Gebete orientieren sich am Stundengebet, mit dem die Kirche den Tag gliedert. Es zu beten, dazu verpflichten sich Diakone bei ihrer Weihe.

An diesem späten Donnerstagabend ist es also die Komplet, das Nachtgebet, das die Diakone -Prof. Dr. Dr. Gereon Heuft und Prof. Dr. Thomas Reker im Eingangsbereich von Polizeiwache und Sozial-/Arbeitsgericht in der Julius-Voos-Gasse beten werden. Ein passender Ort, schließlich geht es heute um das Gebet „für alle, die Grenzen überschritten haben“. Heuft hält ein Schild mit dem Titel der Veranstaltung hoch, damit alle Interessierten die kleine Gruppe auch finden. 22 werden es später insgesamt sein, die meisten Männer, alle Altersgruppen ab etwa Anfang 20 sind dabei.

Die Beter stellen sich im Oval auf, jeder erhält einen Zettel mit den Gebetstexten. Einige werden gebeten, Fürbitten vorzutragen. Im Licht zweier Laternen an der Wand des Gerichts erklärt Reker der Gruppe, wie das Stundengebet abläuft. Zum stillen, persönlichen Rückblick auf den Tag schauen alle vor sich und vor allem in sich. Einige schließen die Augen. Ein Hymnus wird gesungen – fester Bestandteil jedes Stundengebets.

In das Wechselgebet anschließend stimmen die Menschen beim ersten Mal zögerlich ein, unsicher, wer wann dran ist. Schon bald aber läuft das Gebet flüssig, Reker fängt an, die Gruppe antwortet. Die Fürbitten widmen sich denen, die eben Grenzen überschritten haben, zum Beispiel jenen, „die andere physisch und psychisch verletzt haben“. Mit der Oration endet das Friedensgebet. „Gute Nacht“, wünschen die Diakone freundlich, ihre Mitbetenden erwidern. Man geht auseinander. „Das war doch schön“, sagt ein Anfang 20-jähriger zu seinem Kumpel. Ein schöner Tagesabschluss – im Sinne des Friedens. 

Die weiteren Friedensgebete sind am Samstag, 12. Mai, um 8 Uhr auf dem Vorplatz der Justizvollzugsanstalt in der Gartenstraße für „die Gefangenen unserer Tage“ sowie um 18.30 Uhr an der DKV-Residenz am Tibusplatz „für die kranken und alten Menschen“. Bei letztgenanntem Termin beteiligen sich Bewohner der Residenz an der Gestaltung.

Kirchenfoyer bereitet sich auf #KT18 vor.

Auch das Kirchenfoyer bereitet sich auf den Katholikentag vor. Besuchen Sie den neu gestalteten Rastplatz. Auch für joveles Wetter️ sind wir mit Getränken für alle Gäste gerüstet.

Das Stadtdekanat beim Katholikentag

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